Woher kommt die Politikverdrossenheit?

SuicideVampire

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
25.01.2005
Beiträge
3.295
Reaktionspunkte
0
rokn am 12.12.2006 14:23 schrieb:
Maria-Redeviel am 11.12.2006 21:14 schrieb:
Bitte schön: Ich bin eben durchaus der Meinung, das nicht zu wählen meinen politischen Zielen mehr dient als irgendjemanden zu wählen. Womit ich ja beim Thema wäre, das da heißt: Woher kommt die Politverdrossenheit?

Auf das eigentliche Thema möchter ich gar nicht eingehen...

Jedoch zum Thema Nicht-Wählen:
Es ist ein alter Spruch, aber er stimmt, wenn man sich einmal informiert:
"Jede nicht abgegebene Stimme erhöht die Chancen von Parteien mit rechtem Gedankengut in die Landtage (evtl. den Bundestag) einzuziehen."

Die Ursache ist ganz simpel: Der prozentuale Anteil, den die Parteien für sich verbuchen können, wird auf die Anzahl der abgegebenen Stimmen berechnet - nicht auf die der Wahlberechtigten.

Einfaches Beispiel:
Es gibt 200 Wahlberechtigte - 5 davon wählen die NPD - wären bei 100%iger Wahlbeteiligung 2,5% (kein Problem also) - realistisch betrachtet liegt die Wahlbeteiligung aber eher bei 50% - Ergo: 100 abgegebene Stimmen, 5 davon für die NPD = 5% Stimmanteil = Einzug in den Landtag!

Ich kann nicht sagen, dass ich mich zu 100% mit irgendeinem Wahlprogramm identifizieren kann - aber oben beschriebenes Szenario gefällt mir auch nicht. Demnach gehe ich wählen!

Durch deine Gleichgültigkeit hilfst Du diesen Parteien. Das ist einfach mal fakt! :finger:

Immer vorausgesetzt, die Naziparteien schaffen es immer, ihre Anhängerschaft zu 100% zu mobilisieren, im Gegensatz zu allen anderen Parteien. Bei fortschreitender Politikverdrossenheit können davon auch NPD-Wähler betroffen sein. Mal abgesehen davon, dass die Beteiligung an Wahlen und die NPD im Lager der Nazis nicht unumstritten sind. So pauschal lässt das Beispiel sich also nicht in die Realität übertragen.
 

Maria-Redeviel

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
18.09.2006
Beiträge
1.050
Reaktionspunkte
0
rokn am 13.12.2006 09:04 schrieb:
Maria-Redeviel am 12.12.2006 18:53 schrieb:
Und was ist, wenn ich anstatt nicht zu wählen die NPD gewählt hätte?


Dann (sorry) fehlt Dir mehr im Oberstübchen, als ich vorher angenommen hatte.

Mag sein, aber deine seitenlange gleichen wäre dann total für den Hugo. Wollte damit nur verdeutlichen das "Nichtwähler" nicht "Nicht SPO Wähler" heißt.
 

rokn

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
09.11.2005
Beiträge
125
Reaktionspunkte
0
Maria-Redeviel am 13.12.2006 21:31 schrieb:
Mag sein, aber deine seitenlange gleichen wäre dann total für den Hugo. Wollte damit nur verdeutlichen das "Nichtwähler" nicht "Nicht SPO Wähler" heißt.

Meine Gleichung stimmt - für den Fall Du gehst nicht wählen. Das Dir meine Erklärung zu lang war, ändert daran nichts :finger:

Was Du aber mit deiner letzten Zeile ausdrücken wolltest :confused:

Vielleicht kannst Du mir das ja mal erklären... Ich meine, wenn Die Erklärung nicht zu lang wird :-D
 

Maria-Redeviel

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
18.09.2006
Beiträge
1.050
Reaktionspunkte
0
rokn am 14.12.2006 07:46 schrieb:
Maria-Redeviel am 13.12.2006 21:31 schrieb:
Mag sein, aber deine seitenlange gleichen wäre dann total für den Hugo. Wollte damit nur verdeutlichen das "Nichtwähler" nicht "Nicht SPO Wähler" heißt.

Meine Gleichung stimmt - für den Fall Du gehst nicht wählen. Das Dir meine Erklärung zu lang war, ändert daran nichts :finger:

Was Du aber mit deiner letzten Zeile ausdrücken wolltest :confused:

Vielleicht kannst Du mir das ja mal erklären... Ich meine, wenn Die Erklärung nicht zu lang wird :-D

Einfach: Wenn ich niemanden Wähle, dann ist das nicht besser oder schlechter für irgendeine Partei. Und mir zu unterstellen, das ich mit dieser einzigen Form des Protestes, die mir geblieben ist, irgendeine Partei bevorzuge, ist eine einzige Frechheit!
 

Wolf-V

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
15.11.2004
Beiträge
1.185
Reaktionspunkte
0
Maria-Redeviel am 14.12.2006 08:19 schrieb:
Einfach: Wenn ich niemanden Wähle, dann ist das nicht besser oder schlechter für irgendeine Partei. Und mir zu unterstellen, das ich mit dieser einzigen Form des Protestes, die mir geblieben ist, irgendeine Partei bevorzuge, ist eine einzige Frechheit!
du irrst immer noch. nicht zu wählen ist kein protest. nichtwähler stärken die extreme, wie schon von anderen erklärt. als nichtwähler verzichtest du auf dein recht der mitbestimmung. du und andere nichtwähler haben auf jeden fall die parteien gestärkt, die nur knapp die z.b. 5% regelung erreicht haben. das das durchaus bedauerlich ist, ist keine frage, aber so ist die bestehende regelung. gehst du nicht wählen, ist es so als ob du dem spiegel in deinem bad deinen unmut erzählst und deshalb behauptest, du würdes deine meinung öffentlich vertreten und zur demonstration auf der straße beitragen. ein selbstbetrug, dem viele aufsitzen.

ich wäre ja für eine größenbestimmung in den parlamenten abhängig von der wahlbeteilung. hat also ein parlament eine maximale größe von 100 sitzen, würden bei 60% wahlbeteiligung nur 60 sitze vergeben, daduch würden nichtwähler zwar einen einfluss bekommen, aber nicht so stark, dass er die politik lähmen könnte. die parteien hätten dann auch ein interesse an einer hohen wahlbeteiligung.

ach ja, eine alte regel lautet ja: wer auf eine demokratischen grundrechte verzichtet (wahl) hat kein recht sich über die zustände zu beschweren.
 

rokn

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
09.11.2005
Beiträge
125
Reaktionspunkte
0
Maria-Redeviel am 14.12.2006 08:19 schrieb:
rokn am 14.12.2006 07:46 schrieb:
Maria-Redeviel am 13.12.2006 21:31 schrieb:
Mag sein, aber deine seitenlange gleichen wäre dann total für den Hugo. Wollte damit nur verdeutlichen das "Nichtwähler" nicht "Nicht SPO Wähler" heißt.

Meine Gleichung stimmt - für den Fall Du gehst nicht wählen. Das Dir meine Erklärung zu lang war, ändert daran nichts :finger:

Was Du aber mit deiner letzten Zeile ausdrücken wolltest :confused:

Vielleicht kannst Du mir das ja mal erklären... Ich meine, wenn Die Erklärung nicht zu lang wird :-D

Einfach: Wenn ich niemanden Wähle, dann ist das nicht besser oder schlechter für irgendeine Partei. Und mir zu unterstellen, das ich mit dieser einzigen Form des Protestes, die mir geblieben ist, irgendeine Partei bevorzuge, ist eine einzige Frechheit!

Mich würde mal interessieren:
a) entweder wie alt Du bist, oder
b) wie naiv man eigentlich sein kann.

Mein letzte Absicht ist, dich zu beleidigen (Den Oberstübchen-Gag mal ausgenomen). Wozu auch, ich kenn dich doch gar nicht. Aber deine Enstellung stört mich. Und mich ärgern uninformierte Leute, die ihre selbstgebastelte Meinung für die einzig richtige halten. Was ich geschrieben habe ist einfach mal fakt! Belies Dich doch mal:
www.ich-gehe-nicht-hin.de
oder googel/wiki nach unserem Wahlsystem!
Aber erzähl hier bitte nicht so einen Kohl. Wenn Du nicht wählen gehst, passiert exakt, das von mir beschriebene. Ist doch auch logisch, sonst könnte es in manchen Landtagswahlen nie zur absoluten Mehrheit einer Partei kommen...

Wenn Du nicht wählen gehst Du das, was aktive Nichtwähler machen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nichtw%C3%4hler#Typen_von_Nichtw.C3.A4hlern

Damit erreichst Du doch genau, was Du willst
 

TBrain

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
06.11.2007
Beiträge
3.469
Reaktionspunkte
0
rokn am 14.12.2006 11:06 schrieb:
Wenn Du nicht wählen gehst Du das, was aktive Nichtwähler machen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nichtw%C3%4hler#Typen_von_Nichtw.C3.A4hlern

Damit erreichst Du doch genau, was Du willst

Nicht zur Wahl zu gehen ist aus individueller Sicht durchaus vernünftig. Man hat Kosten (Zeitaufwand, Weg zum Wahllokal, ...) die durch den Nutzen der eigenen Stimme (Nutzen = 0 weil man eh nicht ausschlaggebend ist) niemals aufgewogen werden.

Und wenn es einem dann noch aus ideologischer Sicht egal ist würde keiner wählen gehen.
 

Wolf-V

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
15.11.2004
Beiträge
1.185
Reaktionspunkte
0
TBrain am 14.12.2006 11:28 schrieb:
rokn am 14.12.2006 11:06 schrieb:
Wenn Du nicht wählen gehst Du das, was aktive Nichtwähler machen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nichtw%C3%4hler#Typen_von_Nichtw.C3.A4hlern
Damit erreichst Du doch genau, was Du willst
Nicht zur Wahl zu gehen ist aus individueller Sicht durchaus vernünftig. Man hat Kosten (Zeitaufwand, Weg zum Wahllokal, ...) die durch den Nutzen der eigenen Stimme (Nutzen = 0 weil man eh nicht ausschlaggebend ist) niemals aufgewogen werden.
Und wenn es einem dann noch aus ideologischer Sicht egal ist würde keiner wählen gehen.
und die rechnung mach doch bitte noch einmal, wenn alle leute so ökonomisch nachgerechnet haben und die kommunisten (weil die und ihre wähler nicht mit humankapial und ökonomie rechnen wollen) mit mehr als 75% regieren, als einzige opposition irgendwelche rechtsradikalen (die können nicht rechnen), und splitterparteien pds, cdu, spd, grüne. :)
hmmm...
 

rokn

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
09.11.2005
Beiträge
125
Reaktionspunkte
0
TBrain am 14.12.2006 11:28 schrieb:
rokn am 14.12.2006 11:06 schrieb:
Wenn Du nicht wählen gehst Du das, was aktive Nichtwähler machen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nichtw%C3%4hler#Typen_von_Nichtw.C3.A4hlern

Damit erreichst Du doch genau, was Du willst

Nicht zur Wahl zu gehen ist aus individueller Sicht durchaus vernünftig. Man hat Kosten (Zeitaufwand, Weg zum Wahllokal, ...) die durch den Nutzen der eigenen Stimme (Nutzen = 0 weil man eh nicht ausschlaggebend ist) niemals aufgewogen werden.

Und wenn es einem dann noch aus ideologischer Sicht egal ist würde keiner wählen gehen.

Dieser Teil des Threads müsste als eigenständiger Teil im Politik Forum angepint werden, als Paradebeispiel für Stumpfsinn.

Tut mir leid, aber ich habe selten solchen Unsinn gelesen, wie den den Du hier geschrieben hast :finger:

Wenn es doch schon so eine einfache Alternative gibt, wie das aktive Nichtwählen gibt, reicht das manchem "es-geht-ums-Prinzip-Vertreter" immer noch nicht zu reichen.
 

jediknight1

Gesperrt
Mitglied seit
03.01.2005
Beiträge
1.483
Reaktionspunkte
0
Denkt doch mal an die Regierung. So wie das grade läuft finde ich es nicht gut. Da fehlt eine starke Opposition. Das geht durch die Mehrheiten nur grade nicht. Außerdem finde ich mehr Parteien im BT besser. Da kann so etwas nicht mehr passieren.
 

TBrain

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
06.11.2007
Beiträge
3.469
Reaktionspunkte
0
Wolf-V am 14.12.2006 12:34 schrieb:
und die rechnung mach doch bitte noch einmal, wenn alle leute so ökonomisch nachgerechnet haben und die kommunisten (weil die und ihre wähler nicht mit humankapial und ökonomie rechnen wollen) mit mehr als 75% regieren, als einzige opposition irgendwelche rechtsradikalen (die können nicht rechnen), und splitterparteien pds, cdu, spd, grüne. :)
hmmm...

Ich habe ausdrücklich geschrieben: aus individueller Sicht ;)

rokn am 14.12.2006 13:23 schrieb:
Dieser Teil des Threads müsste als eigenständiger Teil im Politik Forum angepint werden, als Paradebeispiel für Stumpfsinn.

Tut mir leid, aber ich habe selten solchen Unsinn gelesen, wie den den Du hier geschrieben hast :finger:

Das ist kein Stumpfsinn, das ist Wissenschaft. :P Das nennt man auch Wahlparadoxon, weil - entgegen jeder (individuellen) Vernunft - die Wahlbeteiligung viel zu hoch ist.

Interessant wird es wenn man versucht diesen Widerspruch zu erklären. Dazu muss man aber zuerst den Widerspruch anerkennen ;)
 
S

Sgod

Gast
Maria-Redeviel am 14.12.2006 08:19 schrieb:
Einfach: Wenn ich niemanden Wähle, dann ist das nicht besser oder schlechter für irgendeine Partei.
Doch, ist es. Ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du unter den Parteien die es gibt, trotzdem manche mehr, und manche weniger nicht magst. Und die Partei, die du am wenigsten von allen magst, die freut sich über jede Stimme, die die anderen, welche du nicht ganz so sehr verabscheust, von dir nicht bekommen haben. Weil dadurch nämlich ihr eigener Stimmenanteil steigt.
 

jediknight1

Gesperrt
Mitglied seit
03.01.2005
Beiträge
1.483
Reaktionspunkte
0
Sgod am 14.12.2006 21:40 schrieb:
Maria-Redeviel am 14.12.2006 08:19 schrieb:
Einfach: Wenn ich niemanden Wähle, dann ist das nicht besser oder schlechter für irgendeine Partei.
Doch, ist es. Ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du unter den Parteien die es gibt, trotzdem manche mehr, und manche weniger nicht magst. Und die Partei, die du am wenigsten von allen magst, die freut sich über jede Stimme, die die anderen, welche du nicht ganz so sehr verabscheust, von dir nicht bekommen haben. Weil dadurch nämlich ihr eigener Stimmenanteil steigt.

Nicht nur das. Die parteien bekommen für jede Stimme einen bestimmten Betrag als Wahlkostenerstattung vom Staat. Das macht auf die vielen Menschen schon einiges aus.

Darum habe ich die Lösung: Wählt mich!
 

Wolf-V

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
15.11.2004
Beiträge
1.185
Reaktionspunkte
0
TBrain am 14.12.2006 16:41 schrieb:
Wolf-V am 14.12.2006 12:34 schrieb:
und die rechnung mach doch bitte noch einmal, wenn alle leute so ökonomisch nachgerechnet haben und die kommunisten (weil die und ihre wähler nicht mit humankapial und ökonomie rechnen wollen) mit mehr als 75% regieren, als einzige opposition irgendwelche rechtsradikalen (die können nicht rechnen), und splitterparteien pds, cdu, spd, grüne. :)
hmmm...
Ich habe ausdrücklich geschrieben: aus individueller Sicht ;)
die gesellschaft (das volk) besteht nur aus das individuen. das individuum ohne gesellschaft ist ein nichts (homo sociologicus).

und wenn, wie du sagst, die eigenen stimme nicht ausschlaggebend ist (also: eine stimme = 0), können - mathematisch gesehen – auch 10, 10000 oder alle stimmen nicht ausschlaggebend sein (X * 0 = 0)

nun gut, bitte überzeug alle, dann kann ich mich wählen und wenn das klappt mach ich dich mit meinen 100% dann zum propaganda minister. ;)

schönen tag noch!
 

derPhilippausmwald

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
09.05.2006
Beiträge
117
Reaktionspunkte
0
jediknight1 am 14.12.2006 14:43 schrieb:
Denkt doch mal an die Regierung. So wie das grade läuft finde ich es nicht gut. Da fehlt eine starke Opposition. Das geht durch die Mehrheiten nur grade nicht. Außerdem finde ich mehr Parteien im BT besser. Da kann so etwas nicht mehr passieren.

Was kann nicht mehr passieren? Da musst du dich etwas genauer ausdrücken.
Ich vermute du willst sagen, dann könnte es keine große Koalition und nur kleine Parteien in der Opposition mehr geben ...
Da bist du meiner Meinung nach aber schief gewickelt. Bei den derzeitigen 5 (oder nach deinen Wünschen mehr) Parteien wird es kaum mehr einen Fall geben, bei dem 2 Parteien stark genug für eine nicht-große Koalition sind. Bei mehr als 2 parteien wird es aber immer schwieriger eine gemeinsame Linie zu finden. Letztendlich ist daran (unter Anderem) die Weimarer Republik gescheitert...
Ich will damit jetzt nicht sagen "je weniger Parteien desto besser", aber 4 war eigentlich eine ganz gute Anzahl...
 

derPhilippausmwald

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
09.05.2006
Beiträge
117
Reaktionspunkte
0
TBrain am 14.12.2006 16:41 schrieb:
...

Das ist kein Stumpfsinn, das ist Wissenschaft. :P Das nennt man auch Wahlparadoxon, weil - entgegen jeder (individuellen) Vernunft - die Wahlbeteiligung viel zu hoch ist.

Interessant wird es wenn man versucht diesen Widerspruch zu erklären. Dazu muss man aber zuerst den Widerspruch anerkennen ;)

Obwohl ich extra zwei Seiten zurückgeblättert hab, kann ich dir da nicht ganz folgen. Du meinst, weil bei einer Wahl mit mehr als sagen wir mal 1000 Wählern, der gefühlte Einfluss auf das Wahlergebnis gleich 0 ist dürfe eigentlich keiner zur Wahl gehen, weil es eh nix bringt? Dann bin ich aber froh, dass immerhin doch noch die Hälfte der Wähler in Deutschland bis zur dritten oder vierten Kommastelle denken kann
:-D
denn jedem der mal kurz ernsthaft drüber nachdenkt dürfte trotzdem klar sein, dass nicht hingehen auch nix ändert...
 

TBrain

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
06.11.2007
Beiträge
3.469
Reaktionspunkte
0
Wolf-V am 15.12.2006 10:36 schrieb:
das individuum ohne gesellschaft ist ein nichts (homo sociologicus).

lol?

und wenn, wie du sagst, die eigenen stimme nicht ausschlaggebend ist (also: eine stimme = 0), können - mathematisch gesehen – auch 10, 10000 oder alle stimmen nicht ausschlaggebend sein (X * 0 = 0)

Gut das war mathematisch ungenau ausgedrückt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Stimme ausschlaggebend ist liegt eben "nahe 0" also bei sagen wir nur 50000 Wahlberechtigten (mittelgroße Stadt) bei 1/50000 oder 0,002 % (vereinfachte Sichtweise) bei mehreren millionen Wahlberechtigten ist die Zahl so klein, dass man praktisch sagen kann =0.

Mir ist im übrigen keine Wahl (in einer größeren Gruppe) bekannt in der tatsächlich mal eine einzige Stimme ausschlaggebend war. Der knappeste mir bekannte Wahlausgang war der bei den US-Präsidentschaftswahlen 2000 in Florida, der mir 0,009% Unterschied aber immer noch mehr als 500 Stimmen Unterschied an Bush ging. Aber keine einzige Stimme war entscheidend :P

Also aus individueller Abwägung ist es sinnlos wählen zu gehen :-D

P.S. geht wählen!! :top:
 

TBrain

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
06.11.2007
Beiträge
3.469
Reaktionspunkte
0
derPhilippausmwald am 15.12.2006 11:43 schrieb:
denn jedem der mal kurz ernsthaft drüber nachdenkt dürfte trotzdem klar sein, dass nicht hingehen auch nix ändert...

außer dass ich eine halbe Stunde Zeit spare, eine Ladung Wäsche weil ich mir die Sachen dreckig machen würde und der Gefahr entgehe evtl. auf dem Weg zum Wahllokal überfallen oder entführt zu werden :B
 

Boesor

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
27.02.2005
Beiträge
14.491
Reaktionspunkte
1
TBrain am 15.12.2006 12:49 schrieb:
derPhilippausmwald am 15.12.2006 11:43 schrieb:
denn jedem der mal kurz ernsthaft drüber nachdenkt dürfte trotzdem klar sein, dass nicht hingehen auch nix ändert...

außer dass ich eine halbe Stunde Zeit spare, eine Ladung Wäsche weil ich mir die Sachen dreckig machen würde und der Gefahr entgehe evtl. auf dem Weg zum Wahllokal überfallen oder entführt zu werden :B

scheint ja ne gefährliche, dreckige Gegend zu sein...
 

TBrain

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
06.11.2007
Beiträge
3.469
Reaktionspunkte
0
Boesor am 15.12.2006 13:13 schrieb:
scheint ja ne gefährliche, dreckige Gegend zu sein...

naja lass es mich so ausdrücken: Das alles ist viel wahrscheinlicher als tatsächlich entscheidend bei der Wahl zu sein ;)
 

derPhilippausmwald

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
09.05.2006
Beiträge
117
Reaktionspunkte
0
TBrain am 15.12.2006 12:49 schrieb:
derPhilippausmwald am 15.12.2006 11:43 schrieb:
denn jedem der mal kurz ernsthaft drüber nachdenkt dürfte trotzdem klar sein, dass nicht hingehen auch nix ändert...

außer dass ich eine halbe Stunde Zeit spare, eine Ladung Wäsche weil ich mir die Sachen dreckig machen würde und der Gefahr entgehe evtl. auf dem Weg zum Wahllokal überfallen oder entführt zu werden :B

Dafür kann nicht daheim mein Haus über mir zusammenbrechen, ich hab Bewegung, was meiner Gesundheit förderlich ist und werde deshalb länger leben als alle nicht-Wähler :B
 

derPhilippausmwald

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
09.05.2006
Beiträge
117
Reaktionspunkte
0
TBrain am 15.12.2006 12:28 schrieb:
...

Mir ist im übrigen keine Wahl (in einer größeren Gruppe) bekannt in der tatsächlich mal eine einzige Stimme ausschlaggebend war. Der knappeste mir bekannte Wahlausgang war der bei den US-Präsidentschaftswahlen 2000 in Florida, der mir 0,009% Unterschied aber immer noch mehr als 500 Stimmen Unterschied an Bush ging. Aber keine einzige Stimme war entscheidend :P
...

Aber genau das ist doch der Sinn dabei! Dass eben nicht eine einzelne Stimme entscheidet, sonst hätte ja der Einzelne Macht über die Gruppe...
 

Wolf-V

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
15.11.2004
Beiträge
1.185
Reaktionspunkte
0
TBrain am 15.12.2006 12:28 schrieb:
Wolf-V am 15.12.2006 10:36 schrieb:
das individuum ohne gesellschaft ist ein nichts (homo sociologicus).
lol?
da du das wählerparadox angesprochen hast, dachte ich du kannst was damit anfangen (s. dahrendorf)

dem wählerparadox liegt das menschenbild des homo oeconomicus zugrunde (s. rc-theorie), allerdings liegt das problem darin, dass diese theorie den menschen unterstellt, rein zweckrational zu handeln, aber die handlungsmotive nicht erklärt. kein mensch agiert ausschließlich zweckrational (für welche nutzen in hinblick auf die kosten schreiben wir hier? weshalb zeit mit höflichkeiten verschwenden?)

der homo sociologicus löst u.a. auch das wählerparadox aus der rc-theorie. der mensch handelt nicht ausschließlich rational im eigenen interesse, sondern auch unter berücksichtigung des rahmens der ihn umgebenden gesellschaft. er weiss also, dass das gewicht seine stimme bei der wahl marginal klein ist, ebenso aber auch, dass jeder kleine beitrag, etwas größeres entscheiden kann.

TBrain am 15.12.2006 12:28 schrieb:
Also aus individueller Abwägung ist es sinnlos wählen zu gehen :-D
wenn man völlig unabhängig von der gesellschaft wäre und nur den kostennutzen auf siche selbts bezogen sieht, ist das richtig. das ist aber niemand, so denkt niemand, so wägt niemand ab, also ist es sinnvoll.

TBrain am 15.12.2006 12:28 schrieb:
P.S. geht wählen!! :top:
oder rufst du hier etwas zu sinnlosigkeiten auf
 

TBrain

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
06.11.2007
Beiträge
3.469
Reaktionspunkte
0
derPhilippausmwald am 15.12.2006 13:54 schrieb:
Aber genau das ist doch der Sinn dabei! Dass eben nicht eine einzelne Stimme entscheidet, sonst hätte ja der Einzelne Macht über die Gruppe...

:]
gut dann brauch ich auch nicht zur Wahl zu gehen...


Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet gibt es immer EINEN dessen Entscheidung für ALLE kollektiv gefällten Entscheidungen bei jeder Art von Entscheidungsregel ausschlaggebend ist. (Arrow Unmöglichkeitstheorem). Demokratie ist eine reine Illusion :-D
 

TBrain

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
06.11.2007
Beiträge
3.469
Reaktionspunkte
0
Wolf-V am 15.12.2006 14:10 schrieb:
da du das wählerparadox angesprochen hast, dachte ich du kannst was damit anfangen (s. dahrendorf)

dem wählerparadox liegt das menschenbild des homo oeconomicus zugrunde (s. rc-theorie), allerdings liegt das problem darin, dass diese theorie den menschen unterstellt, rein zweckrational zu handeln, aber die handlungsmotive nicht erklärt. kein mensch agiert ausschließlich zweckrational (für welche nutzen in hinblick auf die kosten schreiben wir hier? weshalb zeit mit höflichkeiten verschwenden?)

der homo sociologicus löst u.a. auch das wählerparadox aus der rc-theorie. der mensch handelt nicht ausschließlich rational im eigenen interesse, sondern auch unter berücksichtigung des rahmens der ihn umgebenden gesellschaft. er weiss also, dass das gewicht seine stimme bei der wahl marginal klein ist, ebenso aber auch, dass jeder kleine beitrag, etwas größeres entscheiden kann.

Ich habe Wirtschaft studiert... lebe also quasi in der Rational Choice Theorie ;) :B

Diese Sichtweise verhindert aber keineswegs, dass das Wahlparadoxon nicht auch innerhalb der homo oeconominus Sichtweise gelöst werden könnte...

Das tolle ist doch dass man quasi alles als Nutzen interpretieren kann, nicht nur z.B. monetäre Bestandteile. So kann man jede Art von Handlung (außer einer komplett altruistischen - aber da würde ich sagen, dass es die ohnehin nicht gibt) erklären.

wenn man völlig unabhängig von der gesellschaft wäre und nur den kostennutzen auf siche selbts bezogen sieht, ist das richtig. das ist aber niemand, so denkt niemand, so wägt niemand ab, also ist es sinnvoll.

hehe, also wenn du etwas als sinnvoll bezeichnen willt musst du auch die Kriterien darlegen die du an Sinnhaftigkeit stellst...

aber jeder denkt so, jeder wägt so ab. Nur eben nicht nur unter der ausschließlichen Berücksichtigung der von mir oben verkürzt dargestellten Kosten-Nutzen Kategorien

TBrain am 15.12.2006 12:28 schrieb:
P.S. geht wählen!! :top:
oder rufst du hier etwas zu sinnlosigkeiten auf

Nein, ich versuche einen externen Zusatznutzen zu schaffen, den einer, der das hier liest, erzielt wenn er, durch Teilname an einer Wahl, sich meiner Anerkennung sicher sein kann. =) :)
 

Maria-Redeviel

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
18.09.2006
Beiträge
1.050
Reaktionspunkte
0
Sgod am 14.12.2006 21:40 schrieb:
Maria-Redeviel am 14.12.2006 08:19 schrieb:
Einfach: Wenn ich niemanden Wähle, dann ist das nicht besser oder schlechter für irgendeine Partei.
Doch, ist es. Ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du unter den Parteien die es gibt, trotzdem manche mehr, und manche weniger nicht magst. Und die Partei, die du am wenigsten von allen magst, die freut sich über jede Stimme, die die anderen, welche du nicht ganz so sehr verabscheust, von dir nicht bekommen haben. Weil dadurch nämlich ihr eigener Stimmenanteil steigt.

Und eben auf diese Politik des "kleines Übels" habe ich keine Lust! Ich will und werde niemals eine Partei wählen, wenn ich nicht der meinung bin, das der Nutzen den Schaden überwiegt - und das ist ganz einfach nicht der Fall! Politik ist keine Lösung dür die Probleme unserer Zeit - und ich verweigere dem System meiner Zustimmung.

Und nochmal ein Statement zu dem "Mein Nichtwählen unterstützt die NPD" Komplex: Tut es nicht.

Kein Mensch weiß, welche Partei ich wählen würde, wenn ich wählen würde. Mache ich vielleicht den Eindruck eines angepassten Stimmviechs? Ja wohl kaum. Ich bin doch wohl eher der Protestwähler, und als solcher steht für mich die NPD sehr wohl zur Depatte - wenn auch nur um anderen Leuten eins auszuwischen. Tatsächlich ist der einzige Grund, warum ich NICHT aus Protest wähle der, das ich nicht weiß welche Partei den gröstmöglichen Schaden anrichtet.
 
S

Sgod

Gast
Maria-Redeviel am 16.12.2006 14:32 schrieb:
Sgod am 14.12.2006 21:40 schrieb:
Maria-Redeviel am 14.12.2006 08:19 schrieb:
Einfach: Wenn ich niemanden Wähle, dann ist das nicht besser oder schlechter für irgendeine Partei.
Doch, ist es. Ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du unter den Parteien die es gibt, trotzdem manche mehr, und manche weniger nicht magst. Und die Partei, die du am wenigsten von allen magst, die freut sich über jede Stimme, die die anderen, welche du nicht ganz so sehr verabscheust, von dir nicht bekommen haben. Weil dadurch nämlich ihr eigener Stimmenanteil steigt.

Und eben auf diese Politik des "kleines Übels" habe ich keine Lust!
Es geht grad nicht darum, wozu du Lust hast oder nicht, sondern darum, ob du durch Nichtwählen irgendjemanden unterstützt, oder nicht. :rolleyes:

Politik ist keine Lösung für die Probleme unserer Zeit - und ich verweigere dem System meiner Zustimmung.
Wenn nicht Politik, was wäre denn deiner Meinung nach die Lösung für die Probleme unserer Zeit?

Und nochmal ein Statement zu dem "Mein Nichtwählen unterstützt die NPD" Komplex: Tut es nicht.
Verstehst du es wirklich nicht, oder willst du einfach nicht? Lies bitte das, was du oben von mir gequotet hast, und widerlege das.
Kein Mensch weiß, welche Partei ich wählen würde, wenn ich wählen würde. Mache ich vielleicht den Eindruck eines angepassten Stimmviechs? Ja wohl kaum.
Ist erstens irrelevant und hat zweitens auch niemand behauptet.
Ich bin doch wohl eher der Protestwähler
Letzterer hat eine ganz besondere Eigenschaft: Er geht wählen. :B

und als solcher steht für mich die NPD sehr wohl zur Depatte - wenn auch nur um anderen Leuten eins auszuwischen.
Auf einem Stimmzettel stehen so viele Parteien. Schon merkwürdig, dass so viele Protestwähler ihr Kreuz rein zufällig beim äussersten rechten Flügel machen, um dann im Gegenzug zu behaupten, sie hätten mit 'rechts' ja nichts am Hut und würden das nur machen, um den Etablierten eins auszuwischen...
Tatsächlich ist der einzige Grund, warum ich NICHT aus Protest wähle der, das ich nicht weiß welche Partei den gröstmöglichen Schaden anrichtet.
Ich glaube langsam, in deinem Fall sind Parteien und Politik garnicht das Problem. Menschen wie du sind eher der Grund, warum Parteien/Politik immer wieder gezwungen sind sich so zu verhalten, wie sie es leider oft tun.
 

Maria-Redeviel

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
18.09.2006
Beiträge
1.050
Reaktionspunkte
0
Sgod am 16.12.2006 23:57 schrieb:
Ich glaube langsam, in deinem Fall sind Parteien und Politik garnicht das Problem. Menschen wie du sind eher der Grund, warum Parteien/Politik immer wieder gezwungen sind sich so zu verhalten, wie sie es leider oft tun.

Ausgezeichnet! Dann kann ja miemand mehr behaupten das man duch Nichtwählen nichts errecht :p
 
S

Sgod

Gast
Maria-Redeviel am 17.12.2006 00:04 schrieb:
Sgod am 16.12.2006 23:57 schrieb:
Ich glaube langsam, in deinem Fall sind Parteien und Politik garnicht das Problem. Menschen wie du sind eher der Grund, warum Parteien/Politik immer wieder gezwungen sind sich so zu verhalten, wie sie es leider oft tun.

Ausgezeichnet! Dann kann ja miemand mehr behaupten das man duch Nichtwählen nichts errecht :p
Ist das alles, was du zu meinem Post zu sagen hast? Das, wozu einem was blödes einfällt beantworten und den Rest ignorieren, sehr schön...
Und nein, das war nicht aufs Nichtwählen bezogen, damit erreichst du garnichts. Eher auf deinen Wunsch, deine eigenen Interessen nahezu komplett vertreten zu sehen. Diese Form von Egoismus ist es,welche letztendlich die Politik immer wieder zwingt, unbrauchbare Kompromisse zu finden. Jeder will, das endlich mal 'durchgegriffen' wird, aber bitte bei den anderen, wehe, es geht gegen die eigenen Interessen. Änderungen? Ja gerne, aber nicht bei mir...
 

Boesor

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
27.02.2005
Beiträge
14.491
Reaktionspunkte
1
TBrain am 15.12.2006 13:26 schrieb:
Boesor am 15.12.2006 13:13 schrieb:
scheint ja ne gefährliche, dreckige Gegend zu sein...

naja lass es mich so ausdrücken: Das alles ist viel wahrscheinlicher als tatsächlich entscheidend bei der Wahl zu sein ;)

Jetzt kommt das ultimative Argument:
Briefwahl
 
Oben Unten