ElNonsk am 05.07.2007 17:59 schrieb:
Abgesehen davon erschließt sich mir hier auch nicht die Analogie zur Auferstehung. Meines Wissens unterscheiden sich die vier Evangelien in Bezug auf die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu kaum bis gar nicht (natürlich ist es nicht ganz dasselbe, da müsste der Text ja in vierfacher Kopie vorhanden sein). Wenn ich mich recht entsinne, war dieses Beispiel auch nicht auf die Auferstehung gemünzt. Wie du da zu einer Verbindung kommst, bleibt mir schleierhaft…
Oh doch, es geht genau um die Auferstehung und die eklatanten Unterschiede in der jeweiligen Beschreibung (Jesus steigt raus, Jesus ist weg, Maria hat's gefunden, Maria wurde informiert, usw.).
Und ja: Meine Analogie, die bisher offenbar leider von dir immer noch nicht verstanden wurde, soll genau zeigen, dass ein "Richter", von dem du sprachst, anfangen würde, an einer großen Gruppe von Zeugen zu zweifeln, wenn sie zwar alle was Unwahrscheinliches behaupten, sich aber in Detailfragen mit derselben Vehemenz grandios unterscheiden.
Eine Person im Sturm auf einer Insel, wo sonst niemand war und auch niemand anschließend gefunden wird, ist schon recht unwahrscheinlich.
Worauf ich mit dem „indirekten Hinweis“ aber hinauswollte, war Folgendes: Die Bibel spricht mehrfach vom Tod und von der Auferstehung Jesu. Dazu wird unter anderem gesagt, dass:
- die Jünger nach Jesu Tod verunsichert waren
- sie nach seiner Auferstehung vom "Heiligen Geist" erfüllt waren -> Wiederaufleben des Glaubens
In diesen Kontext passt Tacitus Darstellung perfekt hinein (Kongruenz) und widerspricht keinesfalls der Bibeldarstellung. Insofern sehe ich einen indirekten (wenn auch schwachen) Hinweis auf die Richtigkeit dieser Bibelerzählung und insofern auch einen schwachen indirekten Hinweis auf die Wirklichkeit der Auferstehung.
Also - das kann ich dir wirklich nicht durchgehen lassen, tut mir leid. Wenn es so wäre, dann hätte Tacitus diesen Zusammenhang doch mit genannt, und nicht einfach von einem wieder auflebenden Aufstand gesprochen. Die angebliche Ursache (eine Wiederauferstehung ihres Gurus) wäre ihm zweifellos nicht entgangen. Wir haben ja nicht einmal Angaben darüber, wie lange der Aufstand eingeschlafen sei und wie lange das Wiedererstarken anhielt. Da kann man unmöglich von Kongruenz sprechen. Ja selbst wenn es zeitlich übereinstimmen würde, könnte man nichts weiter schlussfolgern, dass da ein paar Christen neue Hoffnung durch den Glauben an ein Wunder gefunden hätten. Das ist aber noch immer kein Indiz dafür, dass jemand widernatürlich von den Toten auferstanden ist. Maximal dafür, dass jemand daran glaubte.
Was die zeitliche Übereinstimmung betrifft: Da hatte ich dir eigentlich schon geantwortet und darum gebeten, dass du mir, falls du meine Interpretation nicht teilst (was offensichtlich der Fall ist), eine textimmanenten oder textexternen Hinweis gibst, der eher dafür spricht, dass es keine zeitliche Übereinstimmung gibt.
Hier nochmals meine Argumente. Tacitus schreibt:
- für den "Augenblick" (praesens)
- und "unterdrückt" (repressa) -> der "Aberglaube" war also für einige Zeit zumindest aus öffentlicher Sicht verschwunden
Und wann schrieb er das? Wie lange dauerten die jeweiligen Zeiträume an? Wann genau wurde die Auferstehung wahrgenommen und wann verbreitete sich die Kunde wo? Ich denke mal, die entsprechenden Zahlen bist du schuldig, nicht ich.
Inwiefern der Tod von Ehegatten „füreinander“ für die diskutierte Sache von Belang is, bleibt mir ebenfalls unverständlich (entschuldige wenn ich in der Beziehung ein bisschen schwer von Begriff wirke, aber ich möchte ganz genau und klar wissen, wo du die Verbindungen siehst).
Das diente der Widerlegung der Behauptung, dass niemand für etwas sterben würde, wovon er genau weiß, dass es gelogen ist. Diese Behauptung wurde hier mehrfach aufgestellt und ist somit hoffentlich widerlegt.
Nein, es ging darum, warum die Menschen Galileo nicht glaubten. Es gab schon „hervorragende“ Wissenschaftler, die durch Galileos Fernrohr (das er ja eigentlich nicht selbst erfunden hatte) blickten und ihm trotzdem nicht glaubten. Z. B. wiesen sie darauf hin, dass dieses Fernrohr die menschliche Wahrnehmung verändere und insofern nur Trugbilder erzeuge. Wie sollte Galileo zeigen, dass das Gegenteil der Fall war (jaja, er hätte bessere Beziehung zur Nasa haben sollen *gg*). Deshalb gilt weiterhin:
Der Mensch glaubt eben nur das, was er glauben will, und er glaubt an das nicht, an das er nicht glauben will.
Das kann ich so pauschal nicht stehen lassen. Die von dir aufgezählten Menschen hatten sicher gute Gründe, betriebsblind zu sein und mit Scheuklappen herumzulaufen. Wenn mir aber zB jemand Beweise bringt, dann werde ich die auch annehmen. Ich bin da absolut offen.
Als Agnostiker müsstest du die Frage zu Gottes Existenz offen lassen. Dem scheint aber nicht so zu sein
Da hast du hier aber irgendwas nicht mitbekommen. *g*
Nein, du gehst nicht auf meine Argumentation ein, aber ok, lassen wir das…
Was ich damit meinte ist, dass man in diesem Thread überall nachlesen kann, dass ich die Existenz offen lasse.
Der lim x gegen Null der Funktion f(x) = x ist aber auch nur Null. Ok, ist nur Haarspalterei …
Qualitativ ist in der Mathematik ein Unterschied gegeben zwischen einer Funktion, die stetig der Nullinie folgt, und einer, die gegen Null tendiert. Letzere zB umschließt einen festen Flächeninhalt.
Inwiefern das auf unseren Vergleich anwendbar ist, ist fraglich. Geht es um die Tendenz? Tendenziell ist Gott nicht beweisbar.
