• Aktualisierte Forenregeln

    Eine kleine Änderung hat es im Bereich Forenregeln unter Abschnitt 2 gegeben, wo wir nun explizit darauf verweisen, dass Forenkommentare in unserer Heftrubrik Leserbriefe landen können.

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    Vielen Dank

Amerika, Amerika, und am 6. Tag ...

Meinereiner am 27.01.2006 18:43 schrieb:
möglich
crackajack am 27.01.2006 17:35 schrieb:
unmöglich+möglich
Lassen wir es. :-)
Auch wenn ich Recht habe. :-P
So ein Blödsinn kommt halt raus wenn ich versuche etwas zu denken worüber nichts größeres gedacht werden kann.
Habe mir das hier durchgelesen.....
Wuhaa, da hast du dir aber auch was rausgesucht. Hinter diesem ganzen Gesülze von Transzendenz, Onto-Philosophie, Prädikation, Entität, Apriorität usw. versteckt sich ein ganz simples Argument, nämlich: Wir können Gott nicht begreifen, darum können wir auch nicht sagen, ob er existiert oder nicht (denn dazu müssten wir ihn ja begreifen).
Der Schreiberling dürfte wohl auch zur Rasse der Philosophen gehören, also stell dich schon mal darauf ein, dass dich deine Freunde meiden werden, weil du nach Beendigung deines Studiums auch nur mehr so reden wirst. :ugly:
 
So jetzt komme ich zu den "Gottesbeweisen", die den letzten Zweifler bekehren werden. *fg*

transzendentaler Gottesbeweis
Der Gottesbeweis aufgrund von Wundern weist auf einen transzendenten Urheber von zahlreich bezeugten Wundern (als Durchbrechung kausaldeterministischer Erklärungsketten) hin: Gott. Freilich sind auch andere Erklärungen bei übernatürlichen Ereignissen nicht auszuschließen, etwa dämonische Einflussnahme (was aber seinerseits ein Hinweis auf Gott als Schöpfer auch der Engel- und Dämonenwelt ist).


und gleich ein beispielhaftes Wunder:

noetischer Gottesbeweis
„Noetische" Bedeutung der Jungfrauengeburt

Seinsmäßig („ontisch") ist Christus Gottes Sohn, weil er in Ewigkeit von Gott, dem Vater, geboren ist. Dieses unsere Vorstellungskraft und unsere Denkkraft weit übersteigende Geheimnis göttlicher Existenz, also auch diese ewige „Geburt ohne Mutter", macht er uns dadurch hier auf Erden anschaulich, dass der Sohn hier geboren wird in einer „Geburt ohne Vater". Diese wunderbare Geburt hat also ihre Bedeutung darin, dass uns himmlische Wirklichkeiten, die uns verschlossen waren, nun in einem irdischen Geschehen, der Fleischwerdung Gottes, anschaulich, also offenbar werden und wir sie fassen können, in der gläubigen Annahme erkennen können (griechisch: noein). Sie hat also „noetische" Bedeutung.

Jesus ist also nicht dadurch Gottes Sohn, dass er von der Jungfrau geboren wurde („ontisch"), sondern umgekehrt: Er wurde von der Jungfrau geboren, weil er Gottes Sohn ist und wir das in der „Geburt aus der Jungfrau" erkennen („noetisch"). So ist die Art und Weise der Fleischwerdung Gottes das Erkennungszeichen für die Sache. Zeichen (signum) und Sache (res) sind sehr wohl zu unterscheiden, aber nicht voneinander zu trennen.

Walter Künneth präzisiert es, dass die Jungfrauengeburt ein Zeichen ist, aber kein „signum significans", ein Zeichen, das nur wie ein Wegweiser auf Gott hindeutet, ohne dass etwas geschieht, sondern ein „signum exhibens", ein Zeichen, durch das Gott selbst wirksam ist. „Es ist die einmalige und unverzichtbare Dokumentation dafür, dass nicht biologische Gesetzmäßigkeiten dieser Welt Heil und Rettung für die Menschheit bewirken, sondern allein Gottes Kommen in die Geschichtlichkeit, das damit alle menschlichen Denk- und Vorstellungsmöglichkeiten durchbricht und aufhebt" (W. Künneth, Fundamente des Glaubens, 1975, S. 120).

Wir können nie Gottes Wesen, Taten und Wunder „vordenken", aber der Allmächtige nimmt so unser Fleisch, unser Blut und unsere Niedrigkeit an, dass wir im „Nachdenken" über seine Offenbarung erkennen, wer er ist.
 
crackajack am 01.02.2006 08:37 schrieb:
So jetzt komme ich zu den "Gottesbeweisen", die den letzten Zweifler bekehren werden. *fg*

transzendentaler Gottesbeweis
[...]
noetischer Gottesbeweis
[...]

Die sind ja langweilig :schnarch: ....aber der ontologische, der.... :finger: ;-)
 
Sorry falls ich das wieder aufmische aber im Internet hab ich zu diesem Thema dies gefunden. Der fett markierte Teil ist besonders wichtig:


Viele Christen meinen, das Leben sei durch Evolution (Höherentwicklung über Millionen von Jahren vom Einzeller bis hin zum Menschen) entstanden, und diese Vorstellung sei mit den Aussagen der Bibel vereinbar. Dabei ändern sie die Evolutionslehre in dem einen Punkt ab, daß sie sagen, nicht der Zufall sei die treibende Kraft der Evolution, sondern Gott habe den Weg der Evolution gewählt, um das Leben zu erschaffen (theistische Evolution).

Aus naturwissenschaftlicher Sicht kann die Evolutionstheorie keinesfalls als Tatsache gewertet werden, so daß ohnehin keine zwingende Notwendigkeit besteht, nach Vereinbarungsmöglichkeiten zwischen biblischem Glauben und der Evolutionslehre zu suchen . Da andererseits die Evolutionstheorie mehr denn je als "wissenschaftliche Tatsache" verbreitet wird, ist die Frage doch aktuell. Tatsächlich zeigt die Bibel im Alten ebenso wie im Neuen Testament, daß die Vorstellung einer Höherentwicklung nicht richtig ist:

1. Nach dem Schöpfungsbericht der Bibel (1 Mose 1-2,4a) werden die Pflanzen und die unterschiedlichen Tiergruppen unabhängig voneinander geschaffen und jeweils von Gott selbst als "gut" bezeichnet. Somit bedurften sie keiner Höherentwicklung.

2. In 1 Mose 1 heißt es 10 mal, daß Gott die Pflanzen und Tiere nach ihrer Art schuf. Das widerspricht der Vorstellung einer Höherentwicklung über den Artrahmen hinaus, wie der Bibeltext ihn vorgibt. Gott hat jede Art als solche geschaffen und die Grenzen der Variationsbreite innerhalb jeder Art festgelegt. Nach der Evolutionstheorie aber müßten unzählige Male die Artgrenzen überschritten worden sein. Die biblische Artauffassung ist allerdings weiter gefaßt als der heutige biologische Artbegriff und entspricht etwa einer Gattung oder Familie.*

3. In den Harmonisierungsversuchen zwischen Bibel und Evolutionsmodell werden gerne die Schöpfungstage geologischen Zeitaltern gleichgesetzt. Dabei argumentiert man, bei Gott seien ja 1000 Jahre wie ein Tag (Ps 90,4; zitiert in 2 Petr 3,8). Gegen eine solche Auffassung spricht aber vieles: so heißt es 6 mal ausdrücklich "und es wurde Abend und wurde Morgen". In solchem Zusammenhang läßt das hebräische Wort für "Tag" nur die Bedeutung eines Kalendertages zu. Auch bezieht sich das Sabbat-Gebot (2 Mose 20,11) ausdrücklich auf die 6 Tage und den einen Ruhetag (nicht Ruhe-Zeitalter). Im übrigen steht die Aussage, daß bei Gott 1000 Jahre wie ein Tag sind, nicht im Zusammenhang mit Aussagen zur Schöpfung. Sie kann daher nicht zur Interpretation der Schöpfungstage herangezogen werden. In diesem Zusammenhang wird auch öfter darauf hingewiesen, daß die Reihenfolge der Erschaffung im Schöpfungsbericht ähnlich sei wie die Reihenfolge nach der Evolutionslehre. Doch bringt dieser Harmonisierungsversuch Probleme, die im Falle der 7 Tage entfallen: z. B. die Erschaffung der Sonne nach den Pflanzen oder das Auftreten der Vögel vor den Landtieren.

Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist (2 Mose 20,11b).

4. Gemäß Hebr 11,3 ist das jetzt Sichtbare nicht aus dem entstanden, was man mit den Sinnen wahrnehmen kann, vielmehr wurden alle Dinge "aus dem Nichts ins Dasein gerufen." Genau übersetzt heißt es: "nicht aus dem Erscheinenden", d. h. nicht aus dem Sichtbaren, aus schon Vorhandenem. D. h. die Lebewesen haben sich nicht aus Vorstufen entwickelt.

5. In Gottes Schöpfung gab es keinen Tod. Dieser kam erst durch den Sündenfall Adams in die Welt (1 Mose 2,17, Röm 5,12), wobei auch die Tiere von der "Knechtschaft der Vergänglichkeit" betroffen wurden (Röm 8,19-21). Da die Evolutionstheorie wegen des Überlebens der "bestangepaßten Arten" den Tod ungezählter Individuen und Arten verlangt, damit eine Höherentwicklung überhaupt stattfinden kann, ist es unmöglich, daß Gott auf diesem Wege, d. h. auf dem Umweg über den Tod, Tiere und Menschen geschaffen hat. Darüber hinaus ist in biblischer Sicht der Tod ein Feind Gottes, der besiegt werden wird (1 Kor 15,26) und kann daher unmöglich ein Schöpfungsmittel zum Hervorbringen von Leben sein. Biblisch gesehen ist der Tod ein Eindringling in die Schöpfung, der durch die Sünde des Menschen in die Welt kam (s. o.), also ein Zeichen des Gefallenseins der Schöpfung.

6. Nach der Evolutionstheorie hat sich das heutige Leben durch den Kampf ums Dasein entwickelt. Kampf kann aber niemals Prinzip göttlicher Schöpfung sein. Vielmehr hat Gott "die Erde, die Menschen und die Tiere durch seine große Kraft" geschaffen (Jer 27,5) und hat Mensch und Tieren ausdrücklich nur pflanzliche Nahrung angewiesen (1 Mose 1,30), jedenfalls zunächst. Heute zu beobachtende Kämpfe zwischen Tieren oder zwischen Menschen sind ebenfalls Kennzeichen einer von Gott abgefallenen Schöpfung.

7. Bei konsequenter Anwendung der Evolutionstheorie müßte eine Höherentwicklung auch noch nach dem Auftreten des ersten Menschen angedauert haben und wäre auch heute noch zu erwarten bis an das Ende der Zeiten. Dies steht aber im Widerspruch zu den biblischen Berichten (z. B. über die Endzeit), wonach die als vollkommen (!) geschaffene Menschheit (1 Mose 1,31; 2,1) sich aufgrund der Sünde abwärts entwickelt, und Gott schließlich "einen neuen Himmel und eine neue Erde" schaffen wird (Offb 21,1). Die Geschichte Israels zeigt einen "Aufwärtstrend" nur dort, wo eine Hinwendung zu Gott erfolgte. Wenn die Menschheit sich höherentwickelt, wozu mußte Jesus sterben? Die Erlösung zum Guten hin erfolgt nicht durch Entwicklung, sondern durch das Eingreifen Gottes.

8. Nach 1 Mose 3,20 ist Eva als erste Frau die Mutter aller Lebenden. Das schließt aus, daß es schon vor Adam und Eva Menschen gab.*

9. Das Neue Testament bezieht sich auf den Schöpfungsbericht wie auf eine Tatsache. So schildert z. B. Paulus in Röm 5,12-21 den heilsgeschichtlichen (und damit für uns lebensnotwendigen) Zusammenhang zwischen der Sünde des einen Menschen (Adam) und dem Gehorsam des einen Menschen (Jesus). Es gibt keinen guten Grund, den einen Teil dieser Aussage faktisch, den andern aber nur bildlich zu sehen.

10. Auch Jesus selbst bezieht sich in Mt 19,5 ganz selbstverständlich auf den Wortlaut des Schöpfungsberichtes in 1 Mose 1 und 2.

11. Die Sintflut als weltweite Katastrophe wird von der Evolutionslehre ausdrücklich abgelehnt, die Bibel stellt sie aber eindeutig als solche dar. 1 Mose 6,13: "Da sagte Gott zu Noah: das Ende aller lebenden Geschöpfe ist bei mir beschlossen." Stattdessen spricht die Evolutionstheorie davon, daß in der Vergangenheit alle Prozesse meist gleichförmig, ähnlich wie heute und nur mit lokalen oder regionalen Katastrophen abgelaufen seien (Uniformitarismus oder Aktualitätsprinzip). Vgl. aber 2 Petr 3,3-7: "In den letzten Tagen werden Spötter auftreten und sagen, es bleibt doch alles, wie es von Anfang an war. . . . Dabei lassen sie außer acht, daß der Himmel und die Erde durch das Wort Gottes entstanden sind, und daß die damalige Welt durch die Flut im Wasser zugrunde gegangen ist . . . "


12. Auch Jesus spricht in Mt 24,37-39 von der Sintflut als von einer historischen Tatsache
 
Trickmaster am 03.02.2006 10:45 schrieb:
Stattdessen spricht die Evolutionstheorie davon, daß in der Vergangenheit alle Prozesse meist gleichförmig, ähnlich wie heute und nur mit lokalen oder regionalen Katastrophen abgelaufen seien (Uniformitarismus oder Aktualitätsprinzip).

Das stimmt nicht. Die Evolutionstheorie und die prähistorische Forschung wissen von so einigen globalen Einschnitten zu berichten, bei denen bis zu 90% der Arten innerhalb weniger Jahrmillionen (was wenig ist) ausgestorben sind und der Rest einen Neuanfang begann.

Aber ich gebe dir insofern recht, dass auch ich den Glauben an eine göttliche Schöpfung als unvereinbar mit der Evolutionstheorie ansehe. Ich warte diesbezüglich noch auf ein paar nähere Ausführungen von ElNonsk, der das ja behauptet.
 
@Trickmaster
"Deine" Einwände sind fundiert, durchdacht und wohl ein Schlag ins Gesicht für einige Darwinisten hier. Jetzt warte ich gespannt auf die Gegenargumente, zumal diese unglaublich raffiniert sein müssen, um zumindest halbwegs Paroli bieten zu können.

Ich denke (sofern man seinen Glauben ernsthaft lebt) muss man sich in gewissen Sparten einfach für die Wissenschaft oder für die Religion entschieden. Das, weil Teile der Bibel keineswegs rational, also mit dem Verstand nachvollziehbar, sind.

Beispiel Sintflut: Naturwissenschaftlich gesehen ist es Zitat: "Absolut unmöglich", dass alle Berge dieser Welt einmal unter Wasser standen.
Genau das behauptet allerdings unmissverständlich die Bibel.

1. Mose 7,19-20:

Und die Wasser wurden immer noch mächtiger auf der Erde. Alle hohen Berge unter dem Himmel wurden bedeckt. Siebeneinhalb Meter hoch stiegen die Wasser darüber, so dass die Berge alle bedeckt wurden.
 
mercury123 am 03.02.2006 11:50 schrieb:
@Trickmaster
"Deine" Einwände sind fundiert, durchdacht und wohl ein Schlag ins Gesicht für einige Darwinisten hier. Jetzt warte ich gespannt auf die Gegenargumente, zumal diese unglaublich raffiniert sein müssen, um zumindest halbwegs Paroli bieten zu können.


Da sag ich mal, das gilt nur für "christliche" "Darwinisten" ;-)
Denn - wie sag ich es freundlich - Bibelzitate wirken nicht unbedingt überzeugend auf mich :-D

Witzig ist, dass in den Posts vorher "wir" versucht haben mit logischen Thesen etc. gegen eine Gott-geschaffene Evolution zu sprechen.
Und nun für das gleiche Ziel dies mit Bibelzitaten gemacht wird (auch wenn das Ergebnis ein anderes ist :ugly: ).


Auch wenn ich beides nicht ausstehen kann: Ich dachte man interpretiert die Bibel nur und nimmt sie nicht wortwörtlich :-o - zumindest bei den Katholiken fällt mir ein *g*
 
mercury123 am 03.02.2006 11:50 schrieb:
@Trickmaster
"Deine" Einwände sind fundiert, durchdacht und wohl ein Schlag ins Gesicht für einige Darwinisten hier. Jetzt warte ich gespannt auf die Gegenargumente, zumal diese unglaublich raffiniert sein müssen, um zumindest halbwegs Paroli bieten zu können.

Ich denke (sofern man seinen Glauben ernsthaft lebt) muss man sich in gewissen Sparten einfach für die Wissenschaft oder für die Religion entschieden. Das, weil Teile der Bibel keineswegs rational, also mit dem Verstand nachvollziehbar, sind.

Beispiel Sintflut: Naturwissenschaftlich gesehen ist es Zitat: "Absolut unmöglich", dass alle Berge dieser Welt einmal unter Wasser standen.
Genau das behauptet allerdings unmissverständlich die Bibel.

1. Mose 7,19-20:

Und die Wasser wurden immer noch mächtiger auf der Erde. Alle hohen Berge unter dem Himmel wurden bedeckt. Siebeneinhalb Meter hoch stiegen die Wasser darüber, so dass die Berge alle bedeckt wurden.


Da es auf der gesammten Erde, mit gefrorenen Wasser in Form von Eis usw. nicht genug Wasser gibt, um den Weerespiegel weltweit auf mehrere Kilometer zu heben, sollte die antwort jedem vernunftbegabten Menschen klar sein.
 
Solidus_Dave am 03.02.2006 12:09 schrieb:
mercury123 am 03.02.2006 11:50 schrieb:
@Trickmaster
"Deine" Einwände sind fundiert, durchdacht und wohl ein Schlag ins Gesicht für einige Darwinisten hier. Jetzt warte ich gespannt auf die Gegenargumente, zumal diese unglaublich raffiniert sein müssen, um zumindest halbwegs Paroli bieten zu können.


Da sag ich mal, das gilt nur für "christliche" "Darwinisten" ;-)
Denn - wie sag ich es freundlich - Bibelzitate wirken nicht unbedingt überzeugend auf mich :-D

Witzig ist, dass in den Posts vorher "wir" versucht haben mit logischen Thesen etc. gegen eine Gott-geschaffene Evolution zu sprechen.
Und nun für das gleiche Ziel dies mit Bibelzitaten gemacht wird (auch wenn das Ergebnis ein anderes ist :ugly: ).


Auch wenn ich beides nicht ausstehen kann: Ich dachte man interpretiert die Bibel nur und nimmt sie nicht wortwörtlich :-o - zumindest bei den Katholiken fällt mir ein *g*

Jep, es gilt "nur" für die christlichen Darwinisten.
Dass Bibelzitate für dich nicht überzeugend wirken, ist logisch, aber auf naturwissenschaftlichem Weg ist der Evolutionstheorie nicht beizukommen. ;-)
Ich finde es lustig, dass die meisten Katholiken heute der Wissenschaft so wohl gesinnt sind, dass sie kurzerhand unmengen an Versen uminterpretieren und ignorieren. Dabei waren sie früher wohl die ärgsten Feinde namentlich der Astronomie. Die Kleriker zwangen jeden, der das Ptolemäische Weltbild (Die Erde ist das Zentrum des Universum und alle anderen Körper umrunden sie in perfekten Kreisbahnen,...) ablehnten, ihre falschen Theorien zu übernehmen. Giordano Bruno wurde in Rom verbrannt, nachdem er behauptet hatte, dass die Sonne nur einer von vielen Sternen ist.
Galileo Galilei sperrten sie ein, drohten ihm mit Folter und zwangen ihn öffentlich seine ketzterischen Gedanken abzuschwören...
:-o
Erst klar fundamental, dann in den meisten Punkten sehr liberal. Warum sollte man einer so hin und hergerissenen Institution glauben schenken, die zudem hunderte Jahre daneben lag? Gut, man kann ja hoffen, dass sie genau heute den Nagel auf den Kopf trifft, was dann allerdings aus meiner Sicht doch etwas......mutig ist.
 
Peter23 am 03.02.2006 12:44 schrieb:
mercury123 am 03.02.2006 11:50 schrieb:
@Trickmaster
"Deine" Einwände sind fundiert, durchdacht und wohl ein Schlag ins Gesicht für einige Darwinisten hier. Jetzt warte ich gespannt auf die Gegenargumente, zumal diese unglaublich raffiniert sein müssen, um zumindest halbwegs Paroli bieten zu können.

Ich denke (sofern man seinen Glauben ernsthaft lebt) muss man sich in gewissen Sparten einfach für die Wissenschaft oder für die Religion entschieden. Das, weil Teile der Bibel keineswegs rational, also mit dem Verstand nachvollziehbar, sind.

Beispiel Sintflut: Naturwissenschaftlich gesehen ist es Zitat: "Absolut unmöglich", dass alle Berge dieser Welt einmal unter Wasser standen.
Genau das behauptet allerdings unmissverständlich die Bibel.

1. Mose 7,19-20:

Und die Wasser wurden immer noch mächtiger auf der Erde. Alle hohen Berge unter dem Himmel wurden bedeckt. Siebeneinhalb Meter hoch stiegen die Wasser darüber, so dass die Berge alle bedeckt wurden.


Da es auf der gesammten Erde, mit gefrorenen Wasser in Form von Eis usw. nicht genug Wasser gibt, um den Weerespiegel weltweit auf mehrere Kilometer zu heben, sollte die antwort jedem vernunftbegabten Menschen klar sein.

Das liegt aber auch nur daran, das die Sinflut ihre Spuren verwischt hat. Nach den Theologen war die Sinflut auch für die Erdschichten verantwortlich und genau aus diesen Erdschichten suchte man Beweise für die Sinflut, was natürlich völlig sinnlos war. Seid wann kann man denn Wunder beweisen und begründen? das ging noch nie und wird wahrscheinlich auch in Zukunft nicht gehen, denn was für uns vielleicht wie ein Wunder erscheint ist in vielleicht 2000 Jahren völlig normal.
 
mercury123 am 03.02.2006 12:59 schrieb:
[...]Ich finde es lustig, dass die meisten Katholiken heute der Wissenschaft so wohl gesinnt sind, dass sie kurzerhand unmengen an Versen uminterpretieren und ignorieren. Dabei waren sie früher wohl die ärgsten Feinde namentlich der Astronomie. Die Kleriker zwangen jeden, der das Ptolemäische Weltbild (Die Erde ist das Zentrum des Universum und alle anderen Körper umrunden sie in perfekten Kreisbahnen,...) ablehnten, ihre falschen Theorien zu übernehmen.
So, hier hake ich jetzt mal ein und stelle einen Teil der kath. Glaubenslehre dazu mal dar (Katechismus der kath. Kirche, Teil III, Abschnitt 1.1.1):
"[...]Schärfer achtet auch die Theologie auf ihre Grenzen. Sie weiß heute, daß die Bibel sich in ihrer Ausdrucks- und Vorstellungsweise des Weltbilds der damaligen Zeit bediente, das als solches für uns nicht verbindlich ist. Ihrer Aussageintention nach will uns die Bibel nicht über empirischerkennbare Entstehungen der Welt und der verschiedenen Arten der Lebewesen unterrichten. Sie will vor allem sagen, daß Gott der Schöpfer der Welt und ihr Heil ist. Es ist darum kein Gegenstand des Glaubens, daß Gott die Welt, wie es die Bibel bildhaft darstellt, in sechs Tagen geschaffen hat und daß er alles am Anfang so geschaffen hat, wie wir es heute vorfinden.
[...]Heute setzt sich nämlich immer mehr der die Meinung druch, daß Schöpfung und Evolution Antworten auf jeweils ganz verschiedene Fragen sind und deshalb auf verschiedenen Ebenen liegen. Evolution ist ein empirischer Begriff, der auf die Frage nach dem "horizontalen" Woher und dem raum-zeitlichen Nacheinander der Geschöpfe eingeht. Schöpfung dagegen ist ein theologischer Begriff und fragt nach dem "vertikalen" Warum und Wozu der Wirklichkeit. Evolution setzt immer schon "etwas" voraus, das sich verändert und entwickelt,; Schöpfung zeigt, warum und wozu überhaupt etwas ist, das sich verändern und entwickeln kann. Um beide Sichtweisen miteinander zu verbinden, sagen heute viele Theologen: Gott schafft die Dinge so, daß sie ermächtigt sind, bei ihrer eigenen Entwicklung mitzuwirken. "Gott macht, daß sich die Dinge selber machen" (de Chardin). Dabei wirkt Gott nicht nur am Anfang, um dann die Entwicklung sich selbst zu überlassen,. Er hält die Wirklichkeit ständig im Sein, und er trägt und leitet sie auch in ihrem Werden. Gott ist also die alles umgreifende schöpferische Macht, die eigentätiges geschöpfliches Mitwirken freisetzt und durchwaltet. Gerade in ihrer schöpferischen Kraft sind die Geschöpfe also ein Abbild des schöpferischen Gottes. Schöpfungsgalube und Evolutionstheorie widerstreiten also einander nicht grundsätzlich; beide Aussagen geben vielmehr eine Antwort auf ganz verschiedene Fragen; sie liegen auf verschiedenen Ebenen und sind verschiedenen Erkenntnisweisen zugeordnet.
[...]

Giordano Bruno wurde in Rom verbrannt, nachdem er behauptet hatte, dass die Sonne nur einer von vielen Sternen ist.
Galileo Galilei sperrten sie ein, drohten ihm mit Folter und zwangen ihn öffentlich seine ketzterischen Gedanken abzuschwören...
:-o
Giordano Bruno wurde wegen Ketzerei verbrannt, da er sich im Laufe des Verfahrens in die absurdesten Widersprüche - in Glaubensfragen!-verhedderte und schließlich sogar behauptete, er sei Jesus persönlich ...
Ich heiße seine Verbrennung nicht gut, ganz im Gegenteil, aber er wurde nicht auf Grund seiner wissenschaftlichen Weltanschauung umgebracht.

Wie ich schon zig Mal zu erklären versuchte, war der Fall Galilei ein politsches Urteil und kein religiös-wissenschaftlicher Streitfall. Er wurde übrigens nicht von einer kirchlichen Institution oder Person denunziert und angeklagt, sondern von einer Gruppe der bedeutensten Philosophen der damaligen Zeit, die Angst hatten, dass sich jeder Mensch nun selbst ein Bild vom Universum und der Schöpfung machen könnte, in dem er einfach durch ein Rohr zu den Sternen guckte und die Philosophie somit überflüssig würde ...

Erst klar fundamental, dann in den meisten Punkten sehr liberal. Warum sollte man einer so hin und hergerissenen Institution glauben schenken, die zudem hunderte Jahre daneben lag? Gut, man kann ja hoffen, dass sie genau heute den Nagel auf den Kopf trifft, was dann allerdings aus meiner Sicht doch etwas......mutig ist.
Ach was- und der Protestantismus, das Luthertum, "Baptistantismus"(?) und wie diese Gruppen alle heißen mögen bieten da die bessere Option? Auch auf die Gefahr hin, von aph wieder einmal als arrogant abgetan zu werden: Das ist naiv. Immerhin lernt(e) die kath. Kirche aus ihren Fehlern; viele christliche Sekten -vor allem in den USA- scheinen dazu ja unfähig zu sein ...
 
Darf ich annehmen, dass niemand (Meinereiner nehme ich mal aus *g*) mehr etwas an Thomas von Aquins kosmologischen Beweis auszusetzen hat (siehe auch -> unendliche Reihe), da mir hier niemand auf meinen Post geantwortet hat?
 
Doc_Holiday am 03.02.2006 14:44 schrieb:
Gott schafft die Dinge so, daß sie ermächtigt sind, bei ihrer eigenen Entwicklung mitzuwirken. "Gott macht, daß sich die Dinge selber machen" (de Chardin). Dabei wirkt Gott nicht nur am Anfang, um dann die Entwicklung sich selbst zu überlassen,. Er hält die Wirklichkeit ständig im Sein, und er trägt und leitet sie auch in ihrem Werden. Gott ist also die alles umgreifende schöpferische Macht, die eigentätiges geschöpfliches Mitwirken freisetzt und durchwaltet. Gerade in ihrer schöpferischen Kraft sind die Geschöpfe also ein Abbild des schöpferischen Gottes. Schöpfungsgalube und Evolutionstheorie widerstreiten also einander nicht grundsätzlich; beide Aussagen geben vielmehr eine Antwort auf ganz verschiedene Fragen; sie liegen auf verschiedenen Ebenen und sind verschiedenen Erkenntnisweisen zugeordnet

Nun, was ich mich dabei frage: Weiß Gott vorher, was entstehen wird? ElNonsk brachte das Beispiel des Leberegels als Beweis?/Hinweis? auf die göttliche Absicht hinter der Evolution. Das klingt für mich so, als ob Gott zuerst dachte: Hey, so ein Leberegel, der Löcher in die Mägen von Ameisen frisst, sie alle bis auf eins wieder verschließt und einer der Egel sich auf den Weg ins Hirn macht, um die Ameise dazu zu bringen, sich von einem Schaf fressen zu lassen. So, und jetzt lasse ich die Evolution mal so einen Leberegel entwickeln.

Wenn es nicht so war, dann wusste Gott vorher nicht, dass seine Evolution einen derart kruden Leberegel hervorbringen würde. Dann ist seine Seltsamkeit aber auch kein Beweis für Gottes Eingreifen, denn dann hätte er genauso zufällig auch ohne Gott, ohne intelligenten Designer entstehen können.

Wie also ist das nun zu verstehen, ElNonsk?
 
ElNonsk am 03.02.2006 15:49 schrieb:
Darf ich annehmen, dass niemand (Meinereiner nehme ich mal aus *g*) mehr etwas an Thomas von Aquins kosmologischen Beweis auszusetzen hat (siehe auch -> unendliche Reihe), da mir hier niemand auf meinen Post geantwortet hat?

Kommt drauf an, was du damit meinst. Ich finde, wir haben die Schwächen dieses Beweises mehr als genug erörtert.
 
So, hier hake ich jetzt mal ein und stelle einen Teil der kath. Glaubenslehre dazu mal dar (Katechismus der kath. Kirche, Teil III, Abschnitt 1.1.1):
"[...]Schärfer achtet auch die Theologie auf ihre Grenzen. Sie weiß heute, daß die Bibel sich in ihrer Ausdrucks- und Vorstellungsweise des Weltbilds der damaligen Zeit bediente, das als solches für uns nicht verbindlich ist. Ihrer Aussageintention nach will uns die Bibel nicht über empirischerkennbare Entstehungen der Welt und der verschiedenen Arten der Lebewesen unterrichten. Sie will vor allem sagen, daß Gott der Schöpfer der Welt und ihr Heil ist. Es ist darum kein Gegenstand des Glaubens, daß Gott die Welt, wie es die Bibel bildhaft darstellt, in sechs Tagen geschaffen hat und daß er alles am Anfang so geschaffen hat, wie wir es heute vorfinden.
[...]Heute setzt sich nämlich immer mehr der die Meinung druch, daß Schöpfung und Evolution Antworten auf jeweils ganz verschiedene Fragen sind und deshalb auf verschiedenen Ebenen liegen. Evolution ist ein empirischer Begriff, der auf die Frage nach dem "horizontalen" Woher und dem raum-zeitlichen Nacheinander der Geschöpfe eingeht. Schöpfung dagegen ist ein theologischer Begriff und fragt nach dem "vertikalen" Warum und Wozu der Wirklichkeit. Evolution setzt immer schon "etwas" voraus, das sich verändert und entwickelt,; Schöpfung zeigt, warum und wozu überhaupt etwas ist, das sich verändern und entwickeln kann. Um beide Sichtweisen miteinander zu verbinden, sagen heute viele Theologen: Gott schafft die Dinge so, daß sie ermächtigt sind, bei ihrer eigenen Entwicklung mitzuwirken. "Gott macht, daß sich die Dinge selber machen" (de Chardin). Dabei wirkt Gott nicht nur am Anfang, um dann die Entwicklung sich selbst zu überlassen,. Er hält die Wirklichkeit ständig im Sein, und er trägt und leitet sie auch in ihrem Werden. Gott ist also die alles umgreifende schöpferische Macht, die eigentätiges geschöpfliches Mitwirken freisetzt und durchwaltet. Gerade in ihrer schöpferischen Kraft sind die Geschöpfe also ein Abbild des schöpferischen Gottes. Schöpfungsgalube und Evolutionstheorie widerstreiten also einander nicht grundsätzlich; beide Aussagen geben vielmehr eine Antwort auf ganz verschiedene Fragen; sie liegen auf verschiedenen Ebenen und sind verschiedenen Erkenntnisweisen zugeordnet.
[...]
Ich bin aber der Meinung, dass die Bibel auch auf das "Wie?" eingeht und man als Gläubigen deshalb die Beschreibung der Bibel zu vertreten hat, ob jetzt die Wissenschaft anders denkt oder nicht. Der Glaube ist eben nicht rational sondern eher das Gegenteil, deshalb heisst es ja auch "glauben" und nicht "wissen".
In meinen Augen ergänzt die Evolutionstheorie unseren Glauben nicht, sondern greift ihn vielmehr an. Ich glaube nicht an Aussagen von renomierten Evolutionbiologen wie z. B. neulich in der NZZ auf die Frage, ob es in der Natur so etwas wie Glück gäbe: " Vergessen Sie es. Glück ist keine Kategorie der Evolution. Die Natur kennt keine Romantik. Die Natur kennt nur das Überleben des Stärksten."
Die Behauptung es würden nur die Stärksten überleben ist ganz und gar unchristlich und schon deshalb verwerflich. Auch als Atheist hätte ich meine liebe Mühe mit diesem Grundsatz der Evolution, von der Behauptung es gäbe kein Glück und keine Romantik in der Natur mal ganz zu schweigen.
Giordano Bruno wurde wegen Ketzerei verbrannt, da er sich im Laufe des Verfahrens in die absurdesten Widersprüche - in Glaubensfragen!-verhedderte und schließlich sogar behauptete, er sei Jesus persönlich ...
Ich heiße seine Verbrennung nicht gut, ganz im Gegenteil, aber er wurde nicht auf Grund seiner wissenschaftlichen Weltanschauung umgebracht.
Kein Wunder dreht man nach sieben Jahren Haft und in Gehorsam der Katholischen Kirche durch. Ich will nicht wissen, was sie im alles eingeflösst und welche Foltermethoden sie angewandt haben um eine Rechtfertigung für den Tod durch Verbrennen gehabt zu haben.
Wie ich schon zig Mal zu erklären versuchte, war der Fall Galilei ein politsches Urteil und kein religiös-wissenschaftlicher Streitfall. Er wurde übrigens nicht von einer kirchlichen Institution oder Person denunziert und angeklagt, sondern von einer Gruppe der bedeutensten Philosophen der damaligen Zeit, die Angst hatten, dass sich jeder Mensch nun selbst ein Bild vom Universum und der Schöpfung machen könnte, in dem er einfach durch ein Rohr zu den Sternen guckte und die Philosophie somit überflüssig würde ...
Das sehe ich widerum anders. In meinem Astronomiebuch steht klipp und klar, dass die Katholiken ihn auf Übelste diffamiert haben. Von oben erwähnter Philosophengruppe steht kein Wort.

Ach was- und der Protestantismus, das Luthertum, "Baptistantismus"(?) und wie diese Gruppen alle heißen mögen bieten da die bessere Option? Auch auf die Gefahr hin, von aph wieder einmal als arrogant abgetan zu werden: Das ist naiv. Immerhin lernt(e) die kath. Kirche aus ihren Fehlern; viele christliche Sekten -vor allem in den USA- scheinen dazu ja unfähig zu sein ...
Man kann doch nicht eigene Verbrechen mit den Untaten anderer rechtfertigen.
Ob die katholische Kirche daraus gelernt hat ist eine andere Frage. Galileo Galilei haben sie jedenfalls erst 1992 rehabilitiert, was für mich eine Frechheit ist.

Hoffentlich habe ich einige Katholiken hier nicht zu fest angegriffen, ansonsten bitte ich wie üblich um Entschuldigung. ;-)
 
ElNonsk am 27.01.2006 19:38 schrieb:
aph am 27.01.2006 15:23 schrieb:
ElNonsk am 27.01.2006 14:44 schrieb:
Ich könnte jetzt natürlich weitermachen mit dem Problem des "Gottes der Philosophen" und des Gottes des Christentums. Dazu brauche ich aber eine Basis: Mein Gesprächspartner muss davon überzeugt sein, dass Gott (oder wie auch immer du die erste Ursache nennen willst) existiert.
Das ist meine Antwort.
Äh, aber genau das wollte ich doch von dir erklärt haben. Wieso brauchst zu zum Diskutieren dieses Unterschiedes jemanden, der Gott an sich schon akzeptiert? Du hast das nicht begründet, und von selbst erschließt es sich mir nicht. Scheint mir etwas willkürlich von dir, mich davon auszuschließen, nur weil ich nicht an Gott glaube.
Kurze Antwort: Weil ich zu faul bin. *g*
Längere Antwort: Wenn wir anfangen darüber zu diskutieren, was der Unterschied zwischen dem Gott der Philosophen und dem des Christentums ist, kommt garantiert irgendwann die Frage: "Und was ist, wenn es Gott nicht gibt?", womit die ganze Argumentation eigentlich sinnfällig wird und ich umsonst lang und breit schreibe.

Und ja: Ich sehe keinen Hinweis darauf, dass die Kausalitätskette einen Anfang haben muss. Bis jetzt wurde für alles irgendwann ein Grund gefunden. Nicht alles wurde schon begründet, viele neue Fragen tun sich auf, aber die Zahl der begründeten Zusammenhänge nimmt stetig zu. Das ist eher ein Hinweis auf die Unendlichkeit der Kausalität, als für einen Anfang. Der Anfang ist eine bisher nur gedachte/angenommene Erscheinung. Ein unbewiesenes Abstraktum, das aus dem unbewiesenen Gedanken resultiert, die Kette _könne_ nicht unendlich sein.
Ich möchte jetzt mal vorausschicken, dass wir bei dieser Debatte den naturwissenschaftlichen Bereich verlassen und wieder einmal ins Philosophische übergehen, das dir eigentlich (soweit ich das verstanden habe) nicht so sehr zusagt.
Witzigerweise kann ich jetzt den guten Kant ins Spiel bringen, der ja den ontologischen Beweis kritisiert hat. Ich gehe hierbei von der "dritten Antinomie" Kants aus.
Siehe Link: http://12koerbe.de/phosphoros/antinom3.htm

Zusammengefassung der "dritten Antinomie":
(1) Wenn alles in der Welt nach Gesetzen der Natur geschähe, dann wäre jede Ursache auch Wirkung einer anderen Ursache.

(2) Also wäre die Reihe der Ursachen unendlich.

(3) Eine unendliche Reihe ist jedoch keine vollständige Reihe.

(4) Es läge also eine unvollständige Reihe von Ursachen vor.

(4) bedeutet, dass mindestens eine Ursache in dieser Reihe nicht hinreichend a priori bestimmt wäre.
Das Kausalitätsgesetz fordert, dass jede Ursache hinreichend a priori bestimmt ist.
Aus (5) und (6) ist zu folgern, dass "Die Kausalität nach Gesetzen der Natur (...) nicht die einzige [ist], aus der die Erscheinungen der Welt insgesamt abgeleitet werden können."
(8) Aus (7) kann gefolgert werden, dass "noch eine Kausalität durch Freiheit anzunehmen notwendig" ist.
Uns geht es um die Prämisse 3, die auf den ersten Blick ziemlich dumm erscheint.
Das Problem ist, dass an die unendliche Reihe der Ursachen die Forderung gestellt wird, sie müsse vollständig sein, dann bemerkt wird, dass sie diese Forderung nicht erfüllen kann, womit der Kausalität der Natur plötzlich die universale Gültigkeit abgesprochen ist. Die Vollständigkeitsforderung scheint auf den ersten sowie auf jeden folgenden Blick vollständig illegitim, ja, sie scheint geradezu Produkt eines Kategorienfehlers zu sein, denn was soll die Prädikation "vollständig" (ebenso "unvollständig") in bezug auf eine unendliche Reihe aussagen?

Wenn ich einem Schüler die Anweisung gebe: "Zähle von null bis minus fünfzig!", und er auf dem richtigen Weg bei minus fünfzig ankommt, kann ich sehr wohl behaupten, er habe diese Reihe vollständig aufgezählt; wenn er bei minus siebenunddreißig (zum Beispiel) die Reihe nicht mehr fortsetzen kann, werde ich sagen, die Reihe sei unvollständig; denn hierfür habe ich ja Regeln und Kriterien. Gebe ich aber nun jemandem die Anweisung "Zähle mir eine unendliche Reihe aufeinanderfolgender Zahlen von null abwärts auf!", werde ich da, außer aus einem nicht zum Inhalt der Aufgabe gehörenden Sadismus heraus, als jemand, der unser Zahlensystem und unsere Sprache auch nur einigermaßen gut kennt, ständig zwischendurch, wenn der Schüler pausiert - etwa, um seine ausgetrocknete Kehle mit einem Schluck Wasser zu erfrischen, um weiterzählen zu können -, ihm sinnvoll vorwerfen dürfen, die Reihe sei aber nicht vollständig? Was schwebte mir dabei vor? Und wann soll ich ihm denn mitteilen, nun sei die Reihe endlich vollständig? Hätte ich dafür ein Kriterium? Wohl kaum. Folglich läuft die Vorstellung, man könnte zwischen einer vollständigen und einer unvollständigen unendlichen Reihe unterscheiden, auf blanken Unsinn hinaus.

Die Gültigkeit des Satzes: "Wenn also alles nach bloßen Gesetzen der Natur geschieht, so gibt es jederzeit nur einen subalternen, niemals aber einen ersten Anfang, und also überhaupt keine Vollständigkeit der Reihe auf der Seite der von einander abstammenden Ursachen.", der problematische Schritt (3) der Argumentation also, kann auf ganz einfache Weise bewiesen werden, nämlich dann, wenn man vorausschickt, dass hier ein terminologischer Gebrauch der Wörter „Natur“ und „Gesetz“ vorliegt, der aus der Kritik der reinen Vernunft herzuleiten ist, und der die einzig plausible Interpretationsmöglichkeit für den gesamten Thesenbeweis bietet, alle anderen Möglichkeiten müssten sich damit begnügen, aus dem Argument einen baren Unsinn herauszulesen.

Die Frage, die geklärt werden muss, ist die, weshalb das Kausalitätsgesetz sich selbst widersprechen soll, wenn es allein gültig wäre, und also kein erster Anfang, kein Unbedingtes mit ihm gesetzt wird. Es scheint doch auf den ersten Blick so, als wäre das Prinzip, dass alles eine Ursache hat, überhaupt erst dann erfüllt, wenn es keine erste Ursache gibt. Hier kann nur eine Untersuchung des Kantischen Naturbegriffs weiterhelfen, welchen wir zum Beispiel dem folgenden Zitat entnehmen können:

"Unter Natur (im empirischen Verstande) verstehen wir den Zusammenhang der Erscheinungen ihrem Dasein nach, nach notwendigen Regeln, d. i. nach Gesetzen. Es sind also gewisse Gesetze, und zwar a priori, welche allererst eine Natur möglich machen (...)".

Das Hauptmerkmal von Natur ist nach Kant also, dass sie aus den notwendigen Gesetzen besteht, die die Erscheinungen - ein Terminus, der immer impliziert, dass auch ein Subjekt vorhanden ist, dem etwas erscheint -, miteinander verbinden. Ganz offensichtlich benötigt die Natur also, um Natur sein zu können, ein Subjekt, was auch im folgenden Zitat deutlich wird: "Denn Gesetze existieren eben so wenig in den Erscheinungen, sondern nur relativ auf das Subjekt, dem die Erscheinungen inhärieren, sofern es Verstand hat (...)". Die Gesetze, die die Verbindungen zwischen den Erscheinungen schaffen, gibt es in der Welt der Dinge an sich nicht; die Dinge an sich verursachen zwar die Erscheinungen, nicht aber die (notwendigen) Verbindungen unter ihnen, diese sind erst der Einheit unseres Verstandes zuzuschreiben, deshalb kongruiert der Natur auf der Seite der Dinge an sich auch gar nichts, wie zum Beispiel der Erscheinung eines Baumes oder der eines Apfels auf der Seite der Dinge an sich etwas kongruiert. Die Tatsache, dass beobachtet - oder schmerzlich erfahren - werden muss, dass ein Apfel, wenn er sich von einem Ast löst, vom Baum hinunter-, jedoch nicht hinauffällt, gehört zu den Gesetzen der Natur (in diesem Fall zum Fallgesetz), die nur in bezug auf ein Subjekt existieren. Ja, man kann den Ausdruck „Gesetze der Natur“ geradezu für tautologisch halten, weil „Natur“ nach Kant ja ohnehin nur aus notwendigen Gesetzen besteht, die dem Verstand des Subjekts - den Kategorien, und in diesem Falle besonders der Relationskategorie der Kausalität - inhärieren. Mit „Natur“ in dieser Verwendung ist also diejenige Verstandestätigkeit des Subjekts gemeint, die die Erscheinungen nach notwendigen Gesetzen, die von den Kategorien vorgegeben sind, verknüpft. Das folgende Zitat belegt diese Haltung eindeutig:

"Bedenkt man aber, dass diese Natur an sich nichts als ein Inbegriff von Erscheinungen, mithin kein Ding an sich, sondern eine bloße Menge von Vorstellungen des Gemüts sei, so wird man sich nicht wundern, sie bloß in dem Radikalvermögen aller unsrer Erkenntnis, nämlich der transzendentalen Apperzeption, in derjenigen Einheit zu sehen, um deren willen allein sie Objekt aller möglichen Erfahrung, d. i. Natur heißen kann; und dass wir auch eben darum diese Einheit a priori, mithin als notwendig erkennen können, welches wir wohl müssten unterwegens lassen, wäre sie unabhängig von den ersten Quellen unseres Denkens a n s i c h gegeben. Denn da wüsste ich nicht, wo wir die synthetische Sätze einer solchen allgemeinen Natureinheit hernehmen sollten, weil man sie auf solchen Fall von den Gegenständen der Natur selbst entlehnen müsste. "

Hiermit wäre wohl auch der letzte Zweifel aus der Welt geschafft, den man daran hegen könnte, dass sich „Natur“ bei Kant nur auf das „Radikalvermögen“ unserer Erkenntnis bezieht, nicht aber auf irgendetwas außerhalb derselben. Gleich ist dies für Kants Verwendung von „Gesetz“ zu applizieren.

Es ist nun also herausgestellt, dass das Wort Natur bei Kant terminologisch gebraucht wird, und ebenfalls, was Kant unter diesem Terminus versteht - etwas völlig anderes als der gemeine Verstand, der dabei womöglich an schöne Landschaften mit umherhopsenden Schafen oder andere bekannte Klischees denkt. (Eben dasselbe gilt in unserem Fall übrigens auch für den Kantischen Weltbegriff, auch wenn hier die Konnotationen des gemeinen Verstandes natürlich andere wären: "Eben dieselbe Welt wird aber Natur genannt, so fern sie als ein dynamisches Ganzes betrachtet wird (...)".)
@ aph
Das hatte ich gemeint.
 
ElNonsk am 27.01.2006 19:40 schrieb:
Der Beweis für die Gültigkeit des Argumentes ab Schritt (3) erfordert allerdings noch eine andere Bedingung. Es könnte ja nun behauptet werden, dass, selbst wenn „Natur“ nur als eine Verstandestätigkeit gesehen werden muß, dies doch nicht impliziere, dass der Verstand, der diese „Natur“ seiner eigenen Einheit a priori verdanke, keine unendliche Reihe von Ursachen denken könne, weshalb immer noch nicht bewiesen sei, warum eine unendliche Reihe als unvollständige Reihe bezeichnet werde.

In der Tat muß noch bewiesen werden, dass ein reiner Verstandesbegriff mit sich uneinig ist, wenn er eine Reihe voraussetzt, die unendlich ist. Dies stellt aber keine besondere Schwierigkeit dar, denn Belege dafür, dass die sukzessive Synthesis des Verstandes keine unendlichen Reihen denken könne, weil diese in ihr niemals vollendet werden könnten - was natürlich schon rein analytisch aus dem Ausdruck „unendliche Reihe“ hervorgeht -, die Möglichkeit dieser Vollendung der Reihe im Verstand aber die Bedingung der Möglichkeit für die Reihe überhaupt sei, gibt es mehr als genug in der Transzendentalen Dialektik, zum Beispiel:

"Der wahre (transzendentale) Begriff der Unendlichkeit ist: dass die sukzessive Synthesis der Einheit in Durchmessung eines Quantums niemals vollendet sein kann. (...) Da diese Synthesis nun eine nie zu vollendende Reihe ausmachen müsste: so kann man sich nicht vor ihr, und mithin auch nicht durch sie, eine Totalität denken. Denn der Begriff der Totalität selbst ist in diesem Falle die Vorstellung einer vollendeten Synthesis der Teile, und diese Vollendung, mithin auch der Begriff derselben, ist unmöglich."

Schließlich ist die Kantische Vernunft teleologisch angelegt: Da es ihr nicht gegeben ist, unendliche Reihen zu denken, muss sie am Anfang der Reihe ein Unbedingtes setzten, schließlich entstammt eine Reihe solcher Verbindungen ja dem Verstand selber, weshalb es nicht einzusehen ist, dass die Vernunft in ihr den Widerspruch vorfinden soll, dass der Verstand mehr von ihr verlangt, als ihr möglich ist.

"(...) die Vernunft fordert die absolute Vollständigkeit der Bedingungen ihrer Möglichkeit, so fern diese eine Reihe ausmachen, mithin eine schlechthin (d. i. in aller Absicht) vollständige Synthesis, wodurch die Erscheinung nach Verstandesgesetzen exponiert werden könne.

Zweitens ist es eigentlich nur das Unbedingte, was die Vernunft, in dieser, reihenweise, und zwar regressiv, fortgesetzten Synthesis der Bedingungen, sucht, gleich damit die Vollständigkeit in der Reihe der Prämissen, die zusammen weiter keine andere voraussetzen. Dieses U n b e d i n g t e ist nun jederzeit in der absoluten Totalität der Reihe, wenn man sie sich in der Einbildung vorstellt, enthalten."

Es ist also nun zu folgern, dass eine alleinige Gültigkeit des Kausalitätsprinzips tatsächlich widersprüchlich wäre, weil diese sowohl implizieren würde, dass unser Verstand uns eine Reihe gibt, in der jede Ursache wiederum eine Ursache hätte, mithin die Reihe der Ursachen unendlich wäre, als auch, dass unsere teleologische Vernunft überhaupt keine unendliche Reihe denken kann, sondern immer auf ein Unbedingtes, auf einen Anfang der Reihe, fixiert ist.

Dass Kants Naturbegriff die einzig plausible Erklärung für den Selbstwiderspruch ist, hat zum Beispiel auch Günter Figal deutlich erkannt, wenn er schreibt,

"(...) dass plausibel gemacht wird, inwiefern die Notwendigkeit einer Vervollständigung der Allgemeinheit des Kausalgesetzes nicht widerstreitet. Kant begründet die Notwendigkeit einer Vervollständigung des Kausalgesetzes, indem er zeigt, dass gerade ohne eine solche die Behauptung einer allgemeinen Kausalität sich selbst in ihrer "unbeschränkten Allgemeinheit" (KrV, B 474/ A 446) widerspricht. Der Grundsatz der Kausalität behauptet ja eine eine [Verdopplungsfehler aus dem Original übernommen, D.M.] allgemeine Kausalität "nach Gesetzen der Natur" (KrV, B 473/ A 445), und "Natur" ist "der Inbegriff der Gegenstände der Erfahrung" (KrV, B XIX), d.h. der Inbegriff "aller Erscheinungen" (KrV, B163/ A 114). (...) deshalb gibt es dem Naturgesetz zufolge "jederzeit nur einen subalternen, niemals aber einen ersten Anfang, und also überhaupt keine Vollständigkeit der Reihe auf der Seite der von einander abstammenden Ursachen" (KrV, B 473f./A 445f.). Deshalb bedarf der Gedanke der Kausalität als eines Naturgesetzes der Vervollständigung durch den Gedanken der Freiheit: "Es muß eine Kausalität angenommen werden, durch welche etwas geschieht, ohne dass die Ursache davon noch weiter, durch eine andere vorhergehende Ursache, nach notwendigen Gesetzen bestimmt sei, d. i. eine absolute Spontaneität der Ursachen, eine Reihe von Erscheinungen, die nach Naturgesetzen läuft, von selbst anzufangen, mithin transzendentale Freiheit, ohne welche selbst im Laufe der Natur die Reihenfolge der Erscheinungen auf der Seite der Ursachen niemals vollständig ist" (KrV, B 474/A 446)."

Siehe Link: http://72.14.203.104/search?q=cache:_yRI0bf-RfgJ:www.uni-koeln.de/phil-fak/fs-philo/projekt/kant/dm-kant.html+unendliche+Kausalit%C3%A4t&hl=de&gl=de&ct=clnk&cd=2
@aph
Und das hatte ich gemeint.
 
aph am 03.02.2006 16:46 schrieb:
Doc_Holiday am 03.02.2006 14:44 schrieb:
Gott schafft die Dinge so, daß sie ermächtigt sind, bei ihrer eigenen Entwicklung mitzuwirken. "Gott macht, daß sich die Dinge selber machen" (de Chardin). Dabei wirkt Gott nicht nur am Anfang, um dann die Entwicklung sich selbst zu überlassen,. Er hält die Wirklichkeit ständig im Sein, und er trägt und leitet sie auch in ihrem Werden. Gott ist also die alles umgreifende schöpferische Macht, die eigentätiges geschöpfliches Mitwirken freisetzt und durchwaltet. Gerade in ihrer schöpferischen Kraft sind die Geschöpfe also ein Abbild des schöpferischen Gottes. Schöpfungsgalube und Evolutionstheorie widerstreiten also einander nicht grundsätzlich; beide Aussagen geben vielmehr eine Antwort auf ganz verschiedene Fragen; sie liegen auf verschiedenen Ebenen und sind verschiedenen Erkenntnisweisen zugeordnet

Nun, was ich mich dabei frage: Weiß Gott vorher, was entstehen wird? ElNonsk brachte das Beispiel des Leberegels als Beweis?/Hinweis? auf die göttliche Absicht hinter der Evolution. Das klingt für mich so, als ob Gott zuerst dachte: Hey, so ein Leberegel, der Löcher in die Mägen von Ameisen frisst, sie alle bis auf eins wieder verschließt und einer der Egel sich auf den Weg ins Hirn macht, um die Ameise dazu zu bringen, sich von einem Schaf fressen zu lassen. So, und jetzt lasse ich die Evolution mal so einen Leberegel entwickeln.

Wenn es nicht so war, dann wusste Gott vorher nicht, dass seine Evolution einen derart kruden Leberegel hervorbringen würde. Dann ist seine Seltsamkeit aber auch kein Beweis für Gottes Eingreifen, denn dann hätte er genauso zufällig auch ohne Gott, ohne intelligenten Designer entstehen können.

Wie also ist das nun zu verstehen, ElNonsk?
Gott ist allmächtig -beinhaltet-> Gott weiß alles -> Frage ist wohl beantwortet. ;-)
Das Problem an der danzen Sache hat aber schon DocHoliday treffend beschrieben. Die (christl.-kath.) Religion beschäftigt sich u. a. damit, dass Gott die Welt geschaffen hat, und nicht Wie?, da diese Frage nichts mit dem Glauben zu tun hat. Die Frage nach dem "Wie?" gehört in den Bereich der Naturwissenschaften. Es gibt wohl auch deshalb kein offizielles Statement der Kirche zum genauen "Wie?" der Schöpfung, da man sich dabei auf die Naturwissenschaften stützen müsste, die, wie wir aus der Geschichte ersehen können, sich unheimlich oft geirrt haben und korrigiert werden mussten. Wer weiß, vielleicht behauptet man in hundert Jahren, dass die Erde in sieben Tagen erschaffen worden sei oder dass die Evolutionstheorie ganz anders lauten muss. Das können die Naturwissenschaft von mir aus ruhig behaupten, solange sie auch genügend "Beweismaterial" dazu anführen. Wichtig ist nur, dass hier nur vom "Wie?" gesprochen wird, das mit dem eigentlichen Glauben nichts zu tun hat. Deshalb ist auch das "Wie?" nicht von Belang für die Kirche.
 
mercury123 am 03.02.2006 17:44 schrieb:
In meinen Augen ergänzt die Evolutionstheorie unseren Glauben nicht, sondern greift ihn vielmehr an. Ich glaube nicht an Aussagen von renomierten Evolutionbiologen wie z. B. neulich in der NZZ auf die Frage, ob es in der Natur so etwas wie Glück gäbe: " Vergessen Sie es. Glück ist keine Kategorie der Evolution. Die Natur kennt keine Romantik. Die Natur kennt nur das Überleben des Stärksten."
Nur so nebenbei ;-)
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es nur eine falsche Interpretation der Theorien Darwins war, oder er selbst in diesem Punkt falsch gelegen ist. Die Behauptung "Die Natur kennt nur das Überleben der Stärksten" ist naturwissenschaftlich nicht haltbar. Vielmehr sollte es heißen: "Nur der Anpassungsfähigste überlebt!"
 
ElNonsk am 03.02.2006 18:37 schrieb:
mercury123 am 03.02.2006 17:44 schrieb:
In meinen Augen ergänzt die Evolutionstheorie unseren Glauben nicht, sondern greift ihn vielmehr an. Ich glaube nicht an Aussagen von renomierten Evolutionbiologen wie z. B. neulich in der NZZ auf die Frage, ob es in der Natur so etwas wie Glück gäbe: " Vergessen Sie es. Glück ist keine Kategorie der Evolution. Die Natur kennt keine Romantik. Die Natur kennt nur das Überleben des Stärksten."
Nur so nebenbei ;-)
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es nur eine falsche Interpretation der Theorien Darwins war, oder er selbst in diesem Punkt falsch gelegen ist. Die Behauptung "Die Natur kennt nur das Überleben der Stärksten" ist naturwissenschaftlich nicht haltbar. Vielmehr sollte es heißen: "Nur der Anpassungsfähigste überlebt!"

Das ist eine reine Definitionsfrage. Unter stark kann man auch angepasst verstehen. "Die Natur kennt nur das Recht des am meisten Angepassten" ist ebenso inakzeptabel. Dann könnte man ja argumentieren, dass es im Sinne der Natur ist Schwache und Behinderte umzubringen, da diese zweifellos schlechter an das Leben angepasst sind.

Die Einwände Trickmasters gegen die Evolutionstheorie aus christlicher Sicht, stehen immer noch unangefochten im Raum. Aus meiner Sicht widerlegen sie logisch und nachvollziehbar, weshalb die Evo-theorie und Bibel eben doch kaum auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind. Mich würde interessieren, was du dazu zu sagen hast.
 
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