Yennefer: „O je, Gerald, ich muss dir was sagen.“
Gerald schweigt.
Yennefer: „O Gerald, bitte hör gut zu!“
Gerald: „Yen?“
Yennefer: „Ich bin schwanger!“
Gerald verschluckt sich, hustet und prustet. Schließlich keucht er, mühsam um Luft ringend: „Unmöglich!“
Yennefer stöhnt: „Ja doch! Jedermann weiß, dass der Verzicht auf Kinder das erste Opfer von uns Zauberinnen an die Magie ist. Und, sei mir nicht böse, aber deine Mutationen … - Du hast immer über die Vorsehung gespottet, aber in Ciris großen grünen Augen hast du sie erkannt. Die Vorsehung, der Lauf des Schicksals, Itlinas Prophezeiung, Lara Dorren, Falka, das verfluchte Blut… Die Leute belächeln diese Märchen, aber wir wissen es besser. Die Zauberer forschen seit Jahrhunderten nach Laras Fluch, ihrem Gen und dem Aktivator. In Ciri haben sie sich vereint. Die Zauberinnen, ja die halbe Welt jagt Ciri, ihr Kind wird das Kind der Vorsehung. Sie haben sich so getäuscht, wir, Gerald, haben uns so getäuscht! Hast du dich je gefragt, ob Calanthe, die Löwin von Cintra, die einzige weibliche Nachfahrin von Adalia der Gerechten war?“
Gerald: „Ich verstehe nicht. Wo ist der Zusammenhang mit deiner Schwangerschaft?“
Yennefer: „Tztztz, schnell mit dem Schwert seid ihr Hexer, aber im Oberstübchen… Lass mich ausreden, das war eine rhetorische Frage. Adalia gebar zwei Löwinnen von Cintra: Calanthe und ein fürchterlich hässliches Mädchen mit einem grässlichen Buckel. Weißt du, warum gerade ich die mächtigste Zauberin von Kovir bis Nilfgaard bin?“
Geralds Augen weiten sich, er setzt an, aber Yennefer kommt ihm zuvor: „Ja, die Vorsehung meint es gut mit uns: Wir haben immer die Wahl zwischen zwei Übeln: Auch ich bin vom älteren Blut, auch ich trage Laras Fluch in mir. Ciri muss keinen Nachfahren zur Welt bringen, sie ist außer Gefahr! Das Kind der Vorsehung wächst in meinem Bauch und ich will es bekommen!“