Ich denke/hoffe/glaube *g* dich verstanden zu haben. Kurze Zusammenfassung des von dir Beschriebenen, damit ich sicher sein kann, dass ich dich richtig verstanden habe:Ein klares Abgrenzungskriterium zu geben, was als Hilfstheorie gilt und was nicht, ist tatsächlich keine Leichtigkeit. Deine Beispiele scheinen mir aber eher unter den Punkt Theorien im Kontext der zu prüfenden Theorie zu fallen. Das ist das, was ich mit „Konsistenz in Bezug auf andere Theorien“ meine. Hilfstheorien sind aber keine Theorien im Kontext, sondern so eine Art Vereinfachungen der ursprünglichen Theorie. Ich kann dir leider kein Beispiel aus den Naturwissenschaften geben, allerdings aus der formalen Logik: Es gibt ein formales System namens RM. Dieses System hinkt daran, dass Beweise unendlich lang werden können. Daher hat man eine Hilfslogik RM3 für RM entwickelt. RM und RM3 stehen dabei in der Relation zueinander, dass Formeln, die in RM3 nicht gültig sind, auch in RM nicht gültig sind (allerdings kann man nicht von RM3-Gültigkeit auf RM-Gültigkeit schließen). Wenn du demnach in RM eine Formel hast, deren Beweis problematisch zu werden scheint, kannst du in RM3 nachschauen und die Formel dort prüfen. Ist sie RM3-ungültig, weißt du, dass sie auch RM-ungültig ist.
RM und RM3 ------- in Relation
WENN: Formel in RM3 ungültig
DANN: Formel in RM ungültig (umgekehrt gilt es nicht)
Bei Unsicherheiten hilft die Überprüfung im RM3-System (zumindest was die Ungültigkeit betrifft).
So richtig?
Da taucht für mich aber ein großes Problem auf. Die formale Logik basiert ja auf dem „korrekten Schlussfolgern“ (ist eben logisch *g*), während dies für die Naturwissenschaften/Geschichtswissenschaften nur bedingt gilt, da beide ja nur mit der Wahrscheinlichkeit hantieren können (insofern ist das Prädikat „logisch“, es sei denn man bewegt sich in der Theorie selbst – ohne diese weiter zu hinterfragen -, für den naturwissenschaftlichen/historischen Beweis nicht gegeben). Aber das weißt du ja selbst besser als ich. Mein Problem ist eben, wie eine solche Hilfstheorie in den empirischen Wissenschaften aussehen kann und, wenn sie denn möglich ist, inwiefern sie sich dann von einer historischen „Hilfstheorie“ (die es ja nach deiner Aussage nicht gibt) unterscheiden würde.
Eine kurze Google-Suche hat mich zum einen auf Seiten zum Thema Psychologie und damit verbundenen „Hilfstheorien“ (aber ich glaube, dass da von einer anderen Definition von „Hilfstheorien“ ausgegangen wird) geführt, zum anderen habe ich das gefunden:
„Lakatos (1974) beschreibt diesen Sachverhalt, wenn er von einer „Kerntheorie“ und „Hilfstheorien“ spricht. Die Hilfstheorien beziehen sich auf die Operationalisierungen und die dabei verwendeten Methoden (Interviews, Beobachtungen, Messungen usw.). Sie bilden einen „Schutzgürtel“, der verhindert, dass die Kerntheorie leichtfertig falsifiziert wird, obwohl sie eigentlich gültig ist (vgl. „Hintergrundwissen“). Die in der Literatur vorfindbare begriffliche Unterscheidung von einem Korrespondenz- und einem Basissatzproblem macht den gleichen Sachverhalt noch deutlicher.“
http://66.102.9.104/search?q=cache:L_9lX6H9gSAJ:www.uni-k%C3%B6ln.de/phil-fak/psych/methoden/veranstaltungen/methoden/versuchsplanung/Versuchsplanung-10-Hypothese-Theorie.pdf+Hilfstheorien&hl=de&ct=clnk&cd=8&gl=de
Das kann es aber auch nicht sein, weil bei dieser „Definition“ von Hilfstheorien u. a. von „Hintergrundwissen“ gesprochen wird, und as wäre doch genau das, was du unter „Konsistenz in Bezug auf andere Theorien“ verstehst. Oder?
Ich bräuchte da tatsächlich ein griffiges (aus den Naturwissenschaften kommendes) Beispiel. Kennst du vielleicht eine Website, die so eines liefern könnte? Oder weiß kennt vielleicht aph ein solches Beispiel?
Jesus ist ja nicht im stillen Kämmerchen sondern in der Öffentlichkeit aufgetreten. Insofern fanden sich damals wohl auch genug „Zeugen“ (deshalb auch der Verweis auf die Geschichte). Es ist ja nicht so, dass nur ein einziger Mensch von Jesus erzählt, sondern dass es im Gegenteil eine recht große Menge an Zeugnissen gibt. Der „Echtheitsnachweis“ nach (c) bleibt also (auch wenn er mir so nicht so gefällt).Wenn (c) einen Echtheitsnachweis darstellt, so müsste eigentlich das Christentum mit seinen mehr als 2 Mrd. „Anhängern“ und über 2000-jährigen Geschichte einen gewaltigen Echtheitsnachweis darstellen (es sei denn, um es mit deinen Worten auszudrücken, dass man „Fan von Verschwörungstheorien“ ist). Stimmt das?
NöDie 2 Mrd. Gläubigen sind ja keine Zeugen, sondern Anhänger. Mir geht es um die Leute, die tatsächlich bezeugen können, was da z.B. in der Bibel bzw. der Quelle steht.
Die 2 Mrd. „Anhänger“ waren darauf gemünzt, dass die tradierte Sache, umso mehr gut dokumentiert sein müsste, da ja der Ausfall einer Quelle dann weniger ins Gewicht fallen würde.
Ich sage ja, dass sich die Theologie unter anderem (nicht nur) mit dem Thema beschäftigt. Zum Letztgenannten bleibt aber weiterhin zu sagen, dass ein „Zeuge“ nicht seinen eigene Glaubwürdigkeit beweisen kann, man ihm also einen Vertrauensvorschuss geben muss, der dann je nach weiterer Untersuchung und weiteren „Belegen“ oder „Gegenbelegen“ als gerechtfertigt oder ungerechtfertigt erachtet werden muss.– Gut, wo wird gerade beim Thema angekommen sind: Vieles, was in der Bibel steht, lässt sich natürlich durch Hinweis eben auf Konsistenz mit anderen und vor allem unabhängigen historischen Aufzeichnungen „verifizieren“. Ich möchte aber behaupten, dass gerade bei den Erzählungen, wo Gott tatsächlich auftritt (und nicht bloß im Hintergrund die Fäden zieht), es wesentlich schwieriger ist, weitere und vor allem unabhängige Belege für die Wahrheit des Bezeugten zu finden (hier müsste aber wohl Doc-Holiday ran, denn Belege habe ich für meine Vermutung absolut nicht Oo).
Das Problem ist ja aber eben, dass diese Theorien (noch?!) gar nicht angewendet werden (können). Kleine Scherzfrage nebenbei: Wozu finanzieren wir dann das Ganze *gg*?Aber auch alles bisher Geschriebene meinerseits gilt unter dem Eingeständnis, dass überhaupt Experimente gemacht werden! In der Tat ist es aber so, dass gerade die moderne Quantenphysik keinerlei Möglichkeit eines Experiments besitzt (sowohl aus finanziellen wie auch aus technischen Gründen). Viele naturwissenschaftliche Theorien sind also nicht einmal experimentell erwiesen. Umso mehr würde ihre „Hinweiskraft“ schwinden.
Diese Theorien werden aber implizit bewährt, wenn sie irgendwo Anwendung finden (also etwa mit den neuen Erkenntnissen ein Apparat gebaut wird). Bei Theorien, die weder explizit noch implizit geprüft werden, kann man freilich nur auf Konsistenz mit anderen Theorien setzen.
Aber das Problem von weder implizit noch explizit geprüften Theorien schilderst du ja selbst, also sind wir hier wieder einer Meinung.
Und das andere vergessen? Ok ^^Ich hatte doch geschrieben, dass ich vom „Normalerweise“ spreche. Du sprichst jetzt aber von Relation. Ich bin verwirrt!?!
Mein Eingangshinweis war so gemeint, wie in dem letzten Beispiel erläutert, demnach einfach daran halten^^
Tja intuitiv würde ich ja sagen, dass sie keine „Meinung“ zum Thema, weil es sie eben innerlich nicht berührt. Aber das wäre ja ein Kreisschluss. Deshalb frage ich ja, warum die Mehrheit keine „Meinung“ dazu hat.Huch? Was soll ich da noch groß begründen? Frag doch einfach mal rum, was die Leute von Gödels Unvollständigkeitssätzen halten. Das wird dir zwar nicht das Warum? beantworten, aber zeigen, dass viele tatsächlich keine Meinung dazu haben.Dann stellt sich wiederum die Frage, wieso die Mehrheit keine „Meinung“ zum Thema hat.
Die 2 Mrd. Gläubigen sind ja keine Zeugen, sondern Anhänger. Mir geht es um die Leute, die tatsächlich bezeugen können, was da z.B. in der Bibel bzw. der Quelle steht.
(und das gilt für alle Religionen/Naturwissenschaften/Geschichtswissenschaften & Co.).
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