AW:
Ich denke nicht das es Aufgabe ist eines KriegsSPIELES, politisch, menschlich oder sonstwie zu Bilden, sondern Schlichtweg zu Unterhalten. Wenn ein Kriegsspiel Bildung übernimmt oder übernehmen soll, ist wohl was schief gelaufen, weil dann können Spiele durchaus menschliches Verhalten in der realen Welt beinflussen.
Ich denke nicht dass dann was schiefgelaufen ist. Dann stellen sich einige Spiele endlich neben Bücher und Filmen. Dann kann man sie vielleicht endlich als Kunst anerkennen. Muss ja nicht Aufgabe
jedes Spiels sein, aber ein paar könnten sich imo durchaus dazu berufen fühlen. Eben wie bei Filmen, wo es Bay oder Boll gibt und auf der anderen Seite Kubrick, Haneke oder Almodovar.
Ich stimme dir Grundsätzlich zu, nur muss man meiner Meinung nach, genau wie du sagst, klar differenzieren.
Ich spring mal auf den Zug der Affinität Film <> Spiel auf.
Filme wie Schindlers Liste, Platoon, Band of Brothers oder Gandhi, spiegeln die Realität wieder, zeigen Helden des Völkerrechts der ersten Stunde und stellen den Krieg und Gewalt auch als letzten Ausweg an den Pranger, bzw. in Frage.
Auf der anderen Seite haben wir Filme wie Rambo, Die Brücke von Arnheim, uvm., die kurzerhand seichte Unterhaltung sind, bestenfalls eine phantasievolle Darstellung dessen was Krieg bedeutet und das Rambo wohl eher nicht nach dem Army Handbuch vorgeht oder sich an die Genfer Konvention hält ist jedem klar.
Das erkennt wohl auch jeder sonst ist er nicht alt genug dafür oder schlichtweg zu dumm.
Aber inwiefern soll man das in Kriegsspielen umsetzen.
Kriegsspiel als Erziehungsmittel würde einfach keinen "Spaß" mehr machen.
Wenn der Spieler nach einem Körpertreffer 5 Minuten dort liegt und ausblutet, statt sich nach 3, 4 Treffern magisch zu erholen?.. sicher, würde bilden und zeigen das es im Krieg keine Helden gibt.. aber ob das Spiel noch wer kauft?
Wenn der Spieler versehentlich mal wieder mit dem Raketenwerfer in ein Haus schießt, weil das Mausrad Waffenwechseln ist und nicht Zoomen und er eilig feuert und im Haus Zivilisten waren.. was dann?
Kriegsgericht? Standrechtliche Erschiessung? Mission neu starten? Im Gefängniss für Stunden (wie bei Ultima Online bei PK)? Oder ein Warnhinweiß wie auf Zigarettenpackungen "Das Töten von Zivilisten verstößt gegen Gültiges Völkerrecht und kann im echten Leben Konsequenzen nach sich ziehen" Wer würde das Spiel noch spielen?
Deshalb denke ich Kriegsspiele sollten einfach als stumpfe Unterhaltung angesehen werden und nicht zum Instrumentarium der Erziehung werden, das ist die Aufgabe anderer Medien und Mittel. Eltern, Schule, eigener Verstand, ein gutes Buch oder ein Film, aber am Ende steht immer der eigene Verstand, wie das aufgenommene verwertet und bewertet wird.
Also kann man nicht ein Kriegsspiel direkt beschuldigen Völkerrechtliche Krüppel zu erziehen, sondern muss eine Instanz davor, bzw. danach Ansetzen und lehren wie das Erlebnis des Spiels zu bewerten ist.
Auch ist die Frage, die wohl nach der jüngsten Diskussion keiner mehr ins richtige Licht rücken kann, vielleicht war die Flughafenmission in COD:MW2 genauso gedacht. Ein Erziehungsmittel um den Spieler ein Gefühl zu geben wie Falsch es ist Zivilisten als Ziele zu missbrauchen.
Wenn es ein Erziehungsmittel ist, war das ganze wohl ein Griff ins Klo, wenn es keines war vollkommen deplaziert und geschmackslos - in jedem Fall ein Schuss ins Knie.
Was wars nochmal... BIA mit der Slowmo Killcam? Wenn du Stundenlang siehst wie Projektile und Granaten Gliedmassen abfetzen und Schädelhälften fliegen, wird einem durchaus bewusst das Krieg wenig mit Helden oder Spaß zu tun hat. Möglich das es wieder als Bildungsmittel eingesetzt wurde um auf den Schrecken des Krieges aufmerksam zu machen, wie es behauptet wurde. Auch möglich das es nur um den Schockeffekt und Medienhascherei ging. Wiederum - in jedem Fall ein Schuss ins Knie.
Um auf den Punkt zu kommen, COD:MW2 hat nix im Regal neben Tolstois Krieg und Frieden und Kubricks Full Metal Jacket verloren, das gehört neben Rambo und TeenageSummerMovie XVII.
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Wenn Kinder Cowboy und Indianer spielen, hat glaub ich noch kaum wer seinen Sprößlingen erklärt das sie eine Minderheit unterdrücken und die Menschen denen das Land eigentlich gehört töten.
Wenn Kinder Räuber und Gendarm spielen, hat noch immer der Gendarm den Räuber einfach erschossen "Peng!Peng! Du bist tot", ihn niemals ins Bein geschossen und dann seine Rechte verlesen.
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Also Ansätze um die Erziehung zu verbessern gibts noch viel radikalere

Aber das ist individuelle Aufgabe der Erziehungsberechtigten und zu dieser Menge würde ich Kriegsspiele eher nicht zählen.
Nicht Kriegsspiele sollen vom Roten Kreuz, Solferino, humanitären Völkerrecht, Kriegsverbrechen, Holocaust, Folter, Genfer Konvention, Den Haager Ordnung, Amnesty International, Personenminen etc. lehren.
Das ist Aufgabe anderer Instanzen und diese Instanzen haben versagt wenn ein Spieler im Spiel Recht von Unrecht nicht entscheiden kann, aber im Spiel ist es eine Phantasiewelt und der Spieler soll entscheiden können. Wenn er einen Zivilisten erschiessen will, soll er das tun, diese Spiele sind ab 18, also sollte der Spieler sich bewusst sein, das er unrecht handelt und klar zwischen Spiel und Realität differenzieren können - es wird dann wohl genug sein, das sich der Spieler dessen bewusst ist und real und fiktiv unterscheiden kann, man muß ihn nicht bestrafen oder erziehen und somit das Erlebnis Spiel zerstören.
Und genau in diesem Punkt liegt auch der Knackpunkt der ganzen "Killerspiele"-Diskussion. Ob nicht viele Spieler zu dumm sind solche Spiele zu spielen und das sich dann diejenigen die "intelligent" genug sind auf den Schlips getreten fühlen als Mörder hingestellt zu werden.
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circulus vitiosus