Völliger Unsinn. Die CSU nimmt die Sorgen und Nöte der Bevölkerung keineswegs ernster als andere Parteien. Sie mimt nur selber den Demagogen und spielt mit den Ängsten der Bevölkerung. Ihre tatsächlichen Probleme (soziale Benachteiligung, strukturelle Probleme in der Region, Abstiegsängste, Überforderung durch die immer größer werdene Individualität usw) stehen überhaupt nicht zur Debatte, es geht einzig nur noch um Alibiprobleme wie Zuwanderung, die keinerlei wirklichen Effekt auf das Leben der meisten Menschen haben. Politiker und insbesondere die Medien haben ganze Arbeit geleistet, die Diskussion von der Lösung der tatsächlichen Probleme auf diese Alibiprobleme zu lenken. Oder willst du mir erklären, dass in MeckPomm die meisten Menschen mehr Probleme haben mit Ausländern und Migranten (die dort ganze 3% der Bevölkerung stellen) als z.B. mit der Arbeitsmarktsituation oder der regionalen Struktur? Ich denke wohl eher nicht. Die AfD und die CSU sind Brandstifter, keine Problemlöser. Die sind hauptsächlich mal GEGEN was, um den Menschen ein einfaches Feindbild zu geben, an dem sie sich abarbeiten können, ganz egal wie sinnvoll oder gut das ist. Das ist die gleiche Strategie wie beim Brexit. Da ging es den meisten Aussteigern auch nicht um konkrete Lösungen, sondern vor allem darum, eine einfache populistische Message zu verbreiten und ein Feindbild zu schaffen. Nach der Entscheidung fiel das Kartenhaus dann zusammen und es war schnell klar, dass eigentlich keiner eine politische Ahnung hat, die über die Schaffung eines Feindbildes hinaus geht. Die AfD hat keine Lösungen für wirkliche Probleme der Menschen! Ganz im Gegenteil, wenn man ihr politisches Programm liest, dann ist das eine Partei der Elite, die neoliberaler als noch die FDP eingestellt ist. Da geht es nicht um die Probleme des kleinen Mannes, der wird nur für dumm verkauft. Es mag schon sein, dass die großen Parteien leider auch wenig Interesse daran haben, unser Gesellschaftsparadigma grundsätzlich in Frage zu stellen und zu überdenken und damit auch den strukturell und sozial Benachteiligten wenig Grund geben, ihnen zu vertrauen. Aber bei der AfD ist das nicht anders. Die ändern nichts an ihren Problemen, denn der Ausländer bzw. der Migrant ist nicht die Ursache ihrer Probleme. Und wir sollten endlich aufhören, so zu tun, als wäre das der Fall. Die Medien sind der Steigbügelhalter der Demagogen. Dieser bescheuerte Satz "Man muss die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen." lässt sich in jeder beliebigen Weise interpretieren und zu den eigenen Gunsten auslegen. Die Sorgen der Bevölkerung kein festes Gut, sondern ein komplexes und dynamisches Konstrukt, das externen wie internen Einflüssen unterlegen ist. Vor allem: es lässt sich beeinflussen und ändern. Man muss nicht blind dem angeblichen Volkswillen folgen (aber genau darin liegt ja der gesamte Konstruktionsfehler der opportunen "Volkspartei"), sondern man sollte für diverse Prinzipien und Ideen einstehen und diese aktiv vermarkten. Man muss Aufklärung betreiben und versuchen, die Menschen von der eigenen Position zu überzeugen und nicht blind den Trends hinterherlaufen.
Dass die Linke es so schwer hat, liegt allgemein imo vor allem daran, dass die meisten Menschen unser neoliberales Gesellschaftsparadigma derart verinnerlicht haben, dass sie gar nicht mehr auf die Idee kommen, das in Frage zu stellen. Außerdem haben viele Menschen den Eindruck, als wären sie gegen die gesichtslosen Eliten aus Wirtschaft, Gesellschaft und der Politik eh machtlos. Also versucht man, sich zumindest nach unten abzugrenzen und sich einen Feind zu suchen, dessen Bekämpfung mehr Erfolg verspricht und weniger abstrakt ist. Und da ist nicht mehr viel außer eben der Flüchtling bzw. der Migrant, der auf den Feldern Spargeln sticht. Der wird dann zum Alibifeind für die eigene Perspektivlosigkeit. Im Osten kommt noch dazu, dass viele Menschen ebene ihre spezifischen Erfahrungen mit der DDR und der SED gemacht haben und das jetzt auf die Linke projizieren
In Frankreich sieht man vor allem eine misslungene Integrationspolitik. "Die Folgen" einer Multikulti-Gesellschaft gibt es nicht. Jedes Land hat seine eigenen spezifischen Eigenheiten und jede Gesellschaft spezifische Herausforderungen. Es ist unlauter, sich negative Einzelbeispiele herauszugreifen, die komplexen Kausalstrukturen dafür zu ignorieren und auf dieser Basis dann eine angeblich unausweichliche Entwicklung von Multi-Kulti zu konstatieren.