ElNonsk am 19.02.2006 20:49 schrieb:
ich glaube da hast du etwas falsch verstanden. Die endgültige Wahrheit liegt weiterhin (für mich als kath. Christen) beim Christentum (mit Katholizismus). Dies bedeutet aber nicht, dass auch andere Religionen bis zu einem gewissen Grad diese Wahrheit erlangen können.
Wenn diese Einstellung wirklich gelebt werden würde, würde es die Arianer und die Albigenser noch geben (kA Ahnung wer das eig. ist, aber Doc_Holiday scheint denen ja nicht nachzutrauern), hätte es die Kreuzzüge nie gegeben, dann hätte es den Holocaust nie gegeben usw...
Außerdem habe ich das schon verstanden, nur genau der Teil mit "gewisser Grad an Wahrheit" beinhaltet doch Konfliktpotential durch Überbewertung von einigen Menschen.
crackajack am 15.02.2006 16:24 schrieb:
...wenn es nur einen "richtigen" wahren Gott gibt, wieso hat er sich nur im arabischen Raum "gezeigt". Wieso hat er die Indianer oder die Aborigines in Ruhe gelassen?
Die Israeliten haben sich dafür
entschieden, an nur einem einzigen Gott festzuhalten. Ich weiß nicht ganz genau, was du mit "zeigen" meinst. Sollte es konkret gemeint sein, so kann ich mir nicht ganz vorstellen, wie dies zu bewerkstelligen sei, bzw. würde ich darin wieder einen Eingriff in die persönliche, um es mit Meinereiner auszudrücken

, Fähigkeit sich für oder gegen Gott zu entscheiden, sehen.
Langsam glaube ich du hast im Prinzip eine ähnlich "neutrale" Einstellung wie ich in Glaubensfragen.
Ich glaube dass jeder sich
unfrei für oder gegen einen Glauben "entscheiden" kann und halte keinen einzigen Glauben für schlecht, solange es denjenigen selbst glücklich macht und er die "Freiheit" eines anderen damit nicht eingrenzt.
Du glaubst an deine Religion (die einzige komplett wahre), lässt aber jeden an eine andere (nur teils richtige) Religion glauben.
(Die Haarspalterei mit Fähigkeit vs. Freiheit bringt mich keinen mm weiter, da das imo dasselbe ist. -> Wenn mir mein Materiehaufen (Hirn) die Fähigkeit zu glauben verweigert, dann glaube ich nicht und umgekehrt. Aber das beruht ja wieder auf der möglich/unmöglich Aussage, die Meinereiner nicht glücklich gemacht hat.)
und zum konkreten zeigen:
Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Steppe hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, daß der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der HERR sah, daß er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose!.....
Ex 3,1
ich kann mir schon vorstellen wie man das interpretieren/ hinbiegen soll, aber der Durchschnittsmensch fasst es entweder wortwörtlich auf, lehnt es ab oder ignoriert es im blinden vertrauen an die Richtigkeit der Kirche.
Du kannst dir trotzdem vorstellen, dass das Universum durch eine unendliche Kausalitätskette "entstanden" (?) ist, aber du würdest dann gegen die Vernunft handeln.
Damit ich mir die unendliche Kausalitätskette
nicht vorstellen könnte, müsste ich zuerst einmal wissen was Zeit ist. (Trickmaster hat da schon etwas gebracht) Ich kann da ehrlich gesagt nicht definitiv antworten. Beides ist möglich. Ich schließe im Prinzip ja auch gar nicht die Gottvariante aus. Problematisch ist dann wiederum nur wer hat Gott erschaffen. Also für mich zufriedenstellend kann ich nichts beantworten.
Aber wie sieht es jetzt mit deiner Vorstellungskraft für unendlichen Raum aus?
Wenn du keine unendliche Kausalitätskette annimmst, kannst du auch nicht annehmen, dass Gott von jmd. anderem erschaffen wurde (abgesehen davon, dass es recht absurd wäre, dass ein
allmächtiges Wesen von etwas anderem erschaffen worden ist).
Unendlicher Raum: Hm, also die derzeitigen naturwissenschaftlichen Erkenntnise sprechen ja eher dagegen (Expansion oder Zusammenfallen des Universums). Aber theoretisch könnte man sich auch einen unendlichen Raum vorstellen, nur muss ich dazu annehmen, dass Gott (allmächtig!) größer als dieser (durch unsere begrenzten mathematischen Erkenntnisse definierte) unendliche Raum ist, da ich keinen Pantheismus vertrete. Das würde aber neue Probleme mit sich bringen. Aber hier sind wir ja schon wieder am Spekulieren
Das Thema kann ich insgesamt nur schwerlich begreifen, darum kann ich nichts ausschließen.
Achtung! nachfolgend ein Haufen Halbwissen!!
Zeit ist eine nicht meßbare Größe wenn es keinen Raum gibt bzw. einem Subjekt das diese Zeit wahrnimmt.
Raum/ Materie ist das gleiche wie Energie, wenn die E=mc² Formel stimmt.
c beinhaltet eine Zeitkomponente.
Ohne Raum (Zeitraum vor dem Urknall?) kann es daher keine Zeit geben, daher keine Masse, daher keine Energie.
Wie lange existiert Nichts, wenn es keine Zeit gibt?
Und das aus Nichts etwas entstehen kann ist für mich genauso unlogisch wie das alles schon ewig existiert.
Aber wie gesagt: glauben tue ich eher daran dass es endlich ist. Nur ich stelle Gott nicht als Anfang hin, außer wenn ich Gott als unbekannte Variable verwenden darf, aber das gefällt dir ja nicht.
Witzig, die Naturwissenschaft sagt der Raum ist endlich und schon glaubst du es?
Imo ist es unmöglich das er endlich ist. "Dahinter" muss das Nichts sein. Dass das Nichts aufgrund vom nicht vorhandensein von Atomen/Materie kein Volumen besitzt ist imo nicht wirklich wahr.
Und schon hab ich mich aus Zeit und Raum verabschiedet.
Die Frage die sich mir daher insgesamt stellt ist dann: Sollte die Bibel nicht mal "übersetzt" werden? Die Kirche glaubt doch nicht ersnthaft daran das der durchschnittliche Mensch sich die Geschichte durchliest und dann vorne und hinten (richtig=im Sinne der Kirche)interpretieren beginnt.
Eigentlich hat jeder kath. Christ die Pflicht sich ernsthaft mit dem Glauben auseinanderzusetzen (Aufruf stammt von kath. Kirche). Tut er das aber nicht, so soll er sich ganz auf die Interpretation der Kirche verlassen. Schließlich hat allein die kath. Kirche das endgültige Recht auf die Interpretation der Bibel (anders als bei den Protestanten).
Das sich jeder mit seinem Glauben auseinandersetzen soll, ist doch Hausverstand.
Aber der letzte Satz ist doch dürftig. Wenn ich selber zu "dumm" für Interpretationen bin, dann soll ich die Interpretation der Kirche fressen? Woher bekomme ich die dann wieder?
Ich habe eig. geglaubt das Fundament des eigenen Glaubens soll man auschließlich aus der Bibel nehmen. Was für Bücher muss ich den anstatt der Bibel lesen, wenn die Bibel mir unverständlich erscheint?
Wenn Gott uns erschaffen hat, dabei die Evolution vorhergesehen hat, all ihre "Fehler" und eig. von Anfang an alles perfekt erschaffen hätte können.....
Irgendwie hast du einen falschen Begriff von der Schöpfung. Wenn die Dinosaurier (endlich sind wir bei meinem Lieblingsthema

) ausgestorben sind, so bedeutet, dass noch lange nicht, dass sie ein "Fehler" (sofern du unter Fehler etwas Negatives verstehst) waren. Du machst hier eine subjektive Bewertung.
für mich ist
nichts ein Fehler/negativ
Wenn es nur so wäre

(siehe unterstrichener Text)
Und was hast du unterstrichen?
Das ich das Wort Fehler wiedermal unter " " reingesetzt habe.
perfekt bezog sich wiederum auf den allgemein darunter verstandenen Zustand. (auch wenn ich weiß das aph perfekt nicht mag)
Wenn die Dinos noch immer auf der Erde wären und die Menschen nie existiert hätten, wäre es genauso "gut".
Alles nur Atome.
Also was soll ich persönlich für falsch gehalten haben?
Jetzt werfe ich dir auch mal vor dass du meinen Materialismus Standpunkt, der eig. wenig mit dem für die Realität verwendbaren Standpunkt zu tun hat, nicht verstehst.
Das der Sprung vom materialistischen Standpunkt zum für die Wirklichkeit verträglichen nicht erkennbar ist, dafür mal ein sorry.
Weshalb glaubst du, hat denn Jesus "Blut geschwitzt" und seinen Vater darum Gebeten den "Kelch verübergehen zu lassen" aber schließlich doch den Willen des Vaters geschehen lassen?
Blöde Frage: Führt Jesus mit Gott Selbstgespräche???
Irgendie hast du eine komische Auffassung vom kath. Christentum

.
Was du nicht sagst....
Jesus ist sowohl ganz Gott wie auch ganz Mensch (wie DocHoliday bereits sagte).
schizophren?
In dieser Phase hat dann Jesus den Menschen handeln lassen und dieser hat mit dem göttlichen Teil seines Seins gesprochen?
Weil er wusste, was ihm bevorstand. Dies tat er, um uns von unseren Sünden zu befreien.
Mir ging es hier eher um die Kirche lehnt Selbstmord ab und da Jesus allwissend ist und daher weiß das er sterben wird, dass das dann für mich eine Art Selbstmord ist.
Jesus musste sich für die Menschheit opfern, um sie vor der Sünde zu befreien.
Bleibt trotzdem eine Art Selbstmord, außerdem weiß ich gar nicht was für eine Sünde die Menschheit damals gehabt haben soll, die sie jetzt nicht auch hätte.
Wenn Jesus allmächtig ist und weiß das das Ganze eine coole Aktion wird, warum schwitzt er dann überhaupt?
Gott müsste doch zu ihm sagen: "Take it easy. Im Himmel geht die Party dann richtig los. Und die Menschen machen dich danach zu einem Superstar."
Und da Jesus das ja wirklich weiß, kann er doch niemals Angst haben....
Ist Frage 12 jetzt beantwortet?
Bzw. der Widerspruch göttliche Vorsehung für alles und menschlicher freier Wille?
Ist diese Frage an mich gerichtet?
In Ermangelung des Osterhasen, Weihnachtsmann oder Gott persönlich würde ich es in Betracht ziehen eine Antwort von ElNonsk zu akzeptieren.
