Theologische (?) Frage

McDrake

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Ich arbeite in einem Heim für sowohl geistig, als auch körperlich beeinträchtigte Menschen.
Nun ists halt so, dass auch da Menschen sterben.

Was ich mich gefragt habe, wie das mit dem "Himmel" so ist.
Menschen mit geistigem Handicap können durchaus ein sehr zufriedenes Leben führen.
Auch zufriedener, als der Normalo.
Was passiert dann im "Himmel", wenn sie ihre Eltern treffen.
Aus Erfahrung weiss ich, dass sich Eltern, so sehr sie ihr Kind lieben, sie dies lieber "gesund" erleben würden.

Wird das Kind dann auf einmal "normal" ... was auch immer das bedeutet?
Die Eltern würden so ihr Kind aber gar nicht mehr erkennen unter Umständen.
Das Kind würde aus seiner eigenen kleinen Welt gerissen, in der es zuvor happy war.

Aber kann man den Eltern im "Himmel" denn ihr beeinträchtigtes Kind eine Ewigkeit zutrauen?
Sind dann die Eltern nicht traurig?

Wenn die Behinderung bei einem Unfall zustande kam, kann man sich ja das noch vorstellen, wie das davor war.
Bei jemandem, der aber geboren wird mit eine, Handicap sieht das doch wieder ganz anders aus.

Mal wieder ein wirres Gedankenspiel.
Man möge mir verzeihen... ist der Aktualität geschuldet
:(
 

Vordack

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Als Atheist würde ich, wenn ich Deinem Gedankenspiel folge, behaupten daß der Körper auf der Erde im Grab, zusammen mit allen Behinderungen langsam verwest und nur die Seele in den Himmel kommt.

Die Eltern sehen im Himmel nur die Seele des Sohnes, und die ist glücklich und zufrieden.
 
TE
McDrake

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Als Atheist würde ich, wenn ich Deinem Gedankenspiel folge, behaupten daß der Körper auf der Erde im Grab, zusammen mit allen Behinderungen langsam verwest und nur die Seele in den Himmel kommt.

Die Eltern sehen im Himmel nur die Seele des Sohnes, und die ist glücklich und zufrieden.
Aber inwiefern ist der Geist bei eines Beeinträchtigung dann normal?
Normal ist für das Kind (ich nenns jetzt mal so), dass es in seiner kleinen feinen Welt zurechtkam und darin glücklich war.
 

Vordack

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Aber inwiefern ist der Geist bei eines Beeinträchtigung dann normal?
Normal ist für das Kind (ich nenns jetzt mal so), dass es in seiner kleinen feinen Welt zurechtkam und darin glücklich war.
Ich bin der festen Überzeugung daß alles was mit einer Behinderung zu tun hat auf der Erde bleibt. Nur die Seele wandert nach oben.

Nicht reden können? Falsch laufen? Rollstuhlzwang? All das bleibt auf der Erde genauso wie die menschlichen Züge wie Gier, Neid und so. Das kommt ausm Gehirn und das bleibt auf der Erde. Die Seele wandert nach oben.

KA ob ich damit Deine Frage beantwortet habe ;)

Selbst das Glück und die Zufriedenheit bleiben auf der Erde. Die Seele brauch sowas nicht. Alles menschliche Ge3fühle. Die Seele ist reiner.
 

Worrel

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Die Geschichten von Himmel und Hölle wurden vor tausenden Jahren von Menschen erzählt.
Selbst einmal angenommen, daß es tatsächlich einen Gott und dementsprechend Himmel, Hölle und eine unsterbliche Seele geben würde und damals™ dieser Gott den Menschen davon berichtet hat:

a) Hat er das den Menschen damals so erklärt, wie sie es damals verstehen konnten. Würde Gott das heute tun, dann könnte Gott auf Vokabeln wie Paralleluniversum, andere Dimension, n-dimensionaler Raum etc zurückgreifen, um uns das zu erklären.
Damals war der Himmel halt "oben" und die Hölle "unten", weil beides damals von der Menschheit nicht erreichbar.

b) Selbst, wenn Gott damals existiert und unseren Vorfahren genau beschrieben hat, wie Himmel, Hölle & Seelen beschaffen sind ...
... du kennst doch "Stille Post"?
Jahrhunderte lang wurden die biblischen Geschichten mündlich weitergegeben. Was dabei am Ende rauskommt, hat mit der ursprünglichen Geschichte nicht mehr viel zu tun.

Sprich:
Alles, was wir über Himmel, Hölle und Seelen zu wissen meinen, kann völlig verzerrt dargestellt sein.


Aber gehen wir mal spaßeshalber von der Geschichte aus, daß Seelen unsterblich sind und nach unserem Tod irgendwo rumlungern. und man irgendwie auch leicht seine Vorfahren & Co in dem Seelenmeer finden kann.

Behinderungen sind Teil des Körpers. zB bekommt ein Hirn für Zeitdauer X zuwenig Sauerstoff => Hirnschaden => geistige Behinderung.
Die Seele des entsprechenden Menschen hat nichts damit zu tun, das ist nur ein Schaden am Körper.
Und womit sollen die Eltern im Himmel "sehen" können? Augen sind Teil des Körpers.

Sprich:
Wenn es ein Jenseits gibt, hat das nichts mit unseren Körpern zu tun (Ausnahme: Zombie-Heaven :B). Woran wir wen-auch-immer erkennen können, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, da wir nicht die geringste Ahnung haben, welche Sinne uns zur Verfügung stehen werden oder wie unsere Existenz überhaupt aussehen wird.


Persönlich denke ich, es gibt weder Himmel, noch Hölle, noch Seelen.
Wir sind einfach biologische Zellhaufen, die sich ihrer Existenz bewußt sind (zB im Spiegel erkennen können: "Das bin ja ich!"). Das können allerdings auch andere Tiere.
Wenn die Biofunktionen enden, endet die Möglichkeit, das Hirn mit weiteren Informationen / Erkenntnissen zu beeinflussen => Lebensende = Existenzende. Klappe zu, Mensch tot.


Du hast nur dies eine Leben.
Wenn's vorbei ist, ist's vorbei.
 
TE
McDrake

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Ich bin der festen Überzeugung daß alles was mit einer Behinderung zu tun hat auf der Erde bleibt. Nur die Seele wandert nach oben.

Nicht reden können? Falsch laufen? Rollstuhlzwang? All das bleibt auf der Erde genauso wie die menschlichen Züge wie Gier, Neid und so. Das kommt ausm Gehirn und das bleibt auf der Erde. Die Seele wandert nach oben.

KA ob ich damit Deine Frage beantwortet habe ;)
Aber was ist denn die Behinderung?
Wenn jemand mit seinem, sagen wirs mal, einfachen Gemüt vollkommen zufrieden ist, sind dann die Eltern dies auch, wenn sie den Rest ihres Daseins (also ale Ewigkeit :P ) mit diesem Kind verbringen müssen/können?

Nach Deiner Theorie wären dann die Eltern auch happy, wenn sie ihr beeinträchtigtes Kind im Himmel immer neben sich haben.
Was an und für sich eine schöne Idee wäre.... aber wäre das fair?

Zur Klarstellung: Ich weiss nicht, was nach dem Tod kommt.
Aber für mich macht, grade der der Christlich angelegte (Aber-)Glaube extrem wenig Sinn, da der für mich wissenschaftlich sehr wenig Sinn ergibt.

Nur komme ich in meinem Beruf teilweise mir solch religiösen Themen in Kontakt... halte mich aber natürlich zurück.
 

Worrel

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Im Rahmen dieser Diskussion mit Betroffenen muß man natürlich vorsichtig sein, daß man ihnen den Himmel im Vergleich zu ihrem Dasein im Diesseits nicht zu sehr verherrlicht, weil sie dann auf die Idee kommen könnten, sich selbst umzubringen, um schneller ihren letztendlich "kaputten" Körper loszuwerden.
 
TE
McDrake

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Im Rahmen dieser Diskussion mit Betroffenen muß man natürlich vorsichtig sein, daß man ihnen den Himmel im Vergleich zu ihrem Dasein im Diesseits nicht zu sehr verherrlicht, weil sie dann auf die Idee kommen könnten, sich selbst umzubringen, um schneller ihren letztendlich "kaputten" Körper loszuwerden.
Wobei bei mir die Betroffenen eher die Eltern sind.
Ihre Kinder wirken meist zufrieden (was unser Job ist). Aber man spürt doch, bei den einen mehr, bei den andren weniger, dass das so nie ihr Wunsch war.
 

Vordack

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Aber was ist denn die Behinderung?
Wenn jemand mit seinem, sagen wirs mal, einfachen Gemüt vollkommen zufrieden ist, sind dann die Eltern dies auch, wenn sie den Rest ihres Daseins (also ale Ewigkeit :P ) mit diesem Kind verbringen müssen/können?

Nach Deiner Theorie wären dann die Eltern auch happy, wenn sie ihr beeinträchtigtes Kind im Himmel immer neben sich haben.
Was an und für sich eine schöne Idee wäre.... aber wäre das fair?

Zur Klarstellung: Ich weiss nicht, was nach dem Tod kommt.
Aber für mich macht, grade der der Christlich angelegte (Aber-)Glaube extrem wenig Sinn, da der für mich wissenschaftlich sehr wenig Sinn ergibt.

Nur komme ich in meinem Beruf teilweise mir solch religiösen Themen in Kontakt... halte mich aber natürlich zurück.
Gemüt, zufrieden, Eltern, Kind, happy, beinträchtigtes, Himmel, Idee, fair, ...

So, bin nur die Hälfte des Artikels durchgegangen und oben stehen die Wörter die mMn rein menschlicher Natur sind, und das menschliche bleibt im Grab. Nur eine neutrale Seele wandert nach oben. Die hat nicht maln Geschlecht.

Gelesen habe ich natürlich den ganzen Beitrag, nur Worte suchen bis zur Hälfte ;)

Die Vorstellung daß man als Jan, der Vater von Greg und Hilda im Himmel "weiterlebt" ist absoluter Unfung. ;) Oder Erinnerungen hat (remember, Brain is in the grave)

Just my 2 Cents

"Aber für mich macht, grade der der Christlich angelegte (Aber-)Glaube extrem wenig Sinn, da der für mich wissenschaftlich sehr wenig Sinn ergibt."

/sign

"Nur komme ich in meinem Beruf teilweise mir solch religiösen Themen in Kontakt... halte mich aber natürlich zurück."

Sag ihnen was sie hören wollen.
Im Rahmen dieser Diskussion mit Betroffenen muß man natürlich vorsichtig sein, daß man ihnen den Himmel im Vergleich zu ihrem Dasein im Diesseits nicht zu sehr verherrlicht, weil sie dann auf die Idee kommen könnten, sich selbst umzubringen, um schneller ihren letztendlich "kaputten" Körper loszuwerden.
Das ist DIE Lösung um wieder mehr Pflegeplätze/Krankenhausbetten frei zu kriegen :B
 
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sauerlandboy79

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Ich habe diese "Vorstellung" dass jeder seine Hinterblieben im Jenseits genau so wieder sehen wird sie Zeit ihres Lebens waren. Sprich: In diesem Falle bliebe der geistig beeinträchtigte Mensch auch im Tode so wie er mal war, weil es eben seinem "wahren Ich" gehörte.

So zumindest habe ich die Hoffnung wenn ich irgendwann wieder auf meine verstorbenen Angehörigen treffen würde/könnte. Da ein "Wiedersehen im Jenseits" aber ein aus der menschlichen Fantasie entstandener Wunschtraum ist und es bis heute keinen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt dass es ein "Jenseits" überhaupt gibt weiss der Realist in mir dass auf dem Tod leider nichts mehr folgt. Klingt hart, ist nüchtern betrachtet aber so.
 
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Batze

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Die Antwort auf deine Fragen, Niemand, wirklich niemand weiß es und kann dir darauf eine entsprechende richtige Antwort geben.
Alles was man hören kann sind Spekulationen und wie man es gerne hören möchte. Darauf beruht ja auch weitgehend die Seelsorge das zu sagen was der Gegenüber gerne hören möchte um einiges leichter erscheinen zu lassen.
 
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