Nun aber zurück zum Thema (hab die ganze Woche dafür gebraucht).
TBrain am 12.07.2007 23:55 schrieb:
Wir betrachten hier ja nur die Evolution deshalb ist sie automatisch die naheliegendste Erklärung. Ich würde nicht ausschließen wollen, dass eventuell eine unbekannte Erklärung existieren könnte, die noch naheliegender wäre.
Aber ja es ist die naheliegendste (bekannte) Erklärung.
Dem kann ich völlig zustimmen. Ok, "naheliegend" ist sicher nicht dasselbe wie "logisch", sondern halt allenfalls plausibel. Was für mich aber immer noch qualitativ mehr ist als etwas Unplausibles. Ich denke mal, auch da sind wir uns einig (dazu später mehr).
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Fragen wegen den Begrifflichkeiten:
-als "nützlich" definierst du/ wir: der Arterhaltung dienlich?
Ja, wobei ich erneut betonen möchte, dass es da in der Wissenschaft meines Wissens nach die gesicherte Erkenntnis gibt, dass es drei verschiedene Erhaltungstriebe gibt, die parallel wirken können und teilweise auch gegeneinander wirken:
- die Selbsterhaltung (den eigenen Tod verhindern)
- die Sorge für die Mehrung der eigenen Gene oder verwandter Gene innerhalb der Spezies
- die Erhaltung der Spezies als Ganzes
Da gibt es zB die Rehmutter, die sich opfert, damit ihr Junges weiter leben kann. Da ist andererseits die Rehmutter, die ihr Kind tötet bzw. sitzen lässt, weil die Zeiten so schwer sind, dass mit dem Kinde beide nicht überleben würden.
Da ist der Löwe, der Nachkommen anderer Löwen gezielt tötet. Da sind die Primaten, die besonders zu jenen Angehörigen der Gruppe selbstlos sind, von denen sie eine Verwandtschaft mit sich wissen. Und da sind die Primaten, die geradezu Kriege gegen andere Affengruppen führen.
Das sind alles (belegte) Verhaltensweisen, die auf mE logische Weise die Erhaltung überlebensfähigerer Gene begünstigen. Und auch wir Menschen sind voll von solchen Instinkten.
-als verhaltensbiologisches Merkmal definierst du/ wir: den Teil des Verhaltens, der durch die Biologie (die Gene) determiniert ist?
Ja, wobei hierzu anzumerken ist, dass es da einen Unterschied zu physiologischen Merkmalen gibt, denn diese sind relativ fix (außer bei einigen Froscharten, wo sich Männchen in Weibchen verwandeln können ^^). Das heißt, dass es sehr viel schwieriger zu ermitteln ist, wann bzw. unter welchen Bedingungen ein Wesen sich wie und warum verhält - und ob das überhaupt mit vererbbarem Verhalten zu tun haben kann. Nichtsdestotrotz gilt auch hier: Wenn sich ein bestimmtes Verhalten durch eine ganze Spezies hinweg beobachten lässt, und es ist nützlich für die Arterhaltung, dann ist es naheliegend, dass die Evolution dafür verantwortlich ist.
Es ist ja sogar so, dass Wissenschaftler stets nach einem Zusammenhang für typisch menschliches Verhalten mit der Evolution suchen (zB in dem weiter oben von mir verlinkten Artikel zu Hirnvorgängen beim Verdrängen negativer Erfahrungen).
Aber: Was genau ist denn bzgl. Töten eine für unsere Spezies typisches und durchgängiges Verhalten?
to be continued