• Aktualisierte Forenregeln

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    Forenregeln


    Vielen Dank

Amerika, Amerika, und am 6. Tag ...

Ein klares Abgrenzungskriterium zu geben, was als Hilfstheorie gilt und was nicht, ist tatsächlich keine Leichtigkeit. Deine Beispiele scheinen mir aber eher unter den Punkt Theorien im Kontext der zu prüfenden Theorie zu fallen. Das ist das, was ich mit „Konsistenz in Bezug auf andere Theorien“ meine. Hilfstheorien sind aber keine Theorien im Kontext, sondern so eine Art Vereinfachungen der ursprünglichen Theorie. Ich kann dir leider kein Beispiel aus den Naturwissenschaften geben, allerdings aus der formalen Logik: Es gibt ein formales System namens RM. Dieses System hinkt daran, dass Beweise unendlich lang werden können. Daher hat man eine Hilfslogik RM3 für RM entwickelt. RM und RM3 stehen dabei in der Relation zueinander, dass Formeln, die in RM3 nicht gültig sind, auch in RM nicht gültig sind (allerdings kann man nicht von RM3-Gültigkeit auf RM-Gültigkeit schließen). Wenn du demnach in RM eine Formel hast, deren Beweis problematisch zu werden scheint, kannst du in RM3 nachschauen und die Formel dort prüfen. Ist sie RM3-ungültig, weißt du, dass sie auch RM-ungültig ist.
Ich denke/hoffe/glaube *g* dich verstanden zu haben. Kurze Zusammenfassung des von dir Beschriebenen, damit ich sicher sein kann, dass ich dich richtig verstanden habe:

RM und RM3 ------- in Relation
WENN: Formel in RM3 ungültig
DANN: Formel in RM ungültig (umgekehrt gilt es nicht)

Bei Unsicherheiten hilft die Überprüfung im RM3-System (zumindest was die Ungültigkeit betrifft).

So richtig?

Da taucht für mich aber ein großes Problem auf. Die formale Logik basiert ja auf dem „korrekten Schlussfolgern“ (ist eben logisch *g*), während dies für die Naturwissenschaften/Geschichtswissenschaften nur bedingt gilt, da beide ja nur mit der Wahrscheinlichkeit hantieren können (insofern ist das Prädikat „logisch“, es sei denn man bewegt sich in der Theorie selbst – ohne diese weiter zu hinterfragen -, für den naturwissenschaftlichen/historischen Beweis nicht gegeben). Aber das weißt du ja selbst besser als ich. Mein Problem ist eben, wie eine solche Hilfstheorie in den empirischen Wissenschaften aussehen kann und, wenn sie denn möglich ist, inwiefern sie sich dann von einer historischen „Hilfstheorie“ (die es ja nach deiner Aussage nicht gibt) unterscheiden würde.
Eine kurze Google-Suche hat mich zum einen auf Seiten zum Thema Psychologie und damit verbundenen „Hilfstheorien“ (aber ich glaube, dass da von einer anderen Definition von „Hilfstheorien“ ausgegangen wird) geführt, zum anderen habe ich das gefunden:

„Lakatos (1974) beschreibt diesen Sachverhalt, wenn er von einer „Kerntheorie“ und „Hilfstheorien“ spricht. Die Hilfstheorien beziehen sich auf die Operationalisierungen und die dabei verwendeten Methoden (Interviews, Beobachtungen, Messungen usw.). Sie bilden einen „Schutzgürtel“, der verhindert, dass die Kerntheorie leichtfertig falsifiziert wird, obwohl sie eigentlich gültig ist (vgl. „Hintergrundwissen“). Die in der Literatur vorfindbare begriffliche Unterscheidung von einem Korrespondenz- und einem Basissatzproblem macht den gleichen Sachverhalt noch deutlicher.“
http://66.102.9.104/search?q=cache:L_9lX6H9gSAJ:www.uni-k%C3%B6ln.de/phil-fak/psych/methoden/veranstaltungen/methoden/versuchsplanung/Versuchsplanung-10-Hypothese-Theorie.pdf+Hilfstheorien&hl=de&ct=clnk&cd=8&gl=de

Das kann es aber auch nicht sein, weil bei dieser „Definition“ von Hilfstheorien u. a. von „Hintergrundwissen“ gesprochen wird, und as wäre doch genau das, was du unter „Konsistenz in Bezug auf andere Theorien“ verstehst. Oder?

Ich bräuchte da tatsächlich ein griffiges (aus den Naturwissenschaften kommendes) Beispiel. Kennst du vielleicht eine Website, die so eines liefern könnte? Oder weiß kennt vielleicht aph ein solches Beispiel?

Wenn (c) einen Echtheitsnachweis darstellt, so müsste eigentlich das Christentum mit seinen mehr als 2 Mrd. „Anhängern“ und über 2000-jährigen Geschichte einen gewaltigen Echtheitsnachweis darstellen (es sei denn, um es mit deinen Worten auszudrücken, dass man „Fan von Verschwörungstheorien“ ist). Stimmt das?

:P Die 2 Mrd. Gläubigen sind ja keine Zeugen, sondern Anhänger. Mir geht es um die Leute, die tatsächlich bezeugen können, was da z.B. in der Bibel bzw. der Quelle steht.
Jesus ist ja nicht im stillen Kämmerchen sondern in der Öffentlichkeit aufgetreten. Insofern fanden sich damals wohl auch genug „Zeugen“ (deshalb auch der Verweis auf die Geschichte). Es ist ja nicht so, dass nur ein einziger Mensch von Jesus erzählt, sondern dass es im Gegenteil eine recht große Menge an Zeugnissen gibt. Der „Echtheitsnachweis“ nach (c) bleibt also (auch wenn er mir so nicht so gefällt).
Die 2 Mrd. „Anhänger“ waren darauf gemünzt, dass die tradierte Sache, umso mehr gut dokumentiert sein müsste, da ja der Ausfall einer Quelle dann weniger ins Gewicht fallen würde.

– Gut, wo wird gerade beim Thema angekommen sind: Vieles, was in der Bibel steht, lässt sich natürlich durch Hinweis eben auf Konsistenz mit anderen und vor allem unabhängigen historischen Aufzeichnungen „verifizieren“. Ich möchte aber behaupten, dass gerade bei den Erzählungen, wo Gott tatsächlich auftritt (und nicht bloß im Hintergrund die Fäden zieht), es wesentlich schwieriger ist, weitere und vor allem unabhängige Belege für die Wahrheit des Bezeugten zu finden (hier müsste aber wohl Doc-Holiday ran, denn Belege habe ich für meine Vermutung absolut nicht Oo).
Ich sage ja, dass sich die Theologie unter anderem (nicht nur) mit dem Thema beschäftigt. Zum Letztgenannten bleibt aber weiterhin zu sagen, dass ein „Zeuge“ nicht seinen eigene Glaubwürdigkeit beweisen kann, man ihm also einen Vertrauensvorschuss geben muss, der dann je nach weiterer Untersuchung und weiteren „Belegen“ oder „Gegenbelegen“ als gerechtfertigt oder ungerechtfertigt erachtet werden muss.

Aber auch alles bisher Geschriebene meinerseits gilt unter dem Eingeständnis, dass überhaupt Experimente gemacht werden! In der Tat ist es aber so, dass gerade die moderne Quantenphysik keinerlei Möglichkeit eines Experiments besitzt (sowohl aus finanziellen wie auch aus technischen Gründen). Viele naturwissenschaftliche Theorien sind also nicht einmal experimentell erwiesen. Umso mehr würde ihre „Hinweiskraft“ schwinden.

Diese Theorien werden aber implizit bewährt, wenn sie irgendwo Anwendung finden (also etwa mit den neuen Erkenntnissen ein Apparat gebaut wird). Bei Theorien, die weder explizit noch implizit geprüft werden, kann man freilich nur auf Konsistenz mit anderen Theorien setzen.
Das Problem ist ja aber eben, dass diese Theorien (noch?!) gar nicht angewendet werden (können). Kleine Scherzfrage nebenbei: Wozu finanzieren wir dann das Ganze *gg*?
Aber das Problem von weder implizit noch explizit geprüften Theorien schilderst du ja selbst, also sind wir hier wieder einer Meinung.

Ich hatte doch geschrieben, dass ich vom „Normalerweise“ spreche. Du sprichst jetzt aber von Relation. Ich bin verwirrt!?!

Mein Eingangshinweis war so gemeint, wie in dem letzten Beispiel erläutert, demnach einfach daran halten^^
Und das andere vergessen? Ok ^^

Dann stellt sich wiederum die Frage, wieso die Mehrheit keine „Meinung“ zum Thema hat.
Huch? Was soll ich da noch groß begründen? Frag doch einfach mal rum, was die Leute von Gödels Unvollständigkeitssätzen halten. Das wird dir zwar nicht das Warum? beantworten, aber zeigen, dass viele tatsächlich keine Meinung dazu haben.
Tja intuitiv würde ich ja sagen, dass sie keine „Meinung“ zum Thema, weil es sie eben innerlich nicht berührt. Aber das wäre ja ein Kreisschluss. Deshalb frage ich ja, warum die Mehrheit keine „Meinung“ dazu hat.
 
aph am 19.03.2007 11:36 schrieb:
Logik ist keine Glaubensfrage. Siehe Ausführungen von meinereiner. Trifft meine beabsichtigte Aussage haargenau.
Wer behauptet denn das? Die Prämissen sind's, wo es hapert. Da fängt der Glaube an ;-) (und das gilt für alle Religionen/Naturwissenschaften/Geschichtswissenschaften & Co.).

Ich vermute aber (Achtung: Es ist nur eine Vermutung -> falls ich falsch liege, bitte umgehend korrigieren), dass dir nicht ganz bewusst ist, was Meinereiner mit seiner Unterscheidung von tatsächlicher "Logik" und dem, was man im Alltag unter "Logik" versteht, meinte. Bevor jetzt wieder dein Groll über mich hinwegbraust, sage ich dir auch gleich weshalb ich diese Vermutung hege: Du nimmst immer wieder Naturwissenschaften und Logik in einen Mund. Dabei sind gerade erstere (ebenso wie die Geschichtswissenschaften) stark (nur?!) von der Wahrscheinlichkeit abhängig. Logik kann nur innerhalb dieses Systems verwendet werden. Aristotelische (danke Meinereiner ^^) logische Schlüsse haben aber normalerweise „absoluten“ Charakter. Sie stimmen entweder, oder sie stimmen nicht. Und irgendwie beschleicht mich das Gefühl (kann aber auch sein, dass ich mich vollkommen irre -> eventuell könnte ich auch ein paar Zitate aus deinen Texten nennen, die mich zu dieser Ansicht bringen), dass du glaubst, dass die Verwendung von Logik in den Naturwissenschaften/historischen Wissenschaften ebenfalls zu solchen „klaren“ Schlüssen führt. Dem ist aber nicht so, und eigentlich ist das auch schon aus der Unmöglichkeit zwingender Beweisführung in den oben genannten Wissenschaften zu ersehen.
Wenn ich dich aber völlig falsch verstanden habe, so bitte ich dich, weiter in die Diskussion einzugreifen. Möglichkeiten gibt’s zuhauf:

„Historischer Gottesbeweis“ – derzeit offenes Thema

Erste Ursache – kannst du ruhig widerlegen (ich habe da nicht genau verstanden, ob dich dieser „Beweis“ eher überzeugt hat oder eher nicht, da du einerseits schreibst, dass du ihn recht – ich zitiere – „vielversprechend“ fandest, http://www.pcgames.de/?menu=0901&s=thread&gid=81&bid=10&tid=4234796&page=133
andererseits behauptest du aber wieder, dass in dieser Diskussion alle Argumente bezüglich Gottes Existenz widerlegt worden seien
http://www.pcgames.de/?menu=0901&s=thread&gid=81&bid=10&tid=4234796&page=125)
-> confused?!?

Diskussion zu irgendeinem anderen „Gottesbeweis/Gegenbeweis“ (das schreibe ich nur, damit’s dann nicht heißt, dass ich vorschreiben würde, worüber du sprechen sollst).
 
aph am 19.03.2007 11:42 schrieb:
Meinereiner am 19.03.2007 02:10 schrieb:
Wenn (c) einen Echtheitsnachweis darstellt, so müsste eigentlich das Christentum mit seinen mehr als 2 Mrd. „Anhängern“ und über 2000-jährigen Geschichte einen gewaltigen Echtheitsnachweis darstellen (es sei denn, um es mit deinen Worten auszudrücken, dass man „Fan von Verschwörungstheorien“ ist). Stimmt das?

:P Die 2 Mrd. Gläubigen sind ja keine Zeugen, sondern Anhänger. Mir geht es um die Leute, die tatsächlich bezeugen können, was da z.B. in der Bibel bzw. der Quelle steht. – Gut, wo wird gerade beim Thema angekommen sind: Vieles, was in der Bibel steht, lässt sich natürlich durch Hinweis eben auf Konsistenz mit anderen und vor allem unabhängigen historischen Aufzeichnungen „verifizieren“.
Ich möchte dazu anfügen, dass die Konsistenz zu anderen Theorien dieses Fachgebiets schon deshalb nicht gegeben ist, weil es eine Menge Zeugen gibt, die das genaue Gegenteil bezeugen, nämlich das Jesus explizit NICHT Gottes Sohn war. Ich glaube, wir können nicht einfach Christen und Juden auszählen und die christliche Variante als die wahre bezeichnen, nur weil es mehr Christen gibt, oder?
Ich habe ja auch darauf hingewiesen (das hat Meinereiner aber weggelassen), dass ich nicht mit solch einer Argumentation angefangen habe: http://www.pcgames.de/?menu=0901&s=thread&gid=81&bid=10&tid=4234796&page=129
Abgesehen davon ist auch eine größerer Befürworterkreis von Relevanz, auch wenn ich das ethisch zum Teil bedenklich finde und auch diese Relevanz nicht allzu hoch einschätze. Gegeben ist sie aber trotzdem. In den Naturwissenschaften wird ja auch die Theorie am ehesten akzeptiert, hinter der die meisten Forscher stehen. Aber wie gesagt, so eine Argumentation sagt mir persönlich eher wenig zu.
Es wäre vermutlich einfacher, Gott als historisch belegt zu betrachten, wenn es nur eine Religion gäbe. *g*
Ein Witz oder ernst gemeint? Wenn letzteres der Fall ist, inwiefern?
 
Custer am 19.03.2007 12:44 schrieb:
Interessant ist, das es KEINEN Beweis dafür gibt, dass Jesu jemals gelebt hat, egal wieviele Särge James Cameron noch ausgräbt und Hollywoodlike inszeniert :-D
Ohne Worte ... :rolleyes:
Es sollte auch in die hinterste Atheistenecke gedrungen sein, dass es "Beweise" für die Existenz Jesu (im Sinne der Geschichtswissenschaften) gibt.
 
crackajack am 19.03.2007 14:26 schrieb:
Du kannst deine Finger wund tippen und weiter im Kreis argumentieren, aber wenn nicht mehr kommt wie die Bibel als Beweis/Hinweis, dann bringt mir das überhaupt nichts.
Ich glaube du verkennst die derzeitige Diskussion um den "historischen Beweis", andernfalls kann ich mir das "im Kreis argumentieren" nicht erklären.

ElNonsk am 14.03.2007 13:51 schrieb:
Tja, die Frage ist eben, ob du es „WIRKLICH“ (und mit „wirklich“ meine ich auch „wirklich“) versuchst hast, oder nicht. [...] Es sollte sich aber jeder selbst fragen, ob er es wirklich schon einmal ernsthaft versucht hat. Und ob er es nicht noch einmal versuchen wollte? [1 Versuch ist wohl eine etwas kleine Erfahrungsbasis ;-)
Keine Ahnung wie ernsthaft(er) versuchen aussehen soll.
Ich war (und bin) Mitglied der kath. Kirche, habe in der Volksschulzeit freiwillig (obgleich ich ja nicht an den freien Willen glaube *g*) die Fürbitten in der Kindermesse gelesen. Wirklich bewusst habe ich mich wohl erst mit ca. 12 mit Religion oder Gott beschäftigt. Vornehmlich zu Hause und bin da nur auf (mir) nichtssagende Antworten gestossen (genau dieses Niveau hatte dein Wiederbelebungspost).
.....
Wie gesagt, da maße ich mir nicht zu, darüber entscheiden zu können. Du musst schon selbst zu dir ehrlich sein. Das kann ich dir nicht abnehmen ;-)

Du kannst ja unter Voraussetzung beten, dass es Gott zumindest der Möglichkeit halber gibt. Oder etwa nicht?
Blöd nur das falscher Gottglaube bei der einen oder anderen Religion nicht so gern gesehen wird. ;-) Am Ende komme ich genau deswegen noch in die Hölle. muahahaha :ugly:
Wenn es ernst gemeint ist (da kann man sich bei dir ja nie so sicher sein :-D ): Dann musst du jede Religion überprüfen, um schließlich zu einem Ergebnis zu kommen.

P. S.: Irgendwie verstehe ich deine Aufregung nicht. Ich meine, wie hattest du dir denn vorgestellt, dass ich zum christlichen Gott kommen würde, ohne dass dabei die Bibel genannt würde? Da müsste ich mich ja fast schon selbst als "Heiland" sehen, der "frohe Kunde" bringt. Ich bin so vermessen wie Hegel und sage, dass der "Weltgeist sich in mir manifestiert habe".
Wenn du aber wieder zum philos. Gott zurückkehren willst, bitte, da gibts "Beweise/Hinweise" und "Gegenbeweise/Gegenhinweise (wie nennt man so was *g*)" en masse, aber zum christlichen Gott wirst du nur kommen, wenn du dich an der Bibeldiskussion beteiligst.

P. P. S.: Bin mir nicht mehr sicher: Hast du damals dann verstanden, was ich mit Kant und den Naturgesetzen gemeint hatte?
 
TBrain am 19.03.2007 14:34 schrieb:
Ja OK das was meinereiner über Logik geschrieben hat ist richtig. Wenn du aber mittels Logik Werte herleitest, dann bist du ja trotzdem an einer Stelle subjektiv (bei der Auswahl der Prämissen). Je nachdem von welchen Prämissen du glaubst, dass sie die richtigen sind, kommst du zu unterschiedlichen Werten.

Man kann also keine Werte nur aufgrund der Logik herleiten, weil irgendwo am Anfang die subjektive Auswahl von Prämissen steht (Der Glaube, dass die gewählten Prämissen die richtigen sind)
Du hast völlig Recht, und ich habe ja auch nie behauptet, dass meine Werte NUR auf Logik aufbauen (wenn ihr genau hinschaut waren da sage und schreibe 3 Zielsetzungen meines Handelns!). Aber ich fand's wichtig, Logik zu erwähnen, weil sie sehr wichtig für mich ist, um meine Werte zu begründen. Manchen Leuten scheinen ihre Prämissen zu genügen. ;)
 
aph am 18.03.2007 19:38 schrieb:
ElNonsk am 18.03.2007 19:29 schrieb:
Ich habe eine das Vorgehen der Geschichtswissenschaften vorgestellt. Ein Historiker muss von der Richtigkeit der Quelle ausgehen. Insodern bist du tatsächlich in der Bringschuld, wenn du logisch vorgehen willst.
Nein, der Inhalt ist auch wichtig. Niemand würde einen Beweis dafür verlangen, dass Grimms Märchen nicht wahre Begebenheiten bezeugen.
Wenn du davon ausgehst, was die "Allgemeinheit" (was für ein schönes nichtssagende Wort) denkt, gebe ich dir Recht. Wenn du aber von den Geschichtswissenschaften ausgehst, liegst du falsch. Der Historiker muss in der Tat den Nachweis bringen, dass die geschilderten Vorgänge Märchen und nicht "wahres Geschehen" darstellen (was ja aufgrund der zusätzlich gegeben Quelle recht leicht ist -> mir wäre jedenfalls neu, dass die Brüder Grimm behauptet hätten, dass sie keine Märchen gesammenlt haben).
Ich habe schon auf den Kreisschluss hingewiesen. Wenn dem nicht so ist, weise es nach.
Welcher Kreisschluss?
Du gehst davon aus, dass alle "Gläubigen" im Unrecht sind (es also z. B. keinen Gott gibt) und du, bzw. der Atheismus Recht haben. Daraus folgerst du, dass der Atheismus die Bezeichnung Weltanschauung nicht verdient.
Das ist der Kreisschluss, den ich meine.
Siehst du, genau deshalb argumentierst du nicht vernünftig. Du gehst von Gegebenheiten aus, die, gerade angesichts dieses Threads, nicht gegeben sind (sonst könntest du dich darauf rausreden, dass du es nicht besser weißt).
Welche Gegebenheiten? Ich behaupte ja keine.
Behauptete Gegebenheiten: Dass in dem Thread alle "Beweisversuche" widerlegt wurden. Stimmt nicht (aber das steht ja weiter oben genauer).

Mich würde es ungemein interessieren, wie die Logik deine Werte rechtfertigt. Ich warte auf konkrete Beispiele *gg*
Ich habe mehr als nur die Logik aufgezählt.
Ja, aber du hast auch die Logik aufgezählt. Und ich möchte eben wissen, wie die Logik diese Werte rechtfertigen soll. Aber sei's drum, ich will kein spitzfindiger Paragraphenreiter sein. Ich gehe dann davon aus, dass du etwas anderes gemeint hast.
 
ElNonsk am 19.03.2007 16:20 schrieb:
Wenn ich dich aber völlig falsch verstanden habe, so bitte ich dich, weiter in die Diskussion einzugreifen.
Also ... Logik habe ich eigentlich nicht so oft im Zusammenhang mit Naturwissenschaften verwendet. Allerdings bestehe ich genau wie meinereiner nach wie vor auf den Unterschieden zwischen Naturwissenschaften und Geschichtswissenschaften. Die Diskussion führt(e) meinereiner völlig ausreichend dazu. Ich kann das Ergebnis eures Disputs abwarten, aber eigentlich bin ich der Meinung, dass es bereits ein Ergebnis gibt. Meinereiners Argumente haben mich 100%ig überzeugt, weil ich sie logisch(!) finde.
Daher ja meine Ansicht, dass ihr euch nur noch im Kreis dreht.

„Historischer Gottesbeweis“ – derzeit offenes Thema
Wie gesagt: Empfinde ich nicht mehr als offen, sondern als negativ beschieden.

Erste Ursache – kannst du ruhig widerlegen (ich habe da nicht genau verstanden, ob dich dieser „Beweis“ eher überzeugt hat oder eher nicht, da du einerseits schreibst, dass du ihn recht – ich zitiere – „vielversprechend“ fandest, andererseits behauptest du aber wieder, dass in dieser Diskussion alle Argumente bezüglich Gottes Existenz widerlegt worden seien.
Ja, dieser Beweisversuch war letztlich nicht überzeugend, aber er war von allen bisherigen derjenige, der am nahesten daran war, mich von meinem Standpunkt wegzubekommen.

ElNonsk am 19.03.2007 16:45 schrieb:
Es wäre vermutlich einfacher, Gott als historisch belegt zu betrachten, wenn es nur eine Religion gäbe. *g*
Ein Witz oder ernst gemeint? Wenn letzteres der Fall ist, inwiefern?
Kein Witz. Es ist doch so, dass du den christlichen Gott historisch bezeugt siehst? Wenn ich mich richtig erinnere, sei die Bibel Zeugnis von Begegnungen von Menschen mit Gott, bzw. ihren Erfahrungen mit ihm. Das schließt (korrigiere mich wenn ich irre) auch ihre Erlebnisse mit Jesus' übernatürlichen Erscheinungen mit ein.

Wenn es jetzt so wäre, dass es nur eine einzige Religion gäbe, und alle Gläubigen der Welt exakt denselben Zeugnissen über Gott vertrauen würden, dann hätte ich es doch wahnsinnig viel schwerer, diesen Zeugnissen ihre Glaubwürdigkeit abzusprechen.

Da es aber jeweils millionenfache Zeugnisse gibt, die sich auf dramatische Art widersprechen, kann man eigentlich keine der historisch belegten Zeugnisse Gottes als die wahren anerkennen. Ich wüsste nicht, nach welchen Kriterien ich da eine bevorzugen sollte. Die Millionen Christen mit ihrer Bibel, die Millionen Juden mit ihrer Tora oder die Millionen Moslems mit ihrem Koran?
 
Sofer das nicht schon längst geschehen ist, möchte ich hier mal alle auf folgendes hinweisen:
"Ich weigere mich zu beweisen, dass ich existiere", sagt Gott, "denn ein Beweis ist gegen den Glauben und ohne Glauben bin ich nichts!" - "Aber", sagt der Mensch, "der Babelfisch ist doch eine unbewusste Offenbarung, nicht wahr? Er hätte sich nicht zufällig entwickeln können. Er beweist, dass es dich gibt und darum gibt es dich deiner Argumentation zufolge nicht. Quod erat demonstrandum." - "Ach du lieber Gott", sagt Gott, "daran habe ich gar nicht gedacht!", und löst sich prompt in ein Logikwölkchen auf."~ Douglas Adams
Das sagt schon sehr viel zum Thema Gottesbeweis aus.
Oder noch was:
"Wenn Gott allmächtig ist, kann er dann einen Stein erschaffen, der so schwer ist, dass er ihn selbst nicht anheben kann ?"

Ich finde die ganze Diskussion einigermassen müßig, denn Gott existiert. Den Beweis dafür liefert dir jeder Mensch der an ihn glaubt in genau diesem Augenblick, da er an ihn glaubt.
 
ElNonsk am 19.03.2007 17:23 schrieb:
Wenn du davon ausgehst, was die "Allgemeinheit" (was für ein schönes nichtssagende Wort) denkt, gebe ich dir Recht. Wenn du aber von den Geschichtswissenschaften ausgehst, liegst du falsch. Der Historiker muss in der Tat den Nachweis bringen, dass die geschilderten Vorgänge Märchen und nicht "wahres Geschehen" darstellen (was ja aufgrund der zusätzlich gegeben Quelle recht leicht ist -> mir wäre jedenfalls neu, dass die Brüder Grimm behauptet hätten, dass sie keine Märchen gesammenlt haben).
Naja ... es sollte sich aber bei den Vorgängen doch um Dinge handeln, die nachweisbar sind. Man kann halt nicht verlangen, etwas nicht Widerlegbares zu widerlegen. Wer etwas behauptet, was gemeinhin als "übernatürlich" betrachtet wird (also nicht alltäglich), der ist meiner Ansicht nach in der Beweisschuld.
Es ist doch etwas anderes, wenn ich als Historiker behaupte, Alexander der Große sei schwul gewesen, oder ob ich behaupte, er sei der Sohn eines Stieres und einer Griechin gewesen. Verstehst du, was ich meine?

Du gehst davon aus, dass alle "Gläubigen" im Unrecht sind
Wie ich schon mal schrieb, gehe ich davon nicht aus. Ich gehe nicht davon aus, weil es für meine Vorstellung einer Welt keine Relevanz hat. Stell dir das so vor: Ich lauf da so durch die Welt, und handle gemäß meinem Menschsein, meiner Ziele und meiner Logik ... und bin eigentlich ganz zufrieden und kann das meiste erklären.
Da kommt einer des Weges und sagt: "Hey, alles stammt von einem Spaghettimonster ab!" Sag ich: "Äh ja, danke für den Hinweis, interessante Idee, aber ... spricht irgendwie gar nichts dafür." Da behaart er: "Aha! Du bist also ein Anti-Spaghettianer? Gehörst du jener Weltanschauung an??"
Ja, und das finde ich dann irgendwie anmaßend, weil ich bis dahin ganz gut ohne diese Klassifizierung ausgekommen war.
Verstehst du, was ich meine?

Behauptete Gegebenheiten: Dass in dem Thread alle "Beweisversuche" widerlegt wurden. Stimmt nicht (aber das steht ja weiter oben genauer).
Doch. Dank Logik. *g*
Sie wurden nicht alle "gegenbewiesen", sprich: Es wurde nicht bewiesen, dass sie nicht stimmen können. Aber es wurde in allen Fällen logisch dargelegt, dass sie keine positiven Beweise darstellen.

Ja, aber du hast auch die Logik aufgezählt. Und ich möchte eben wissen, wie die Logik diese Werte rechtfertigen soll. Aber sei's drum, ich will kein spitzfindiger Paragraphenreiter sein. Ich gehe dann davon aus, dass du etwas anderes gemeint hast.
Siehe Antwort an TBrain.
 
@ElNonsk

Jepp, das mit RM und RM3 passt so.

Mein Problem ist eben, wie eine solche Hilfstheorie in den empirischen Wissenschaften aussehen kann und, wenn sie denn möglich ist, inwiefern sie sich dann von einer historischen „Hilfstheorie“ (die es ja nach deiner Aussage nicht gibt) unterscheiden würde.

Ein reales Beispiel aus den Naturwissenschaften kann ich nicht geben (ich kann nur auf meine Beispiel mit den Billardkugeln verweisen, was aber womöglich auch unter die Kategorie Konsistenz mit anderen Theorien fällt); ich wüsste auch nicht, wo man danach suchen sollte, denn das ist einfach ZU fachwissenschaftlich (und leider nicht mein Fach).

Aber vielleicht hilft das ja weiter: Wenn wir uns mal an das Relevanzlogikbeispiel mit RM und RM3 halten, was unterscheidet dann eine Theorie T von ihrer Hilfstheorie TH? Nun, offenbar ist die Erklärungsmächtigkeit von TH eine echte Teilmenge der Erklärungsmächtigkeit von T. RM (als T) kann bestimmte Formeln F1 bis Fn auf RM-Gültigkeit und RM-Nichtgültigkeit prüfen. RM3 (als TH) kann dieselben Formeln F1 bis Fn lediglich auf RM-Nichtgültigkeit prüfen.

Auf Naturwissenschaften umgemünzt hieße das dann wohl etwa, dass TH eine weniger gut bewährte Version von T ist (vgl. mein Billardkugelnbeispiel).

Wie sähe das aber in den Geschichtswissenschaften aus? Vermutlich, dass TH eine wenige wahrscheinliche Version von T ist. Wie sollte aber so eine weniger wahrscheinliche Hilfstheorie aussehen? In dem Billardkugelnbeispiel habe ich einen Analogieschluss verwendet (Billardkugeln verhalten sich wie Atome); in den Geschichtswissenschaften (für das Beispiel, dass Aristoteles die Analytica Priora nicht geschrieben hat) müsste das dann etwa so aussehen, dass wir z.B. wüssten, dass Nikomachos (der Vater von Aristoteles) keine logischen Schriften verfasst hat und dass wir wüssten, dass Aristoteles direkt nach seinem Vater schlug. So könnten wir davon ausgehen, dass Aristoteles die Analytica Priora nicht geschrieben hat, da sie ja logische Schriften sind. Wäre evtl. eine Möglichkeit, (obwohl sich hier schon auf den ersten Blick viele Schwierigkeiten ergeben, z.B. dass, wenn das Billardkugelnbeispiel eher auf den Punkt Konsistenz mit anderen Theorien verweist, dann auch dieses Beispiel; das müsste man alles genauer untersuchen zusammen mit den anderen möglichen Formen von Hilfstheorien), reißt aber auch nicht viel aus dem Feuer, denn letztendlich bin ich, wie aph, auch der Meinung, dass du nicht glaubhaft wirst zeigen können, dass naturwissenschaftliche Belege genauso einzuschätzen sind, wie historische; das dünkt schon intuitiv viel zu unplausibel. Wenn nur einer meiner Hinweise auf die Vorteile eines einmaligen Experiments (die eingeschlossen, die mir noch gar nicht in den Sinn gekommen sind), plausibel bleibt, ist die Sache damit gegessen. Und selbst wenn ein einmaliges Experiment tatsächlich keine Vorteile haben sollte, bleibt, wie geschrieben, noch immer der Verweis auf Wiederholbarkeit von Experimenten sowie die implizite Bewährung unserer Theorien im Alltag. Schadensbegrenzung ist eine Sache, die Vorteile des Experimentes PLAUSIBEL wegzudiskutieren ein gaaanz andere.

Lakatos:

Ne, in Lakatos’ Sinne habe ich das nicht gemeint; zur Erklärung: Popper hat behauptet, Theorien würden widerlegt, wenn sich eine mit der Theorie inkonsistente Beobachtung machen ließe. Kuhn hingegen hat die Sache völlig anders aufgezogen, indem er von sog. Paradigmata spricht. Paradigmata gäben dabei z.B. vor, was etwa ein wissenschaftlich relevantes Problem sei (ist z.B. die Frage nach dem fliegenden Spaghettimonster von wissenschaftlicher Relevanz?), wie solche Probleme zu lösen seien (z.B. durch Experimente oder durch reines spekulieren), welche Apparate zur Lösung des Problems verwendet werden sollten (lieber das Mikroskop oder doch die Biotonne?), an welchen Theorien man sich zu orientieren habe (sollte sich eine Theorie, die etwas über Atome sagt, eher am Atommodell oder an Leibnizens Monadenlehre orientieren?), welche Daten für die Theorie relevant seien (muss ich für meine Atomtheorie die Beobachtung mit einbeziehen, dass es Leute mit Laktoseintoleranz gibt?), was überhaupt als Datum gelte (gilt die Tatsache, dass sich mir das fliegende Spaghettimonster im Traume offenbart hat als wissenschaftlich verwertbares Datum?) usw. usf.

Die Zerstörung (Widerlegung) solcher Paradigmata gestalte sich dabei weitaus schwieriger, als es Popper vorausgesagt hat. Wenn etwa ein Experiment nicht das Ergebnis erbringt, was das Paradigma nahe legt, dann sei zuerst einmal der Wissenschaftler schuld. Wenn das ausgeschlossen wurde und das Problem (Anomalie heißt es in Kuhns Terminologie) weiterhin besteht, könne man hie und da am Paradigma rumdrehen und schauen, ob es sich nicht doch noch einfügt. Wenn das Problem dann noch immer besteht, könne man es für spätere Generationen zurücklegen. Ist auch das keine Option, könne man es endlich als tatsächliches Problem wahrnehmen. Dann könne es dazu kommen, dass man sich einigt, dass das momentane Paradigma einfach unangemessen sei. In dieser Situation kämen dann Anwärter auf, die als neues Paradigma kandidieren und womöglich würde das alte Paradigma KOMPLETT durch eines der neuen ersetzt. Dieser Paradigmenwechsel sei dabei jedoch absolut irrational; es sei rational nicht zu erklären, warum gerade dieses oder jenes Paradigma aus dem Streit als Sieger hervorgegangen ist.

Was Lakatos dagegen eingewendet hat, ist, dass Paradigmenwechsel (a) nicht irrational seien und (b) Paradigmata nicht KOMPLETT wiederlegt würden. Stattdessen gäbe es einen sog. harten Kern, der jeden Paradigmenwechsel überlebe. Der Energieerhaltungssatz sei etwa so ein harter Kern. Die Theorien im Schutzgürtel des EES seien dabei Theorien, die auf selbigen sich stützen. Behauptete dann eine Theorie, der EES sei falsch, dann würde eher diese Theorie denn der EES verworfen. Diese Theorien im Schutzgürtel sind eben die Theorien, die hin und wieder verworfen würden. – Das ist im Grunde der ganze Witz an der Geschichte...und absolut nicht unproblematisch.

Es ist ja nicht so, dass nur ein einziger Mensch von Jesus erzählt, sondern dass es im Gegenteil eine recht große Menge an Zeugnissen gibt. Der „Echtheitsnachweis“ nach (c) bleibt also (auch wenn er mir so nicht so gefällt).

Joar, das kriegt man noch durch Verweis auf andere, unabhängige historische Aufzeichnungen „verifiziert“ und bis dahin ist die Bibel ein historisches Dokument wie alle anderen. Wie sieht es aber mit dem Punkt aus, dass Jesus Gottes Sohn sei, Wasser in Wein verwandelt habe usw.? Genau in diesen Punkten kann die Bibel wohl nicht mehr als historisch brauchbares Dokument gelten.

Ich sage ja, dass sich die Theologie unter anderem (nicht nur) mit dem Thema beschäftigt. Zum Letztgenannten bleibt aber weiterhin zu sagen, dass ein „Zeuge“ nicht seinen eigene Glaubwürdigkeit beweisen kann, man ihm also einen Vertrauensvorschuss geben muss, der dann je nach weiterer Untersuchung und weiteren „Belegen“ oder „Gegenbelegen“ als gerechtfertigt oder ungerechtfertigt erachtet werden muss.

Jepp, das ist dann wieder der Punkt mit der Konsistenz mit anderen Theorien. Wenn dieses Kriterium aber nicht angewendet werden kann (weil die Behauptung z.B. metaphysischer Art ist, sodass es schlichtweg keine brauchbaren Theorien gibt, die mit der fraglichen Theorie konsistent sind), dann haben wir ein Problem betreff der Glaubwürdigkeit der fraglichen Textstelle. – Zeugen einen Vertrauensvorschuss zu geben, ist zwar eine löbliche Sache, widerspricht aber völlig der gängigen Praxis: Wer als Zeuge vor Gericht behauptet, der Angeklagte sei nicht der Mörder, sondern dessen absolut identischer Klon, der aber zufällig schon wieder abgereist sei, sollte nicht mit einem Vertrauensvorschuss rechnen. Sonst würde man vor Gericht ja nur noch metaphysisch argumentieren: „Tja, können wir nicht überprüfen, also bekommt mein Zeuge Vertrauensvorschuss, ergo Freispruch!“.

(Ich bin anbei bemerkt entschieden dagegen, von DER Bibel als historischem Dokument zu sprechen. Die Bibel ist eine Zusammenstellung von Texten: Einige Texte kommen als brauchbare historische Dokumente in Frage, andere nicht. Der Verweis auf eine historisch belegte Stelle in der Bibel und der Schluss darauf, dass demnach DIE Bibel als Ganzes als brauchbares historisches Dokument in Frage komme, bzw. der Verweis auf eine historisch nicht belegte Stelle und der Schluss, dass demnach DIE Bibel im Ganzen kein historisch brauchbares Dokument sei, wäre schlichtweg Unsinn – hier hätten wir einen Fall, wo ein Induktionsschluss auch unter pragmatischen Gesichtspunkten unzulässig ist.)

Tja intuitiv würde ich ja sagen, dass sie keine „Meinung“ zum Thema, weil es sie eben innerlich nicht berührt. Aber das wäre ja ein Kreisschluss. Deshalb frage ich ja, warum die Mehrheit keine „Meinung“ dazu hat.

Eine Zusammenfassung dünkt mir hier ganz hilfreich:

Du hattest geschrieben:

Aber sowohl der zwingende „mathematische“ Gottesbeweis (den Anselm von Canterbury gefunden zu glauben hatte) [der Beweis war übrigens nicht mathematischer, sondern prädikatenlogischer Natur :P ], als auch der „physikalische“ Gottesbeweis des Aquinaten und alle in diese Richtung gehenden Gottesbeweise bleiben uns innerlich fern. Das liegt in der Natur solcher „Beweise“. Wenn jemand beweisen könnte, dass Alpha Centauri nicht 1,3 pc sondern 1,7 pc von unserer Erde entfernt ist, so würde diese Entdeckung sicher einige interessieren, aber sie würde wohl kaum Emotionen auslösen (außer beim wütenden Astrophysiker, der die Strecke auf 1,3 pc berechnet hatte :D ).

Welche Überlegung steht hierhinter? Offenbar diejenige, dass Gott sich auf eine Weise offenbare, die ALLEN Menschen zugänglich ist, nämlich auf einer emotionalen Ebene. Da naturwissenschaftliche Beweise nicht ALLE Menschen auf einer emotionalen Ebene berühren, offenbare sich demnach Gott nicht durch naturwissenschaftliche Beweise (richtig?). In Anlehnung an das von Doc_Holiday gebrachte Benedikt XVI-Zitat bezweifle ich aber im Grunde, dass Gott nur EINEN Weg kennt, sich zu offenbaren (müsste irgendwo zwischen den Zeilen stehen). Selbst wenn es letztlich stets darum geht, jemanden auf einer emotionalen Ebene zu berühren, ist damit noch nicht festgelegt, dass darum auch stets dasselbe Mittel Anwendung findet. Warum sollte sich Gott einem weltoffenen Naturwissenschaftler nicht DURCH einen naturwissenschaftlichen Beweis offenbaren? Dieser Beweis würde dann zwar nur von einer sehr kleinen Menge Menschen überhaupt akzeptiert, aber wo liegt das Problem? Deiner Behauptung, Gott offenbare sich nicht in naturwissenschaftlichen u.ä. Beweisen, weil die meisten Menschen davon emotional nicht berührt würden, setze ich entgegen, dass sich Gott in so vielen Weise offenbaren würde, wie nötig
 
oder überhaupt denkbar sind – wirf hundert Pfeile Richtung Zielscheibe, einer wird schon treffen.
 
In ca. 2 Wochen können wir diesen Fred als Buch veröffentlichen.........
 
Meinereiner am 19.03.2007 19:51 schrieb:
oder überhaupt denkbar sind – wirf hundert Pfeile Richtung Zielscheibe, einer wird schon treffen.
Knapp daneben ... 13 Worte hättste schon noch einsparen können, um wieder im Rahmen zu bleiben. :P

Aber eigentlich war auch keines zu viel, muss ich nach dem Lesen gestehen. :/
 
aph am 19.03.2007 17:36 schrieb:
ElNonsk am 19.03.2007 16:20 schrieb:
Wenn ich dich aber völlig falsch verstanden habe, so bitte ich dich, weiter in die Diskussion einzugreifen.
Also ... Logik habe ich eigentlich nicht so oft im Zusammenhang mit Naturwissenschaften verwendet. Allerdings bestehe ich genau wie meinereiner nach wie vor auf den Unterschieden zwischen Naturwissenschaften und Geschichtswissenschaften. Die Diskussion führt(e) meinereiner völlig ausreichend dazu. Ich kann das Ergebnis eures Disputs abwarten, aber eigentlich bin ich der Meinung, dass es bereits ein Ergebnis gibt. Meinereiners Argumente haben mich 100%ig überzeugt, weil ich sie logisch(!) finde.
Daher ja meine Ansicht, dass ihr euch nur noch im Kreis dreht.
Darf ich das so verstehen, dass meine Argumente „unlogisch“ sind *g*
Dann dürften wir uns ja gar nicht im Kreis drehen, denn dann müssten seine Argumente ja meine ohne Probleme übertrumpfen und die Diskussion wäre bald zu Ende (es sei denn du gehst davon aus, dass ich nur Blödsinn labere *g* -> dann erübrigt sich tatsächlich jede weitere Diskussion).

„Historischer Gottesbeweis“ – derzeit offenes Thema
Wie gesagt: Empfinde ich nicht mehr als offen, sondern als negativ beschieden.
Deine Meinung sei dir ungenommen, aber könntest du dann bitte auch darlegen, wieso du die Sachlage so siehst (wie gesagt, ich kann ja nicht deine Gedanken lesen, um zu verstehen, wieso du mich widerlegt siehst)?

Erste Ursache – kannst du ruhig widerlegen (ich habe da nicht genau verstanden, ob dich dieser „Beweis“ eher überzeugt hat oder eher nicht, da du einerseits schreibst, dass du ihn recht – ich zitiere – „vielversprechend“ fandest, andererseits behauptest du aber wieder, dass in dieser Diskussion alle Argumente bezüglich Gottes Existenz widerlegt worden seien.
Ja, dieser Beweisversuch war letztlich nicht überzeugend, aber er war von allen bisherigen derjenige, der am nahesten daran war, mich von meinem Standpunkt wegzubekommen.
Was war daran nicht überzeugend bzw. woran krankt er?

ElNonsk am 19.03.2007 16:45 schrieb:
Es wäre vermutlich einfacher, Gott als historisch belegt zu betrachten, wenn es nur eine Religion gäbe. *g*
Ein Witz oder ernst gemeint? Wenn letzteres der Fall ist, inwiefern?
Kein Witz. Es ist doch so, dass du den christlichen Gott historisch bezeugt siehst? Wenn ich mich richtig erinnere, sei die Bibel Zeugnis von Begegnungen von Menschen mit Gott, bzw. ihren Erfahrungen mit ihm. Das schließt (korrigiere mich wenn ich irre) auch ihre Erlebnisse mit Jesus' übernatürlichen Erscheinungen mit ein.

Wenn es jetzt so wäre, dass es nur eine einzige Religion gäbe, und alle Gläubigen der Welt exakt denselben Zeugnissen über Gott vertrauen würden, dann hätte ich es doch wahnsinnig viel schwerer, diesen Zeugnissen ihre Glaubwürdigkeit abzusprechen.

Da es aber jeweils millionenfache Zeugnisse gibt, die sich auf dramatische Art widersprechen, kann man eigentlich keine der historisch belegten Zeugnisse Gottes als die wahren anerkennen. Ich wüsste nicht, nach welchen Kriterien ich da eine bevorzugen sollte. Die Millionen Christen mit ihrer Bibel, die Millionen Juden mit ihrer Tora oder die Millionen Moslems mit ihrem Koran?
Da sind wir wieder bei dem Punkt, der mir persönlich nicht so gefällt (vielleicht bin ich da aber auch aus der Geschichte heraus zu sehr gebrandmarkt): Wenn ich deiner Argumentation folgen würde, müsste ich ja der „Masse“ Glauben schenken, so nach dem Motto „wenn es alle so sehen, dann wird’s wohl so sein“. Das passt mir aber nicht so Recht.
Die Frage nach dem Kriterium, das angewendet werden sollte, könnte dann einfach so gelöst werden, dass die Anzahl (Mehrheit) der Gläubigen zur Richtschnur für den Wahrheitsgehalt der Religion werden würde, was zurzeit ja auf das Christentum zutreffen würde. Mir persönlich gefällt das aber eben nicht.
Was aber die „historisch belegten Zeugnisse“ von Gott angeht, kann man ja auch so antworten. Die drei von dir genannten Weltreligionen gehen alle davon, dass es einen Gott gibt. Nun könnte man natürlich darüber streiten, welche Attribute diese Religionen diesem einen Gott zuweisen, Fakt bleibt aber, dass sie allesamt von seiner Existenz ausgehen. Insofern hättest du dann ja wieder ein Zeugnis, dass es einen Gott gibt, immerhin stimmen da die von dir genannten Religionen überein. Du müsstest dann nur mehr herausfinden, wer denn absolut „Recht“ hat. Aber wie gesagt, solche Argumentationen gefallen mir persönlich nicht so sehr.
 
ElNonsk am 21.03.2007 15:35 schrieb:
Darf ich das so verstehen, dass meine Argumente „unlogisch“ sind *g*
Dann dürften wir uns ja gar nicht im Kreis drehen, denn dann müssten seine Argumente ja meine ohne Probleme übertrumpfen und die Diskussion wäre bald zu Ende.
Korrekt. Es geht mir in der Tat momentan so, dass ich das Gefühl habe, dass du den Fehler in deinen logischen Schlüssen einfach nicht einsehen willst. Ich habe keine Idee, wie wir aus dieser Zwickmühle rauskommen könnten.
Ich glaube, dass du dir einfach vor einigen Jahren - oder basierend auf der neulich verlinkten Webseite - diese Theorie der Gleichsetzung naturwissenschaftlicher und historischer Beweise zurecht gelegt hast. Darauf fußt deine gesamte Beweisführung. Aber die Gleichsetzung ist einfach falsch, und alle Argumente nützen nichts, weil du es dir nicht leisten kannst, dir einen Fehler einzugestehen. Nein, im Zweifelsfall erhebst du dich lieber über deine Gesprächspartner und unterstellst ihnen mangelndes Verständnis.
Vergleiche hierzu die Stelle in meinereiners letzten Antworten, an der er sich mit meiner Ansicht solidarisch erklärt.
Wir haben hier ein echtes Problem, wenn Uneinigkeit über Logik (im Sinne Lehre vom richtigen Schluss) besteht.

Deine Meinung sei dir ungenommen, aber könntest du dann bitte auch darlegen, wieso du die Sachlage so siehst (wie gesagt, ich kann ja nicht deine Gedanken lesen, um zu verstehen, wieso du mich widerlegt siehst)?
Experimentelle Bestätigung, Konsistenz zu anderen bestehenden oder konkurrierenden Theorien, Wiederholbarkeit von Experimenten, Möglichkeit von überprüfbaren Vorhersagen. Das sind nach wie vor die Stichworte, die die Unterschiedlichkeit der Fachgebiete aufzeigen. Da nützt auch alles Abtauchen in Details oder das Auffinden kruder Generalabrechner (Popper) nichts.

Erste Ursache – ...
Was war daran nicht überzeugend bzw. woran krankt er?
Er wäre logisch schlüssig, wenn man a) nachweisen könnte, dass das Universum zwingend zeitlich endlich ist und b) Indizien vorliegen, dass es keine multiplen, unabhängigen ersten Ursachen geben kann.
Näheres siehe Thread.

Was aber die „historisch belegten Zeugnisse“ von Gott angeht, kann man ja auch so antworten. Die drei von dir genannten Weltreligionen gehen alle davon, dass es einen Gott gibt. Nun könnte man natürlich darüber streiten, welche Attribute diese Religionen diesem einen Gott zuweisen, Fakt bleibt aber, dass sie allesamt von seiner Existenz ausgehen. Insofern hättest du dann ja wieder ein Zeugnis, dass es einen Gott gibt, immerhin stimmen da die von dir genannten Religionen überein. Du müsstest dann nur mehr herausfinden, wer denn absolut „Recht“ hat. Aber wie gesagt, solche Argumentationen gefallen mir persönlich nicht so sehr.
Da stellt sich mir allerdings die Frage, ob dieses einzelne Bezeugnis so heraustrennbar ist. Die Religionen bezeugen keinen philosophischen Gott, sondern jeweils einen ganz bestimmten, mit gewissen Eigenschaften. Es steht in den Bibeln nicht "Es gibt ganz sicher einen Gott! Wir glauben, dass er vielleicht folgendermaßen ist ...", sondern es steht darin (sinngemäß) "Es gibt Gott und er ist soundso und nicht anders!"
Keiner der Zeugen (Verfasser jener Bücher) würde es zulassen, dass sein Zeugnis über Gott solche Varianten erlaubte. Die Untrennbarkeit von Gott und seinen Eigenschaften bzw. näheren Beschreibungen seines Wirkens wie zB die Gestalt Jesus wohnt den Zeugnissen inne, die du anführst.

Ein anderer Kritikpunkt ist daran freilich, dass Zeugen weniger glaubwürdig werden, wenn sie sich an einigen Stellen irren. Was ist von einem Dutzend Zeugen zu halten, die in der Mordnacht bei stürmischen Wetter alle einen Mann im Schatten gesehen haben wollen, aber jeder von ihnen beschreibt ihn mal als Krüppel, mal als drahtigen Mittzwanziger, mal als Kind und einer sogar als Frau?
 
ElNonsk am 19.03.2007 17:06 schrieb:
crackajack am 19.03.2007 14:26 schrieb:
Du kannst deine Finger wund tippen und weiter im Kreis argumentieren, aber wenn nicht mehr kommt wie die Bibel als Beweis/Hinweis, dann bringt mir das überhaupt nichts.
Ich glaube du verkennst die derzeitige Diskussion um den "historischen Beweis", andernfalls kann ich mir das "im Kreis argumentieren" nicht erklären.
Na das Meinereiner und du dem etwas abgewinnen kann, ist mir schon bewusst. Ich für meinen Teil halte alles was vor 100-200 Jahren in der Weltgeschichte abgelaufen ist für mehr oder weniger irrelevant, weil es einfach nur mehr schwammig bei uns ankommt.
Da zählt das Fantasystandardwerk Bibel halt ganz besonders dazu.
Wenn du das gleich bei der einleitenden Erklärung zu Beweisführung gebracht hättest, wäre das genauso schnell für mich gestorben, aber jetzt bin ich enttäuschter ,weil ich irgendetwas größeres/fassbareres erwartet hatte.

Ein Film über Gandhi, Malcolm X oder Mulumba usw. (oder ganz ernsthaft die Bücher die ich im vorigen post erwähnt hatte) bringt für mich viel mehr wie ein schriftlich verwässertes Zeugnis darüber das ein Jesus über Wasser läuft, Fisch vermehrt, Wasser in Wein wandelt.....
Wie gesagt, da maße ich mir nicht zu, darüber entscheiden zu können. Du musst schon selbst zu dir ehrlich sein. Das kann ich dir nicht abnehmen ;-)
Danke ganz lieb. :-X
Ich habe für mich entschieden das ich ohne Kirche oder Gott ganz gut Christ (was auch immer man darunter verstehen kann) sein kann. Und das das Christentum nicht aus Gottesbegegnungen entstanden ist, sondern aus ganz normalen Menschen. Und bei denen spielte das Wetter, der Grund wo sie lebten und der Tag& Nachtwechsel oder ähnliches eine Rolle und zu guter letzt das Finden einer möglichen irgendwie in sich logischen Antwort (Gott) auf die eine oder andere Frage.
Gott muss aber in meiner "Geschichtsgleichung" keinen Auftritt gehabt haben.
Blöd nur das falscher Gottglaube bei der einen oder anderen Religion nicht so gern gesehen wird. ;-) Am Ende komme ich genau deswegen noch in die Hölle. muahahaha :ugly:
Wenn es ernst gemeint ist (da kann man sich bei dir ja nie so sicher sein :-D
Ich mein schon den Großteil meiner Kommentare ernst. Ich muss das aber nicht so verpacken, oder? :-)
): Dann musst du jede Religion überprüfen, um schließlich zu einem Ergebnis zu kommen.
Wie meinst du das jetzt? Ich soll bei allen Religionen mal nachfragen ob ich Probs bekomme, wenn ich bei dieser und jener Religion an Gott soundso glauben würde. Egal in welcher Religion (mit Gott) ich mich befinden würde, ich würde garantiert mit einer Unzahl von anderen Religion in die Quere kommen.

Wer einen "Verrein" braucht um seine Regeln zu erhalten kann ja gerne bei euch mitmachen. Mir langt das StGB oder die StVO oder die Hausordnung ...... :finger:
P. S.: Irgendwie verstehe ich deine Aufregung nicht.
Aufregung? Enttäuschung, nicht Aufregung!
Es war halt einfach zu wenig/ etwas komplett anderes was ich erwartet hatte, nachdem durchaus interessante Ansätze bei den anderen Beweisen diskutiert wurden. (Den ontologische empfinde ich aber immer noch als ne Frechheit. Ich versteh immer noch nicht was daran ein Beweis sein soll. :finger2: )
Ich meine, wie hattest du dir denn vorgestellt, dass ich zum christlichen Gott kommen würde, ohne dass dabei die Bibel genannt würde? Da müsste ich mich ja fast schon selbst als "Heiland" sehen, der "frohe Kunde" bringt. Ich bin so vermessen wie Hegel und sage, dass der "Weltgeist sich in mir manifestiert habe".
Das wär doch was, mach mal, dann reden wir weiter. :-D

Und du willst doch hoffentlich nicht behaupten dass Gott nicht in dir ist?
Er ist doch immer überall. ;-)
Wenn du aber wieder zum philos. Gott zurückkehren willst, bitte, da gibts "Beweise/Hinweise" und "Gegenbeweise/Gegenhinweise (wie nennt man so was *g*)" en masse
Da haben wir doch schon alle durch und sind zu einem etwa genauso guten Ergebnis gekommen wie Dutzende Profiphilosophen. Aber genau auf so einen neuen habe ich ja eig. gewartet.
, aber zum christlichen Gott wirst du nur kommen, wenn du dich an der Bibeldiskussion beteiligst.
Zwecklos, die Bibel ist bei mir grundsätzlich abgehakt.
P. P. S.: Bin mir nicht mehr sicher: Hast du damals dann verstanden, was ich mit Kant und den Naturgesetzen gemeint hatte?
kA, deine Texte hatten leider nie klare Überschriften, außerdem hast du für mein Verständnis verschiedene Dinge auch mal gemischt, sodass ich schon damals nicht immer ganz folgen konnte. %-)
Wurscht, außer dem unbewegten Beweger und der ursachenlosen Ursache war nichts dabei was nur annähernd meine Aufmerksamkeit wecken konnte.

ElNonsk am 21.03.2007 15:35 schrieb:
aph am 19.03.2007 17:36 schrieb:
ElNonsk am 19.03.2007 16:20 schrieb:
Erste Ursache – kannst du ruhig widerlegen (ich habe da nicht genau verstanden, ob dich dieser „Beweis“ eher überzeugt hat oder eher nicht, da du einerseits schreibst, dass du ihn recht – ich zitiere – „vielversprechend“ fandest, andererseits behauptest du aber wieder, dass in dieser Diskussion alle Argumente bezüglich Gottes Existenz widerlegt worden seien.
Ja, dieser Beweisversuch war letztlich nicht überzeugend, aber er war von allen bisherigen derjenige, der am nahesten daran war, mich von meinem Standpunkt wegzubekommen.
Was war daran nicht überzeugend bzw. woran krankt er?
Außer ein großes Fragezeichen habe ich da auch keine eindeutige Auflösung sehen können. Ob ich da nun den Philogott oder Christgott einsetze, bleibt wie ich meine genau wie du sagst jedem selbst überlassen.
Ist eine Möglichkeit, aber nicht mehr....
 
Meinereiner am 19.03.2007 19:32 schrieb:
@ElNonsk

Jepp, das mit RM und RM3 passt so.
Das ist ja mal schon etwas …. *g*
Mein Problem ist eben, wie eine solche Hilfstheorie in den empirischen Wissenschaften aussehen kann und, wenn sie denn möglich ist, inwiefern sie sich dann von einer historischen „Hilfstheorie“ (die es ja nach deiner Aussage nicht gibt) unterscheiden würde.

Ein reales Beispiel aus den Naturwissenschaften kann ich nicht geben (ich kann nur auf meine Beispiel mit den Billardkugeln verweisen, was aber womöglich auch unter die Kategorie Konsistenz mit anderen Theorien fällt); ich wüsste auch nicht, wo man danach suchen sollte, denn das ist einfach ZU fachwissenschaftlich (und leider nicht mein Fach).

Aber vielleicht hilft das ja weiter: Wenn wir uns mal an das Relevanzlogikbeispiel mit RM und RM3 halten, was unterscheidet dann eine Theorie T von ihrer Hilfstheorie TH? Nun, offenbar ist die Erklärungsmächtigkeit von TH eine echte Teilmenge der Erklärungsmächtigkeit von T. RM (als T) kann bestimmte Formeln F1 bis Fn auf RM-Gültigkeit und RM-Nichtgültigkeit prüfen. RM3 (als TH) kann dieselben Formeln F1 bis Fn lediglich auf RM-Nichtgültigkeit prüfen.

Auf Naturwissenschaften umgemünzt hieße das dann wohl etwa, dass TH eine weniger gut bewährte Version von T ist (vgl. mein Billardkugelnbeispiel).
Ist mir nur so nebenbei eingefallen. Angenommen der Inhalt der Bibel wäre die Theorie. Wäre dann z. B. der ontologische Gottesbeweis die Hilfstheorie dazu (der Hinweis auf Kant würde ja entfallen, da wir die „Bibelfakten“ als empirischen „Beweis“ anführen würden)?
Oder wäre das ganz etwas anderes bzw. falsch?


Wie sähe das aber in den Geschichtswissenschaften aus? Vermutlich, dass TH eine wenige wahrscheinliche Version von T ist. Wie sollte aber so eine weniger wahrscheinliche Hilfstheorie aussehen? In dem Billardkugelnbeispiel habe ich einen Analogieschluss verwendet (Billardkugeln verhalten sich wie Atome); in den Geschichtswissenschaften (für das Beispiel, dass Aristoteles die Analytica Priora nicht geschrieben hat) müsste das dann etwa so aussehen, dass wir z.B. wüssten, dass Nikomachos (der Vater von Aristoteles) keine logischen Schriften verfasst hat und dass wir wüssten, dass Aristoteles direkt nach seinem Vater schlug. So könnten wir davon ausgehen, dass Aristoteles die Analytica Priora nicht geschrieben hat, da sie ja logische Schriften sind. Wäre evtl. eine Möglichkeit, (obwohl sich hier schon auf den ersten Blick viele Schwierigkeiten ergeben, z.B. dass, wenn das Billardkugelnbeispiel eher auf den Punkt Konsistenz mit anderen Theorien verweist, dann auch dieses Beispiel; das müsste man alles genauer untersuchen zusammen mit den anderen möglichen Formen von Hilfstheorien), reißt aber auch nicht viel aus dem Feuer, denn letztendlich bin ich, wie aph, auch der Meinung, dass du nicht glaubhaft wirst zeigen können, dass naturwissenschaftliche Belege genauso einzuschätzen sind, wie historische; das dünkt schon intuitiv viel zu unplausibel.
Ja, aber Intuition ist nicht Logik *g*.
Neee, im Ernst, mich dünkt es intuitiv auch plausibler, dass naturwissenschaftliche Belege nicht auf der gleichen Höhe wie historische Belege anzusiedeln sind (da hab ich wohl zuviel von Peters Text übernommen *g*). Aber zum einen genügt mir Intuition allein nicht (ich meine, wir werden es doch wohl noch schaffen darzulegen, dass meine Position auch aus Sicht der Vernunft nicht stimmt), zum anderen tut dies dem „historischen Beweis“ ja keinen Abbruch. Ob jetzt der „historische Beweis“ mehr oder weniger wert ist, ändert ja nichts an der Tatsache, dass er ein „Beweis/Hinweis“ ist.

Wenn nur einer meiner Hinweise auf die Vorteile eines einmaligen Experiments (die eingeschlossen, die mir noch gar nicht in den Sinn gekommen sind), plausibel bleibt, ist die Sache damit gegessen. Und selbst wenn ein einmaliges Experiment tatsächlich keine Vorteile haben sollte, bleibt, wie geschrieben, noch immer der Verweis auf Wiederholbarkeit von Experimenten sowie die implizite Bewährung unserer Theorien im Alltag. Schadensbegrenzung ist eine Sache, die Vorteile des Experimentes PLAUSIBEL wegzudiskutieren ein gaaanz andere.
Die bisherigen Hinweise auf die Vorteile des Experiments können wohl so zusammengefasst werden:
a) Kontrollierbarkeit der Störvariablen (was ich mit Hinweis auf die Wiederholbarkeit nicht gelten lasse)
b) breite Anerkennung (das gibt’s aber auch bei den historischen Beweisen)
c) Wiederholbarkeit (und die negiere ich ja)

Es wird doch wohl noch andere Vorteile des Experiments geben, damit ich meine Position aufgeben muss. Intuition reicht mir nicht *g*

Es ist ja nicht so, dass nur ein einziger Mensch von Jesus erzählt, sondern dass es im Gegenteil eine recht große Menge an Zeugnissen gibt. Der „Echtheitsnachweis“ nach (c) bleibt also (auch wenn er mir so nicht so gefällt).

Joar, das kriegt man noch durch Verweis auf andere, unabhängige historische Aufzeichnungen „verifiziert“ und bis dahin ist die Bibel ein historisches Dokument wie alle anderen. Wie sieht es aber mit dem Punkt aus, dass Jesus Gottes Sohn sei, Wasser in Wein verwandelt habe usw.? Genau in diesen Punkten kann die Bibel wohl nicht mehr als historisch brauchbares Dokument gelten.

Nur wenn du davon ausgehst, dass es Wunder gar nicht geben kann. Nur weil das Vorhandensein übernatürlicher Phänomene nicht im Erfahrungsbereich der meisten Menschen liegt, kann man aber nicht schließen, dass dies allgemein nicht möglich ist. Es gibt ja auch vieles, das wir nicht selbst erleben, aber trotzdem als wahr betrachten (-> Geschichte). Ansonsten könnte man sich ja von vornherein sparen darüber nachzudenken, ob ein übernatürliches Phänomen überhaupt möglich ist.

Ich sage ja, dass sich die Theologie unter anderem (nicht nur) mit dem Thema beschäftigt. Zum Letztgenannten bleibt aber weiterhin zu sagen, dass ein „Zeuge“ nicht seinen eigene Glaubwürdigkeit beweisen kann, man ihm also einen Vertrauensvorschuss geben muss, der dann je nach weiterer Untersuchung und weiteren „Belegen“ oder „Gegenbelegen“ als gerechtfertigt oder ungerechtfertigt erachtet werden muss.

Jepp, das ist dann wieder der Punkt mit der Konsistenz mit anderen Theorien. Wenn dieses Kriterium aber nicht angewendet werden kann (weil die Behauptung z.B. metaphysischer Art ist, sodass es schlichtweg keine brauchbaren Theorien gibt, die mit der fraglichen Theorie konsistent sind), dann haben wir ein Problem betreff der Glaubwürdigkeit der fraglichen Textstelle. – Zeugen einen Vertrauensvorschuss zu geben, ist zwar eine löbliche Sache, widerspricht aber völlig der gängigen Praxis: Wer als Zeuge vor Gericht behauptet, der Angeklagte sei nicht der Mörder, sondern dessen absolut identischer Klon, der aber zufällig schon wieder abgereist sei, sollte nicht mit einem Vertrauensvorschuss rechnen. Sonst würde man vor Gericht ja nur noch metaphysisch argumentieren: „Tja, können wir nicht überprüfen, also bekommt mein Zeuge Vertrauensvorschuss, ergo Freispruch!“.
Das Argument mit dem Vertrauensvorschuss bleibt bestehen, da ein Zeuge seine eigene Glaubwürdigkeit nicht beweisen kann. Ich stimme deinem Beispiel zu, aber der Vergleich hinkt. Angenommen 2 Zeugen würden diese Behauptung aufstellen, dann würde sich das Gericht schon deutlich schweren tun, ihre beiden Aussagen für nichtig zu erklären. Schließlich müssen die Richter dann auch davon ausgehen, dass beide eine Falschaussage tätigen (ob nun bewusst oder unbewusst). Bei drei Zeugen, die die gleiche Behauptung tätigen, wird das Ganze noch schwieriger. Und nehmen wir mal an, das Gericht befragt nun 10, 20 oder gar hundert Zeugen, die allesamt dasselbe berichten. Es wir immer unwahrscheinlicher, dass diese Zeugen allesamt (bewusst oder unbewusst) eine Falschaussage tätigen, besonders wenn es sich um eine heterogene Gruppe (die Zeugen stehen in keinem direkten Verhältnis zueinander bzw. zum Angeklagten). Das Kriterium Plausibilität, das du selbst vorgeschlagen hast, kommt jetzt zum Vorschein. Schließlich muss das Gericht nun für jeden einzelnen Zeugen PLAUSIBEL anführen können, wieso es seine Aussage für falsch hält.
Und in Bezug auf den christlichen Glauben ist es ja so, dass nicht nur ein Zeuge vorhanden ist.
Ergo: Freispruch, Euer Ehren *gg*

(Ich bin anbei bemerkt entschieden dagegen, von DER Bibel als historischem Dokument zu sprechen. Die Bibel ist eine Zusammenstellung von Texten: Einige Texte kommen als brauchbare historische Dokumente in Frage, andere nicht. Der Verweis auf eine historisch belegte Stelle in der Bibel und der Schluss darauf, dass demnach DIE Bibel als Ganzes als brauchbares historisches Dokument in Frage komme, bzw. der Verweis auf eine historisch nicht belegte Stelle und der Schluss, dass demnach DIE Bibel im Ganzen kein historisch brauchbares Dokument sei, wäre schlichtweg Unsinn – hier hätten wir einen Fall, wo ein Induktionsschluss auch unter pragmatischen Gesichtspunkten unzulässig ist.)
Stimme ich dir vollkommen zu, aber rein formal betrachtet ist die Bibel ein historisches Dokument, so wie z. B. auch Catulls z. T. obszöne (um nicht zu sagen perverse) Gedichte „historische Dokumente“ darstellen.

Tja intuitiv würde ich ja sagen, dass sie keine „Meinung“ zum Thema, weil es sie eben innerlich nicht berührt. Aber das wäre ja ein Kreisschluss. Deshalb frage ich ja, warum die Mehrheit keine „Meinung“ dazu hat.

Eine Zusammenfassung dünkt mir hier ganz hilfreich:

Du hattest geschrieben:

Aber sowohl der zwingende „mathematische“ Gottesbeweis (den Anselm von Canterbury gefunden zu glauben hatte) [der Beweis war übrigens nicht mathematischer, sondern prädikatenlogischer Natur :P ], als auch der „physikalische“ Gottesbeweis des Aquinaten und alle in diese Richtung gehenden Gottesbeweise bleiben uns innerlich fern. Das liegt in der Natur solcher „Beweise“. Wenn jemand beweisen könnte, dass Alpha Centauri nicht 1,3 pc sondern 1,7 pc von unserer Erde entfernt ist, so würde diese Entdeckung sicher einige interessieren, aber sie würde wohl kaum Emotionen auslösen (außer beim wütenden Astrophysiker, der die Strecke auf 1,3 pc berechnet hatte :D ).

Welche Überlegung steht hierhinter? Offenbar diejenige, dass Gott sich auf eine Weise offenbare, die ALLEN Menschen zugänglich ist, nämlich auf einer emotionalen Ebene. Da naturwissenschaftliche Beweise nicht ALLE Menschen auf einer emotionalen Ebene berühren, offenbare sich demnach Gott nicht durch naturwissenschaftliche Beweise (richtig?).
Neinein, Gott kann sich auch durch naturwissenschaftliche undwasweißderTeufelnochallesfürwelche (Ich bin mir der Ironie bewusst *gg*) Beweise dem Menschen „offenbaren“. Bestes Beispiel ist dafür wohl Einstein.
Aber - wie du selbst
 
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Tja intuitiv würde ich ja sagen, dass sie keine „Meinung“ zum Thema, weil es sie eben innerlich nicht berührt. Aber das wäre ja ein Kreisschluss. Deshalb frage ich ja, warum die Mehrheit keine „Meinung“ dazu hat.

Eine Zusammenfassung dünkt mir hier ganz hilfreich:

Du hattest geschrieben:

Aber sowohl der zwingende „mathematische“ Gottesbeweis (den Anselm von Canterbury gefunden zu glauben hatte) [der Beweis war übrigens nicht mathematischer, sondern prädikatenlogischer Natur :P ], als auch der „physikalische“ Gottesbeweis des Aquinaten und alle in diese Richtung gehenden Gottesbeweise bleiben uns innerlich fern. Das liegt in der Natur solcher „Beweise“. Wenn jemand beweisen könnte, dass Alpha Centauri nicht 1,3 pc sondern 1,7 pc von unserer Erde entfernt ist, so würde diese Entdeckung sicher einige interessieren, aber sie würde wohl kaum Emotionen auslösen (außer beim wütenden Astrophysiker, der die Strecke auf 1,3 pc berechnet hatte :D ).

Welche Überlegung steht hierhinter? Offenbar diejenige, dass Gott sich auf eine Weise offenbare, die ALLEN Menschen zugänglich ist, nämlich auf einer emotionalen Ebene. Da naturwissenschaftliche Beweise nicht ALLE Menschen auf einer emotionalen Ebene berühren, offenbare sich demnach Gott nicht durch naturwissenschaftliche Beweise (richtig?).
Neinein, Gott kann sich auch durch naturwissenschaftliche undwasweißderTeufelnochallesfürwelche (Ich bin mir der Ironie bewusst *gg*) Beweise dem Menschen „offenbaren“. Bestes Beispiel ist dafür wohl Einstein.
Aber - wie du selbst sagst - das würde nicht den Großteil der Menschheit betreffen (und was habe ich wohl mit „normalerweise“ bzw. „Norm“ gemeint *g*).
Du aber hattest mit vorgeworfen, dass ich nicht so verallgemeinern dürfte. Eigentlich kann man ja aus deinen Sätzen schon herauslesen, dass die Verallgemeinerung sehr wohl zulässig. Ich habe ja nicht behauptet, dass KEIN Mensch durch naturwissenschaftliche Beweise zu Gott finden kann, sondern nur, dass der Mensch NORMALERWEISE nicht dadurch zu Gott findet.

In Anlehnung an das von Doc_Holiday gebrachte Benedikt XVI-Zitat bezweifle ich aber im Grunde, dass Gott nur EINEN Weg kennt, sich zu offenbaren (müsste irgendwo zwischen den Zeilen stehen). Selbst wenn es letztlich stets darum geht, jemanden auf einer emotionalen Ebene zu berühren, ist damit noch nicht festgelegt, dass darum auch stets dasselbe Mittel Anwendung findet. Warum sollte sich Gott einem weltoffenen Naturwissenschaftler nicht DURCH einen naturwissenschaftlichen Beweis offenbaren? Dieser Beweis würde dann zwar nur von einer sehr kleinen Menge Menschen überhaupt akzeptiert, aber wo liegt das Problem? Deiner Behauptung, Gott offenbare sich nicht in naturwissenschaftlichen u.ä. Beweisen, weil die meisten Menschen davon emotional nicht berührt würden, setze ich entgegen, dass sich Gott in so vielen Weise offenbaren würde, wie nötig
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Siehe oben.
 
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