• Aktualisierte Forenregeln

    Eine kleine Änderung hat es im Bereich Forenregeln unter Abschnitt 2 gegeben, wo wir nun explizit darauf verweisen, dass Forenkommentare in unserer Heftrubrik Leserbriefe landen können.

    Forenregeln


    Vielen Dank

Amerika, Amerika, und am 6. Tag ...

aph am 15.03.2007 22:54 schrieb:
Doc_Holiday am 15.03.2007 22:32 schrieb:
Selbst eine Johanna von Orleans durfte das letztendlich nicht ungestraft behaupten.
Ihr Tod war rein politisch motiviert, nicht religiös.
Hehe, das ist ja grad das witzige, dass dies damals gleichgesetzt wurde. Die Religion also benutzt wurde für politische Zwecke. Das mein ich ja, dass das mit Religion ausgesprochen häufig passiert.
Nur, wenn's grad passte. Johanna von Orléans war ein Bauernopfer. Wiki dazu: [...]Nach ihrem Abschwören verurteilte man sie als Ketzerin zur lebenslangen Haft, was unter normalen Umständen bedeutete, dass die Schuldige nun in ein kirchliches Gefängnis überstellt werden musste. Aus politischen Gründen war dieses Urteil für die Anhänger des englischen Königshauses unbefriedigend – war der Prozess doch in Gang gebracht worden, um die Feindin Heinrich VI. zu beseitigen und den Dauphin beim geistlichen und weltlichen Adel als Befürworter einer Ketzerin zu denunzieren und schließlich politisch zu entmachten. Zudem bestand die Gefahr, dass die Dauphinisten sie aus einem kirchlichen Gefängnis in Frankreich befreien könnten, um einen erneuten Schlag gegen die englischen Truppen anzuführen.
Und ergänzend zum weiteren Fortgang von Johannas Geschichte (heiligenlexikon.de):
[...]Da König Karl VII. nicht zulassen konnte, dass er sein Herrschaft einer Ketzerin und Hexe verdankte, ließ er bald nach der 1449 erfolgten Wiedereroberung von Rouen an Ort und Stelle Verhöre durchführen, um die Parteilichkeit der Richter festzustellen. 1452 führten ein päpstlicher Legat und der Inquisitor Jean Bréhal Befragungen durch, die zu einem Gesuch zur Annullierung des Urteils durch den Vatikan führten. 1455 ließ Papst Calistus III. den Prozeß wieder aufnehmen; es wurden Irregularitäten des ersten Prozesses festgestellt und im Urteil vom 7. Juli 1456 die Verurteilung aufgehoben. 1894 wurde Jeanne vom Vatikan als verehrungswürdig eingestuft.[...]

Kein Widerspruch soweit, nur: Woher willst Du wissen, dass derjenige, der sich von Gottes Geist beseelt wähnt, eben nur ein halluzinierender Spinner ist und kein weiterer Prophet?
Ach, das ist einfach: Da ich davon ausgehe, dass es keine Propheten gibt, kann er keiner sein. ;-)
Dann brauchen wir auch nicht darüber streiten. ;-)
 
Boesor am 15.03.2007 22:56 schrieb:
aph am 15.03.2007 22:54 schrieb:
Ach, das ist einfach: Da ich davon ausgehe, dass es keine Propheten gibt, kann er keiner sein. ;-)

Du gehst davon aus, aber wissen kannst du es nicht

Oh mann ... das ist so müßig. Ich muss nicht wissen, ob es etwas NICHT gibt. Das ist der eigentliche Punkt. Ich brauch nur zu wissen, WAS es gibt. Und Propheten gehören halt nicht dazu - nach allem, was ich weiß.

IHR seid diejenigen, die das Gegenteil behaupten, also seid auch ihr in der Bringschuld eines Existenzbeweises.
 
aph am 16.03.2007 01:01 schrieb:
Boesor am 15.03.2007 22:56 schrieb:
aph am 15.03.2007 22:54 schrieb:
Ach, das ist einfach: Da ich davon ausgehe, dass es keine Propheten gibt, kann er keiner sein. ;-)

Du gehst davon aus, aber wissen kannst du es nicht

Oh mann ... das ist so müßig. Ich muss nicht wissen, ob es etwas NICHT gibt. Das ist der eigentliche Punkt. Ich brauch nur zu wissen, WAS es gibt. Und Propheten gehören halt nicht dazu - nach allem, was ich weiß.

IHR seid diejenigen, die das Gegenteil behaupten, also seid auch ihr in der Bringschuld eines Existenzbeweises.

Ach, hier ist niemand in irgendeiner Bringschuld, es ist mir ziemlich egal ob du an Gott glaubst oder nicht, aber dennoch solltest du es nicht zu 100% ausschließen.
Naja, wie gesagt, ist eigentlich auch egal, du weißt ja, Gott liebt jeden, auch die Ungläubigen
 
Boesor am 16.03.2007 01:15 schrieb:
aph am 16.03.2007 01:01 schrieb:
Boesor am 15.03.2007 22:56 schrieb:
aph am 15.03.2007 22:54 schrieb:
Ach, das ist einfach: Da ich davon ausgehe, dass es keine Propheten gibt, kann er keiner sein. ;-)

Du gehst davon aus, aber wissen kannst du es nicht

Oh mann ... das ist so müßig. Ich muss nicht wissen, ob es etwas NICHT gibt. Das ist der eigentliche Punkt. Ich brauch nur zu wissen, WAS es gibt. Und Propheten gehören halt nicht dazu - nach allem, was ich weiß.

IHR seid diejenigen, die das Gegenteil behaupten, also seid auch ihr in der Bringschuld eines Existenzbeweises.

Ach, hier ist niemand in irgendeiner Bringschuld, es ist mir ziemlich egal ob du an Gott glaubst oder nicht, aber dennoch solltest du es nicht zu 100% ausschließen.
Naja, wie gesagt, ist eigentlich auch egal, du weißt ja, Gott liebt jeden, auch die Ungläubigen

Und weil er uns so liebt gibt es so viel Leid auf der Welt. :ugly:
 
Doc_Holiday am 16.03.2007 09:14 schrieb:
BlackDead am 16.03.2007 09:13 schrieb:
Und weil er uns so liebt gibt es so viel Leid auf der Welt. :ugly:
Das Leid kommt nicht von Gott.


Das ist mir schon klar.
Aber trotzdem finde ich die biblische Erklärung für das Problem für unzureichend. :-P
Leider habe ich momentan keine Zeit für eine genaure Diskussion.
 
BlackDead am 16.03.2007 09:35 schrieb:
Doc_Holiday am 16.03.2007 09:14 schrieb:
BlackDead am 16.03.2007 09:13 schrieb:
Und weil er uns so liebt gibt es so viel Leid auf der Welt. :ugly:
Das Leid kommt nicht von Gott.

Das ist mir schon klar.
Aber trotzdem finde ich die biblische Erklärung für das Problem für unzureichend. :-P
Leider habe ich momentan keine Zeit für eine genaure Diskussion.
Und welche biblische Erklärung wäre das?
 
BlackDead am 16.03.2007 09:35 schrieb:
Doc_Holiday am 16.03.2007 09:14 schrieb:
BlackDead am 16.03.2007 09:13 schrieb:
Und weil er uns so liebt gibt es so viel Leid auf der Welt. :ugly:
Das Leid kommt nicht von Gott.


Das ist mir schon klar.
Aber trotzdem finde ich die biblische Erklärung für das Problem für unzureichend. :-P
Leider habe ich momentan keine Zeit für eine genaure Diskussion.

Ich sage nur "Pascalsche Wette" .....

http://de.wikipedia.org/wiki/Pascalsche_Wette
 
Boesor am 16.03.2007 01:15 schrieb:
Ach, hier ist niemand in irgendeiner Bringschuld, es ist mir ziemlich egal ob du an Gott glaubst oder nicht, aber dennoch solltest du es nicht zu 100% ausschließen.

Ich schließe es ja auch nicht zu 100% aus, da ich nicht weiß, welche Informationen mir in der Zukunft noch begegnen werden. Ich habe aber halt überhaupt keine Veranlassung, von einer Existenz auszugehen, weil nichts, aber auch wirklich nichts Belastbares dafür spricht.

Es ist mir auch egal, ob jemand an Gott glaubt, das sei ihm gestattet. Wo ich aber protestiere ist, wenn jemand anfängt zu behaupten, dass an Gott zu glauben naheliegend wäre. Oder dass ich doch beweisen müsste, dass er nicht existiert. Das muss ich nun wirklich nicht.

Beweise bringen muss immer derjenige, der eine Existenz behauptet. Nicht der, der sie verneint. Oder man lässt das halt bleiben mit den Behauptungen und behält seinen Glauben für sich. Das hielte ich für die angemessenste Einstellung von Gläubigen. Daher kann ich es auch überhaupt nicht gutheißen, dass du Reli-Lehrer werden und dafür auch noch Räume auf Kosten der Steuerzahler missbruachen willst.
 
aph am 16.03.2007 10:54 schrieb:
Beweise bringen muss immer derjenige, der eine Existenz behauptet. Nicht der, der sie verneint.

[Erbsenzählmodus]
Da ist dir ein Wort verrutscht. Es muss heißen „Beweise bringen muss immer derjenige, der eine Existenz behauptet. Nicht der, der sie nicht behauptet“, denn wer die Nichtexistenz von etwas behauptet, muss das freilich auch beweisen. ;)
[/Erbsenzählmodus]
 
Meinereiner am 16.03.2007 11:45 schrieb:
[Erbsenzählmodus]
Da ist dir ein Wort verrutscht. Es muss heißen „Beweise bringen muss immer derjenige, der eine Existenz behauptet. Nicht der, der sie nicht behauptet“, denn wer die Nichtexistenz von etwas behauptet, muss das freilich auch beweisen. ;)
[/Erbsenzählmodus]

Theoretisch ist mir das auch klar ... aber pragmatisch gesehen: es gibt einfach zu viel, dass nicht existiert, als dass man sich mit dem Beweisen von allerlei Nichtexistentem beschäftigen sollte. Gott, Spaghettimonster, Ufos ....

Deshalb sollten wir uns darauf zu beschränken, das Existente zu beweisen, nicht das Nichtexistente.

Außer freilich man behauptet sowas wie: Diese Lampe da, die wir alle auf dem Tisch stehen sehen, die existiert gar nicht!

Im Prinzip hast du Recht, ich behauptet ja auch gar nicht, Gottes Nichtexistenz beweisen zu können. Behauptungen haben hier andere aufgestellt. ;)
 
aph am 16.03.2007 10:54 schrieb:
Daher kann ich es auch überhaupt nicht gutheißen, dass du Reli-Lehrer werden und dafür auch noch Räume auf Kosten der Steuerzahler missbruachen willst.

Nicht nur räume, ich will auch noch Geld vom Steuerzahler dafür haben. :-D
wobei du da dem Reliunterricht was falsches unterstellst, es ist nicht seine Aufgabe die Schüler zu Superchristen zu erziehen.
er bietet eine Orientierung an, zum einen natürlich in ethischen moralischen Fragen (was natürlich auch ein anders genannter Unterricht z..B. Ethik könnte).
aber in unserer Gesellschaft ist es nunmal so das man mit Gott, bzw dem Glauben an Gott konfrontiert wird, dass lässt sich nicht vermeiden und soll auch nicht vermieden werden.
Und für die dadurch aufkommenden Fragen bietet der Unterricht ebenfalls eine Orientierung.
Und wenn sich juemand durch das im Religionsunterricht gehörte bestärkt fühlt nicht an Gott zu glauben ist das auch möglich.
Wie gesagt, Religionsunterricht ist keine Einbahnstrasse
 
Boesor am 16.03.2007 13:32 schrieb:
er bietet eine Orientierung an, zum einen natürlich in ethischen moralischen Fragen (was natürlich auch ein anders genannter Unterricht z..B. Ethik könnte).
aber in unserer Gesellschaft ist es nunmal so das man mit Gott, bzw dem Glauben an Gott konfrontiert wird, dass lässt sich nicht vermeiden und soll auch nicht vermieden werden.
Und für die dadurch aufkommenden Fragen bietet der Unterricht ebenfalls eine Orientierung.

Aber warum gibt's von christlicher und konservativer Seite dann immer so einen Aufstand, wenn Brandenburg oder Berlin statt Reli halt Ethik/Religion einführen? Nach deiner Beschreibung ist das die perfekte Unterrichtsform für die genannten Ziele.
 
aph am 16.03.2007 14:42 schrieb:
Boesor am 16.03.2007 13:32 schrieb:
er bietet eine Orientierung an, zum einen natürlich in ethischen moralischen Fragen (was natürlich auch ein anders genannter Unterricht z..B. Ethik könnte).
aber in unserer Gesellschaft ist es nunmal so das man mit Gott, bzw dem Glauben an Gott konfrontiert wird, dass lässt sich nicht vermeiden und soll auch nicht vermieden werden.
Und für die dadurch aufkommenden Fragen bietet der Unterricht ebenfalls eine Orientierung.

Aber warum gibt's von christlicher und konservativer Seite dann immer so einen Aufstand, wenn Brandenburg oder Berlin statt Reli halt Ethik/Religion einführen? Nach deiner Beschreibung ist das die perfekte Unterrichtsform für die genannten Ziele.

Ähm, hast du auch den Teil meines Posts gelesen, welcher nach "ethischen und moralischen Fragen" kam?
Ein Ethik Unterricht hört natürlich genau da auf wo die Fragen nach Gott beginnen.
Daher brauchen wir den Religionsunterricht (von dem sich ja nebenbei jeder abmelden kann wenn er will).
Den "aufschrei" kann ich mir so erklären das es eben keine Religionslehrer wären, die dann im Ethik/Religionsunterricht (was sind da eigentlich die Unterrichtsinhalte?) unterrichten.
Und über Gott sollte eben auch nur ein Religionslehrer unterrichten
 
Boesor am 16.03.2007 14:55 schrieb:
Ähm, hast du auch den Teil meines Posts gelesen, welcher nach "ethischen und moralischen Fragen" kam?
Ein Ethik Unterricht hört natürlich genau da auf wo die Fragen nach Gott beginnen.
Daher brauchen wir den Religionsunterricht (von dem sich ja nebenbei jeder abmelden kann wenn er will).
Den "aufschrei" kann ich mir so erklären das es eben keine Religionslehrer wären, die dann im Ethik/Religionsunterricht (was sind da eigentlich die Unterrichtsinhalte?) unterrichten.
Und über Gott sollte eben auch nur ein Religionslehrer unterrichten

Wieso? Das erschließt sich mir überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich glaube, es sollte nicht darauf ankommen, ob der Lehrer gläubig ist oder nicht, sondern er sollte gegenüber den Schülern so neutral wie nur möglich über Gott berichten, ohne ihnen als Vorbild das Gefühl zu geben, dass es richtig ist, an ihn zu glauben.
 
aph am 16.03.2007 15:08 schrieb:
Boesor am 16.03.2007 14:55 schrieb:
Ähm, hast du auch den Teil meines Posts gelesen, welcher nach "ethischen und moralischen Fragen" kam?
Ein Ethik Unterricht hört natürlich genau da auf wo die Fragen nach Gott beginnen.
Daher brauchen wir den Religionsunterricht (von dem sich ja nebenbei jeder abmelden kann wenn er will).
Den "aufschrei" kann ich mir so erklären das es eben keine Religionslehrer wären, die dann im Ethik/Religionsunterricht (was sind da eigentlich die Unterrichtsinhalte?) unterrichten.
Und über Gott sollte eben auch nur ein Religionslehrer unterrichten

Wieso? Das erschließt sich mir überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich glaube, es sollte nicht darauf ankommen, ob der Lehrer gläubig ist oder nicht, sondern er sollte gegenüber den Schülern so neutral wie nur möglich über Gott berichten, ohne ihnen als Vorbild das Gefühl zu geben, dass es richtig ist, an ihn zu glauben.

Das sehe ich anders, ich glaube nicht das jemand über das "Thema" neutral sprechen kann. Es ist eben ne Glaubensfrage
 
Boesor am 16.03.2007 15:15 schrieb:
Das sehe ich anders, ich glaube nicht das jemand über das "Thema" neutral sprechen kann. Es ist eben ne Glaubensfrage

Da unterschätzt du Lehrer aber. Oder - noch schlimmer - schätzt deine spätere Aufgabe falsch ein.Lehrer sollten stets in der Lage sein, objektiv über etwas berichten. Meinst du nicht, ich könnte den Kindern ganz genau erklären, wie das mit Moses damals war? Natürlich würde ich in einigen Sätzen einfügen "laut der christlichen Lehre", aber das wäre doch sicher nicht schlimm, oder?
 
aph am 16.03.2007 17:07 schrieb:
Boesor am 16.03.2007 15:15 schrieb:
Das sehe ich anders, ich glaube nicht das jemand über das "Thema" neutral sprechen kann. Es ist eben ne Glaubensfrage

Da unterschätzt du Lehrer aber. Oder - noch schlimmer - schätzt deine spätere Aufgabe falsch ein.Lehrer sollten stets in der Lage sein, objektiv über etwas berichten. Meinst du nicht, ich könnte den Kindern ganz genau erklären, wie das mit Moses damals war? Natürlich würde ich in einigen Sätzen einfügen "laut der christlichen Lehre", aber das wäre doch sicher nicht schlimm, oder?

Tja was heisst objektiv?
Religionsunterricht ist kein Geschichtsunterricht, du kannst nicht einfach erzählen wie es "nach der christlichen Lehre" gewesen ist.
Damit wirst du den Fragen der Schüler, welche unweigerlich kommen werden, nicht gerecht.
Und das im Religionsunterricht davon ausgegangen wird das es Gott gibt und somit der Lehrer auch an Gott glauben muss(sollte) ist auch klar und liegt nunmal im Wesen des Religionsunterrichts. Daher gibt es ja auch die Möglichkeit sich abzumelden.

Ich zitiere mal eben aus dem Buch "Didaktik des Religionsunterrichts" zur Begründnung des RU
"Der Religionsunterricht trägt zu einer humanen Schule bei, vermittelt Schlüsselqualifikationen, dient der Integration der versch. Kulturen und der Bildungsaufgabe der Schule, weil er den Schülerinnen und Schülern Hilfe zur Menschwerdung anbietet."

Ich denke, gerade der letzte Punkt ist im besonderen Maße nur durch den RU zu leisten.


edith: Schöne Übung für später, dieses Gespräch hier.............
 
aph am 14.03.2007 16:30 schrieb:
ElNonsk am 14.03.2007 16:03 schrieb:
Würde man dann nicht wieder anzufangen sagen, dass die damals (also heute) verwendeten Methoden veraltet waren oder das der „vermeintliche Jesus“ nur ein Scharlatan war, der die Massen z. B. mit holographischen Tricks hinters Licht geführt hat oder dass z. B. das von seiner „Himmelfahrt“ gemachte Video ebenso gut ein perfekt gemachtes Renderingvideo sein könnte usw….

So wie auch heute viele anzweifeln, dass jemals ein Mensch auf dem Mond war - trotz Filmaufnahmen. Dennoch gibt es Unterschiede. Heute gibt es technische Möglichkeiten, die Echtheit von Niedergeschriebenem oder Aufgezeichnetem naturwissenschaftlich nachzuweisen. Man kann ein Video untersuchen und erkennen, ob es mit den zur jeweiligen Zeit verfügbaren Methoden nachbearbeitet worden ist. Man kann zwei Papiere vergleichen, ihr Alter datieren und auch feststellen, ob er mit derselben Tinte bekritzelt wurde. Man kann sogar überprüfen, ob der von Zeugen angegebene Fundort stimmen kann.
Mir scheint, dass du die heutigen Forschungsmethoden überbewertest. Kennzeichen unserer Postmoderne ist ja gerade, dass nichts sicher ist (mit allen positiven und negativen Effekten). Du gehst mit deiner Behauptung von einer fast schon stagnierenden Forschung aus, die schon gefestigt ist (etwas was man ja auch im 19. Jh. von Newtons Physik glaubte): Als ob unsere Wissenschaft gegenüber der vor fünzig/hundert/usw. Jahren einen fundamentaleren Charakter hätte!
Zum Beispiel selbst: Inwiefern kann man feststellen, dass das Video nachbearbeitet wurde (vorausgesetzt, die gerenderten Szenen haben tatsächlich Fotoqualität und die Figuren agieren lippensynchron usw.)?
Dass die Naturwissenschaften die Echtheit bestimmter „Zeugnisse der Vergangenheit“ auch heute noch nicht beweisen kann, zeigt ja schon der Fall des „Turiner Grabtuchs“. Ich würde für das Tuch meine Hände keinesfalls ins Feuer legen (dazu ist mir das ganze Drumherum bei Reliquien zu suspekt), aber bis heute scheint die Wissenschaft noch keinen Weg gefunden zu haben, um die Echtheit oder Unechtheit des Tuchs zu beweisen.
Ein anderes Beispiel wären die Saddam-Fotos und die seiner Doubles. Auch heute noch wissen wir nicht genau, auf welchem Foto der echte Saddam, und auf welchem nur eines seiner Doubles zu sehen ist.

aph am 14.03.2007 16:30 schrieb:
Jeder, der Zweifel hat, kann es selbst überprüfen. Er kann jahrelang studieren, um das nötige Wissen zu erwerben, um selbst mit wissenschaftlichen Methoden die Überprüfung vorzunehmen. Mit eigenen Augen sozusagen. Den Vorteil der Wiederholbarkeit naturwissenschaftlicher Beweise kannst du nicht mit einer Hand so einfach wegwischen, wie du es versucht hast.
Aber gerade die Wiederholbarkeit naturwissenschaftlicher Beweise ist gerade in unserer Zeit nur z. T. beziehungsweise überhaupt nicht gegeben.
Ich poste noch mal, was ich dazu geschrieben habe.

„Überdies sind auch die heutigen Naturwissenschaften stark vom historischen Beweis abhängig. Jedes Jahr werden weltweit Unmengen an naturwissenschaftlichen Versuchen durchgeführt. Nachdem sie von mehreren (hoffentlich) unbefangenen und voneinander unabhängigen Experten geprüft werden, werden sie für (zumindest beim derzeitigen Status der Wissenschaft) „richtig“ erklärt. Sie werden dann in der entsprechenden Wissenschaftsliteratur dokumentiert und oft nicht erneut erprobt. Es stimmt sicherlich, dass einige Versuche jedes Jahr von neuem untersucht werden. Aber bei der Unmenge an Ergebnisse werden niemals alle Experimente von neuem durchgeführt (was auch praktisch unmöglich wäre). Man vertraut hier also die entsprechende Fach-Literatur, im „schlimmsten“ Fall sogar nur auf den dahinter stehenden Wissenschaftler. Von da aus werden dann weitere Schlüsse gezogen.
Ich mache dazu ein einfaches Modellbeispiel: Eigentlich müsste man die Gravitationskraft immer wieder experimentell nachweisen. Schließlich hängt ein großer Teil der Physik von Newtons Formeln ab. Auf der anderen Seite aber will man auch in der Forschung vorwärtskommen. Was glaubt ihr, welche Experimente ein Physiker wohl durchführen wird: Solche, die nur eine bereits anerkannte Theorie „beweisen“, oder solche, die zu neuen Ergebnissen führen können (die aber auf dem bereits Erforschten und „Anerkannten“ basieren)?
Versteht mich nicht falsch, das ist nur ein Modellbeispiel. Ich bin mir bewusst, dass jeder Physikstudent mindestens einmal ein Experiment, das das Phänomen „Gravitation“ beweist, durchführen oder kennenlernen wird. Aber ebenso wird euch sicher klar sein, dass alle Versuche niemals immer wieder nachkontrolliert werden. Die Wissenschaft bezieht sich also auf schon dokumentierte „Fakten“ und forscht von da aus weiter. Es ist also evident, dass sich gerade auch die experimentellen Naturwissenschaften auf „historische Beweise“ stützen. Ohne dieses Vertrauen in bereits gemachte und dokumentierte Experimente könnte es keinen wissenschaftlichen Fortschritt geben.“

Den Vorteil der Wiederholbarkeit lasse ich also nicht (oder nur beschränkt -> das müsste noch einmal extra diskutieren) gelten.

aph am 14.03.2007 16:30 schrieb:
Von den Leuten, die angeblich Gottes Gegenwart bezeugen konnten, ist nichts vorhanden, das man untersuchen konnte. Das ist - verglichen mit Videoaufnahmen eines Neo-Jesus - ausgesprochen dürftig. Niemand von uns kann in der Zeit zurückreisen und überprüfen, ob es wirklich einen Johannes gegeben hat. Die pure Existenz eines vielfach abgeschriebenen Buches ist kein Zeugnis. Es gibt schließlich auch ein Buch Mormon.
Doch schon die pure Existenz eines Buches ist ein „Zeugnis“. Angenommen, wir haben keinerlei „Zeugnisse“ zum Leben Karls des Großen. Nun wird aber ein Schriftstück gefunden, das behauptet, dass Karl am 25. Dezember 800 zum Kaiser gekrönt wurde. So können wir daraus schließen, dass Karl existierst hat und dass er Kaiser wurde, es sei denn jmd. kann das Gegenteil beweisen.
Wie weit nun die Existenz eines Textes „Beweis“ oder „Zeugnis“ ist, ist eine andere Frage. Im Falle der Bibel gibt es aber sehr wohl eine Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, eben die Theologie.
Und nebenbei bemerkt: Das Neue Testament besteht aus 4 Evangelien, nicht einem.
 
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