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[Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

W

Woodstock

Gast
[Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Hallo,

seit ein paar Tagen überstürzen sich ja die Ereignisse und das Political Correctness in diesem Lande kommt aus dem Entsetzen nicht mehr raus.

Deutsche Soldaten haben bei der Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch mit einem Schädel gespielt. Au weia.

Sicherlich ist es nicht pietätvoll, mit einem Schädel zu spielen. Speziell die Sache mit dem Penis und dem Schädel finde ich persönlich auch sehr geschmacklos.

Dennoch finde ich die Diskussion mehr als scheinheilig und imho darauf begründet, weil wir uns durch Tabuisierung von einem realistischen Umgang mit dem Tod so weit entfernt haben, dass ein abgeklärter Umgang mit solchen Themen nicht mehr möglich ist.

Hier mal ein paar Gedankenfetzen, die mir spontan bei diesem Thema durch den Kopf schießen und mit denen ich verdeutlichen will, wie mit dem Tod in unserem Land umgegangen ohne dass es die Mehrheit offensichtlich stört.

Vorher kurz zu dem Schädel in Afghanistan:
- Der Schädel lag in einer Art Kiesgrube - also kein Friedhof. Dort liegen seit langer Zeit viele Knochen. Afghanen nutzen die Grube, um Baumaterialien abzubauen. Offensichtlich ist noch nie einer darauf gekommen diese Knochen mal zu beerdigen. Die Toten sind es wohl nicht wert??? Insofern sollte sich erstmal keiner über den Vorfall an sich aufregen.

Deutschland:
- In vielen Museen liegen Moorleichen. D.h. ein Toter wurde aus dem Moor geholt, von Menschen in eine Vitrine gelegt und interessant positioniert. Ist ein Toter weniger Wert, wenn er ein paar tausend Jahre im Moor lag? Wieso werden die Moorleichen nicht beerdigt? Hätten sie doch verdient.

- Das gleiche gilt für die vielen Mumien in den Museen dieser Welt

- Totenschädel gibt es noch viel mehr in den Museen. Wenn man Archäologen kennt, dann weiss man, wie mit dem unzähligen Knochen und Schädeln in den MAgazinen umgegangen wird. Gestapelt, geschichtet, in Pappkartons verpackt. Sehr anschaulich fand ich die Situation, in der ein Museumsmitarbeiter auf der Suche nach einem bestimmten Schädel regelrecht über viele andere Skelette geklettert ist.

- Was Zivis und Krankenpfleger in Ausbildung mit Leichen schon alles gemacht haben, die sie eigentlich säubern und in die Aussegnungshalle hätten bringen sollten ... Wettrennen mit den Leichenbahren sind noch die harmlosen Dinge

- Immer wieder schön sich mit Menschen aus der Pathologie zu unterhalten

- Dann kenn ich noch die GEschichte von der 18-stündigen Transplantationsoperation, die dann doch fehlgeschlagen ist und ein Chirurg total erschöpft neben der Leiche eingeschlafen ist - und keinen hat's gestört.

- HAbt ihr euch schon mal mit REttungssanitätern unterhalten??? ;)

- Was machen eigentlich die Totengräber mit den alten Knochen wenn die Gräber auf dem Friedhof nach 50 Jahren aufgegeben werden und das Platz für einen neuen Kunden vorbereitet wird

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Fakt ist, dass in Streßsituationen Dinge kompensiert werden müssen, damit man einen klaren Kopf behält. Ein scheinbar pietätsloser Umgang mit dem Tod gehört dazu.
Unsere vollversorgten Politiker, die den Tod nur aus Krimisendungen im Fernsehen kennen, ist das offensichtlich nicht bewusst. Deswegen nun aber aus Political Correctness den nationalen Moralnotstand auszurufen, halte ich für absolut überzogen.

Die afghanische Regierung sollte mal schön den Mund halten. Der französische Dokumentarfilmer Christophe de Ponfilly hat in seinen Dokus über AFghanistan (Russlandkrieg und Bürgerkrieg) auch die dortigen Kämpfer intensiv beobachtet. Sehr beeindruckend, wenn man Kämpfer im Schützengraben sieht, die sich kindlich freuen, wenn sie die andere Seite niederschiessen (während des Bürgerkriegs). Von einem respektvollen Umgang mit dem getöteten Gegner konnte man nicht sprechen.
Ich will das überhaupt nicht bewerten. Aber wenn man von anderen moralisch korrektes Verhalten verlangt, dann muss man sicher sein, dass die eigene Seite diese Ansprüche erfüllt. Alles andere ist heuchlerisch.

Eure Meinung?

W.

-
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Hallo, ich hab' in einem anderen Thread schon meine Meinung dazu geschrieben.

Ich finde es auch heuchlerisch. Islamistische Extremisten werden diesen Vorfall garantiert wieder dazu benutzen, gegen den Westen im Allgemeinen und speziell Deutschland zu hetzen.

Dabei, wie Du schon geschrieben hast, liegt denen selbst wohl nur recht wenig an der Totenruhe der Gefallenen dort. Die Information mit der Kiesgrube hatte ich noch nicht, aber es ist Tatsache, dass es in Afghanistan, einem Land, in dem seit 30 Jahren im Prinzip ununterbrochen Krieg herrscht, zahlreiche sog. "killing fields" gibt, Plätze, an denen zuhauf die Knochen und Überreste von zahlreichen Getöteten liegen und vor sich hinrotten. Anscheinend macht sich niemand die Mühe, diese Menschen zu beerdigen, wie es eigentlich der Islam (oder auch das Christentum) gebieten würde.

Das die Aktion der Soldaten extrem geschmacklos war, steht außer Frage. Jedoch wird aus ihnen ein Bauernopfer gemacht. Die Sache war nicht in Ordnung, sicher, aber jetzt wird wieder gewaltig übertrieben.

Persönlich kann ich den Mist vielleicht sogar nachvollziehen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich die ganze Zeit als Soldat auf Patroullien vorbei an Leichenfeldern fahre, dann komme ich vielleicht auf so makabere Ideen, schon aus Eigenschutz.
Ich bin kein Psychologe, aber wenn ich mir selbst einrede, ein Totenschädel ist doch gar nix Schlimmes, sondern nur ein "lustiges Teil", mit dem man sogar spielen kann, dann denke ich, das sowas nur dem eigenen, psychischen Schutz dient.

Gruss,
Bremse
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Woodstock am 27.10.2006 09:58 schrieb:
Das sind alles schöne Beispiele. Aber der Unterschied, bis auf das mit den Zivis, ist wie mit den Toten umgegangen wird. Nicht das mit ihnen umgegangen wird.

Ausserdem stehen bei uns, zum Einen, auf sowas bis zu 3 Jahre Haft. Und zum Anderen ist es eine absolute Gefährdung der BW-Soldaten. Das dürfte einen Großteil der Empörung ausmachen.
Ich weiß aber nicht was Du meinst, von wegen dass die afghanische Regierung die Klappe halten soll. Die haben seehr moderat reagiert und auch aus der Bevölkerung gibt es bisher keine (!) Proteste. Eher Verständnislosigkeit.
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Loosa am 27.10.2006 10:25 schrieb:
Woodstock am 27.10.2006 09:58 schrieb:
Das sind alles schöne Beispiele. Aber der Unterschied, bis auf das mit den Zivis, ist wie mit den Toten umgegangen wird. Nicht das mit ihnen umgegangen wird.

Ausserdem stehen bei uns, zum Einen, auf sowas bis zu 3 Jahre Haft. Und zum Anderen ist es eine absolute Gefährdung der BW-Soldaten. Das dürfte einen Großteil der Empörung ausmachen.
Ich weiß aber nicht was Du meinst, von wegen dass die afghanische Regierung die Klappe halten soll. Die haben seehr moderat reagiert und auch aus der Bevölkerung gibt es bisher keine (!) Proteste. Eher Verständnislosigkeit.

Ich denke auch nicht, dass das Problem bei der afghanischen Regierung oder bei weiten Teilen der Bevölkerung liegt. Viel eher Sorge machen mir die mobilen Propagandaprediger von AlQaida & Co., die garantiert wieder versuchen werden, aus der Sache Kapital zu schlagen, wenn sie von der Angelegenheit Wind bekommen - und das muss nicht einmal zwingendermaßen in Afghanistan selbst sein.

Gruss,
Bremse
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Loosa am 27.10.2006 10:25 schrieb:
Woodstock am 27.10.2006 09:58 schrieb:
Das sind alles schöne Beispiele. Aber der Unterschied, bis auf das mit den Zivis, ist wie mit den Toten umgegangen wird. Nicht das mit ihnen umgegangen wird.

Ausserdem stehen bei uns, zum Einen, auf sowas bis zu 3 Jahre Haft. Und zum Anderen ist es eine absolute Gefährdung der BW-Soldaten. Das dürfte einen Großteil der Empörung ausmachen.
Ich weiß aber nicht was Du meinst, von wegen dass die afghanische Regierung die Klappe halten soll. Die haben seehr moderat reagiert und auch aus der Bevölkerung gibt es bisher keine (!) Proteste. Eher Verständnislosigkeit.

Genau das meinte ich: wenn Du diese Maßstäbe anlegst, dann kannst Du viele Berufsgruppen für bis zu 3 Jahre in Haft schicken.

Schon mal Besucher vor einer Moorleiche beobachtet? Wenn keine Vitrine wäre, dann würde es keine 10 Minuten dauern und Du hättest ähnliche Bilder wie wir sie jetzt aus Afghanistan kennen.

Woher kommen den n die ganzen Bilder auf Seiten wie rotten.com? Häufig doch von Profis, die sowas privat photographieren. Wieso? Weil sie zu Hause ein medizinische Vorlesung über Unfallopfer halten wollen?

Wenn man die BW-Soldaten nicht gefährden will, dann sollte man die Diskussion nicht so aufbauschen. Es wäre eine ganz normale Schlagzeile der BILD gewesen, die am nächsten Tag von der nächsten ganz normalen Schlagzeile abgelöst worden wäre.

Ich habe gestern eine Aussage eines afghanischen Ministers gehört, die ich nicht moderat fand. Meine Kritik ging aber in erster Linie in Richtung unserer lieben Politiker.
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Spassbremse am 27.10.2006 10:29 schrieb:
Ich denke auch nicht, dass das Problem bei der afghanischen Regierung oder bei weiten Teilen der Bevölkerung liegt. Viel eher Sorge machen mir die mobilen Propagandaprediger von AlQaida & Co., die garantiert wieder versuchen werden, aus der Sache Kapital zu schlagen, wenn sie von der Angelegenheit Wind bekommen - und das muss nicht einmal zwingendermaßen in Afghanistan selbst sein.
Das stimmt natürlich. Die warten ja nur auf solche Aufreger. Aber gerade deshalb müssen Beteiligte auf ihr Verhalten achten. Wie würde man hier sagen? Don't feed the Troll ;)

Mal sehen was passiert wenn die Feiertage rum sind und wieder Zeitungen erscheinen. Aber irgendwie könnte ich mir vorstellen, dass wir das kritischer sehen als die.
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Loosa am 27.10.2006 10:25 schrieb:
]auch aus der Bevölkerung gibt es bisher keine (!) Proteste. Eher Verständnislosigkeit.

Liegt daran, dass die Bilder im islamischen Raum noch nicht veröffentlicht worden sind.

Meiner Meinung nach hätten sich die ganzen Sender wie N24 usw. ihre ganzen Berichterstattungen sparen können, die wider sprechen sich ja eh.
Da wird dann von Gefahr für die BW-Soldaten gesprochen, würde man aber nicht jede Stunde alleine 30Min über diesen Vorfall berichten, dann würde es auch kein großes Interesse daran geben.
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Loosa am 27.10.2006 10:38 schrieb:
Spassbremse am 27.10.2006 10:29 schrieb:
Ich denke auch nicht, dass das Problem bei der afghanischen Regierung oder bei weiten Teilen der Bevölkerung liegt. Viel eher Sorge machen mir die mobilen Propagandaprediger von AlQaida & Co., die garantiert wieder versuchen werden, aus der Sache Kapital zu schlagen, wenn sie von der Angelegenheit Wind bekommen - und das muss nicht einmal zwingendermaßen in Afghanistan selbst sein.
Das stimmt natürlich. Die warten ja nur auf solche Aufreger. Aber gerade deshalb müssen Beteiligte auf ihr Verhalten achten. Wie würde man hier sagen? Don't feed the Troll ;)

Mal sehen was passiert wenn die Feiertage rum sind und wieder Zeitungen erscheinen. Aber irgendwie könnte ich mir vorstellen, dass wir das kritischer sehen als die.

Jedenfalls hoffe ich, daß die Soldaten bestraft werden. So geht es doch nicht. Die Islamisten bekommen davon noch zusätzlichen Auftrieb für ihre Untaten. Die Vorgesetzten sind ebenfalls schuldig. Wer so etwas zuläßt, hat die Lage im Land nicht verstanden.
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Meller am 27.10.2006 10:43 schrieb:
Meiner Meinung nach hätten sich die ganzen Sender wie N24 usw. ihre ganzen Berichterstattungen sparen können, die wider sprechen sich ja eh.
Da wird dann von Gefahr für die BW-Soldaten gesprochen, würde man aber nicht jede Stunde alleine 30Min über diesen Vorfall berichten, dann würde es auch kein großes Interesse daran geben.
Da ist sicher was dran, aber mit dem Argument könnte man die Presse dann auch komplett verbieten. Wenn jemand was schlimmes gemacht hat, am besten gar nicht drüber reden dann kann sich auch keiner aufregen ;)
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Loosa am 27.10.2006 11:01 schrieb:
Meller am 27.10.2006 10:43 schrieb:
Meiner Meinung nach hätten sich die ganzen Sender wie N24 usw. ihre ganzen Berichterstattungen sparen können, die wider sprechen sich ja eh.
Da wird dann von Gefahr für die BW-Soldaten gesprochen, würde man aber nicht jede Stunde alleine 30Min über diesen Vorfall berichten, dann würde es auch kein großes Interesse daran geben.
Da ist sicher was dran, aber mit dem Argument könnte man die Presse dann auch komplett verbieten. Wenn jemand was schlimmes gemacht hat, am besten gar nicht drüber reden dann kann sich auch keiner aufregen ;)

Stimmt schon, aber in manchen Fällen, denke ich, kommt Sicherheit doch vor Pressefreiheit.
Abgesehen wäre eine nüchterne Meldung bei Weitem nicht so schlimm gewesen, wie die gewohnt reisserische Art der
DRECK BILD, die auf diese Art und Weise nur Öl ins Feuer gießen.

Ironischerweise wird es auch wieder dieses SchmierBlatt sein, das als erstes tieftraurige Kondolenzen drucken wird, wenn die ersten Bundeswehrsoldaten Opfer von islamistischen Anschlägen werden...

Gruss,
Bremse
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Irgendwie hät ich von Der bild da mehr feingefühl erwartet. Jetzt da es durch diese Boulevard Presse erstmal richtig am Laufen ist könnte man wirklich dammit rechnen, dass attentäter vermehrt ihre Blciker auf Deutschland richten.

Aber irgendwie ist es halt der gewohnte Blödsinn unter Kameraden in der BW..... teilweise machen das Jugendlcihe (ich schließ mich damal nicht ganz aus) ja auch sehr gern, wenn sie mit freudnen zusammen sind ..halt stupider blödsinn ....aus Spaß an der freude..... aber ich weiß nicht genau, ob ich das mit nem Totenschädel so leicht sehen kann .....

inwiefern das noch Konsequenzen haben wird, werden wir sehen müssen
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Am meisten amüsiert mich dies bezüglich der Kommentar-Horst auf der Bild-Seite. Zitat:

Der erste Gedanke beim Anblick der abscheulichen Fotos vom widerwärtigen Treiben einiger Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ist: Das kann nicht wahr sein, das darf nicht wahr sein!

Doch die Aufnahmen, die jetzt aufgetaucht sind, lassen keinen Zweifel zu: Deutsche Soldaten haben vor drei Jahren in Afghanistan offensichtlich einen Toten geschändet. Sie haben sich in perverser Weise an den sterblichen Überresten eines Menschen vergangen.

Das ist nicht nur schlimm, das ist unerträglich!

Wenn den ersten dick gedruckten Text so liest ohne zu wissen worum es geht, dann könnte man doch glatt denken es wären wieder Millionen von unschuldigen Menschen vergast worden oder zumindest das sich die deutschen Soldaten so Verhalten hätten wie die Amerikaner im Irak.

Meiner Meinung nach sind das nur ein par Kindsköppe die es cool fanden mal mit nem echten Schädel herzuspielen so nach dem Motto "Schaut her wir verachten und pfeifen auf den Tot", wie man es auch von Soldaten in einem Kriesengebiet erwarten sollte (ein gewisser Galgenhumor gehört als Soldat eben auch dazu). Dumm nur das sie sich dabei fotografiert haben bzw lassen und das ganze Zeug an das deutsche Schundblatt Nr. 1 geschickt wurde.

Irgendwie hät ich von Der bild da mehr feingefühl erwartet.
Nicht dein Ernst oder ?
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Der erste Gedanke beim Anblick der abscheulichen Berichte vom widerwärtigen Treiben der BILD in Deutschland ist: Das kann nicht wahr sein, das darf nicht wahr sein!

Doch die Artikel, die jetzt aufgetaucht sind, lassen keinen Zweifel zu: BILD Journalisten haben seit Jahren in Deutschland offensichtlich die deutsche Presselandschaft geschändet. Sie haben sich in perverser Weise an den Grundsätzen des Journalismus vergangen.

Das ist nicht nur schlimm, das ist unerträglich!


:rolleyes:

Gruss,
Bremse
 
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Meine Meinung zum Thema:

Da haben sich ein paar junge BuWehrsoldaten einen geschmacklosen Scherz erlaubt und ganz Deutschland spielt verrückt. Als wenn sowas der Untergang des Abendlandes wäre. Die Presse trägt ihren Teil dazu bei, um die ganze Geschichte noch schön aufzubauschen. Mein Gott, jeder war mal jung und hat sich geschmackliche Fehltritte geleistet. Der ohne Sünde schmeisse den ersten Stein bitte :schnarch:
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

lenymo am 27.10.2006 11:46 schrieb:
Am meisten amüsiert mich dies bezüglich der Kommentar-Horst auf der Bild-Seite. Zitat:

Der erste Gedanke beim Anblick der abscheulichen Fotos vom widerwärtigen Treiben einiger Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ist: Das kann nicht wahr sein, das darf nicht wahr sein!

Doch die Aufnahmen, die jetzt aufgetaucht sind, lassen keinen Zweifel zu: Deutsche Soldaten haben vor drei Jahren in Afghanistan offensichtlich einen Toten geschändet. Sie haben sich in perverser Weise an den sterblichen Überresten eines Menschen vergangen.

Das ist nicht nur schlimm, das ist unerträglich!

Wenn den ersten dick gedruckten Text so liest ohne zu wissen worum es geht, dann könnte man doch glatt denken es wären wieder Millionen von unschuldigen Menschen vergast worden oder zumindest das sich die deutschen Soldaten so Verhalten hätten wie die Amerikaner im Irak.

Meiner Meinung nach sind das nur ein par Kindsköppe die es cool fanden mal mit nem echten Schädel herzuspielen so nach dem Motto "Schaut her wir verachten und pfeifen auf den Tot", wie man es auch von Soldaten in einem Kriesengebiet erwarten sollte (ein gewisser Galgenhumor gehört als Soldat eben auch dazu). Dumm nur das sie sich dabei fotografiert haben bzw lassen und das ganze Zeug an das deutsche Schundblatt Nr. 1 geschickt wurde.

Ok, ein paar nahezu-deutsche Soldaten (Bayern :B ) haben in Afghanistan mit schon vor Jahren gefallenen Soldaten ihre Schindluder getrieben und das ganze fotografiert.
Das einzig neue an der Sache ist imho, dass heutzutage jeder Depp ein Fotohandy oder eine Digicam dabei hat, solche "Ausschreitungen" im Krieg hat es bisher immer gegeben und wird es immer geben.
Und nicht nur bei der deutschen Truppe: Die Zivilisierung eines Menschen ist nur eine ganz dünne Hülle, die in Kriesensituationen oder wie angesprochen zum Selbstschutz verdammt schnell abblättert.
Was meint ihr was für schöne Bilder wir hätten, hätte es zur Zeit der napoleonischen Kriege schon Fotohandys gegeben?!


Im übrigen gibt es schon neue BIlder jüngeren Datums, diesmal bei der RTL Media Group :)
 
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Ist doch alles halb so wild!

Wir halten uns nen Afgahnen-Schädel vor den Johannes,

dafür schneiden die Muffjucken demnächst wieder 5 Leuten vor laufenden Kameras die Köpfe ab, und wir sind wieder quit... *Schwarzer Humor aus*
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Die Hetze gegen die Soldaten im eigenen Land und in den eigenen Reihen ist sicherlich schon mehr als übertrieben. Besonders wenn man bedenkt, wie alt die Bilder bereits sind. Viele der Betroffenen hatten damals niedrige Dienstgrade (Mannschaften, Unteroffze) , und waren geistig sicherlich nicht so gefestigt, wie man es denn erwarten würde. Da liegt ein Haufen voller Knochen praktisch direkt an einer Straße. Die glorreichen Hinterlassenschaften der russischen Auseinandersetzung in Afghanistan, und jetzt wird das Posen mit ein paar Knochen fast schon schlimmer dargestellt, als der damalige Holocaust in Deutschland oder der unprovozierte Angriff auf den Irak. Klar, die Sache war absolut geschmacklos, sie hatte kein Niveau, und war irgendwo schon ziemlich ekelhaft, aber der Medienrummel ist trotzdem weit beyond good and evil. Sensibilisiert die Soldaten vor dem Antritt einer Auslandsmission besser, sorgt dafür, dass die psychologische Vorbereitung effektiver ist, und betreut die Leute vor Ort besser. Imho ist die Tatsache, dass im Ausland die meisten Selbstmorde von deutschen Soldaten gezählt werden wesentlich schlimmer und beunruhigender, als einige Clowns die mit Knochen spielen und sich dabei fotografieren lassen. Aber über solche "unangenehmen" Sachen berichtet ja niemand, lieber wird künstlich eine Sache gepusht um extremorientierten Vereinigungen und Glaubensgemeinschaften neues Material für neue Aktionen zu geben. Besonders scharf fand ich aber noch den Kommentar eines NDR-Sprechers. Der meinte, dass die Afghanen sehr viel Wert auf die Totenruhe legen, und die Toten nur respektvoll behandelt werden dürfen. Wenn die offene Massengräber mit lustigen Knochenhäufchen als "respektvollen Umgang" beschreiben, dann sollte man lieber den Leuten dort geistig helfen, als unseren Soldaten. Auf der einen Seite wahrscheinlich auf die Knochen der russischen Soldaten spucken und auf der anderen Seite hingegen empört sein wenn unsere Soldaten über deren Knochen regelrecht stolpern.

BTW: Im Oktober sind im Irak bereits mehr als 90 US-Soldaten gestorben. Berichtet darüber jemand? Nein. Maximal findet man eine kleine Randnotiz in einem Nachrichtenticker.

Regards, eX!
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

Den Soldaten muss doch eigentlich klar gewesen sein, dass wenn das rauskommt, sicher keine positiven Reaktionen nach sich zieht. Oder denken die Bundeswehrsoldaten nicht mehr - oder haben sie es gar verlernt?

Wie bloed muss man sein, von sowas noch Fotos zu machen. Es ist doch klar, dass sowas dann frueher oder spaeter , sei es ueber Umwege, an die Oeffentlichkeit gelangt.

Und das die Stoerung der Totenruhe nach deutschem Gesetz strafbar ist, sollte gerade einem Soldaten eigentlich klar sein - oder gibts in der Bundeswehr keine Rechtsbelehrung?
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

najao, also mit seinem lulu und nem totenschädel zu speilen is eppes darb, aber ich vermute, wöhre ich vor 3 jahren unten gewesen, würde jetzt ich in der bild sein, dank meiner hamlet interpretation, die auf video aufgezeichnet wurde :B
 
AW: [Afghanistan] Schädel, Schändung, scheinheiligen Sche*sse

bogus6 am 27.10.2006 12:35 schrieb:
Den Soldaten muss doch eigentlich klar gewesen sein, dass wenn das rauskommt, sicher keine positiven Reaktionen nach sich zieht. Oder denken die Bundeswehrsoldaten nicht mehr - oder haben sie es gar verlernt?

Wie bloed muss man sein, von sowas noch Fotos zu machen. Es ist doch klar, dass sowas dann frueher oder spaeter , sei es ueber Umwege, an die Oeffentlichkeit gelangt.

Und das die Stoerung der Totenruhe nach deutschem Gesetz strafbar ist, sollte gerade einem Soldaten eigentlich klar sein - oder gibts in der Bundeswehr keine Rechtsbelehrung?

Das meinte ich mit meinem Ausgangsthread. Wenn Du diese Maßstäbe überall in der Bevölkerung anwenden würdest, dann würden ganze Berufsgruppen am Pranger stehen. In jeder Gruppe, die mit Toten oder Knochen oder Schädeln zu tun hat, gibt es mehr oder weniger lustige Witze mit und über die Toten und ihre Rückstände.

W.
 
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