Noch habe ich nicht alle Seiten der Diskussion hier gelesen, aber vielleicht wird es Zeit, dem Ganzen hier eine weibliche Meinung beizusteuern (und das betone ich nur deshalb, weil ich solche Situationen kenne). Worum es in diesem Artikel geht und womit sich Anita Sarkeesian gerade konfrontiert sehen muss, ist die Gewalt, die sie erfährt, allein aufgrund ihres Geschlechts. Sie wird nicht für ihre Meinung angegriffen, nicht wegen Geld, sondern allein deshalb, weil sie eine Frau ist. Sie wird auf eine sehr persönliche Art angegriffen, die ihr Geschlecht in den Fokus rückt und sie depersonalisiert. "I want to rape you to death" ist kein Satz, den ein Mann in der Regel lesen oder hören muss und seine Bewahrheitung fürchten muss; ebenso, dass auffallend oft nur(!) auf ihre Geschlechtsteile eingegangen wird ("I want to taste your sweet pussy").
Irgendwo auf Seite 2 glaube ich stand, dass Männer öfter Opfer von Gewalt werden als Frauen. Ja, werden sie, aber hier geht es um die Motivation der Gewalt, die bei Gewalt gegen Frauen sehr oft einfach und allein auf ihrem Geschlecht beruht und DAS ist der eigentliche Missstand. Es gibt Gewalt an Menschen, und es gibt Gewalt an Menschen aufgrund ihres Geschlechts und Letzteres ist etwas, was angesprochen und vor allem angegangen werden muss.