aph am 23.03.2007 11:05 schrieb:
ElNonsk am 22.03.2007 20:40 schrieb:
Remember: Der Glaube an die Existenz Gottes, der Glaube an die "Nicht-Existenz" Gottes und der Glaube an die Möglichkeit der Existenz Gottes sind allesamt "Meinungen" respektive "Weltanschauungen".
Nunja, ich weiß dass das allgemein so bezeichnet wird. Aber für mich akzeptiere ich diese Klassifizierung nicht, weil für meine "Weltanschauung", die ja durchaus vorhanden ist, eine Existenz von Fabelwesen so abwegig ist, dass sie irrelevant ist. Ich akzeptiere für mich selbst diese Unterscheidung, diese Identifikation über das Leugnen alternativer Sichtweisen nicht.
Na also, Kreisschluss *gg*
Du schreibst hier ja selbst, dass ein Christ/Gläubiger an ein „Fabelwesen“ glaubt. Ergo gehst du von vornherein davon aus, dass dieser Christ/Gläubige falsch liegt.
Oder missverstehe ich dich?
Offenbar. Der Beweis ist nicht schlüssig, weil er logische Lücken hat. Er gilt unter bestimmten Bedingungen, deren Nichtzutreffen aber ich meinerseits nicht beweisen kann. Das meinte ich.
Bitte zerschnipsle das nächste Mal nicht mehr so meinen Text und poste ihn lieber als Ganzes. Ich wusste ja gar nicht mehr auf was sich das „missverstehen“ bezog *g* (musste extra nachsehen)
Zur Wiederholung:
„Entschuldige wenn ich noch einmal nachhake, aber was meinst du mit "keine positiven Beweise". Wenn man nicht "beweisen" kann, dass ein "Beweis" nicht stimmt und wenn man davon ausgeht, dass wir - außer in der Logik/Mathematik - keine zwigenden Beweise finden kann, verstehe ich nicht was einem solchen "Beweis" gegenüber einem anderen (z. B. das Bestehen der Gravitationskraft) fehlt.
Oder missverstehe ich dich?“
Deine obige Behauptung bestärkt mich nur in der Ansicht, dass du unter Logik etwas anderes als Meinereiner und meinereiner *gg* verstehen. Du schreibst, dass der Beweis – ich zitiere – „logische Lücken“ habe. Ein Beweis kann aber nur dann „logische Lücken“ haben, wenn der Schluss falsch ist. Beispiel:
Prämisse 1: Alle Enten sind gelb.
Prämisse 2: Martin ist eine Ente.
Conclusio: Ein Haus ist groß.
Das wäre ein „logisch“ falscher Schluss.
Ein solcher „logischer Fehler“ liegt aber meines Wissens nach nicht vor. Das einzige, was du kritisieren könntest, wären die Prämissen (dann aber inkl. Begründung bitte *g*). Das hat dann aber nichts mit „logischen Lücken“ zu tun.
Weiteres Beispiel:
1) Du lässt einen Schüler eine Funktion dritten Grades berechnen. Gegeben sind zwei Punkte der Kurve, sowie die Kurvengleichung. Alle diese Angaben sind aber falsch (= falsche Prämissen). Der Schüler fängt jetzt also munter an zu rechnen, macht sauber die erste und die zweite Ableitung und kommt schließlich zu einem Ergebnis. Alle Rechenschritte waren korrekt. Sie waren LOGISCH (= formal richtig). Trotzdem stimmt das Ergebnis natürlich nicht, da er von den falschen Prämissen ausging.
2) Du lässt einen anderen Schüler dieselben Rechenoperationen mit den richtigen Angaben (= richtige Prämissen) durchführen. Der ist aber ein echter Schlamperian und macht sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Ableitung dicke Rechenfehler. Auch er kommt zu einem Ergebnis, und auch sein Ergebnis ist falsch. Nicht aber, weil er von den falschen Prämissen ausging, sondern weil er die Rechenschritte nicht korrekt durchgeführt hat. Sein Ergebnis ist insofern nicht LOGISCH. (siehe auch Beispiel mit „Haus“).
Die Antwort befriedigt mich zwar nicht (wie gesagt, du hast
auch Logik erwähnt), aber ich will auch nicht darauf herumreiten. Wenn du das näher erläutern willst, dann bitte, immer her damit, wenn nicht, ist auch nicht so schlimm

(lenkt eh nur vom eigentlichen Thema ab)
Wenn das immer noch nicht klar wurde: Ich leite meine Werte nicht aus Logik ab, sondern aus Axiomen. Aber die Logik ist deshalb so wichtig, weil ich sie tatsächlich durchgehend anwende, und nicht wie viele andere nur Axiome benutze. Als Beispiel: Gott sei ein Axiom. Ist auch die Tatsache, dass Gott Homosexualität ablehnt, ein Axiom, oder lässt es sich per Logik aus dem reinen "Gott-existiert"-Axiom ableiten? Oder aus anderen?
Neben wir ein anderes Beispiel, da dieses hier mit härtesten Bandagen diskutiert wird und noch kein Ende der Diskussion in Sicht ist. Ein solches Beispiel würde nur zu einer weiteren Nebendiskussion führen, und deren Anzahl wollen wir doch so gering wie möglich halten, oder nicht?
Anderes Beispiel:
Gott hat uns die Erde anvertraut zum „Geschenk“ gemacht (sie gehört aber nicht uns). Als solche sollen wir sie auch betrachten und behandeln. (auf Nachfrage suche ich auch die Bibelstellen raus)
Daraus kann man ableiten, dass die Umweltverschmutzung falsch bzw. gegen den Willen Gottes ist.
Da wäre die Logik.
ElNonsk am 22.03.2007 21:15 schrieb:
Nene, ich werde einsehen, wenn man widerlegt, wo ich "logisch" gesehen, falsch liege. Aber wenn das nur auf ein intuitives gefühl hinasuläuft, ist mir das persönlich nicht genug (und es wäre auch nicht logisch *g*).
Ich finde, du hast dir das Wort "intuitiv" herausgepickt und reitest jetzt ungerechtfertigt darauf herum. Meines Erachtens - und ich glaube meinereiner sieht es auch so und ist ebenfalls schon ein wenig genervt - ist die rein logische Widerlegung längst gegeben.
„Intuitiv“: Nein, es ist eher symptomatisch für einen Teil der bisherigen Diskussion. Nur weil alle MEINEN, dass die LOGISCHE Widerlegung schon erfolgt ist, ist sie das noch lange nicht. Siehe Post oben.
2. Konsistenz: Ist ebenso beim historischen Beweis gegeben (siehe auch Meinereiners Posts).
Im Falle der Bibel halt nicht.
Tacitus?
Erste Ursache – ...
Nene, hallo, logisch schlüssig ist er schon. Wenn er a und b erfüllen würde, wäre er nur zusätzlich nahezu zwingend.
a) ist für den "Beweis" an sich aber nicht von Relevanz -> siehe Naturgesetze, die nur in unserem Verstand vorhanden sind + unsere Vernunft kann von unserem Verstand nicht etwas fordern, was dieser nicht erbringen kann -> ich verweise noch einmal auf den Thread
Ich verweise ebenfalls auf den Thread, und möchte außerdem feststellen, dass mein Verstand das erbringen kann. Unendlichkeit ist als logischer Fakt nicht unvorstellbar und auch nicht undenkbar.
Wir haben das aber wirklich schon hinreichend durchgekaut.
Ich zitiere nochmals eine kurzen Ausschnitt von Seite 76 des Threads:
„Es ist also nun zu folgern, dass eine alleinige Gültigkeit des Kausalitätsprinzips tatsächlich widersprüchlich wäre, weil diese sowohl implizieren würde, dass unser Verstand uns eine Reihe gibt, in der jede Ursache wiederum eine Ursache hätte, mithin die Reihe der Ursachen unendlich wäre, als auch, dass unsere teleologische Vernunft überhaupt keine unendliche Reihe denken kann, sondern immer auf ein Unbedingtes, auf einen Anfang der Reihe, fixiert ist“
http://www.pcgames.de/?menu=0901&s=thread&gid=81&bid=10&tid=4234796&page=76
-> die Vernunft kann nicht vom Verstand verlangen, was dieser nicht erbringen kann (und dass der Verstand die „Unendlichkeit“ nicht „denken“ kann, sieht man ja schon am einfachen bereits vorgebrachten Zählbeispiel).
Abgesehen davon. Wenn du den „Beweis“ schon nicht als stichhaltig ansahst, warum hast du ihn dann akzeptiert (ich hatte ja geschrieben, dass ich erst dann mit dem „christlichen Gott“ anfangen würde, wenn das Problem „philos. Gott“ geklärt wäre)