An der Stelle müsste man aber auch überprüfen, von wem solche Kommentare stammen (Geschlecht, kulturelle Herkunft, sozialer Stand, Alter etc.).
Wenn es um Repräsentanz geht natürlich aber wie gesagt, es geht ja nicht tatsächlich um Respräsentanz der Bevölkerung wie in einer repräsentativen Umfrage.
Von Irrelevanz habe ich gar nicht geredet. Lediglich davon, dass man mal die Kirche im Dorf lassen sollte. Denn letztlich wird vieles auch medial viel zu sehr aufgebauscht und größer gemacht, als es eigentlich ist. Wo wir wieder bei meinem Anfangspost wären.
Wir reden hier über einen Film, der im Endeffekt gefloppt ist und nur deswegen in Erinnerung bleiben wird, weil im Internet über Hautfarben gesprochen wird. Über den Film an sich, als Produkt und Werk, reden wir doch gar nicht. Es geht gar nicht um den Film. DAS ist weird.
Mein Punkt ist aber sowieso schlicht: Die Gründe können vielfältig sein. Studien dazu gibt es nicht und in die Köpfe der Leute, die nicht konsumieren und sich nicht äußern, kann man nicht schauen. Letztlich basiert die ganze Diskussion hier gerade auf Behauptungen und Spekulationen. Fakt ist lediglich, dass der Film nicht so erfolgreich ist, wie von Disney erhofft.
Das liegt daran, dass bei weitem nicht jeder n Like oder Dislike da lässt. Ein Video auf Youtube kann 100 Mio. Klicks haben, aber nur 30k Likes/Dislikes. Das sind Peanuts im Vergleich zu den Klicks.
Man ist ja auch eher zur Handlung bereit, wenn große Emotionen im Spiel sind.
Du hast Recht, die Likes sind zumeist im vergleich zu den Klicks Peanuts und die Kommentare zu den Likes und Dislikes aber das ist relativ (nicht absolut) unwichtig. Die Dinge sind nicht repräsentativ für die Gesellschaft aber wie gesagt, geben sie Tendenzen auf. Wenn bei einer Million Menschen 30.000 das Video bewerten und davon 80% einen Daumen runter geben, dann ist es wahrscheinlich, dass auch eine Mehrheit derjenigen, die das Video geklickt hat, eine negative Meinung vertreten dürfte. Kann man das mit absoluter Sicherheit sagen? Natürlich nicht. Die Annahme ist aber legitim, sonst hätten wir immer dasselbe Verhältnis, dieselben Reaktionen, alles wäre starr und gleich. Ist es allerdings nicht. Und man kann schon in die Köpfe reinsehen, wenn man in die Kommentare schaut. Bestenfalls nicht nur hier und dann lernt man, was die Leute eigentlich bewegt und ja, das ist bei dem Film weit mehr als nur die Hautfarbe allein.
Klar werden auch Dinge aufgebauscht, die gar nicht so groß sind aber das ist zumeist ja eher, weil man aus wenig viel macht und sich dafür zumeist auf die extremsten Kommentare bezieht die man finden kann. Wobei selbst das nicht immer der Fall ist, teilweise interpretiert man auch einfach Kommentare um oder.. erfindet sie. Man behauptet einfach, dass es etwas gibt, ohne einen Beleg und wenn man selbst recherchiert findet man dann nichts. All das passiert natürlich, wie beim Cyberpunk 2077 Dickgirl oder dem "Backlash" gegen schwarze Zombies in Resident Evil 5. Teilweise sind die angeblichen Shitstorms tatsächlich viele negative Kommentare aber in einem Subsubsub-Bereich des Internets versteckt also in einem nischigen Privatraum, nur wenig öffentlicher vielleicht wie ein Discord-Channel. Wenn wir jetzt aber das Thema hier nehmen, funktioniert das nicht. Es ist ja nichts was eben nur in irgendeiner Nische stattfindet, es ist ein Dauerthema, wohin man schaut. Ob bei YouTube, Facebook, Twitter oder in diesem Forum hier.
Zugegebenermaßen, mit der Zeit haben wir aber auch den Umstand, dass es schon bewusst provoziert wird - wie hier vom Autoren.
Hm, das ist jetzt nicht exakt was ich meinte. Lass es mich mal anders formulieren: die einzig praktikable Lösung ist, dass WENN jemand sich entscheidet, NICHT auf sein Freiheitsrecht zu verzichten, dass wir es dann eben tolerieren, weil wir im Gegenzug auch wünschen, dass Andere UNS tolerieren.
(Immer unter der Maßgabe, dass niemand zu Schaden kommt und nicht propagiert wird, dass jemand zu Schaden kommen solle.)
Die Leute im Zug haben sich entschieden, nicht auf ihr Freiheitsrecht zu verzichten. Nach der Logik, sollte man also ihr störendes Verhalten generell tolerieren. Und ja, damit ist auch keine Kritik mehr möglich, weil in dem Moment wo ich aber sage, ich hätte gerne etwas anderes. Sagen wir bspw. was anderes als Mass Effects beschissenes Drei-Farben Ende, geht es ja nicht, weil dann jemand anderes auf sein Freiheitsrecht verzichten muss.
Die einzige praktikable Lösung ist, dass man auf sein Freiheitsrecht verzichtet. Wer, wie, wann, wo hängt dabei in der Luft, das kann niemand von uns definieren aber wenn niemand verzichtet, gibt es im Endeffekt nur Konflikt. Konflikt an sich ist nicht immer grundsätzlich schlecht aber wenn es nur noch Konflikt gibt, können wir uns eine friedliche Gesellschaft wirklich in die Haare schmieren. Es ist letztendlich die Entscheidung zum Verzicht, die alles zusammenhält, Rücksichtnahme, zu akzeptieren den Kürzeren zu ziehen, sich freiwillig hinten anzustellen.
Die Unterscheidung ist für gegenseitige Toleranz völlig irrelevant.
Die Unterscheidung ist wichtig zum Verständnis darüber, was eigentlich kritisiert wird. Diversität und das Label Diversity haben nicht dieselbe Bedeutung, auch wenn das gleiche Wort benutzt wird.
Es gibt einen Pressecodex, dem sich die Medien selbst verpflichten. Der wurde in der Vergangenheit gebrochen und wird auch in Zukinft gebrochen werden. Und doch ist es imo von allen schlechten Optionen die beste, die wir haben. Oder meinst du nicht? Was wäre besser? Ein Ministerium für Wahrheit? Das wird die Vorwürfe einer zentral gesteuerten "Lügenpresse" aus bestimmten Kreisen sicherlich eindämmen...
Ein Wahrheitsministerium ist zwar problematisch aber wenn ich mir ansehe was Axel Springer, RTL, die Videospielfachpresse und andere so produzieren, von irreführenden Nachrichten und Clickbaits bis hin zu zu absolut entwürdigenden Shows in denen Menschen vorgeführt werden, ist der Presserat als solches ja mal voll für den Arsch. Ich hab lange Bildblog, Topf voll Gold, Fernsehkritik.tv verfolgt und der Presserat ist eine absolut nutzlose Institution und wenn auch kein ganzes Ministerium aber eine verschärfte Medienaufsicht wäre definitiv angebracht gewesen in so ein paar der Kernelemente von Medien.