Ganz einfach: Thema: "Was wollen Migrationgegener eigentlich?"
Keine Migration? Keinen Kriminalitätstourismus durch offene Grenzen? Keinen islamistischen Terror, oder überhaupt Islamismus im Land?
Ich persönlich wäre zwar niemals so extrem für totale Abschottung, andererseits ist es einfach nicht von der Hand zu weisen, dass bei einer totalen Abschottung viele Probleme draußen bleiben würden.
Das ist einfach nur absoluter Blödsinn. Es gibt Statistiken in den USA, die belegen, dass von den 800.000 Flüchtlingen, die die USA seit 2001 aufgenommen haben, ganze DREI Menschen eine islamistische Terrortat planten und davon nur ein einziger innerhalb der USA. EIN EINZIGER. Dass Flüchtlinge islamistischen Terror in Massen importieren würden, ist einfach nur Humbug. Zumal man durch geschlossene Grenzen den Islamismus nicht einfach "draußen" halten kann. Es gibt viele deutsche Staatsbürger, die bereits (seit Geburt) hier leben und dieser Ideologie folgen bzw. sich ihr angeschlossen haben und sich radikalisiert haben. Eine Ideologie macht doch nicht vor Staatsgrenzen halt. Auch das angebliche Argument des "Kriminalitätstourismus" geht weit am Ziel vorbei, da sich Kriminelle eh kaum um Staatsgrenzen und Regeln scheren und zum anderen da die meisten dieser Kriminellen EU-Bürger sind. Ganz davon zu schweigen, dass Kriminalität nicht primär deshalb besteht, weil wir offene Grenzen haben, sondern weil es die Möglichkeit und die Motivation dazu gibt (und das wird man nie ganz vermeiden können, schon gar nicht in einer offenen, freiheitlichen, liberalen Gesellschaft). Wenn es keine Ausländer machen, dann machen es eben Deutsche. Und was jetzt an deutschen Kriminellen besser sein sollte als an ausländischen Kriminellen, ist mir schleierhaft. Oder glaubst du wirklich, dass in Deutschland allerorts schlagartig paradiesische Zustände ausbrechen würden, wenn nur die bösen Ausländer nicht mehr kommen würden? Gerade in den Gebieten im Osten, die sich verstärkt durch Ausländerfeindlichkeit hervortun, waren schon vor der Flüchtlingskrise in der Krise und nichts davon hat real mit Migration zu tun. Das sind alles nur populistische Strohmannargumente, die mit der Realität nichts zu tun haben. Aber leider können die meisten Menschen mit komplexen Argumenten und Statistiken wenig anfangen. Einfache Botschaften, egal ob belegt oder nicht, die verfangen. Am besten nach der alten Regel: Wenn du verhindern willst, dass die Armen, Benachteiligten und Ausgegrenzten an deinem Stuhl sägen, dann such dir eine Gruppe, die noch ärmer, benachteiligter und ausgegrenzter ist und lass die erste auf die zweite einprügeln. Das funktioniert fast immer. Am Schicksal des Hartz4lers ist bestimmt der böse Flüchtling Schuld und nicht etwa der Konzern, der seine Gewinne in Steueroasen verschifft, Reichtum in den Händen weniger anhäuft und Arbeitnehmer unter dem Existenzniveau beschäftigt. Aber das ist ein gesichtsloser Feind, der sich wehren kann. Der Flüchtling nicht. Also haut man eben da druff...
Zuwanderung könnte auch sehr viel geregelter erfolgen. (Einwanderungsgesetz nach Bedarfssituation)
Es geht überhaupt nicht um legale Zuwanderung. Flüchtlinge sind Flüchtlinge, keine regulären Immigranten.
Hilfe von Bedürftigen aus Kriegsgebieten - gerne. Aber VORHER müßte der Staat Finanzen und sonstige Resourcen in entsprechender Menge bereitstellen und parlamentarisch legitimieren. Dann wäre es richtig, die Bedürftigsten, also Familien, Frauen und Kinder dort herauszuholen in Kontingenten.
Eine völlig ungeregelte Einreise über offene Grenzen zuzulassen, heist Aufgabe des Staatsterritoriums.
Der Staat hat Geld bereitgestellt und das Kabinett hat grünes Licht gegeben.
Dass die Flucht an sich besser gestaltet werden könnte und sollte (z.B. das Öffnen von sicheren Fluchtkorridoren), steht imo außer Frage. Aber die "echten" Migrationsgegner wollen überhaupt keine Flüchtlinge hier. Und warum man nur Famlien, Frauen und Kinder retten sollte, ist mir jetzt auch nicht ganz klar. Sind Männer weniger wert?
Ich brauche auch keine fadenscheinigen Erklärungen, warum jede Art und Menge von Flüchtlingen gut für unser Land sind und unbedingt in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen. Ganz besonders dann nicht, wenn diese später wieder einkassiert werden.
Flüchtlinge müssen in den Arbeitsmarkt integriert werden, weil sie damit a) eine sinnvolle, ausfüllende Beschäftigung haben (das sollte eigentlich einleuchten, wenn man schon behauptet, dass die Flüchtlinge bzw. Migranten entweder kriminell oder islamistisch wären...) und b) ihrem Gastland wirtschaftlich helfen können. Eine Integration in den Arbeitsmarkt ist die beste Integrationsmöglichkeit überhaupt und kennt letztlich nur Gewinner. Es wird dem Flüchtling geholfen (unmittelbar und auch später, wenn er evtl. in sein Heimatland zurückkehrt) und es wird dem Gastland geholfen. Ich bin auf deine Erklärung gespannt, warum man Flüchtlinge NICHT in den Arbeitsmarkt integrieren sollte. Was sollen sie deiner Meinung nach denn sonst machen? Jahrelang in Flüchtlingsheimen versauern und Däumchen drehen? Und dann wunderst du dich, dass diese Leute sich schwer integrieren, islamistisch oder kriminell werden?
Man sollte mal eher ein ehrliches Bild haben, wie sich unser Land entwickelt hat und weiter entwickelt hätte und wie sich nun, nach den neu geschaffenen Fakten (wozu kein Bürger demokratisch befragt wurde) das Land entwickeln wird.
Du wirst in Deutschland spätestens alle vier Jahre befragt und kannst deine Stimme abgeben. So läuft nun mal unser demokratisches System. Und wie sich unser Land weiterentwickelt hätte unter anderen Bedingungen, weiß kein Mensch. Hätte, wenn und wäre ist was für den Stammtisch und hilft wenig bis gar nichts, um konkrete Probleme zu lösen. Allerdings geht es unserem Land vergleichsweise doch prima. Und die Probleme, die es gibt (etwa eine immer größere soziale Ungerechtigkeit) haben mit den Flüchtlingen praktisch überhaupt nichts zu tun. Was soll sich denn konkret an deinen Lebensbedingungen durch die Flüchtlingskrise verschlechtert haben?