Ich stimme dem Kommentar voll und ganz zu, aber ich möchte zu bedenken geben, dass genau das die Suppe ist, die wir Spieler jetzt auslöffeln müssen, weil die Spieleindustrie und die Spielberichtsindustrie Hand in Hand gehend solange weitergedreht haben, bis der Bogen überspannt wurde. Battlefront 2 ernennt die weltweite Kritik jetzt nicht stellvertretend, sondern weil EA in diesem Winter massiv übertrieben hat: Schatten über Mordor 2, NfS und jetzt Battlefront. Auf einmal hauen alle drauf, weil es jetzt zu dreist ist, aber diese Entwicklung ist seit Jahren absehbar und wurde von Spielezeitschriften und Websites immer schön mitgetragen. Es ist nicht Chris Roberts alleine, der mit utopischen Flugzeiten aus Spielen Arbeit macht, der Computec-Verlag und alle anderen haben da eine gehörige Mitschuld. Was wir aktuell beobachten können, sind die Reaktionen darauf, dass im gleichen Moment sehr viele Leute anfangen, die Mechanismen zu sehen. Ein paar Beispiele:
In der PC-Games erschien ein Artikel über Psychologie in Spielen. Da wurden viele Mechanismen aufgezeigt, nur stand da nicht, wie sie gezielt eingesetzt werden, um nicht den Spielspaß, sondern den Profit zu maximieren. Gamedesign soll heutzutage nicht den Spielspaß, sondern den Gewinn maximieren.
Der Forza-7-Artikel hier lobt ein Spiel, in dem so viele Mechanismen aus Teil 6 fehlen, dass das Spiel weit, weit weg von über 90 Punkten sein müsste. Die Entwickler haben so viel an Lootboxen gearbeitet und Aspekte reingebracht, die tägliches Spielen belohnen, dass von 700 Autos über 100 nicht zur Verfügung stehen, wenn man nicht genau zum richtigen Zeitpunkt im Spiel ist und das Richtige tut. Steht davon was im Test? Nein. Bietet das System dem Spieler Freiheiten, Spaß zu haben, selbst zu entscheiden, was er tun will? Nein. Es gängelt und erzieht den Spieler und die Zeitschriften loben das auch und behandeln das Thema vollkommen unkritisch.
Wie schmerzlos manche sind, die ja auch auf den Bus warten und das inzwischen von Computerspielen erwarten, sieht man hier an diversen Kommentaren.
Jetzt, wo der BF2-Storm tob, jetzt kommen Artikel, die den Sinn hinter Lootboxen und Game-as-a-Service-Modelle hinterfragen. Wir Spieler schlagen da gerade eine Schlacht gegen die Marketingabteilungen, drastische Reddit-Posts gegen die EA-Chefetage. Es wäre aber auch die Aufgabe von Spielezeitschriften gewesen, Mechanismen aufzuzeigen und zu bewerten. Wo sind denn die Kommentare hin, wo wurde das alles thematisiert, bevor die Spieler feststellen, dass von EA nur noch Lootgames kommen und jetzt auch Take-2 nachziehen will. Man kann ja nur hoffen, dass sich BF-2 so mies verkauft, dass da ein Umdenken stattfinden muss. Entwickler feiern sich ja schon selbst und machen Werbung damit, kein Free-2-Play mehr zu haben! Wo sind die Artikel dazu?
Und wer denkt, dass hätte man ja nicht kommen sehen können, der schaue sich mal Star Wars Galaxy of Heroes an. Da kostet eine virtuelle, daumennagelgroße Figur 200 €. Da wurde jedes Mal, wenn man mit der Entwicklung der Charaktere durch war, ein neuer Mechanismus entworfen, um doch nochmal weiterleveln zu können / müssen. Da wurde mit psychologischer Kriegsführung jedes auch nur ansatzweise vorhandene Suchtverhalten getriggert, Profit maximiert und das Spiel als solches hinter Geldbarrieren gestellt. Wer hat es entwickelt? EA! Wundert es einen Kenner dieses Spiels, dass jedes Winter-2017-EA-Spiel statt gutem Gamedesign Grindmechaniken benutzt? Nein! Glaubt ernsthaft jemand, dass DICE nicht wusste, wie sie das Progressionssystem machen sollen? Da wurde Gameplay geopfert, um Geld zu verdienen. Das muss viel klarer gesagt werden, dass erwarte ich von Spieleredakteuren!
Ich sehe diesen Kommentar hier als einen Anfang, aber auf welcher Website kann ich denn lesen, dass es gerade einen Sale gibt und ich nicht mehr käuflich erwerbare Ingame-Schiffe mit echter Währung für kurze Zeit wieder kaufen darf? Wo kann ich denn lesen, dass es mal wieder x Millionen mehr gibt und jetzt gleich drei Aliensprachen kommen? Wer feiert denn in jedem Hypetrain-Artikel vorab die Größe der Rollenspielwelt und druckt den finalen Test oft schon gar nicht mehr in ein Heft, um dort mehr Platz für noch mehr Hype-Artikel zu haben?
Es stimmt, dass ein arbeitender Feierabend-Zocker, der mal zwei Stunden Zeit hat, nicht eine Stunde von einem System zum nächsten fliegen will, aber Star Citizien möchte doch gar keine normalen Spieler haben. Mit einem Mann wie mir, der das mal drei Wochen spielt und dann was anderes machen möchte, verdienen die kein Geld. Chris Roberts designt nicht für den Normalspieler, der einfach ein bisschen zocken will, der gibt ihm nämlich nur 70€. Star Citizien ist ein Spiel für Menschen, die bereit sind 15.000$ zu zahlen. Die ein 3000€-Cockpit haben. Die jahrelang nur noch ein Spiel spielen wollen. Ich selbst habe in diesem Jahr fünf Spiele gespielt – und ich spiele fast täglich. Titanfall 2, Forza 6/7, Forza Horizon 3, Battlefront 2 und Thimbleweed Park. In diesem Weihnachtsgeschäft habe ich 2 Spiele gekauft. Die fressen so viel Zeit und rufen täglich, es ist ein Verdängungswettbewerb - und wir wundern uns, warum es jedes Jahr nur noch neue Zahlen hinter Cod, Fifa und Co. gibt… Früher hätte ich als Auto-Fan fünf Wochen Forza 7 gespielt, dann 3 Wochen NfS und danach was anderes. Jetzt kaufen wir Service-Angebote auf lange Zeit, die uns binden wollen. Das wurde jahrelang gefeiert, jetzt wurde der Bogen überspannt. Ich finde es gut, dass das endlich auch von Spieleredakteuren benannt wird, aber ich würde mir wünschen, dass das auch Folgen hat, denn die Qualität von Forza 7 liegt hinter der des Vorgängers, die von NfS auch, Fifa 18 ist nicht besser als 17. Gearbeitet wird nur an Echtgeldmechanismen, wir Gamer sollten eine Stimme dagegen haben, keine Redakteure, die nur noch beim Bewerben mitmachen. Auch ich sehe die Reisezeiten kritisch, auch ich hoffe auf Wing Commander 7 alias Squadron 42, aber ich bin skeptisch, ob hinter all dem anderen Quatsch am Ende noch genügend Qualität bleibt, um aus Squadron 42 ein gutes Spiel zu machen. Das ging nämlich in letzter Zeit so oft schief, weil die Entwicklungsprioritäten sich massiv verschoben haben. Wo bleiben die Artikel dazu?