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Gast
Theoretisch stimme ich dir absolut zu, praktisch hat sich mein Blickwinkel in den letzten Wochen aber erheblich verändert. Theoretisch mag ein Kopier- oder Aktivierungssystem eine gute Sache sein, praktisch fühle ich mich von solchen Diktaten mittlerweile schlicht verarscht. Ich spreche hier auch nicht die übergeordnete Distanz an, also den ganzen Kundenmarkt, sondern veranschauliche eher nur meinen privaten Sichtwinkel, der mittlerweile lautet: Veraraschen kann ich mich auch alleine, und das macht sogar mehr Spaß, weil ich mich dabei anmalen, und eine Sternenflottenuniform tragen kann! Ich habe seit 1998 treu für den PC-Software gekauft. In den ersten Jahren sogar teilweise bis zu 4 Spiele im Monat. Doch nach und nach hat sich dann der Unmut eingestellt. Ich habe Geld für fehlerhafte oder inhaltlich schwache Titel gezahlt. Ich habe Geld für Produkte gezahlt, die kaum vom Hersteller oder Publisher unterstützt wurden. Ich habe regelmäßig in Hardware investiert, damit ich den Anforderungen gerecht wurde. Ich habe den propagandistischen Medien vertraut (damals war das Internet ja noch nicht wirklich eine Informationsquelle...), die Bugs oder langweilige Plots gerne verschwiegen haben. Ich habe Geld für elektronische Unterhaltung gezahlt, die zum Teil mit einem Haltbarkeitsdatum versehen war (ältere 3D-Titel aus der Zeit von DX6 bekomme ich kategorisch nur schwer zum Laufen), und ich habe sogar Steam freudig unterstützt. Was habe ich von dieser dämlichen Einstellung heute? Regale voller Softwaremüll (während alle Konsolenspiele noch immer ausführbar sind...), die man nur noch mit spezieller Software starten, oder über emulierte Betriebssysteme / gänzlich optimierte Partitionen mit Retro-Faktor (Windows 95 / 9Spassbremse am 08.05.2008 12:15 schrieb:SoSchautsAus am 08.05.2008 11:52 schrieb:Viel Text.
Ich akzeptiere natürlich Deine Meinung, aber ich verstehe dennoch nicht, *was* konkret Dich an solchen Kopierschutzmaßnahmen stört, wenn sie SO funktionieren, dass der zahlende Kunde im Normalfall nicht durch sie belästigt wird?
Mir persönlich sind alle SecuROMs, StarForces, etc. schnurzpiepegal, solange ich durch sie kein Problem habe. Und solange der Hersteller dies gewährleistet, kann ich prinzipiell gut damit leben.
Eine Einschränkung meiner persönlicher Freiheit, wie es manche hier beschwören, kann ich jedoch beim besten Willen nirgends erkennen...
Im Übrigen glaube ich auch nicht, dass ein Kopierschutz wirklich Wirkung zeigt und Softwarepiraten wirklich davon abhält, das Teil zu knacken.
Wenn die Hersteller aber meinen, sie müssen ihre Software zumindest ein bisschen durch solche Maßnahmen schützen, dann sollen sie das von mir aus gerne tun - solange ich dadurch als Kunde keine Einbußen hinnehmen muss.
ausführen kann. Ich habe einen Steam-Account im Wert von 80 Euro (Kaufpreise der Titel zum damaligen Release), auf den ich nicht zugreifen kann. Lustige Antwort vom Kundendienst: „Überprüfen Sie Ihre Firewalleinstellungen gemäß den Hilfestellungen auf unserer Seite“. Ach. Nein. Danke. Ich habe zwar (in gutem Englisch) aufgeführt, dass ich alle Ratschläge befolgt habe, doch scheinbar war die bearbeitende Fachkraft des Supports unfähig, meine Glyphen zu deuten.Ich frage mich mittlerweile: Wie scheiße blöd war ich eigentlich? Geld für Shit ausgegeben. Mit mehreren Tausend Mark eine Sammlung voller Bullshit mühsam aufgekauft (90% davon bekommt man nur für maximal 5 Euro los...), die zu großen Teilen nicht einmal mehr nutzbar ist. Von Freunden wurde ich immer dafür ausgelacht, dass ich so naiv und hohl war, und tatsächlich Geld für technischen, inhaltlichen, gesicherten oder spielerischen Sondermüll der Marke „Söldner“, „HL2 (+Steam)“ oder „Quake 4“ gezahlt habe.
Ich habe als Kunde genug erduldet, und ziehe hier konsequent den Schlussstrich: Mir kommt NICHTS mehr von Valve ins Haus. Mir kommt KEIN Spiel mehr mit Sicherungsmechanismus ins Regal und ich werde nicht einmal mit 10 Euro das finanziell unterstützen, was sich so langsam in der Branche aufbaut. Fein, dann gibt es eben Raukopierer. Aber warum soll ich als ehrlicher Idiot darunter leiden? Beim nächsten Mal nehme ich lieber die perfekt gecrackte 1:1 Retails-Iso vom Kollegen an, statt mich wie eine kleine Prinzessin aufzuführen, und meine hohen moralischen Werte der Marke „Raubkopien sind böse, die machen den Markt kaputt, Adolf Hitler hat sie im Führerbunker erfunden, die SIND BÖSE!“ zu verbreiten.
Wie gesagt: Theoretisch stimme ich zu, praktisch sage ich: Publisher, Ihr könnt mir mal so intensiv mit euren Zungen meine haarigen Achseln lecken, bis ihr den Geschmack von Kräutersalat rausschmecken könnt. Jetzt wird eine knallharte Linie gefahren. Aktivierungsdreck und andere Gängelungen (vor etwa einem Monat war ich noch der Steam-Fan Nr.1) dulde ich nicht mehr. Dank mehreren Plattformen komme ich trotzdem legal und ohne Aktivierungsgedöns an meine Titel.
Raubkopierer lachen sich schlapp, sehen das Umgehen von Maßnahmen sogar als sportliche Herausforderung, haben bei vielen Titeln zum Launch perfekt gecrackte Kopien die sich sehr „kundenfreundlich“ ausführen lassen, und der ehrliche Kunde wird sprichwörtlich gef*ckt. Herrlich.
Regards, eX!

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