Ok, ein letztes Mal. ^^
Der Charakter Arielle existiert so nur im Disney Zeichentrickfilm, die kleine Meerjungfrau hatte keinen Namen. Und auch die kleine Meerjungfrua wurde als blass beschrieben.
"blass", nicht "weiß". Blässe ist was anderes. Sie könnte auch von blassem Grün sein. Oder blau.
Wieso fehlbesetzt? Die Hautfarbe des Darstellers ist ja an und für sich egal, genau für solche Fälle gibt es ja Make-Up, Prothesen u.Ä.. Der Barry Lyndon Darsteller wurde ja auch nicht nach Amputationsszene durch einen Einbeinigen ersetzt, trotzdem sieht es im Film aus als hätte er nur noch ein ganzes Bein. Tatsächlich hat man bei Atrèju wohl versucht grünes Make-Up zu nutzen aber aus irgendeinem Grund hat man es dann aufgegeben. Aber ja, ist ein absolut legitimer Kritikpunkt.
Es ist deswegen ein legitimer Punkt, weil über seine Hautfarbe kein Wort verloren wurde. Wir reden doch jetzt nicht über unsere persönlichen Befindlichkeiten, sondern über Rassismus in der Gesellschaft. Es passierte in der Vergangenheit immer wieder, dass in Medien PoC von weißen Personen gespielt wurden. Kein Aufschrei. Umgekehrt aber schon.
Doch, davon ist eine Rede im Buch.
Nein.
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Hab ich selbst nie gelesen und auch Rowling selbst sagt, dass zur Hautfarbe nichts spezielles im Buch steht.
Guckst du hier. Ich denke, damit wäre der Punkt save und abgeschlossen.
Wenn Halle Bailey Arielle nicht spielen kann, weil Halle Bailey nicht weiß ist, dann ist das keine Abwertung Halle Baileys als Menschen, sie erfüllt lediglich ein Kriterium nicht, dass sie befähigt den Charakter akkurat darzustellen.
Und da liegt schon das Problem: In dem Wörtchen "befähigt". Hautfarbe befähigt schon mal sowieso zu nichts. Die ist einfach gegeben und hat keinen Einfluss auf Fähigkeiten und Können.
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Der Satz ist ja schon beispielhaft für das, was ich in meinem vorherigen Post bzgl. Rassismus meinte und auch unten noch mal wiederhole.
Dürfen tut sie es obendrein immer noch. Rassistisch wäre es, würde jemand nicht ein Casting Mist finden und kritisieren, sondern verlangen, dass sowas nicht sein darf, nicht passieren darf, es eine Institution gäben müsste die soetwas aktiv verhindert und die Produktionen kontrolliert.
Nicht nur, nein.
Was den Punkt der Betroffenheit angeht: Nach der Logik könnte ich sagen, deine Antwort wäre zutiefst abwertend mir gegenüber. Ich bin die einzige Person die ein Recht darüber hat das zu entscheiden, weil ich die betroffene Person hat und du solltest nicht gleich in Abwehrhaltung gehen, sondern dir einfach mal bewusst machen, was du sagst und welche Wirkung deine eigenen Worte haben.
Das wäre keine Logik, sondern stumpfsinniger Trotz.
Das ist natürlich Quark. Es dient nur zur Versinnbildlichung, dass der Empfänger nicht die Deutungshoheit in der Kommunikation besitzen kann.
Deine Versinnbildlichung funktioniert aber deswegen nicht, weil es nichts gibt, womit ich dich in deiner Würde und Ehre hätte angreifen können. Weder kenne ich deine Hautfarbe, noch andere Details deiner Person. Ich weiß nicht mal, ob du männlich, weiblich oder divers bist. ^^ ich kann mich dir gegenüber also gar nicht diskriminierend verhalten. Ich kann nur beurteilen, was du hier schreibst.
Ich kann nicht behaupten, was der Sender meint ist egal, es zählt nur was der Empfänger empfindet. So funktioniert Kommunikation nicht und ich denke es ist hochproblematisch, dass wir immer wieder in solchen Diskussionen mittlerweile den Versuch der Betroffenheit als Argument erleben.
Ich weiß sehr wohl, wie Kommunikation läuft.
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Ich hab nicht gesagt, dass es egal ist, was der Sender meint. Du hast mich da missverstanden. Aus diesem Grund meinte ich doch, dass man einfach mal darauf achten sollte, was man sagt und wie man es sagt. Das war übrigens NIEMALS anders. Zu keiner Zeit.
Ich sagte lediglich, dass einzig der Betroffene 'entscheidet', ob er sich angegriffen fühlt oder nicht. Was man daraus macht, ist das andere Paar Schuhe. Da hast du jetzt etwas vermischt.
Und wenn du meinst, der Betroffe sollte das nicht (allein) entscheiden, dann sprichst du der Person ganz simpel ihre Befindlichkeiten ab. Und ob das jetzt besser ist, ist ziemlich fraglich.
Rassismus ist etwas ziemlich klares, ich muss das denke ich auch nicht schon wieder wiederholen, nach dem ich das schon zwei, drei oder vielleicht sogar schon vier mal geschrieben habe. Diskriminierung also Ab- oder Aufwertung basierend auf einer Eigenschaft, ist jetzt wirklich nicht die komplexeste Sache der Welt und die Abwehrhaltung erklärt sich auch dadurch.
Die Definition ist schon ziemlich klar, natürlich. Aber (siehe unten):
Die Leute wissen eben sehr wohl, wann sie sich wie äußern und was es bedeutet. Die äußern sich doch nicht alle in einem Zustand des Halbschlafs ohne nachzudenken, erst Recht im Internet, wo jeder Satz erst mal niedergeschrieben werden muss.
Wir handeln ALLE immer wieder unbewusst oder unreflektiert. Das heißt nicht, dass wir alle im Halbschlaf vor uns hin trotten. Das passiert in sozialer Interaktion immer wieder.
Ich hab mich selbst unbewusst auch schon häufiger rassistisch geäußert und wurde von einer Kollegin mit Migrationshintergrund auch darauf aufmerksam gemacht. Ich hab meine Worte reflektiert, ihre Worte reflektiert und mich entschuldigt. Ich bin dadurch einfach sensibler im Umgang mit diesem Thema geworden. That's it. Wir können trotzdem ganz natürlich miteinander umgehen.
Somit erklärt sich die Abwehrhaltung letztlich durch unreflektiertes Handeln und dem Unwillen, Fehler einzugestehen. Und meist sind es nur Fehler. Ich unterstelle hier ja keine böswillige Absicht. Böswillige Absicht haben die wenigsten und das sind Neo-Nazis und Rechtsextreme.
So läuft Kommunikation nämlich auch nicht, wenn man dann nur in Abwehrhaltung geht und stur bleibt. Kann gar nicht funktionieren.
Und klar sind nicht nur Rassismus Ideologien denen man ziemlich bewusst folgt. Wenn ich meine irgendeine Menschengruppe hat bestimmte Eigenschaften, dann "weiß" ich das und ich weiß auch genau, wie meine Abwertungen einer Menschengruppe kategorisiert werden. Das ist keine Bibel die man mit sich rumträgt, es ist aber ein Konzept und um solche persönlichen Konzepte, die man sich selbst kreiert, weiß man auch.
1. Rassismus ist kein Konzept, das ausnahmslos jeder bewusst lebt.
2. Rassismus ist auch kein "persönliches" Konzept. Rassismus ist ein gesellschaftliches Konzept.
Was Diskriminierung ist immer strukturell und anerzogen angeht: Äh.. nee? Struktur braucht.. na ja, Struktur halt.
Und eine Gesellschaft, bzw. eine Gemeinschaft hat keine Struktur? Mit Regeln, Werten und Normen, Hierarchien, Mehrheiten, Minderheiten etc.?
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Ich wüsste jetzt nicht, warum das keine Strukturen sein sollten. Eine Gesellschaft ist per Definition eine Struktur. Da werd ich übrigens gar nicht erst anfangen, zu diskutieren, weil es eine Tatsache ist. Sobald man einen geregelten Rahmen hat, in dem man sich bewegt, hat man eine Struktur.
Übrigens sind auch Parallelgesellschaften Strukturen in in diesen kann es umgekehrt natürlich auch zu Rassismus gegen Weiße kommen (entgegen der Meinung einiger anderer Leute im Social Media). Auch Familien sind Strukturen, Peer Groups und natürlich auch unsere Gesellschaft an sich, deren Struktur es zu lässt, dass sich viele kleinere Strukturen bilden können.
Das ist sehr einfach, wenn wir ein bisschen in die Vergangenheit gehen und Gesetze haben wie gegen Frauen Homosexuelle oder andere Ethnien aber wird schwierig, sobald das nicht mehr der Fall ist. Dann wird es abstrakt, beliebig und nicht mehr klar. Für Diskriminierung braucht es aber weder Struktur, noch Eltern, da gibt es eine Vielzahl anderer Faktoren bspw. eigene Erfahrungen, Informationen aus den Medien oder auch persönliche Einstellungen auf vielfältigen Ebenen.
Die eigenen Erfahrungen macht man innerhalb dieser Strukturen. Ebenso holt man sich Informationen aus entsprechenden Strukturen.
Schönen ABend noch und Danke für die Diskussion.
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