• Aktualisierte Forenregeln

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    Forenregeln


    Vielen Dank

Amerika, Amerika, und am 6. Tag ...

Feuersalamander am 30.11.2005 11:45 schrieb:
Doc_Holiday am 30.11.2005 11:03 schrieb:
Warum sollte ich Propaganda lesen? Im Ernst: Die moslemischen Reiche erlebten ebenfalls eine enrome kulturelle Blüten und brachten sie sogar mit nach Europa (Spanien); viele antike philosophische Schriften verdanken wir allein dem Islam.

Propaganda lol, die versuchten mit Karl dem Großen zu handlen....

Ebenfalls ist witzig während die Europäer sich in ihrem Dreck suhlten legten die Araber dort bewässerungenn an usw.

Währen die Europäer juden und andersgläubige verfolgten, genossen die Christen und juden odrt religionsfreiheit.

Ausserdem sind nicht viele sondern fast ALLE antiken Philisophen über die Moslems zu gekommen, immerhin wurde die platonische akademie von justinian den I. -christl. Herrscher+Theologe nach fast 1000 Jahren geschlossen und das Verbot ausgesprochen in Athen Philosphie zu lehren...
Stimmt.
 
IVIirWirdSchlecht am 28.11.2005 21:50 schrieb:
Noch etwas dazu: Die gesamte griechische Philosophie spricht nie von der Nächstenliebe.
-> ach, du kennst die gesamte griech. philosphie?

...
Ich habe mich mit Thales, Anaximander, Anaximenes, Pythagoras, Xenophanes, Parmenides, Zenon von Elea, Heraklit, Empedokles, Anaxagoras, Leukipp, Demokrit, den Sophisten, Sokrates, Platon, Aristoteles, den Epikuräern, den Stoikern und dem Neuplatonismus ein bisschen auseinandergesetzt und maße mir jetzt mal an, mich zumindest ein bisschen in der griechischen Philosophie auszukennen. Aber du hast vollkommen Recht mit deiner Aussage, dass ich nicht die gesamte griech. Philosophie kenne.

Aber was hat das mit gott zu tun?
-> nix
a) Habe ich etwa etwas anderes behauptet? :rolleyes:
Kann ich wenn ich kein christ bin etwa keine nächstenliebe ausführen?
-> doch klar, aber sag das net den fundamentalisten oder fanatikern
Siehe a).
Kann ich agnostiker sein und trotzdem eine moral haben?
-> natürlich
Siehe a).
Moral und Nächstenliebe sind noch lange kein anzeichen für eine gottheit
-> siehe oben
Siehe a).
und das Christentum hat diese werte, wie schon geschrieben wurde, auch nicht gepachtet.
-> siehe oben :D
Na also, endlich mal etwas, das in Kontrast zu dem steht, was ich gesagt habe.
Wie ich bereits zuvor geschrieben, bin ich der Ansicht, dass es die Prinzipien der christlichen Nächstenliebe nicht vor dem Beginn des Christentum gegeben hat. Jemand hat zuvor geschrieben, dass man ja auch nach dem Prinzip "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu" früher gehandelt hat. Die Epikuräer hatten ebenfalls dieses Prinzip (das ist nur ein Beispiel; mir ist bewusst, dass es dieses Pr. schon viel früher gegeben hat). Das Problem an der Sache ist aber, dass ich dieses Prinzip immer noch als opportunistisch ansehe. Schließlich schade ich jemandem nicht, weil ich will, dass er mir auch keinen Schaden zufügt. Wenn ich aber christliche Nächstenliebe ausübe, so tue ich dies (oder sollte ich zumindest), ohne Hintergedanken zu haben. Dass sich dabei Zufriedenheit einstellt, ist eine (mögliche) Folge. Die christliche Nächstenliebe ist aber nicht (unbedingt) darauf eingerichtet.
Ich mache dazu ein Beispiel aus der Nikomachischen Ethik des Aristoteles:
"Das Leben von sochen, die tugendgemäß handeln, ist auch an sich genussreich. Denn das Genießen gehört zu den seelischen Dingen und einem jeden ist genussreich, wozu er sich hingezogen fühlt, das Pferd dem Pferdeliebhaber, das Schauspiel dem Liebhaber von Schauspielen; ebenso das Gerechte dem Freund der Gerechtigkeit und überhaupt das Tugendgemäße dem Freund der Tugend. Ihr Leben bedarf nicht zusätzlich der Lust wie eines Umhangs, sondern es hat die Lust in sich selber. Dazu kommt, dass jeder, der sich nicht an edlen Taten freut, auch nicht gut ist. Denn man wird niemanden gerecht nennen, der sich nicht am gerechten Handeln freut, oder großzügig, der sich nicht an großzügigen Taten freut, und ebenso beim übrigen. Wenn es also so ist, dann sind doch wohl die tugendgemäßen Handlungen an sich genussreich."
Kurz gesagt: "Tugendgemäße Handlungen" sind nach Aristoteles genussreich, aber jemand handelt nicht tugendhaft, weil er den Genuss (eigentlich meint er die "Glückseligkeit") erlangen will, sondern der Genuss stellt sich ein, weil er eben tugendhaft handelt. Ebenso verhält es sich mit der christlichen Nächstenliebe. Man handelt nicht nach ihr, um eigene Zufriedenheit zu erlangen, sondern die Zufriedenheit stellt sich ein, weil man nach dem Prinzip der christlichen Nächstenliebe handelt.
 
ElNonsk am 30.11.2005 14:04 schrieb:
Kurz gesagt: "Tugendgemäße Handlungen" sind nach Aristoteles genussreich, aber jemand handelt nicht tugendhaft, weil er den Genuss (eigentlich meint er die "Glückseligkeit") erlangen will, sondern der Genuss stellt sich ein, weil er eben tugendhaft handelt. Ebenso verhält es sich mit der christlichen Nächstenliebe. Man handelt nicht nach ihr, um eigene Zufriedenheit zu erlangen, sondern die Zufriedenheit stellt sich ein, weil man nach dem Prinzip der christlichen Nächstenliebe handelt.

Wo ist denn da der Unterschied?

Handelt der Nächstenliebende total selbstlos und ist anschließend "überrascht", dass dies für ihn selbst einen Genuss verursacht? Das wäre wohl ziemlich naiv. Mag sein, dass ein Schwerverbrecher wirklich mal von diesem Genuss überrascht ist, wenn er das erst mal selbstlos handelt. Aber schon beim 2. Mal weiß er es vorher - genau das will man ja erreichen, wenn man jemanden zur Nächstenliebe mahnt: Dass er künftig WEISS, dass es ihm hilft, wenn er so handelt.

Du kannst das gar nicht ausschließen. Das heißt, Nächstenliebende sind niemals selbstlos.
 
aph am 30.11.2005 15:45 schrieb:
Wo ist denn da der Unterschied?

Handelt der Nächstenliebende total selbstlos und ist anschließend "überrascht", dass dies für ihn selbst einen Genuss verursacht? Das wäre wohl ziemlich naiv. Mag sein, dass ein Schwerverbrecher wirklich mal von diesem Genuss überrascht ist, wenn er das erst mal selbstlos handelt. Aber schon beim 2. Mal weiß er es vorher - genau das will man ja erreichen, wenn man jemanden zur Nächstenliebe mahnt: Dass er künftig WEISS, dass es ihm hilft, wenn er so handelt.

Du kannst das gar nicht ausschließen. Das heißt, Nächstenliebende sind niemals selbstlos.
Er kann überrascht sein, muss es aber nicht. Aber das ist auch nicht der Punkt, von dem ich gesprochen habe. Nur weil jemand weiß, dass ihm die Nächstenliebe Zufriedenheit verschaffen kann, heißt das noch lange nicht, dass er sie "ausübt", um sich selbst Zufriedenheit zu verschaffen. Sie entsteht als Folge, aber sie ist nicht der Grund dafür, dass man christliche Nächstenliebe lebt. Aber das habe ich ja weiter oben bereits genauer erläutert.
 
ElNonsk am 30.11.2005 16:15 schrieb:
Er kann überrascht sein, muss es aber nicht. Aber das ist auch nicht der Punkt, von dem ich gesprochen habe. Nur weil jemand weiß, dass ihm die Nächstenliebe Zufriedenheit verschaffen kann, heißt das noch lange nicht, dass er sie "ausübt", um sich selbst Zufriedenheit zu verschaffen. Sie entsteht als Folge, aber sie ist nicht der Grund dafür, dass man christliche Nächstenliebe lebt. Aber das habe ich ja weiter oben bereits genauer erläutert.

Ja hast du, aber nicht überzeugend. Wenn Aristoteles sagt "Nächstenliebe ist gut, weil man dann die eigene Wohltat genießen kann", ist das nichts anderes als das was ein Christ tut. Auch wenn er behauptet, er betreibe die Nächstenliebe ohne Grund. Dann lügt er eben. Der Mensch tut nichts einfach so, er denkt sich doch immer was dabei. Er macht es halt, weil er es richtig findet. Etwas zu tun, was man richtig findet, bereitet dem Menschen Vergnügen. Lässt sich schlecht verhindern, oder? Du kannst es drehen und wenden wie du willst, die christliche Nächstenliebe ist genausowenig selbstlos wie die früheren Varianten desselben.
 
aph am 30.11.2005 17:07 schrieb:
Ja hast du, aber nicht überzeugend. Wenn Aristoteles sagt "Nächstenliebe ist gut, weil man dann die eigene Wohltat genießen kann", ist das nichts anderes als das was ein Christ tut. Auch wenn er behauptet, er betreibe die Nächstenliebe ohne Grund. Dann lügt er eben. Der Mensch tut nichts einfach so, er denkt sich doch immer was dabei. Er macht es halt, weil er es richtig findet. Etwas zu tun, was man richtig findet, bereitet dem Menschen Vergnügen. Lässt sich schlecht verhindern, oder? Du kannst es drehen und wenden wie du willst, die christliche Nächstenliebe ist genausowenig selbstlos wie die früheren Varianten desselben.
Aristoteles sagt nicht, dass die Tugend (die Nächstenliebe kommt bei Aristoteles nicht vor -> haben wir ja bereits zuvor besprochen) gut ist, weil man die eigene Wohltat genießen kann. In dem Text über "Die Tugend" der Nikomachischen Ethik definiert Aristoteles ziemlich genau, was für ihn eine Tugend darstellt, nämlich das "rechte Maß". Diese Tugend ist für ihn deshalb gut, weil, ich zitiere, "...Dinge dieser Art ihrer Natur nach durch Mangel und Übermaß zugrunde gehen." Die Tugend verhindert also das "Zugrundegehen" und ist deshalb gut und nicht weil der Mensch Wohlgefallen an der Tugend hat. Ähnlich verhält es sich mit der christlichen Nächstenliebe -> siehe oben.
Du wirfst mir vor nicht überzeugend auf dich zu wirken. Das akzeptiere ich. Aber ebenso kann ich dir vorwerfen, mich nicht zu überzeugen. Wenn du sagst "Dann lügt er eben", so stellst du eine haltlose Behauptung ohne Beweis auf. Außerdem ziehst du einen falschen Schluss: Der Mensch findet es richtig, die christliche Nächstenliebe zu leben. Daraus kann er noch keinen Vorteil ziehen. Nun kommst du aber wieder mit dem Argument, dass er daraus Zufriedenheit ziehen kann. Etwas Gegenteiliges habe ich auch nicht behauptet. Nur sagst du nun plötzlich, dass die christliche Nächstenliebe nicht selbstlos ist, weil man an ihr Gefallen findet/durch sie Zufriedenheit erlangt. Aber genau hier ist deine Conclusio schlicht und ergreifend falsch. Die christliche Nächstenliebe ist nur dann nicht selbstlos, wenn die Prämisse gilt, dass sie den Zweck hat, die eigene Zufriedenheit zu steigern. Du selbst sagst aber ja, dass ein Mensch die christliche Nächstenliebe lebt, weil er sie für richtig hält.
 
ElNonsk am 30.11.2005 17:46 schrieb:
Nur sagst du nun plötzlich, dass die christliche Nächstenliebe nicht selbstlos ist, weil man an ihr Gefallen findet/durch sie Zufriedenheit erlangt. Aber genau hier ist deine Conclusio schlicht und ergreifend falsch. Die christliche Nächstenliebe ist nur dann nicht selbstlos, wenn die Prämisse gilt, dass sie den Zweck hat, die eigene Zufriedenheit zu steigern. Du selbst sagst aber ja, dass ein Mensch die christliche Nächstenliebe lebt, weil er sie für richtig hält.

Ich sehe da keinen Widerspruch. Niemand würde Nächstenliebe praktizieren, wenn er sie nicht für richtig hielte. Und das heißt, er hat was davon, wenn er sie lebt, denn dann wird er zufriedener. Logischerweise weiß er das schon vorher, sonst hielte er es nicht für richtig. Da beißt sich der Hund in den Schwanz.

Du tust so, als wäre ein Christ jedes Mal wieder überrascht über den Effekt der Nächstenliebe auf sich selbst.
 
aph am 30.11.2005 18:17 schrieb:
Ich sehe da keinen Widerspruch. Niemand würde Nächstenliebe praktizieren, wenn er sie nicht für richtig hielte. Und das heißt, er hat was davon, wenn er sie lebt, denn dann wird er zufriedener. Logischerweise weiß er das schon vorher, sonst hielte er es nicht für richtig. Da beißt sich der Hund in den Schwanz.

Du tust so, als wäre ein Christ jedes Mal wieder überrascht über den Effekt der Nächstenliebe auf sich selbst.
Tut mir leid, aber da ist schon wieder ein Denkfehler. Wenn man etwas tut, das man für richtig hält, heißt das noch lange nicht, dass man davon etwas hat.
Dazu ein kleines (dummes *g*) Beispiel:
Angenommen ich könnte ohne Probleme an die Raubkopie eines Computerspiels kommen, das ich unbedingt haben möchte. Ich nehme ebenfalls an, dass man mir auf keinerlei Weise nachweisen könnte, dass ich diese Raubkopie gebraucht hätte. Ich würde durch den Gebrauch derselben aber viel Geld sparen. Trotzdem würde ich mir die Vollversion kaufen oder darauf warten, dass das Spiel billiger wird, weil ich es nicht für richtig halte, nicht für das Spiel zu bezahlen.
Mir erwächst kein Vorteil daraus, dass ich das tue, was ich für richtig halte (und sag jetzt bitte nicht schon wieder, dass ich mich besser fühle und deshalb auf die Raubkopie verzichte), sondern vielleicht sogar ein Nachteil. Deswegen halte ich es aber trotzdem für richtig.
(noch eine weitere Bitte: Reitet bitte nicht zuviel auf dem Beispiel herum, ich weiß, dass es weitaus bessere gibt, aber mir ist spontan nichts Besseres eingefallen)

Dein zweiter Einwand ist einfach falsch. Ich habe doch erst im Beitrag darüber geschrieben, dass jmd. über den Effekt der Nächstenliebe überrascht sein kann oder auch nicht.
 
ElNonsk am 30.11.2005 14:04 schrieb:
Das Problem an der Sache ist aber, dass ich dieses Prinzip immer noch als opportunistisch ansehe. Schließlich schade ich jemandem nicht, weil ich will, dass er mir auch keinen Schaden zufügt. Wenn ich aber christliche Nächstenliebe ausübe, so tue ich dies (oder sollte ich zumindest), ohne Hintergedanken zu haben.

Es gibt einige interessante Experimente aus der Spieltheorie dazu, dass tit-for-tat
prinzip also gleiches mit gleichen zu beantworten setzt sich langfristig immer durch.

die Tugenden des aristoteles, welche ja in der christl. Nächstenliebe gemündet hat (albertus magus hat ja sein leben versucht den heiden aristo mit dem christentum im einklang zu bringen) ist schliesslich aus diesem prinzip entstande, denn wenn ich weis, das mein gegenüber gleiches mit gleichem beantwortet ist besser zu jedem net lieb und freundlich zu sein.

Warum sich dieses prinzip bisheute nicht durchgesetzt hat? Weil wir den grossteil unserer zeit darauf verschwenden andere zu bescheissen......
 
ElNonsk am 30.11.2005 19:30 schrieb:
Angenommen ich könnte ohne Probleme an die Raubkopie eines Computerspiels kommen, das ich unbedingt haben möchte. Ich nehme ebenfalls an, dass man mir auf keinerlei Weise nachweisen könnte, dass ich diese Raubkopie gebraucht hätte. Ich würde durch den Gebrauch derselben aber viel Geld sparen. Trotzdem würde ich mir die Vollversion kaufen oder darauf warten, dass das Spiel billiger wird, weil ich es nicht für richtig halte, nicht für das Spiel zu bezahlen.
Mir erwächst kein Vorteil daraus, dass ich das tue, was ich für richtig halte (und sag jetzt bitte nicht schon wieder, dass ich mich besser fühle und deshalb auf die Raubkopie verzichte), sondern vielleicht sogar ein Nachteil. Deswegen halte ich es aber trotzdem für richtig.

Genau das ist aber der Punkt. Du fühlst dich doch besser, als wenn du raubkopieren würdest. Sonst würdest du nicht so handeln. Das kann sogar materielle Nachteile aufwiegen. Es bleibt dennoch so, dass du insgesamt zu deinem Vorteil handelst.
 
wieder ein beweis für mich, was für rückständige ansichten in amerika herrschen. [/quote]


Wenn man rückständig ist müsste man doch auch mal vorankommen, oder?? :-D
 
Feuersalamander am 30.11.2005 19:33 schrieb:
Es gibt einige interessante Experimente aus der Spieltheorie dazu, dass tit-for-tat
prinzip also gleiches mit gleichen zu beantworten setzt sich langfristig immer durch.

Tit-For-Tat stellt sich in der Spieltheorie aber nicht von allein ein, es ist eine Strategie um Situationen herauszufinden, die ohne Strategie ausweglos sind.

die Tugenden des aristoteles, welche ja in der christl. Nächstenliebe gemündet hat (albertus magus hat ja sein leben versucht den heiden aristo mit dem christentum im einklang zu bringen) ist schliesslich aus diesem prinzip entstande, denn wenn ich weis, das mein gegenüber gleiches mit gleichem beantwortet ist besser zu jedem net lieb und freundlich zu sein.

Warum sich dieses prinzip bisheute nicht durchgesetzt hat? Weil wir den grossteil unserer zeit darauf verschwenden andere zu bescheissen......

Es liegt ganz einfach daran, dass es seit Aristoteles (und noch früher) mehrere hundert Milliarden neue Menschen gegeben hat, die immer wieder neu Werte lernen und akzeptieren müssen.
 
TBrain am 01.12.2005 11:54 schrieb:
Es liegt ganz einfach daran, dass es seit Aristoteles (und noch früher) mehrere hundert Milliarden neue Menschen gegeben hat, die immer wieder neu Werte lernen und akzeptieren müssen.

So ist das....

Man kann 6 Milliarden Menschen von einer Tatsache überzeugt haben. Morgen kommt einer daher und weiß von nichts, zweifelt und stellt dich als Lügner dar.
 
TBrain am 01.12.2005 11:54 schrieb:
Feuersalamander am 30.11.2005 19:33 schrieb:
Es gibt einige interessante Experimente aus der Spieltheorie dazu, dass tit-for-tat
prinzip also gleiches mit gleichen zu beantworten setzt sich langfristig immer durch.

Tit-For-Tat stellt sich in der Spieltheorie aber nicht von allein ein, es ist eine Strategie um Situationen herauszufinden, die ohne Strategie ausweglos sind.

ich meinte, dass wenn verschiedene Strategien aufeinandertreffen (z.B. immer bescheissen, immer fair sein und eben tit-for-tat) das tit-for-tat prinzip am erfolgreichsten ist

Es liegt ganz einfach daran, dass es seit Aristoteles (und noch früher) mehrere hundert Milliarden neue Menschen gegeben hat, die immer wieder neu Werte lernen und akzeptieren müssen.

Ich denke es liegt eher daran, dass wenn keine Konsequenzen zu erwarten sind, die menschen immer den bequemsten/leichtesten weg gehen (z.b. es it verboten müll auf die strasse zu werfen, wenn mich keiner dabei sieht werden die meisten menschen den müll auf die strasse werfen anstatt zum nächsten mülleimer zu gehen)
 
aph am 01.12.2005 10:46 schrieb:
Genau das ist aber der Punkt. Du fühlst dich doch besser, als wenn du raubkopieren würdest. Sonst würdest du nicht so handeln. Das kann sogar materielle Nachteile aufwiegen. Es bleibt dennoch so, dass du insgesamt zu deinem Vorteil handelst.
Wir bewegen uns im Kreis ;-)
Du sagst, ich würde mich besser fühlen, wenn ich nicht raubkopiere. Das kann, muss aber nicht stimmen. Aber nehmen wir mal an, dass es stimmt. Du schließt daraus wiederum, dass ich nicht raubkopieren würde, weil ich mich deshalb besser fehlen würde. Und genau hier liegt der Denkfehler. Ich raubkopiere nicht, weil ich das Raubkopieren nicht für richtig halte. Der Grund für mein Handeln ist also nicht der mögliche Vorteil, der sich einstellen kann, sondern der Fakt, dass ich das Raubkopieren" nicht für richtig halte.
Aber ich merke schon, da kommen wir einfach nicht weiter *g*

Trotzdem versuche ich es noch mit einem Beispiel:
Viele Christen starben für ihren Glauben unter dem römischen Kaiser Caligula. Sie schworen ihrem Glauben nicht ab, obwohl sie dadurch ihr Leben hätten retten können. Sie taten dies, weil sie es für richtig hielten. Welchen Vorteil hätten sie aus ihrem Tun gezogen?
 
ElNonsk am 01.12.2005 18:28 schrieb:
Wir bewegen uns im Kreis ;-)
Du sagst, ich würde mich besser fühlen, wenn ich nicht raubkopiere. Das kann, muss aber nicht stimmen. Aber nehmen wir mal an, dass es stimmt. Du schließt daraus wiederum, dass ich nicht raubkopieren würde, weil ich mich deshalb besser fehlen würde. Und genau hier liegt der Denkfehler. Ich raubkopiere nicht, weil ich das Raubkopieren nicht für richtig halte. Der Grund für mein Handeln ist also nicht der mögliche Vorteil, der sich einstellen kann, sondern der Fakt, dass ich das Raubkopieren" nicht für richtig halte.
Wenn du etwas für richtig hältst, dann findest du es automatisch gut, daher ist es schon das gute Gefühl ("das richtige zu tun"). Außerdem sehe ich hier nicht die unmittelbare christliche Nächstenliebe, außer dass du rechtmäßig für ein Produkt bezahlst :ugly:


Trotzdem versuche ich es noch mit einem Beispiel:
Viele Christen starben für ihren Glauben unter dem römischen Kaiser Caligula. Sie schworen ihrem Glauben nicht ab, obwohl sie dadurch ihr Leben hätten retten können. Sie taten dies, weil sie es für richtig hielten. Welchen Vorteil hätten sie aus ihrem Tun gezogen?
Schönes Beispiel, aber auch hier: wo ist da die Nächstenliebe? :ugly:
 
Dimebag am 29.11.2005 15:45 schrieb:
Solidus_Dave am 29.11.2005 14:26 schrieb:
Jetzt redest du aber daran vorbei. Mir geht es in dem Beispiel nicht um die Art der Bestrafung sonders das es überall geächtet ist bzw ein "normaler" Mensch eben von sich aus nicht tut.
Gut, dann nehmen wir was anderes. Wahlrecht für Frauen; homosexuelle Ehen, sexuelle Freizügigkeit.

Wahrscheinlich sind dir bei jedem dieser Punkte spontan Gedanken gekommen, wie diese Sachen zu handhaben sind. Aber die gelten nicht überall.
Da stimme ich dir auch zu aber:
Und ich finde Sachen dieser Art sind ebenso "grundsätzlich" wie nicht jedem in die Fresse schlagen.

und das ist eben nicht gleich zu sehen. Ich beziehe mich auf "Werte" und Eigenschaften, die schon seit der Entstehung des Menschen existieren bzw sich entwickelt haben. Du denkst zu sehr an heute und die aktuellen Problemen zwischen Kulturen (mit "auf die Fresse hauen" meine ich, dass du nicht grundlos in deinem Umfeld Leute angreifst bzw dass dies in jeder Gesellschaft bestraft wird, wie hoch ist dabei völlig nebensächlich)

Ich hab das die ganze Zeit aus dem Blickwinkel der Evolution bzw. Geschichte des Menschen gesehen: Was ist ist notwendig, um als Individuum in einer Gruppe leben zu können? Welche sozialen Fähigkeiten entwickeln die Individuum automatisch in der Gruppe, wenn diese auch weiter existieren soll.
Dabei entstanden eben auch Dinge, wie mein Beispiel mit dem kranken, alten Menschen der Steinzeit, der immer noch von den Mitgliedern der Gruppe versorgt und beschützt wird, obwohl dies nur Nachteile für die gesamte Gruppe hat.
 
Solidus_Dave am 01.12.2005 18:52 schrieb:
Wenn du etwas für richtig hältst, dann findest du es automatisch gut, daher ist es schon das gute Gefühl ("das richtige zu tun"). Außerdem sehe ich hier nicht die unmittelbare christliche Nächstenliebe, außer dass du rechtmäßig für ein Produkt bezahlst :ugly:
Man merkt, dass du dir nicht den ganzen Thread durchgelesen hast (nur zur Information: Dies ist kein Vorwurf, sondern nur eine Feststellung).
Wie ich bereits mehrmals geschrieben habe, leugne ich keinesfalls, dass man etwas gut finden kann, das man auch für richtig hält. Aber man zieht einen falschen Schluss, wenn man behauptet, dass man etwas tut, das man für richtig hält, weil jmd. daraus ein Vorteil erwachsen kann. Mir ist auch bewusst, dass das obere Beispiel nicht unmittelbar mit der christlichen Nächstenliebe zu tun hat (was ich auch nie behauptet habe -> also ich muss schon sagen, was mir in diesem Thread alles in den Mund gelegt wird, tz, tz, tz :rolleyes: ). Es soll aber zeigen, dass man, wenn man etwas macht, das man für richtig hält, es aus dem Grund tut, weil man es für richtig hält und nicht weil man daraus einen Vorteil erlangen kann.

Trotzdem versuche ich es noch mit einem Beispiel:
Viele Christen starben für ihren Glauben unter dem römischen Kaiser Caligula. Sie schworen ihrem Glauben nicht ab, obwohl sie dadurch ihr Leben hätten retten können. Sie taten dies, weil sie es für richtig hielten. Welchen Vorteil hätten sie aus ihrem Tun gezogen?
Schönes Beispiel, aber auch hier: wo ist da die Nächstenliebe? :ugly:
Siehe oben!
 
ElNonsk am 01.12.2005 20:26 schrieb:
Nun, ich hab den Thread gelesen, aber hab ich ihn vielleicht falsch verstanden?
Du wolltest uns doch erklären, warum christliche Nächstenliebe keine eigene Gegenleistung beinhaltet :-o
Und da gehe ich davon aus, dass du Beispiele für Nächstenliebe bringst und nicht für irgendwas anderes. Ist das so abwegig? :ugly:
 
ElNonsk am 01.12.2005 20:26 schrieb:
Es soll aber zeigen, dass man, wenn man etwas macht, das man für richtig hält, es aus dem Grund tut, weil man es für richtig hält und nicht weil man daraus einen Vorteil erlangen kann.

Ja und indem du etwas tust, was deiner Meinung nach richtig ist, entsteht dir ein Vorteil. Kein monetärer, das ist klar, dein Benefit besteht eben in dem Gefühl das richtige getan zu haben.

und dieses Gefühl schätzt du als so wertvoll ein, dass es evtluelle finanzielle Nachteile, etc übersteigt.

kapiert?
 
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