Ne, da werden wir uns nicht einig.
Was ja auch absolut nicht schlimm ist.
Ein Spiel ist letztlich auch ein technisches Produkt mit kreativen Anteilen, mal mehr, mal weniger.
Es gibt auch wunderbar gebundene Bücher mit Goldkante und Sternenstaub auf'm Cover. Interessiert bei der Rezension aber nicht. Da gibt es keine 0.5-Aufwertung für, wenn Geschichte und Schreibstil Grütze sind.
So ein hässliches gelbes Reclam-Heftchen kann dafür locker mal eine 10.0 sein. Würde nur jeder albern finden, wenn die Qualität mit einer Zahl gemessen werden würde.
Es geht doch darum, wieviel Spaß das Buch, das Game oder der Film macht. Und Spaß zu messen, ist wirklich ganz schön bräsig. Da können eigentlich nur Zahlenfetischisten drauf kommen, die ihre Sammlung in Excell verwalten. Sehe da immer John Keating im "Club der toten Dichter" vor mir, wie er einfach mal alle Seiten mit meßbaren Qualitätseinordnungen aus den Lehrbüchern reißt. So muss das. Es geht um Games, nicht um Waschmaschinen.
Den New-Gaming-Journalism Ansatz der gerne hervorgeholt wurde um mit dem Cognacschwenker in der Hand vor dem Kaminfeuer über die Meta-Aussage des (vermeintlichen) Kunstwerks zu philosophieren war für mich ein oft vergeblicher, nicht passender. Für mich kann man da ohne Probleme auch mal eine Wertung zücken, keine Angst vor Zahlen.
Auch lustig, dass das immer unter "New-Gaming-Journalism" läuft. Das ist einfach stinknormaler Journalismus. Und ja, Games-Fachjournalismus braucht kein Feuilleton-Gehabe. Aber auch keine Zahlen. Nicht aus Angst, sondern weil sich das Medium einfach seit 1986 weiter entwickelt hat. Hör' mir auf mit Kaufberatung wie vor 35 Jahren.
Ob der Autobahn Simulator 14% oder 27% verdient hat, kann ja noch lustig sein. Aber ob GTA 6 eine 9.5 oder 10.0 wird, ist doch Kindergarten. Sorry.
Ich winke ab und diskutiere weiter.
Danke. Bitte bleib' uns noch laaange erhalten, Meister Felix. Ansonsten Sternmarsch aus allen Teilen Deutschlands nach Fürth. Ich schwöre.
Nur, dass das hier niemand zu ernst nimmt. Natürlich kann ich mit den Zahlen am Ende der Texte oder Videos leben. Das rotwangige Glück und die Bedeutung, die diesen Wertungen (gerade in Deutschland) beigemessen werden, finde ich einfach sehr bemerkenswert. Das macht was mit den Menschen, psychologisch sehr interessant.
Und um hier gleich noch richtig vom Feld gejagt zu werden, lasst die Systemdingsens und Leistungsbumsens bitte bei PCGH. Sonst sehen die Tests bald wirklich wieder aus, wie Tabellenkalkulationen. PC Games ist eine Multiplattform-Seite. Schon sehr lange. Hier sind also auch Menschen unterwegs, die beim Thema Hardware sofort in den Sekundenschlaf wegknicken. Mindestens einer. Für das Thema gibt es doch wirklich eine tolle Schwester-Plattform, die alle Interessierten glücklich machen sollte. Ich kann halt nicht zurück zu Videogameszone oder Games Aktuell wechseln. Da ist niemand mehr. Habt erbarmen.