Da du ja meine Antwort auch ziemlich hm, sagen wir mal "prägnant" beantwortest, mache ich mal dasselbe
crackajack am 27.01.2006 08:14 schrieb:
1 Wenn Gott existiert, wieso gibt es soviele "falsche" Glaubensrichtungen?
a) Gott hat den Menschen den Menschen mit freiem Willen geschaffen. Ergo kann sich der Mensch für oder gegen ihn entscheiden (damit wäre mal das Verhältnis des Christentum zum Atheismus geklärt, der im Grunde, auch wenn es die Atheisten nicht wahrhaben wollen, nichts anderes als eine Religion ist

)
b) Aus diesem Post entnehme ich, dass du alle übrigen Religionen neben dem Christentum für völlig falsch hälst bzw. dass das Christentum alle anderen Religionen so sehe. Das dem nichts so ist, kann ich dir ganz einfach beweisen.
Ich zitiere dazu einfach einige Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu nichtchristlichen Religionen des 2. Vatikanische Konzil:
"In unserer Zeit, da sich das Menschengeschlecht von Tag zu Tag enger zusammenschließt und die Beziehungen unter den verschiedenen Völkern sich mehren, erwägt die Kirche mit um so größerer Aufmerksamkeit, in welchem Verhältnis sie zu den nichtchristlichen Religionen steht. Gemäß ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern, faßt sie vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinander führt.
Alle Völker sind ja eine einzige Gemeinschaft, sie haben denselben Ursprung, da Gott das ganze Menschengeschlecht auf dem gesamten Erdkreis wohnen ließ; auch haben sie Gott als ein und dasselbe letzte Ziel. Seine Vorsehung, die Bezeugung seiner Güte und seine Heilsratschlüsse erstrecken sich auf alle Menschen [...]
Die Menschen erwarten von den verschiedenen Religionen Antwort auf die ungelösten Rätsel des menschlichen Daseins, die heute wie von je die Herzen der Menschen im tiefsten bewegen: Was ist der Mensch? Was ist Sinn und Ziel unseres Lebens? Was ist das Gute, was die Sünde? Woher kommt das Leid, und welchen Sinn hat es? Was ist der Weg zum wahren Glück? Was ist der Tod, das Gericht und die Vergeltung nach dem Tode? Und schließlich: Was ist jenes letzte und unsagbare Geheimnis unserer Existenz, aus dem wir kommen und wohin wir gehen?"
" [...] So erforschen im Hinduismus die Menschen das göttliche Geheimnis und bringen es in einem unerschöpflichen Reichtum von Mythen und in tiefdringenden philosophischen Versuchen zum Ausdruck und suchen durch asketische Lebensformen oder tiefe Meditation oder liebend-vertrauende Zuflucht zu Gott Befreiung von der Enge und Beschränktheit unserer Lage. In den verschiedenen Formen des Buddhismus wird das radikale Ungenügen der veränderlichen Welt anerkannt und ein Weg gelehrt, auf dem die Menschen mit frommem und vertrauendem Sinn entweder den Zustand vollkommener Befreiung zu erreichen oder - sei es durch eigene Bemühung, sei es vermittels höherer Hilfe - zur höchsten Erleuchtung zu gelangen vermögen. [...]
Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet. Unablässig aber verkündet sie und muß sie verkündigen Christus, der ist "der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat. Deshalb mahnt sie ihre Söhne, daß sie mit KIugheit und Liebe, durch Gespräch und Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen sowie durch ihr Zeugnis des christlichen Glaubens und Lebens jene geistlichen und sittlichen Güter und auch die sozial-kulturellen Werte, die sich bei ihnen finden, anerkennen, wahren und fördern."
"Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. [...]"
"Bei ihrer Besinnung auf das Geheimnis der Kirche gedenkt die Heilige Synode des Bandes, wodurch das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden ist. [...]"
Hm, ich bin wohl doch nicht so "prägnant", wie ich sein wollte
Vollständiger Text:
http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_decl_19651028_nostra-aetate_en.html
2 Wieso sind die regional so zusammenhängend entstanden? Wenn es nur einen richtigen Gott gäben würde, müsste er nicht überall derselbe Gott sein?
Siehe oben.
3 Ist Gott Rassist, weil er so Abgrenzungen in der Menschheit zulässt?
Hängt wieder mit der Entscheidungsfreiheit des Menschen zusammen. Also:
Siehe oben

(na also, jetzt wird es ja noch was mit der Prägnanz *g*)
4 Und was macht der Mensch wenn mal Außerirdische mit ihren "richtigen" Religionen vorbeischauen oder wir extraterrestrisches Leben finden?.....außerirdisches Leben ist ja mehr als wahrscheinlich und wenn dann die Figuren vor uns stehen, werden einige ihr "kann nichts größeres gedacht" werden sehr schnell überdenken müssen.
[/quote]
Also jetzt kommt schon wieder dieser "Schmarrn" mit den Außerirdischen. Ich sagte doch bereits, dass dies alles nur Spekulation ist.
Aber ok machen wir mit dieser Argumentationsstrategie weiter und nehmen wir mal an, dass es Außerirdische wirklich gibt (und dass es nicht nur Würmer sind, die nicht "denken" können

-> wären ja auch Außerirdische) . Was wenn nun diese Außerirdischen an denselben Gott wie wir glauben? Wäre dann die Existenz Gottes für euch eher bewiesen?
Wie ihr seht, beißt ihr euch mit solchen Argumentationsversuchen selbst in den Schwanz.
crackajack am 06.02.2006 15:20 schrieb:
5
crackajack am 06.02.2006 15:20 schrieb:
5 Kannst du dir unendlichen Raum vorstellen oder hört das Universum bei dir bei einer Mauer auf?
Achso, nennen wir die Mauer einfach Gott.
Hier ging es um: wenn man sich unendliche Ketten nicht vorstellen kann, dann muss man an den Beginn der Kette Gott stellen.
Daher hab ich imo etwas ähnliches gefragt.
Du kannst dir trotzdem vorstellen, dass das Universum durch eine unendliche Kausalitätskette "entstanden" (?) ist, aber du würdest dann (und genau das habe ich ja zuvor mit Kants dritter Antinomie gezeigt) gegen die Vernunft handeln. Und ihr wollt ja, anders als mercury123 und Trickmaster, das Thema mit der Vernunft angehen
crackajack am 27.01.2006 17:35 schrieb:
crackajack am 27.01.2006 17:35 schrieb:
ElNonsk am 27.01.2006 12:04 schrieb:
6 Ich könnte jetzt natürlich weitermachen mit dem Problem des "Gottes der Philosophen" und des Gottes des Christentums. Dazu brauche ich aber eine Basis: Mein Gesprächspartner muss davon überzeugt sein, dass Gott (oder wie auch immer du die erste Ursache nennen willst) existiert.
Von welchem Wesen Gott dann ist, kann man später klären.
Du willst also jemanden der eher von der Endlichkeit des Seins überzeugt ist, als von der Unendlichkeit?
Bin ich.
So, dann nenne ich die erste Wirkursache "Shigeru Myamoto" anstatt Gott; geht es jetzt weiter?
gut, ist keine Frage, aber da folgt doch noch was......
Ja, da folgt noch was
Aber, wie ich bereits sagte. Hier brauche ich schon eine Basis. Du lieferst mir diese Basis (wahrscheinlich auch nur um zu provozieren

) aber z. B. aph oder auch SolidusDave (übrigens, was ist eigentlich mit TheSinner los) und Konsorten haben dies nicht getan. Ich müsste also im gleichen Thread einmal auf einer Ebene ohne Basis und auf einer anderen Ebene mit Basis argumentieren und dabei auch noch verhindern, dass sich diese beiden Ebenen überschneiden. Das traue ich mir ehrlich gesagt nicht zu. Aber bitte, wer glaubt dies zu können, soll es ruhig versuchen.
Um dich aber trotzdem zufriedenzustellen: Ich werde später auf deine Frage doch noch eingehen.
Bis auf weiteres kannst du sie ja auf deiner Liste lassen
