aph am 10.04.2007 14:46 schrieb:
ElNonsk am 05.04.2007 12:45 schrieb:
Dehnen wir das Beispiel etwas aus, dann wird das Problem offensichtlicher.
Angenommen, es ist ein Mord geschehen.
Möp, ungültig. Davon war nie die Rede. Es ist kein Mord geschehen, die Leute behaupten nur alle etwas sehr ungewöhnliches. Eigentlich braucht es gar keinen Richter, diese Leute wollen den Zuhörern lediglich weis machen, da sei etwas gewesen (analog zur Auferstehung). Es gibt aber ansonsten keinen Hinweis darauf.
Möp, ebenfalls ungültig *g*
Die Leute behaupten nichts „Ungewöhnliches“. Alle Zeugen haben eine PERSON gesehen, schildern sie aber mit unterschiedlichen Eigenschaften. Einzig diese unterschiedlichen Beschreibungen, die jedoch immer von einer Person sprechen, könnten als seltsam/ungewöhnlich gelten. Von daher kann man aber keineswegs schließen, dass es diese Person nicht real existent ist. Man weiß nur nicht, wie sie tatsächlich aussieht.
Abgesehen davon erschließt sich mir hier auch nicht die Analogie zur Auferstehung. Meines Wissens unterscheiden sich die vier Evangelien in Bezug auf die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu kaum bis gar nicht (natürlich ist es nicht ganz dasselbe, da müsste der Text ja in vierfacher Kopie vorhanden sein). Wenn ich mich recht entsinne, war dieses Beispiel auch nicht auf die Auferstehung gemünzt. Wie du da zu einer Verbindung kommst, bleibt mir schleierhaft…
Es gibt sehr wohl einen Hinweis, eben diese erstaunliche Übereinstimmung mit dem Bibeltext. Ich verstehe aber auch gar nicht, was dich daran so stört, schließlich habe ich ja selbst gesagt, dass es maximal ein „indirekter Hinweis“ sein kann
Mich stört daran gar nichts, es ist nur extrem selbstgerecht von dir, einen Hinweis auf einen "wieder erstarkenden Aufstand" als Hinweis auf eine Auferstehung zu sehen. oO
Wir können ja mal zählen, wieviele historische Berichte es über wieder erstarkende Aufstände überall in der Welt, zu allen Zeiten es gibt. Steckte da jedes Mal ein Untoter dahinter? Es gibt ja nicht mal eine zeitliche Übereinstimmung.
Nein, ich glaube da gibt’s wieder ein Missverständnis. Wenn Tacitus Text nur so für sich, ohne die Bibeltexte stehen würde, käme natürlich niemand auf den Gedanken, diesen „Aufstand“ in Beziehung zu Jesu’ Auferstehung zu setzen (es wird ja auch nirgendwo sonst davon gesprochen, wieso sollte man dann auch auf so einen Gedanken kommen?). Insofern wäre Tacitus Erwähnung dieser „Aufstände“ in Bezug auf eine mögliche Auferstehung Christi irrelevant.
Worauf ich mit dem „indirekten Hinweis“ aber hinauswollte, war Folgendes: Die Bibel spricht mehrfach vom Tod und von der Auferstehung Jesu. Dazu wird unter anderem gesagt, dass:
- die Jünger nach Jesu Tod verunsichert waren
- sie nach seiner Auferstehung vom "Heiligen Geist" erfüllt waren -> Wiederaufleben des Glaubens
In diesen Kontext passt Tacitus Darstellung perfekt hinein (Kongruenz) und widerspricht keinesfalls der Bibeldarstellung. Insofern sehe ich einen indirekten (wenn auch schwachen) Hinweis auf die Richtigkeit dieser Bibelerzählung und insofern auch einen schwachen indirekten Hinweis auf die Wirklichkeit der Auferstehung.
Was die zeitliche Übereinstimmung betrifft: Da hatte ich dir eigentlich schon geantwortet und darum gebeten, dass du mir, falls du meine Interpretation nicht teilst (was offensichtlich der Fall ist), eine textimmanenten oder textexternen Hinweis gibst, der eher dafür spricht, dass es keine zeitliche Übereinstimmung gibt.
Hier nochmals meine Argumente. Tacitus schreibt:
- für den "Augenblick" (praesens)
- und "unterdrückt" (repressa) -> der "Aberglaube" war also für einige Zeit zumindest aus öffentlicher Sicht verschwunden
Nochmals:
Ich behaupte auch gar nicht, dass dies ein felsenfester "Beweis" (den es weder in den Naturwissenschaften noch in den Geschichtswissenschaften gibt, wie wir wissen) ist, sondern ein "indirekter Hinweis". Die Übereinstimmung mit der Bibel ist für mich weiterhin erstaunlich.
Ich habe mich nur kurz im I-net zu David Koresh umgesehen. So viel ich mitbekommen habe, hat er sich selbst umgebracht (und das auch noch bei der Erstürmung seiner Ranch). Inwiefern dies mit den christlichen Märtyrern zu tun hat, leuchtet mir nicht ein, eher hat er sich wohl aus Angst vor den ihn erwartenden Verfahren die Kugel gegeben (dabei wären seine Machenschaften offen bekannt gemacht worden). Wo ist der bitteschön für den eigenen Glauben gestorben?
Er hat genau gewusst, das sein Handeln auf einer Lüge aufbaut. Er hat sich einen Harem geschaffen. Er war bereit dafür zu sterben. Das genügt doch um zu zeigen, dass Menschen zum Tode bereit sind, obwohl sie wissen, dass ihr Handeln auf Lügen beruht. Daneben gibt es zum Beispiel zahllose Kriminalfälle, in denen jemand trotz Todesstrafe die Schuld von anderen Menschen übernahm, zB Ehegatten füreinander.
Für Lügen sterben ist durchaus plausibel.
Tut mir Leid, auch nach längerer Recherche ist mir die Verbindung zwischen dem Tod der christlichen Märtyrer und David Koresh absolut unklar. Könntest du die Hintergrundgeschichte und die Gründe für seinen Selbstmord bitte noch genauer erläutern.
Inwiefern der Tod von Ehegatten „füreinander“ für die diskutierte Sache von Belang is, bleibt mir ebenfalls unverständlich (entschuldige wenn ich in der Beziehung ein bisschen schwer von Begriff wirke, aber ich möchte ganz genau und klar wissen, wo du die Verbindungen siehst).
P.S.: Die von mir genannten Apostel starben größtenteils einen äußerst schmerzhaften Tod (z.B. Petrus -> Kreuzigung), der teilweise auch mit vorheriger Folter verbunden war. Ich denke, dass dieser Umstand mögliche Analogien zu diesen Fällen noch weiter einschränkt.
Ich finde es aber bezeichnend für die bisherige Argumentation, dass die von mir genannten christlichen Märtyrer (die beileibe keine Einzelfälle sind), in die Nähe von Pädophilen/Mördern/Terroristen gerückt werden bzw. mit diesen verglichen werden. Inwiefern solch ein Vergleich plausibel ist, bleibt für mich schleierhaft.
Reg dich nicht künstlich auf. Es geht um Extremsituationen, da sollte es zulässig sein, solch extreme Beispiele heranzuführen. Es geht schließlich um Leben und Tod. *G*
Nein, es macht insofern einen Unterschied, als dass diese Männer eigentlich das genaue Gegenteil von Gewalt und Brutalität predigten. Es sei du leugnest auch das (auf die Argumentation wäre ich aber gespannt, da hätte sogar noch Nietzsche seine Freude am Christentum gefunden *gg*).
s gab schon damals das Fernrohr (Galilei hat es eigentlich sogar nur neu erfunden). Trotzdem glaubte ihm der Großteil der damaligen Menschheit nicht.
Der Mensch glaubt eben nur das, was er glauben will, und er glaubt an das nicht, an das er nicht glauben will. (-> siehe Entscheidung für oder gegen Glauben)
Bitte gib dir etwas mehr Mühe. Es ging darum, ob die Leute heute Galilei immer noch nicht glauben würden. Und es hätte tatsächlich passieren können, wenn es eben nicht so wäre, dass jedermann durch ein Fernrohr schauen kann, um die
naturwissenschaftlichen Behauptungen von Galilei zu überprüfen.
Nein, es ging darum, warum die Menschen Galileo nicht glaubten. Es gab schon „hervorragende“ Wissenschaftler, die durch Galileos Fernrohr (das er ja eigentlich nicht selbst erfunden hatte) blickten und ihm trotzdem nicht glaubten. Z. B. wiesen sie darauf hin, dass dieses Fernrohr die menschliche Wahrnehmung verändere und insofern nur Trugbilder erzeuge. Wie sollte Galileo zeigen, dass das Gegenteil der Fall war (jaja, er hätte bessere Beziehung zur Nasa haben sollen *gg*). Deshalb gilt weiterhin:
Der Mensch glaubt eben nur das, was er glauben will, und er glaubt an das nicht, an das er nicht glauben will.
Als Agnostiker müsstest du die Frage zu Gottes Existenz offen lassen. Dem scheint aber nicht so zu sein
Da hast du hier aber irgendwas nicht mitbekommen. *g*
Nein, du gehst nicht auf meine Argumentation ein, aber ok, lassen wir das…
Sehr guter Ansatz. Dann wäre zum einen zu klären, ob die Wiederholbarkeit der Naturwissenschaften gegen Null tendiert (dann dürften wir sie auch Null setzen), oder ob sie weitergeht.
Moooment. *g*
Gegen Null tendieren ist eben NICHT gleich Null. [/quote]
Der lim x gegen Null der Funktion f(x) = x ist aber auch nur Null. Ok, ist nur Haarspalterei …
Um die Nebendiskussion aber zu beenden, schlage ich folgendes vor:
1) Je älter und erprobter eine Theorie ist, umso wahrscheinlicher sind die mit ihr zusammenhängenden Experimente von Störvariablen befreit und desto eher ist in ihrem Fall die Wiederholbarkeit des Experiments gegeben.
2) Je jünger und umstrittener eine Theorie ist, umso wahrscheinlicher sind die mit ihr zusammenhängenden Experimente NICHT von Störvariablen befreit und desto eher ist in ihrem Fall die Wiederholbarkeit\Wiederholung des Experiments NICHT gegeben (Quantenphysik usw.).
Geht das?
Auch ein guter Ansatz. Das Alter einer Theorie allein ist freilich nicht ausschlaggebend, aber wenn ihr Alter einhergeht mit der von dir erwähnten häufigeren Erprobung, dann dürften deine Aussagen stimmen. Fragt sich nur, was an der Auferstehung erprobt worden ist. *g*
Du meinst bestimmt nicht diese grausamen Rituale auf den Philippinen, wo sie die Kreuzigung nachspielen. *brrrr*
[/quote]
Dann treffen wir uns hier. Mit der Auferstehung hatte diese Diskussion von Anfang an nichts zu tun (->deshalb Nebendiskussion). Es ging nur darum zu klären, ob die Naturwissenschaften irgendeinen Vorteil gegenüber den Geschichtswissenschaften besitzen.