Um nochmal kurz darauf einzugehen. Ich finde bei so einer hyperinflationären Berichterstattung passiert genau das Gegenteil von Beruhigung. Über alle Möglichkeiten zu spekulieren, selbst wenn darauf hingewiesen wird wie unwahrscheinlich sie sein mögen, plus ein "Best of" an Flugzeugabstürzen der letzten Jahrzehnte schürt gerade Angst, weil dabei ein vages Schreckensszenario aufgebaut wird, das am Ende nur das Gefühl zurück lässt: es kann alles passieren.
naja, das würde aber dann echt nur in DEM Moment vielleicht für so ein Gefühl sorgen, zudem: wer eh ein wenig Flugangst hat, der wird doch grad so eine Sendung eh nicht schauen. ^^ Schon gar nicht die Angehörigen. Ich finde es nicht verwerflich, wenn man anhand der verfügbaren Infos schon Mal von Fachleuten erfährt, was denn passiert sein kann und was auch auf keinen Fall passiert sein kann und es sich dabei NICHT um offizielle Verlautbarungen handelt. Die Ermittler, die Fluglinie usw. wiederum haben ja immer nur das gesagt, was gesichert war, und nicht spekuliert.
Allein, dass zuerst gemutmaßt wurde, es könnte neben einer Handlungsunfähigkeit der Piloten vielleicht durch die zu großen "Rechte", die der Bordcomputer hat, mitverursacht worden sein, hat doch den positiven Effekt, dass man nun über dieses Thema redet und da vielleicht dann auch alles genauer überdacht und besser ausgebildet wird, auch wenn das nun doch nicht der Grund war.
Zur aktuellen Lage, das mit dem "erweiterten Suizid" ist selten, aber passiert wohl durchaus immer wieder (eine
Auflistung in der SZ). Kann also sehr gut sein, dass es wirklich so passiert ist. Wobei ich mich da Frage weshalb es dann ein kontrollierter Sinkflug und nicht ein radikalerer Absturz war.
Das wird man nie so genau wissen. Das kann aber Teil einer "Inszenierung" gewesen sein. Die Psychologen sagen, dass es 2 mögliche Ursachen bei einem solchen Suizid gibt: absolut spontan durch ein plötzliches Gefühl, sterben zu wollen, oder man hat es sich schon vorher vorgenommen, dies zu tun, sobald man die Chance bekommt, weil man das ganze auch irgendwie "inszenieren" will. Und auch wenn die Entscheidung spontan fiel kann es gut sein, dass man sich die Art und Weise schon mehrfach in seinem Kopf überlegt hat. Vlt. war es sogar "Feigheit", denn wenn man radikal steil runterfliegt bekommt man vlt. dann doch selber "Schiss", aber wenn man den Flieger langsam sinken lässt, kann man sich (auch wenn es perfide klingt) in Ruhe zurücklehnen?
Aber die alleinige Auswertung des Stimmenrekorders ist eine recht dürftige Grundlage. Zumindest fand ich die Eilmeldungen gestern etwas irritierend, wie die Überschrift auf Selbstmord lautete, im Text aber erstmal nur der absichtlich eingeleitete Sinkflug gesichert war.
Was soll es denn sonst sein, wenn der Sinkflug bewusst und ohne triftigen Grund eingeleitet wird und die Türe bewusst versperrt wird?
Auf dem ZDF ist allerdings grad ein anderer Experte, der nun erzählt, dass die französische Staatsanwaltschaft MÖGLICHERWEISE die Fakten falsch darstellt, weil wiederum die Unfall-Ermittler dies noch nicht selber genau bestätigt haben und man ja auch noch nicht Mal die Flugdaten vorliegen hat . Es besteht also die MÖGLICHKEIT, dass die Schlüsse NUR vom Staatsanwalt gezogen wurden und es gar nicht SO eindeutig ist. Aber wenn es stimmt, dass man das auf dem Band hört, was die Staatswaltschaft verkündet hat, dann kann es nur ein Suizid oder eine völlig geistige Umnachtung gewesen sein. Denn bei einem technischen Problem hätte der Co-Pilot doch was gesagt und den Piloten wieder reingelassen, und bei einer Ohnmacht hätte der Co-Pilot wiederum nicht bewusst den Sinkflug einleiten können. Es gibt daher an sich keine Möglichkeiten außer Suizid oder irgendein "Trip", durch den der Co-Pilot Hallus hatte oder so was und daher so gehandelt hat, ohne zu merken, was er anrichtet.
Nebenbei: man hat inzwischen auch nach Wohnungsuntersuchungen Hinweise gefunden, dass der Co-Pilot wg. Depressionen behandelt wurde und wohl auch aktuell deswegen in Behandlung war.
*edit* in DIESER Sekunde sogar die Eilmeldung, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bei der Wohnungsdurchsuchung u.a. zerrissene ärztliche Unterlagen gefunden hat, u.a. eine Krankschreibung für den Tag des Absturzes - kann man jetzt noch zweifeln? ^^ Hinweis auf politische/religiöse Motivationen wurden wiederum NICHT gefunden.
jetzt wird es bestimmt eine Diskussion losgehen, wie es mit der ärztlichen Schweigepflicht aussieht, ob man die nicht in Spezialfällen außer Kraft setzen sollte. Denn die Hinweise sind wohl so, dass der Pilot "heimlich" in Behandlung war.