PLAUSIBILITÄT:
Meinereiner hat das Kriterium „Plausibilität“ angesprochen. Da fügt sich nun perfekt mein folgender kleiner Beitrag ein, der im Zusammenhang mit den „Gottesbeweisen“ steht. Manche von „euch“ wollten ja, dass auch außerbiblische Hinweise auf das Geschehen, das in der Bibel geschildert wird, vorgestellt werden sollten. Nun, ich hätte da einen anzubieten *g*
Ich habe auch noch viele weitere in petto, aber da ich mich bei deren Glaubwürdigkeit nicht so sicher bin, habe ich Doc_Holiday gebeten, sie näher zu untersuchen und mir dann Bescheid zu geben, ob an ihnen etwas Wahres dran ist, oder ob sie zu vergessen sind (wie gesagt, ich bin weder Theologe, noch Philosoph, noch Naturwissenschaftler). Er hat diese Aufgabe zusammen mit seinen Kommilitonen übernommen. Vielen Dank nochmals.
In Bezug auf diese Quelle aber bin ich mir relativ sicher, dass sie glaubwürdig ist. Es geht um die „Annalen“ des Tacitus (röm. Historiker 55 n. Chr. – 115 n. Chr.). Dieser war weder Christ noch stand er in irgendeiner Beziehung zum christlichen Glauben. Allgemein wird er als ein zuverlässiger Historiker anerkannt. Die an ihm geübte Kritik (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Tacitus) ist zwar sicherlich wohlbegründet, hat aber in diesem Kontext keine besondere Bedeutung, da sie vor allem gegen seine Vorliebe für das „Schwarz-Weiß-Denken“ gerichtet ist, das mit den römischen Kaisern zusammenhängt, nicht aber mit den hier geschilderten Ereignissen (eher ist das Gegenteil der Fall, wenn wir uns die Textstelle ansehen).
Die Textstelle, die ich meine, finden wir im 15. Buch der Annalen, Abschnitt 44:
„[44] Et haec quidem humanis consiliis providebantur. mox petita [a] dis piacula aditique Sibyllae libri, ex quibus supplicatum Volcano et Cereri Proserpinaeque, ac propitiata Iuno per matronas, primum in Capitolio, deinde apud proximum mare, unde hausta aqua templum et simulacrum deae perspersum est; et sellisternia ac pervigilia celebravere feminae, quibus mariti erant.
Sed non ope humana, non largitionibus principis aut deum placamentis decedebat infamia, quin iussum incendium crederetur. ergo abolendo rumori Nero subdidit reos et quaesitissimis poenis adfecit, quos per flagitia invisos vulgus Chrestianos appellabat. auctor nominis eius Christus Tibero imperitante per procuratorem Pontium Pilatum supplicio adfectus erat; repressaque in praesens exitiablilis superstitio rursum erumpebat, non modo per Iudaeam, originem eius mali, sed per urbem etiam, quo cuncta undique atrocia aut pudenda confluunt celebranturque. igitur primum correpti qui fatebantur, deinde indicio eorum multitudo ingens haud proinde in crimine incendii quam odio humani generis convicti sunt. et pereuntibus addita ludibria, ut ferarum tergis contecti laniatu canum interirent aut crucibus adfixi [aut flammandi atque], ubi defecisset dies, in usu[m] nocturni luminis urerentur. hortos suos ei spectaculo Nero obtulerat, et circense ludicrum edebat, habitu aurigae permixtus plebi vel curriculo insistens. unde quamquam adversus sontes et novissima exempla meritos miseratio oriebatur, tamquam non utilitate publica, sed in saevitiam unius absumerentur.“
(der hier zitierte Originaltext stammt von http://www.thelatinlibrary.com/tacitus/tac.ann15.shtml#44 – diese Quelle wird bevorzugt beim Lateinunterricht an Gymnasien verwendet, ihre Glaubwürdigkeit steht wohl außer Frage)
Uns geht es um die unterstrichene Passage.
Meine Übersetzung (hätte nie gedacht, dass mein bisschen Latein noch zu etwas nütze wäre *gg*):
Um dem Geschrei ein Ende zu machen, schob Nero die Schuld auf die Angeklagten und wandte die ausgesuchtesten Strafen gegen jene (= Martern?) an, die wegen ihrer Schandtaten (Anmerkung meinerseits: Mit „Schandtaten“ ist wahrscheinlich die Einstellung der Christen gemeint, die sich nicht dem Kaiserkult anschließen wollte. Überdies schob Nero ihnen auch die Schuld am großen Brand in Rom zu) gehasst wurden, und die das Volk mit dem Namen „Christen“ („Chrestianos“) bezeichnete. Ihr Namensgeber war Christus, der unter der Herrschaft des Tiberius (Tibero imperitante) durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet wurde. Dieser unheilvolle Aberglaube (exitiablilis superstitio) brach, nachdem er für den Augeblick unterdrückt worden war, wieder hervor, nicht nur in Iudaea (= Judäa), dem Ausgangspunkt des Übels, sondern auch in der Stadt (= Rom), in der alle Grausamkeiten und Schändlichkeiten zusammenkommen und verbreitet werden. Folglich wurden zuerst die ergriffen, die gestanden (= die Christen), darauf, auf deren Hinweis hin, eine große Menschenmenge, die weniger wegen des (angeblichen) Verbrechen der Brandstiftung, sondern eher wegen des Hasses des Menschheitsgeschlechts (hier ginge auch: „wegen des Hasses gegen das Menschheitsgeschlecht“ -> ist wahrscheinlich auch die korrekte Übersetzung) überführt wurden. Und als sie hingerichtet wurden, wurde (mit ihnen) Spott getrieben, sodass sie ihn Felle wilder Tiere eingewickelt wurden und unter der Zerfleischung durch die Hunde zugrunde gingen oder ans Kreuz geschlagen wurden (oder zum Tod durch das Feuer bestimmt), sobald der Tag vergangen war, als nächtliche Lichter (= Fackeln?) verbrannten.
Für dieses Spektakel hatte Nero seine Gärten hergegeben, und Zirkusspiele veranstaltet, wobei er sich als Wagenlenker unters Volk mischte (eigentlich: gemischt hatte) oder auf einem Wagen stand. Deshalb regte sich auch Mitleid für jene, obwohl sie schuldig waren und die härtesten („äußersten“) Strafen verdient hatten (Anmerkung meinerseits: Es ist wohl offensichtlich, dass Tacitus nicht besonders viel von den Christen hielt und auch selbst keiner war. Dahingehende Spekulationen können wir also aussschließen.), weil sie nicht wegen des öffentlichen Wohls, sondern wegen der Grausamkeit eines einzelnen starben.
So, damit es jetzt nicht heißt, ich hätte diese Übersetzung so verändert, damit sie mit meiner Argumentation zusammenpasst, bitte ich Meinereiner (oder sonst jmd., der der lateinischen Sprache mächtig ist -> da ich bereits die üblichen Verdächtigungen kenne, wäre es mir lieb, wenn es jmd. wäre, der kein Christ ist) nachzuprüfen, ob meine Übersetzung stimmt, und diese eventuell zu bestätigen.
Ich halte mal fest, was dieses „historische Dokument“ an für diese Diskussion relevante Fakten enthält:
- der Name „Christen“ stammt von Christus
- Christus wurde in der Regierungszeit von Pontius Pilatus hingerichtet
- die Hinrichtung fand in der Regierungszeit des Kaiser Tiberius statt
- Christi Tod beendete den „Aberglauben“ für eine kurze Zeit
- der „Aberglauben“ brach aber bald wieder aus (das ist schon ein indirekter Hinweis auf die Auferstehung Jesu)
- die Anfänge dieses „Aberglaubens“ liegen in Judäa (dort kam er auch zuerst wieder zum Vorschein)
- die christlichen Lehren gelangten auch nach Rom
- Nero bezichtigte die in Rom lebenden Christen der Brandstiftung
- die Christen wurden wegen ihrer „Schandtaten“ verfolgt und gehasst
- diese Christen wurden verhaftet, verurteilt, gefoltert und schließlich ans Kreuz genagelt oder verbrannt
- deswegen hatten manche Mitleid mit den Christen (auch wenn sie den Tod nach Tacitus verdienten)
Stimmen wir darin überein, dass diese Passage zum einen belegt,
dass Christus existiert hat,
dass er hingerichtet wurde (und zwar während der Regierungszeit von Pontius Pilatus -> wie es in der Bibel beschrieben wird)
dass er Anhänger hatte, die auch seine Lehre auch nach seinem Tod vertraten?
Ich bin mal so frei und gehe davon aus, dass ihr mit mir übereinstimmt. Das ist schon ein erster Hinweis darauf, dass die Bibel schon mal nicht ganz so falsch in der Beschreibung von Jesus Christus liegen kann.
Wir wissen, dass die Anhänger Jesu an die Auferstehung Christi glaubten. Nun kann man zur Negation der Auferstehung Christi zwei mögliche Faktoren heranziehen:
a) die Anhänger Christi, die ihn direkt kannten, hatten allesamt eine Halluzination, die auch noch desselben Inhalt hatte (das klingt aber, und da werdet ihr mit hoffentlich zustimmen, wenig plausibel – abgesehen davon, dass es nur eine Spekulation ist, die durch keinerlei historische Dokumente belegt werden kann)
b) die Anhänger Christi haben sich das Ganze nur ausgedenkt (ich gebe zu bedenken, dass man dafür auch einen Grund finden müsste): Wenn dies der Fall ist, würden zumindest sie wissen, dass es eine Lüge ist.
Nun wissen wir aber aus anderen Quellen, dass viele dieser Anhänger den Märtyrertod gestorben sind, darunter auch diejenigen, die Christus direkt kannten (u. a. die Apostel: z. B. Petrus). Nehmen wir an, dass die Auferstehung Jesu nur eine gute Lügengeschichte war. Dann stellt sich die Frage, weshalb diese Personen sowohl unter Folter als auch durch Todesandrohungen diese Lügen aufrecht erhielten. Wer stirbt schon, obwohl er es besser weiß, für eine Lüge?
Nun könnt ihr natürlich einwenden, dass religiöse Fanatiker auch zu Selbstmordaktionen bereit sind (Stichwort: Islamismus – auch hier gebe ich zu bedenken, dass eine solche Selbstmordaktion im vollkommenen Gegensatz zur christlichen Lehre wäre). Der Vergleich hinkt aber gewaltig:
Die Angehörigen dieses Personenkreises wussten/wissen ja nicht, dass sie einer Lüge oder falschen Religion angehören, sie selbst glauben ja daran. Da die Apostel aber wissen würden, dass das Ganze nur eine ausgedachte Lüge ist, ist diese Argumentation nicht schlüssig.
Und genau hier schlägt das Plausibilitätskriterium zu: Welche PLAUSIBLE Erklärung gibt es sonst für dieses Verhalten?
Ohne präpotent wirken zu wollen, ich denke nicht, dass unsere Debatte so schnell an Diskussionsstoff verlieren wird. *g*
Die Diskussion für beendet zu erklären, halte ich also für äußerst vermessen.
Meinereiner hat das Kriterium „Plausibilität“ angesprochen. Da fügt sich nun perfekt mein folgender kleiner Beitrag ein, der im Zusammenhang mit den „Gottesbeweisen“ steht. Manche von „euch“ wollten ja, dass auch außerbiblische Hinweise auf das Geschehen, das in der Bibel geschildert wird, vorgestellt werden sollten. Nun, ich hätte da einen anzubieten *g*
Ich habe auch noch viele weitere in petto, aber da ich mich bei deren Glaubwürdigkeit nicht so sicher bin, habe ich Doc_Holiday gebeten, sie näher zu untersuchen und mir dann Bescheid zu geben, ob an ihnen etwas Wahres dran ist, oder ob sie zu vergessen sind (wie gesagt, ich bin weder Theologe, noch Philosoph, noch Naturwissenschaftler). Er hat diese Aufgabe zusammen mit seinen Kommilitonen übernommen. Vielen Dank nochmals.
In Bezug auf diese Quelle aber bin ich mir relativ sicher, dass sie glaubwürdig ist. Es geht um die „Annalen“ des Tacitus (röm. Historiker 55 n. Chr. – 115 n. Chr.). Dieser war weder Christ noch stand er in irgendeiner Beziehung zum christlichen Glauben. Allgemein wird er als ein zuverlässiger Historiker anerkannt. Die an ihm geübte Kritik (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Tacitus) ist zwar sicherlich wohlbegründet, hat aber in diesem Kontext keine besondere Bedeutung, da sie vor allem gegen seine Vorliebe für das „Schwarz-Weiß-Denken“ gerichtet ist, das mit den römischen Kaisern zusammenhängt, nicht aber mit den hier geschilderten Ereignissen (eher ist das Gegenteil der Fall, wenn wir uns die Textstelle ansehen).
Die Textstelle, die ich meine, finden wir im 15. Buch der Annalen, Abschnitt 44:
„[44] Et haec quidem humanis consiliis providebantur. mox petita [a] dis piacula aditique Sibyllae libri, ex quibus supplicatum Volcano et Cereri Proserpinaeque, ac propitiata Iuno per matronas, primum in Capitolio, deinde apud proximum mare, unde hausta aqua templum et simulacrum deae perspersum est; et sellisternia ac pervigilia celebravere feminae, quibus mariti erant.
Sed non ope humana, non largitionibus principis aut deum placamentis decedebat infamia, quin iussum incendium crederetur. ergo abolendo rumori Nero subdidit reos et quaesitissimis poenis adfecit, quos per flagitia invisos vulgus Chrestianos appellabat. auctor nominis eius Christus Tibero imperitante per procuratorem Pontium Pilatum supplicio adfectus erat; repressaque in praesens exitiablilis superstitio rursum erumpebat, non modo per Iudaeam, originem eius mali, sed per urbem etiam, quo cuncta undique atrocia aut pudenda confluunt celebranturque. igitur primum correpti qui fatebantur, deinde indicio eorum multitudo ingens haud proinde in crimine incendii quam odio humani generis convicti sunt. et pereuntibus addita ludibria, ut ferarum tergis contecti laniatu canum interirent aut crucibus adfixi [aut flammandi atque], ubi defecisset dies, in usu[m] nocturni luminis urerentur. hortos suos ei spectaculo Nero obtulerat, et circense ludicrum edebat, habitu aurigae permixtus plebi vel curriculo insistens. unde quamquam adversus sontes et novissima exempla meritos miseratio oriebatur, tamquam non utilitate publica, sed in saevitiam unius absumerentur.“
(der hier zitierte Originaltext stammt von http://www.thelatinlibrary.com/tacitus/tac.ann15.shtml#44 – diese Quelle wird bevorzugt beim Lateinunterricht an Gymnasien verwendet, ihre Glaubwürdigkeit steht wohl außer Frage)
Uns geht es um die unterstrichene Passage.
Meine Übersetzung (hätte nie gedacht, dass mein bisschen Latein noch zu etwas nütze wäre *gg*):
Um dem Geschrei ein Ende zu machen, schob Nero die Schuld auf die Angeklagten und wandte die ausgesuchtesten Strafen gegen jene (= Martern?) an, die wegen ihrer Schandtaten (Anmerkung meinerseits: Mit „Schandtaten“ ist wahrscheinlich die Einstellung der Christen gemeint, die sich nicht dem Kaiserkult anschließen wollte. Überdies schob Nero ihnen auch die Schuld am großen Brand in Rom zu) gehasst wurden, und die das Volk mit dem Namen „Christen“ („Chrestianos“) bezeichnete. Ihr Namensgeber war Christus, der unter der Herrschaft des Tiberius (Tibero imperitante) durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet wurde. Dieser unheilvolle Aberglaube (exitiablilis superstitio) brach, nachdem er für den Augeblick unterdrückt worden war, wieder hervor, nicht nur in Iudaea (= Judäa), dem Ausgangspunkt des Übels, sondern auch in der Stadt (= Rom), in der alle Grausamkeiten und Schändlichkeiten zusammenkommen und verbreitet werden. Folglich wurden zuerst die ergriffen, die gestanden (= die Christen), darauf, auf deren Hinweis hin, eine große Menschenmenge, die weniger wegen des (angeblichen) Verbrechen der Brandstiftung, sondern eher wegen des Hasses des Menschheitsgeschlechts (hier ginge auch: „wegen des Hasses gegen das Menschheitsgeschlecht“ -> ist wahrscheinlich auch die korrekte Übersetzung) überführt wurden. Und als sie hingerichtet wurden, wurde (mit ihnen) Spott getrieben, sodass sie ihn Felle wilder Tiere eingewickelt wurden und unter der Zerfleischung durch die Hunde zugrunde gingen oder ans Kreuz geschlagen wurden (oder zum Tod durch das Feuer bestimmt), sobald der Tag vergangen war, als nächtliche Lichter (= Fackeln?) verbrannten.
Für dieses Spektakel hatte Nero seine Gärten hergegeben, und Zirkusspiele veranstaltet, wobei er sich als Wagenlenker unters Volk mischte (eigentlich: gemischt hatte) oder auf einem Wagen stand. Deshalb regte sich auch Mitleid für jene, obwohl sie schuldig waren und die härtesten („äußersten“) Strafen verdient hatten (Anmerkung meinerseits: Es ist wohl offensichtlich, dass Tacitus nicht besonders viel von den Christen hielt und auch selbst keiner war. Dahingehende Spekulationen können wir also aussschließen.), weil sie nicht wegen des öffentlichen Wohls, sondern wegen der Grausamkeit eines einzelnen starben.
So, damit es jetzt nicht heißt, ich hätte diese Übersetzung so verändert, damit sie mit meiner Argumentation zusammenpasst, bitte ich Meinereiner (oder sonst jmd., der der lateinischen Sprache mächtig ist -> da ich bereits die üblichen Verdächtigungen kenne, wäre es mir lieb, wenn es jmd. wäre, der kein Christ ist) nachzuprüfen, ob meine Übersetzung stimmt, und diese eventuell zu bestätigen.
Ich halte mal fest, was dieses „historische Dokument“ an für diese Diskussion relevante Fakten enthält:
- der Name „Christen“ stammt von Christus
- Christus wurde in der Regierungszeit von Pontius Pilatus hingerichtet
- die Hinrichtung fand in der Regierungszeit des Kaiser Tiberius statt
- Christi Tod beendete den „Aberglauben“ für eine kurze Zeit
- der „Aberglauben“ brach aber bald wieder aus (das ist schon ein indirekter Hinweis auf die Auferstehung Jesu)
- die Anfänge dieses „Aberglaubens“ liegen in Judäa (dort kam er auch zuerst wieder zum Vorschein)
- die christlichen Lehren gelangten auch nach Rom
- Nero bezichtigte die in Rom lebenden Christen der Brandstiftung
- die Christen wurden wegen ihrer „Schandtaten“ verfolgt und gehasst
- diese Christen wurden verhaftet, verurteilt, gefoltert und schließlich ans Kreuz genagelt oder verbrannt
- deswegen hatten manche Mitleid mit den Christen (auch wenn sie den Tod nach Tacitus verdienten)
Stimmen wir darin überein, dass diese Passage zum einen belegt,
dass Christus existiert hat,
dass er hingerichtet wurde (und zwar während der Regierungszeit von Pontius Pilatus -> wie es in der Bibel beschrieben wird)
dass er Anhänger hatte, die auch seine Lehre auch nach seinem Tod vertraten?
Ich bin mal so frei und gehe davon aus, dass ihr mit mir übereinstimmt. Das ist schon ein erster Hinweis darauf, dass die Bibel schon mal nicht ganz so falsch in der Beschreibung von Jesus Christus liegen kann.
Wir wissen, dass die Anhänger Jesu an die Auferstehung Christi glaubten. Nun kann man zur Negation der Auferstehung Christi zwei mögliche Faktoren heranziehen:
a) die Anhänger Christi, die ihn direkt kannten, hatten allesamt eine Halluzination, die auch noch desselben Inhalt hatte (das klingt aber, und da werdet ihr mit hoffentlich zustimmen, wenig plausibel – abgesehen davon, dass es nur eine Spekulation ist, die durch keinerlei historische Dokumente belegt werden kann)
b) die Anhänger Christi haben sich das Ganze nur ausgedenkt (ich gebe zu bedenken, dass man dafür auch einen Grund finden müsste): Wenn dies der Fall ist, würden zumindest sie wissen, dass es eine Lüge ist.
Nun wissen wir aber aus anderen Quellen, dass viele dieser Anhänger den Märtyrertod gestorben sind, darunter auch diejenigen, die Christus direkt kannten (u. a. die Apostel: z. B. Petrus). Nehmen wir an, dass die Auferstehung Jesu nur eine gute Lügengeschichte war. Dann stellt sich die Frage, weshalb diese Personen sowohl unter Folter als auch durch Todesandrohungen diese Lügen aufrecht erhielten. Wer stirbt schon, obwohl er es besser weiß, für eine Lüge?
Nun könnt ihr natürlich einwenden, dass religiöse Fanatiker auch zu Selbstmordaktionen bereit sind (Stichwort: Islamismus – auch hier gebe ich zu bedenken, dass eine solche Selbstmordaktion im vollkommenen Gegensatz zur christlichen Lehre wäre). Der Vergleich hinkt aber gewaltig:
Die Angehörigen dieses Personenkreises wussten/wissen ja nicht, dass sie einer Lüge oder falschen Religion angehören, sie selbst glauben ja daran. Da die Apostel aber wissen würden, dass das Ganze nur eine ausgedachte Lüge ist, ist diese Argumentation nicht schlüssig.
Und genau hier schlägt das Plausibilitätskriterium zu: Welche PLAUSIBLE Erklärung gibt es sonst für dieses Verhalten?
Ohne präpotent wirken zu wollen, ich denke nicht, dass unsere Debatte so schnell an Diskussionsstoff verlieren wird. *g*
Die Diskussion für beendet zu erklären, halte ich also für äußerst vermessen.
(lenkt eh nur vom eigentlichen Thema ab)
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