AW: News - Valve Software: Kopierschutz-Diskussion: Valve-Boss Gabe Newell hält nichts von DRM
System am 02.12.2008 17:11 schrieb:
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Die Überschrift zu dem Artikel ist schon falsch.
Gabe Newell hat niemals behauptet, dass er nichts von DRM hält. Das wäre ja auch selten dumm, nachdem Steam mit das ausgeklügelste DRM auf dem Markt ist.
Er hat lediglich behauptet, dass herkömmliches DRM den falschen Ansatz verfolgt, indem der ehrliche Kunde zuviele Nachteile hieraus aufgebürdet bekommt, ohne ersichtliche Vorteile aus seiner Ehrlichkeit ziehen zu können ("to create greater value for customers through service value"). Das wird ja auch im Artikel selbst so geschildert. Also bitte nicht so reißerische und dabei noch falsche Überschriften. Oder habt ihr es so nötig?
Zurück zur Diskussion. Demnach stellt sich also die Frage, ob es vorstellbar ist, den ehrlichen Kunden für die Unannehmlichkeiten, die ihm aus DRM entstehen, ausreichend zu "entschädigen". Und genau das wage ich zu bezweifeln.
Schauen wir uns doch mal die Vorteile von Steam an und stellen diesen dann die Nachteile des Systems gegenüber.
Vorteile:
* Software kann einfach online bestellt und bezahlt werden und steht ziemlich zeitnah (nach dem Download) zur Vefügung
* Die Software ist auf jeden Rechner ohne die Mitnahme von entsprechenden Datenträgern übertragbar und dort dann auch nutzbar
* teilweise Preisvorteil durch die digitale Distribution
* ... Liste kann beliebig erweitert werden, kurz lässt sich sagen:
BEQUEMLICHKEIT
Dagegen entstehen folgende Nachteile
* Keinerlei "Wiederverkaufbarkeit" des Titels möglich
* wird Steam irgendwann einmal abgeschaltet, ist vermutlich Schluss mit einer dauerhaften Weiterverwendbarkeit der "erworbenen" Spiele
*
und der schwerwiegenste Nachteil: das Ganze hilft kein bisschen gegen Raubkopierer, die willens sind, auf die Vorteile von Steam zu verzichten, was bis auf etwaige Einschränkungen hinsichtlich des Multiuser Parts einiger Spiele nicht wirklich weh tut.
Wenn also Steam ungeeignet ist, Raubkopierer wirklich aufzuhalten, die Vorteile auf Bequemlichkeit reduziert werden können und es den Nachteil des Wertverlusts mit "Kauf" gibt: Wo bitte ist da ein Ausgleich der Interessen (Publisher: Schutz des geistigen Eigentums; Kunde: uneingeschränkte Nutzungsrechte gegen Entgelt) zu sehen? Wie kann man so etwas behaupten?
Und wie um Himmels willen kann man da Valve auch noch Beifall klatschen?
Leute, ihr bezahlt (hoffentlich
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) einen Haufen Geld für Software, die euch mittels DRM einen Sack voll Nachteile aufbürdet und bekommt dafür ein bisschen Bequemlichkeit und Services, die man im besten Fall als Selbstverständlichkeit bezeichnen kann (wenn die Publisher nicht so sehr dem Shareholder Value verpflichtet wären).
Ich habe in den letzten 4 Jahren bestimmt 3000-4000 Euro (wahrscheinlich eher mehr, ich will es gar nicht so genau wissen
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) für Spiele ausgegeben und kann mir nicht einmal sicher sein, ob ich diese in weiteren 4 Jahren überhaupt noch alle spielen kann. Und das alles dafür, dass damit Raubkopierern das Leben schwerer gemacht werden soll. Nur Pech, dass sich das bei diesen noch nicht herum gesprochen hat und diese munter weiter machen.
DRM ist ein untaugliches Mittel (wenn es darum geht, Raubkopien zu verhindern), das dem ehrlichen Kunden entschieden mehr Nachteile als Vorteile bringt. Es ist ganz und gar unverhältnismäßig und lässt sich auch in seiner jetzigen Form nicht so hinbiegen, dass sich daran was ändert.
Meiner Ansicht nach geht es auch gar nicht um den Schutz vor Raubkopien, sondern um das Austrocknen des Second Hand Marktes. Nur davon haben wir ja noch viel weniger ....
Wenn das Ganze noch schlimmer wird, werde ich jedenfalls auf jeden Fall auf den "Kauf" weiterer Spiele verzichten. Also entweder mein Hobby aufgeben oder auf die dunkle Seite der Macht wechseln und von dem gesparten Geld lieber eine Weltreise machen ....