Der Hexer steht völlig unter Strom, jede Faser seines Körpers ist zum Zerreißen gespannt, er erbebt schaudernd - und explodiert leidenschaftlich. In wilden, pulsierenden Zuckungen ergießt sein schmelzendes Schwert seinen Inhalt in den heißen, lustvoll stöhnenden Körper unter ihm. Der Geruch von Flieder und Stachelbeeren erfüllt die Luft. Gerald wälzt sich zur Seite, vergräbt sein Gesicht in einer dichten Mähne rabenschwarzer Locken. „Unglaublich, einfach unglaublich, ihr Hexer!“ ertönt eine schwache, vibrierende Stimme aus dem Kissen neben ihm. „Beinahe hatte ich schon wieder vergessen, dass dieses Gerücht eurer mangelnden Manneskraft so hartnäckig wie unzutreffend ist.“ Ihre langen, grazilen Finger bewegen sich genüsslich an ihrem Körper herab, fahren sacht über die sinnlichen Rundungen ihrer prallen Brüste, streichen leicht über ihren Venushügel und gleiten sanft zwischen ihre vollen Lippen. Als ihre feine Hand wieder ganz zum Vorschein kommt, glänzen auf ihren kunstvoll lackierten Fingernägeln sämige Spuren, Früchte mutierter Hexer-Leidenschaft. „Götter, war das anstrengend! Ich dachte nicht, dass ich dich jemals so weit bekomme, früher hat das nie geklappt… und dabei noch diese komplexe Illusion aufrechterhalten… puh, bin ich erledigt…“ Unter Geralds Augen verschwindet die üppige Lockenpracht, rollt sich ein, kringelt sich zischend zusammen, verwandelt sich binnen Sekunden in einen modischen Kurzhaarschnitt. Die Gesichtszüge der Frau verwischen, scheinen zu schmelzen, klären sich wieder auf. Die Mischung aus Veilchen- und Kornblumenblau in ihren Augen weicht einem stechenden grün. Dieses grün weckt Erinnerungen in Gerald, Erinnerungen an Ciri, Erinnerungen an Sehnsucht, an Linderung, an einen viel zu langen Winter in Toussaint… „Fringilla?“ stöhnt Gerald ungläubig. Fringilla Vigo seufzt hingebungsvoll. Langsam richtet sie sich auf, steigt elegant aus dem Bett und streicht behutsam ihre Finger am Rand eines Reagenzglases auf dem Nachttischchen ab. „Du hast mich noch erkannt. Bravo Gerald.“ Ihre Stimme ist kalt geworden, nichts erinnert mehr an ihr verführerisch heißes Flüstern von vorhin. „Du erinnerst dich also noch an unsere Zeit in Toussaint.“ Sie lächelt spöttisch „Wie du mich nachts genommen hast, wie du Yennefers Namen geschrien hast, als du in mir warst, wie du mich am nächsten Tag verraten hast. Hast du je wirklich etwas für mich empfunden, Gerald?“ Er setzt an, sie schneidet ihm das Wort ab: „Weißt du, ich glaube, ein bisschen Körperflüssigkeit ist kein allzu hoher Preis für ein gebrochenes Herz. Ganz abgesehen von all der Schande, die du mir bereitet hast. Ich denke, wir sind quitt. Keiner nutzt Fringilla Vigo schamlos aus und kommt ungeschoren davon, merk dir das, Hexer! Ich bin eine Zauberin. Ich bekomme für gewöhnlich, was ich will. Und wie es der Zufall will, plagt mich seit meiner Kindheit die Neugier, was denn passieren würde, wenn ich mit dem Erbgut eines leibhaftigen Mutanten experimentieren könnte.“ Spitz setzt sie hinzu: „Weißt du, rein biologisch gesehen bist du nämlich eine echte Rarität. Betrachte es ruhig als deinen Tribut an die Wissenschaft und rede dir Nacht um Nacht ein, dass es nichts Persönliches war, wenn du vor Wut und Scham schlaflos wach liegst. Das macht es vielleicht einfacher für dich.“ Ihr Gesicht ist eine Mischung aus spöttischem Hohn und tiefer Trauer. Sie faucht: „Sei unbesorgt, ich werde viel Spaß mit deinem Geschenk haben. Stell dir nur vor, was alles damit möglich wäre… 10-jährige Kinder Mutationen zu unterziehen, mag genug sein, um sie zu professionellen Monsterschlächtern zu machen, aber wenn ich gezielt mutiertes Erbgut schon ab dem Embryonenstatus noch weiter optimieren könnte... Nicht, dass deine Kümmerlinge kräftig genug wären, bis zur Gebärmutter einer gesunden Frau vorzudringen, in dieser Beziehung hatte die Vorsehung Gnade mit uns.“ Sie hebt ihre hübsche Hand mit dem Reagenzglas „Aber unter meinen Zaubern werden sich die Kleinen prächtig im Reagenzglas entwickeln, vermehren… Stell dir nur vor: Ich werde eigenhändig eine Armee von Hexern züchten, alle selbst gemacht, alle vollends optimiert, alle vollends unterworfen, alles bessere Versionen von dir. Und das Beste: All das nur dank dir! Sie lächelt grausam-verschmitzt. Gerald schweigt. Nach einer kurzen Pause höhnt Fringilla giftig: „Meine Güte, du guckst aber kariert! Aber ja, wie konnte ich das vergessen? Hexer sind ja nicht die Hellsten, wahrscheinlich fragst du dich immer noch, wie du mich überhaupt mit Yennefer verwechseln konntest. Die Gute ist heute Abend abgereist, das wird sie dir doch wohl nicht verschwiegen haben? Oh-Oh, deinem Gesicht nach zu urteilen wohl doch. Aber dass sie sich an Belletein mit diesem Taugenichts Rittersporn vergnügt hat, weißt du doch? Nicht? Armer Hexer!“ Ihre Stimme trieft vor Spott. „Soweit ich weiß, hat er wohl zumindest für das Eine getaugt, sie liegt ihm regelrecht zu Füßen und die beiden werden in den nächsten Wochen heiraten, weil sie ein Kind von ihm bekommen wird, während ich deinen Nachwuchs im Reagenzglas optimieren werde.“ Gerald ist sprachlos. In seinem Kopf schwirren die Gedanken wütend wie ein brausender Schwarm wild gewordener Bienen umher. Als er sie halbwegs geordnet hat, entgegnet er kühl:
> 1. Das kann ich nicht zulassen *[Damit kann Gerald sowohl Fringillas Experimente als auch Yennefers Schwangerschaft oder ihre Heirat mit Rittersporn meinen]*
> 2. Tausende werden sterben. Es liegt an dir. *[Damit kann Gerald sowohl die Folgen von Fringillas Experimenten, als auch sarkastisch-ironisch die Folgen seiner Wut, falls die Hochzeit von Yennefer und Rittersporn stattfindet oder sarkastisch-ironisch die Folgen der Geburt ihres gemeinsamen Kindes meinen]*
> 3. Ich kann nicht glauben, dass wir gefickt haben. *[Damit kann Gerald aus Enttäuschung sowohl auf Fringilla wie auch auf Yennefer anspielen]*
> 4. Mach, was du willst.