• Aktualisierte Forenregeln

    Eine kleine Änderung hat es im Bereich Forenregeln unter Abschnitt 2 gegeben, wo wir nun explizit darauf verweisen, dass Forenkommentare in unserer Heftrubrik Leserbriefe landen können.

    Forenregeln


    Vielen Dank
  • Kritk / Fragen / Anregungen zu Artikeln

    Wenn ihr Kritik, Fragen oder Anregungen zu unseren Artikeln habt, dann könnt ihr diese nun in das entsprechende Forum packen. Vor allem Fehler in Artikeln gehören da rein, damit sie dort besser gesehen und bearbeitet werden können.

    Bitte beachtet dort den Eingangspost, der vorgibt, wie der Thread zu benutzen ist: Danke!

WoW: Transgender-NPC kommt, spaltet die Community

Das Eine hat mit dem Anderen absolut überhaupt nichts zu tun. Man regt sich nicht per se gegen den NPC auf, sondern nur das dieser "in-your-face" präsentiert wird, als wäre es eine neue Art Übermensch...
Mir ist schleierhaft wie du die Darstellung als "in your face" beurteilen kannst wo du doch kein Alphatester bist (sonst stündest du unter NDA und könntest nicht hier darüber schreiben) und Blizzard's eigene Beschreibung konsequent ignorierst. Deine Begründung wirkt auf mich vorgeschoben. Eine Nebelkerze.
 
....Ich bin pro Inklusion - aber genau wie das Oberhaupt jener Spezies bin ich der Meinung, dass vielleicht einiges einem bedeutenden Teil der Gesellschaft zu schnell geht, zu vieles auf ein mal.

Und genau aus diesem Grund müssen diese Menschen an die Alltäglichkeit einer sich ständig verändernden Normalität herangeführt werden. Ein Transgender-Char in einem Spiel tut niemandem weh und wenn der Charakter gut gestaltet ist, werden jene ziemlich schnell feststellen, dass alle Menschen eben doch gleich sind ... unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung.
Um aber mal einen anderen Blickwinkel auf Deine Sicht heranzuziehen - ich arbeite seit 20 Jahren mit Menschen, die eine körperliche, seelische und geistige Behinderung haben. Das ist seit Jahrhunderten normal und trotzdem sind heute noch immer die meisten Wohnheime am Stadtrand, ich erlebe nach wie vor auf Ausflügen herablassende und beleidigende Reaktionen diesen Menschen gegenüber und es gibt noch immer Menschen, die den von mir Betreuten ihre Lebensberechtigung absprechen. Was auch daran liegt, dass diese Menschen kaum eine Lobby haben und wenig wahrgenommen werden. Als ich in dem Bereich anfing, hatte auch ich Berührungsängste und musste mich meinen völlig unbegründeten Vorurteilen stellen, nur um festzustellen, was für wunderbare Menschen das sind und sie genauso Arschlöcher sein können, wie gesunde Menschen.
Man muss Menschen mit "dem Fremden" konfrontieren, damit sie ihre Ängste und Vorurteile abbauen können. Ist eigentlich auch ganz einfach, da die Mehrheit der Menschen den anderen kein Leid zufügen möchten. Offenheit bringt Gesellschaften voran, sich im Alten zu suhlen und rückwärts gerichtet zu denken hat noch nie etwas gebracht.
 
Und genau aus diesem Grund müssen diese Menschen an die Alltäglichkeit einer sich ständig verändernden Normalität herangeführt werden. Ein Transgender-Char in einem Spiel tut niemandem weh und wenn der Charakter gut gestaltet ist, werden jene ziemlich schnell feststellen, dass alle Menschen eben doch gleich sind ... unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung.
Um aber mal einen anderen Blickwinkel auf Deine Sicht heranzuziehen - ich arbeite seit 20 Jahren mit Menschen, die eine körperliche, seelische und geistige Behinderung haben. Das ist seit Jahrhunderten normal und trotzdem sind heute noch immer die meisten Wohnheime am Stadtrand, ich erlebe nach wie vor auf Ausflügen herablassende und beleidigende Reaktionen diesen Menschen gegenüber und es gibt noch immer Menschen, die den von mir Betreuten ihre Lebensberechtigung absprechen. Was auch daran liegt, dass diese Menschen kaum eine Lobby haben und wenig wahrgenommen werden. Als ich in dem Bereich anfing, hatte auch ich Berührungsängste und musste mich meinen völlig unbegründeten Vorurteilen stellen, nur um festzustellen, was für wunderbare Menschen das sind und sie genauso Arschlöcher sein können, wie gesunde Menschen.
Man muss Menschen mit "dem Fremden" konfrontieren, damit sie ihre Ängste und Vorurteile abbauen können. Ist eigentlich auch ganz einfach, da die Mehrheit der Menschen den anderen kein Leid zufügen möchten. Offenheit bringt Gesellschaften voran, sich im Alten zu suhlen und rückwärts gerichtet zu denken hat noch nie etwas gebracht.

Wir sind uns wohl über das Ziel einig, aber werden es wohl nicht über das wie wir denn nun zu dem Ziel gelangen. Extrem ausgedrückt: Wenn wir die ideale Inklusion dadurch erreichen wollen, indem wir all jene die sich dagegen sträuben (aus welchen Gründen auch immer) ausschliessen, führen wir das Vorhaben ad absurdum. Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass eine ideale Inklusion unerreichbar ist, weil am Schluss immer irgendwer übrig bleibt, der nicht in die ideale Gemeinschaft passt oder passen will. Vielleicht lässt sich das Toleranz-Paradoxon schlicht und ergriffen nicht vermeiden. Vielleicht gibt es eine optimale Inklusion, die leider nie deckungsgleich mit einer idealen Inklusion sein wird.

Aber eben, selbst wenn wir uns mit einer optimalen Inklusion zufrieden geben, ist für mich nach wie vor nicht geklärt, wie diese am besten erreicht werden kann. Oder sogar, wie diese schlussendlich aussehen soll - und wer am Schluss tatsächlich aussen vor steht...
 
Wenn wir die ideale Inklusion dadurch erreichen wollen, indem wir all jene die sich dagegen sträuben (aus welchen Gründen auch immer) ausschliessen, führen wir das Vorhaben ad absurdum.

Da stellt sich aber schon die Frage, ob das wirklich Exklusion ist wenn sich ein Teil der Community bewusst und absichtlich abwendet. Nach meinem Verständnis ist Exklusion etwas das jemandem angetan wird, nicht etwas das man sich selbst antut.

Aber selbst wenn wir das mal außen vor lassen bleibt die Frage: wie sähe denn ein Kompromiss aus, der diese "Exklusion" verhindern würde. Jetzt mal ganz speziell am Beispiel dieses Charakters in WoW. Was müsste Blizzard ändern um die Sache für alle Seiten akzeptabel zu machen? Und wenn die Antwort jetzt lautet: den Charakter weg lassen weil es dafür noch zu früh ist, dann lautet die Anschlussfrage: wann wird es nciht zu früh sein? Woran erkennen wir diesen Moment. Können wir ihn erreichen wenn wir immer nur nichts tun und warten? Was wären geeignete Mittel um an diesen Punkt zu kommen?

(falls da jetzt gerade ein Mitlesender ein dejá vu hat: jup, ich hatte exakt die selben Fragen schon ein mal gestellt und keine Antwort darauf erhalten)
 
Ja, weil Fragile Männchen sonst noch mehr rumheulen ...
Abgesehen davon können wir uns gerne noch andere Bevölkerungsgrößen von Städten, Völkern, Armeen etc. anschauen und Fragen: Hm, ist dass eine Realistische Größe wie das dargestellt wird in WoW?
Dazu kommt das zum einen WoW für 2 Sachen nicht bekannt ist, 1. Ausgefeilte Dialogbäume der NPCs und 2. ein Ausgefeiltes, abwechslungsreiches Charakterdesignsystem
Vorallem wenn man bedenkt wie lange Menschen brauchen sich zu Outen, wäre es sogar möglich dass der NPC der einzige von den ... vielleicht 50 NPCs der Rasse überhaupt Trans ist UND der darüber redet, während die 2 anderen Trans NPCs nicht darüber reden. möglicherweise wegen anderen Intolleranten NPCs der Rasse
Wir können auch gerne das Fass aufmachen wie viele der ganzen NPCs LGBQ+ wäre, aber es nicht zu tragen kommt weil das nicht Teil dessen ist weswegen die man anspricht weil es nicht von belang ist dass der Käsehändler Bi ist

Also Weiterhin die Frage: Wenn man nicht Intollerant ist und diese hinter ausflüchten versteckt, Wo ist das Problem?
Und wenn man sich nicht noch weiter ein Loch graben will ist die Antwort: garkeines
Und weiterhin "Passt nicht" zu spammen zeugt von einem sehr sehr beschränkten Horizont auf SO vielen bereichen, vorallem angefangen mit Fantasy Literatur

tja und da sind wir wieder dabei das es dann unglaubwürdig ist wenn sich alles Aspiranten in irgendwas verwandeln können warum ist er dann der einzige der sich verwandelt hat und in den alpha videos sieht man an ja auch keine Aspiranten die einfach mal ihre Form ändern oder sich in ein Tier verwandeln. Es einfach nur bescheuert wie man das ins Spiel reinknallt da gibt es loretechnisch bedeutend bessere Wege
 
Da stellt sich aber schon die Frage, ob das wirklich Exklusion ist wenn sich ein Teil der Community bewusst und absichtlich abwendet. Nach meinem Verständnis ist Exklusion etwas das jemandem angetan wird, nicht etwas das man sich selbst antut.

Wie das empfunden wird, kann aber übereinstimmend sein. Nicht nur das: Wenn ein Mensch beispielsweise aufgrund seiner religiösen Erziehung und konservativen Umfeldes dazu erzogen wurde, dass das Geschlecht eine bei der Geburt vorgegebene, unabänderliche Eigenschaft ist, könnte man durchaus argumentieren, dass er oder sie diese Konditionierung aus eigenen Stücken gar nicht so einfach los wird...

Aber selbst wenn wir das mal außen vor lassen bleibt die Frage: wie sähe denn ein Kompromiss aus, der diese "Exklusion" verhindern würde. Jetzt mal ganz speziell am Beispiel dieses Charakters in WoW. Was müsste Blizzard ändern um die Sache für alle Seiten akzeptabel zu machen? Und wenn die Antwort jetzt lautet: den Charakter weg lassen weil es dafür noch zu früh ist, dann lautet die Anschlussfrage: wann wird es nciht zu früh sein? Woran erkennen wir diesen Moment. Können wir ihn erreichen wenn wir immer nur nichts tun und warten? Was wären geeignete Mittel um an diesen Punkt zu kommen?

Bildung. Umgang mit Andersdenkenden ab dem frühesten Schulalter - inklusive dem Umgang im entpersonalisierten Netz. Das so mal einige Vorschläge, wie einige Probleme an der Wurzel angepackt werden könnten. Wenn eben die notwendige Sozialkompetenz nicht von Haus aus kommt, muss vielleicht der Staat etwas nachhelfen.

Und zu Deinem konkreten Beispiel habe ich jetzt schon oft genug geantwortet, aber offenbar befriedigt Dich die Antwort nicht - oder aber Du willst die Diskussion wieder in die Entweder-Oder-Schiene verlagern, weil dort halt die mutmasslich einfacheren Antworten liegen. Wie dem auch sei: Blizzard soll gefälligst diesen Story-Teil, bei dem man nach dem Tode das Geschlecht wechseln kann, inklusive dem NPC der dann sein oder ihr Geschlecht wechselt einfach unkommentiert drin lassen. Die Story spricht für sich. Die Story wirkt für sich. Es braucht keinen zusätzlichen Kommentar dazu. Und die PC Games kann auch ruhig mal ein bis zwei Flamewars auslassen, statt selbige aufgrund der bereits vorhandenen lokalen Fronten auszuschlachten.
Und natürlich bleibt die mutmassliche Wirkung solcher Massnahmen weiterhin spekulativ, aber was soll's? Ist ja nicht gesagt, dass man sich immer und überall einig wird: Manchmal reicht es ja schon, wenn man den Standpunkt des Gegenübers zur Kenntnis genommen hat und sich selbständig einige Gedanken dazu macht, wie jemand zu einem solchen Standpunkt gelangen kann...

(falls da jetzt gerade ein Mitlesender ein dejá vu hat: jup, ich hatte exakt die selben Fragen schon ein mal gestellt und keine Antwort darauf erhalten)

Naja, weil die Ecke die Du da für mich ausgesucht hast ein Teil des Problems ist...
 
Wie das empfunden wird, kann aber übereinstimmend sein. Nicht nur das: Wenn ein Mensch beispielsweise aufgrund seiner religiösen Erziehung und konservativen Umfeldes dazu erzogen wurde, dass das Geschlecht eine bei der Geburt vorgegebene, unabänderliche Eigenschaft ist, könnte man durchaus argumentieren, dass er oder sie diese Konditionierung aus eigenen Stücken gar nicht so einfach los wird...

Bildung. Umgang mit Andersdenkenden ab dem frühesten Schulalter - inklusive dem Umgang im entpersonalisierten Netz. Das so mal einige Vorschläge, wie einige Probleme an der Wurzel angepackt werden könnten. Wenn eben die notwendige Sozialkompetenz nicht von Haus aus kommt, muss vielleicht der Staat etwas nachhelfen.
Ich fasse das mal zusammen weil beides auf den selben Punkt zu läuft: der Weg um den Punkt zu erreichen, an den wir kommen wollen, ist Menschen mit Themen zu konfrontieren. Die Auseinandersetzung zu erzwingen.
Es stellt sich dann allerdings die Frage, warum die Kunst an er Stelle abwarten soll bis Schule und/oder Staat die Vorarbeit geleistet haben. Nicht nur kann Kunst dazu einen Beitrag leisten, oft muss sie es sogar, denn Staat und Bildungspläne ändern sich ja erst dann, wenn sich der gesellschaftliche Konsens ändert. Nicht umgekehrt.

Und zu Deinem konkreten Beispiel habe ich jetzt schon oft genug geantwortet, aber offenbar befriedigt Dich die Antwort nicht - oder aber Du willst die Diskussion wieder in die Entweder-Oder-Schiene verlagern, weil dort halt die mutmasslich einfacheren Antworten liegen. Wie dem auch sei: Blizzard soll gefälligst diesen Story-Teil, bei dem man nach dem Tode das Geschlecht wechseln kann, inklusive dem NPC der dann sein oder ihr Geschlecht wechselt einfach unkommentiert drin lassen.
Oh, ich dachte wir waren uns darüber einig, dass diese Erwiederung unbefriedigend ist weil es so viele Spekulationen gibt. Wir können ja nicht mal mit Sicherheit sagen, ob Blizzard's Schweigen nicht über kurz oder lang exakt den selben ablehnenden Effekt gehabt hätte, weil der Kern des Problems gar nicht Blizzards Statement sondern die Existenz des Charakters ist...
Blizzard glaubt das offensichtlich, sonst hätten sie sich nicht zu einer Stellungnahme genötigt gefühlt.
Und ich tendiere dem zuzustimmen.

Das zeigen ausreichend andere Beispiele. Wir erleben ja sogar dann Shitstürme wenn ein unliebsamer Kontext nur vermutet wird, selbst wenn er gar nicht vorhanden ist. Ich erinnere mich an das Spiel "Her Story" in dem man sich Polizei-Verhörvideos einer potentiellen Mördering anguckt um herauszufinden ob die Frau den Mord begangen hat. Allein auf Basis des Titels "Her Story" hat ein Teil der Community über angebliche ANita Sarkeesian-Anbiederung getobt. Also sorry, aber unterm Strich halte ich Schweigen für unerheblich.
 
Ich fasse das mal zusammen weil beides auf den selben Punkt zu läuft: der Weg um den Punkt zu erreichen, an den wir kommen wollen, ist Menschen mit Themen zu konfrontieren. Die Auseinandersetzung zu erzwingen.

Aber gehen wir in dem Punkt einig, dass eine NICHT erzwungene Auseinandersetzung aufgrund der mangelnden Abwehrhaltung die besseren Chancen hat, Früchte zu tragen?

Es stellt sich dann allerdings die Frage, warum die Kunst an er Stelle abwarten soll bis Schule und/oder Staat die Vorarbeit geleistet haben. Nicht nur kann Kunst dazu einen Beitrag leisten, oft muss sie es sogar, denn Staat und Bildungspläne ändern sich ja erst dann, wenn sich der gesellschaftliche Konsens ändert. Nicht umgekehrt.

Vielleicht ist dann (wenn der Staat vorgewirkt hat) der Boden fruchtbarer, auf den der Samen fällt. Und: (Gute) Kunst entfaltet ihre Wirkung am besten dann, wenn sie nicht erklärt werden muss (das ist jetzt einfach mal meine Meinung).

Oh, ich dachte wir waren uns darüber einig, dass diese Erwiederung unbefriedigend ist weil es so viele Spekulationen gibt.

Äh, nein. Du empfindest sie als unbefriedigend. Ich behaupte, dass in diesem spezifischen Fall eine befriedigendere Antwort gar nicht möglich ist, weil das Was-wäre-wenn nicht aufgelöst werden kann.

Wir können ja nicht mal mit Sicherheit sagen, ob Blizzard's Schweigen nicht über kurz oder lang exakt den selben ablehnenden Effekt gehabt hätte.

Vermutlich hätte es das. Früher oder später wären die Spieler ja sowieso mit dem Story-Teil konfrontiert worden. Darum stellt sich die Frage, welchen Nutzen es denn haben soll, diesen Story-Teil (aka Metapher für Transsexualität) jetzt schon zu benennen - oder überhaupt durch die Macher benennen zu lassen.

Blizzard glaubt das offensichtlich, sonst hätten sie sich nicht zu einer Stellungnahme genötigt gefühlt.

Ich mache Blizzard keinen Vorwurf, denn der Adressat war ja eigentlich ein anderer, nämlich Trans-Menschen als solche, welche selbst ja uneinig darüber sind, wie denn nun die "korrekte" Anrede zu lauten hat.

Und ich tendiere dem zuzustimmen. Das zeigen ausreichend andere Beispiele. Wir erleben ja sogar dann Shitstürme wenn ein unliebsamer Kontext nur vermutet wird, selbst wenn er gar nicht vorhanden ist. Ich erinnere mich an das Spiel "Her Story" in dem man sich Polizei-Verhörvideos einer potentiellen Mördering anguckt um herauszufinden ob die Frau den Mord begangen hat. Allein auf Basis des Titels "Her Story" hat ein Teil der Community über angebliche ANita Sarkeesian-Anbiederung getobt. Also sorry, aber unterm Strich halte ich Schweigen für unerheblich.

Ich eben nicht, weil es nichts anderes ist als noch mehr Öl ins längst brennende Feuer giessen ist. Man entschärft damit nichts. Man nimmt der Kunst die Wirkung, sich selbständig zu entfalten. Man treibt den Keil noch tiefer zwischen die Fronten, weil Klicks und in Aller Munde sein selbst dann der Vorzug gegenüber Schweigen gegeben wird, wenn sich alle nur noch fetzen...
 
Aber gehen wir in dem Punkt einig, dass eine NICHT erzwungene Auseinandersetzung aufgrund der mangelnden Abwehrhaltung die besseren Chancen hat, Früchte zu tragen?
Aber das Problem ist doch, dass die Auseinandersetzung aus Sicht der Betroffenen grundsätzlich immer erzwungen ist. Genau das geht doch immer wieder deutlich aus den Argumenten hervor.

Vielleicht ist dann (wenn der Staat vorgewirkt hat) der Boden fruchtbarer, auf den der Samen fällt.
Das wäre sicherlich der Fall, wenn denn der Staat die Vorarbeit leisten würde. Aber seien wir doch mal ehrlich: Der Staat war noch nie bei irgendeiner gesellschaftlichen Progression die Avant Garde. Das war immer die Zivilgesellschaft - und die Kunst ist dafür ihr Werkzeug.

Und: (Gute) Kunst entfaltet ihre Wirkung am besten dann, wenn sie nicht erklärt werden muss (das ist jetzt einfach mal meine Meinung).
Da stimme ich dir grundsätzlich zu, aber in diesem speziellen Fall war halt Blizzard in der blöden Position, dass das Endprodukt noch nicht erllebbar ist - aber dennoch dei Gefahr besteht, dass die Inhalte durch Dataminer gefunden werden und dann ohne den eigentlich beabsichtigten Kontext öffentlich diskutiert werden. Genau die Situation die du beschreibst kann sich in so einem Fall nicht mehr einstellen - und dem haben sie versucht entgegen zu wirken indem sie wenigstens den Kontext in Schriftform schon mal vorab liefern.
 
Aber das Problem ist doch, dass die Auseinandersetzung aus Sicht der Betroffenen grundsätzlich immer erzwungen ist. Genau das geht doch immer wieder deutlich aus den Argumenten hervor.

Wenn man geschickt genug vorgeht, ist aber dieser Zwang nicht ersichtlich. Als Beispiel die Serie "Warrior Nun". Es wird gut unterhalten und so ganz nebenbei female empowerment betrieben - ich konnte bis anhin keinen entsprechenden Shitstorm ausmachen - aber da ich ja jetzt diesen "aktuellen Zankapfel" benenne, löse ich ja möglicherweise genau diesen aus...

Das wäre sicherlich der Fall, wenn denn der Staat die Vorarbeit leisten würde. Aber seien wir doch mal ehrlich: Der Staat war noch nie bei irgendeiner gesellschaftlichen Progression die Avant Garde. Das war immer die Zivilgesellschaft - und die Kunst ist dafür ihr Werkzeug.

Aber auf den Staat können wir als Gesellschaft weitaus direkteren Einfluss ausüben als auf Kunst. Ich sage ja auch nicht, man soll in der Kunst darauf verzichten. Aber was ich nun seit gefühlt tausend Postings wiederhole ist: Die höchste Kunstform ist jene, die sich selbst erklärt (und nicht noch beispielsweise den Hinweis "TRANSGENDER INSIDE" mitträgt).

Da stimme ich dir grundsätzlich zu, aber in diesem speziellen Fall war halt Blizzard in der blöden Position, dass das Endprodukt noch nicht erllebbar ist - aber dennoch dei Gefahr besteht, dass die Inhalte durch Dataminer gefunden werden und dann ohne den eigentlich beabsichtigten Kontext öffentlich diskutiert werden. Genau die Situation die du beschreibst kann sich in so einem Fall nicht mehr einstellen - und dem haben sie versucht entgegen zu wirken indem sie wenigstens den Kontext in Schriftform schon mal vorab liefern.

Ich wage zu bezweifeln, dass Dataminer hingegangen wären und die Daten unterschiedlicher Releases auf Unterschiede hin abgepflügt hätten, aber da mag ich mich auch irren. Das Ergebnis (der Kontextierung) scheint aber derselbe zu sein, wie er wohl ohne Kontext gewesen wäre: Der "Zankapfel" Transgender fällt als Begriff und schon geht der Zirkus los...
 
Ich kann Frullo da nur vollends zustimmen, in dem Fall wäre einbauen und Klappe halten ohne darauf zu zeigen die deutlich bessere Wahl gewesen.
Sicherlich hätte es "wenn da jemand darüber gestolpert wäre" einen Aufschrei der "alles außer Hetero ist unnatürlich" Fraktion gegeben, aber den gibt es eh immer !

Dezent a la "steter Tropfen höhlt den Stein" wird das viel besser angenommen.

So, als "guckt mal was wir hier haben" (nur etwas anders verpackt) haben sie eben auch all die Leute gegen sich denen das "too much" ist das damit "in your face" artig hausiert wird.
Das ich das gar nicht mag, habe ich sicher schon häufig genug geschrieben.

Nachdem was Blizzard ohnehin alles in letzter Zeit getrieben hat, möchte ich Ihnen ohnehin volle Absicht diesbezüglich unterstellen, es passt einfach zu gut um Aufmerksamkeit zu generieren und sich nebenbei in die Opferrolle zu begeben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wenn man geschickt genug vorgeht, ist aber dieser Zwang nicht ersichtlich. Als Beispiel die Serie "Warrior Nun". Es wird gut unterhalten und so ganz nebenbei female empowerment betrieben - ich konnte bis anhin keinen entsprechenden Shitstorm ausmachen - aber da ich ja jetzt diesen "aktuellen Zankapfel" benenne, löse ich ja möglicherweise genau diesen aus...
Oh, da habe ich ein Gegenbeispiel: "Her Story". Ein Spiel in dem es darum geht Videos von einem Polizeiverhöhr durchzuschauen und zu ermitteln, ob die Frau um die es geht einen Mord begangen hat. Allein aufgrund des Titels "Her Story" wurde dem Spiel ein feministischer Kontext unterstellt und aus den Löchern krochen die üblichen "keep politics auf out of my game" Höhlentrolle. Diesen Kontext hatte das Spiel nicht mal, aber die bloße Befürchtung führte zu einem Shitstorm. https://www.reddit.com/r/GamerGhazi/comments/3apzlz/whats_with_all_the_backlash_for_the_game_her/

Das führt mich zu der Schlussfolgerung: der Shitstorm lässt sich nur vermeiden, wenn die ablehnende Fraktion davon nichts mitbekommt, dass es entweder einen feministischen oder LGBT Kontext gibt. Dann aber wiederum ist die Wirkung begrenzt, praktisch nur unterbewusst. Diejenigen, die es merken sind meist nicht diejenigen, die man noch überzeugen muss.

Aber auf den Staat können wir als Gesellschaft weitaus direkteren Einfluss ausüben als auf Kunst. Ich sage ja auch nicht, man soll in der Kunst darauf verzichten. Aber was ich nun seit gefühlt tausend Postings wiederhole ist: Die höchste Kunstform ist jene, die sich selbst erklärt (und nicht noch beispielsweise den Hinweis "TRANSGENDER INSIDE" mitträgt).
Klar können wir. Aber "wir" als gesamte Gesellschaft tun das nicht wenn sich unser gesellschaftlicher Konsens nicht vorher ändert. Diejenigen, die eine Änderung wünschen, werden sonst einfach in der Minderheit sein.
Bevor der Staat sich überhaupt ändern kann muss sich zuerst die gesellschaft ändern (und dann entsprechend wählen). Der Staat ist unser Spiegel. Nicht umgekehrt. (jedenfalls in einer Demokratie).

Ich wage zu bezweifeln, dass Dataminer hingegangen wären und die Daten unterschiedlicher Releases auf Unterschiede hin abgepflügt hätten, aber da mag ich mich auch irren. Das Ergebnis (der Kontextierung) scheint aber derselbe zu sein, wie er wohl ohne Kontext gewesen wäre: Der "Zankapfel" Transgender fällt als Begriff und schon geht der Zirkus los...
Das war jedenfalls Blizzard's Begründung für die Veröffentlichung des Statements. Aber im zweiten Teil stimme ich dir zu. Weswegen es unterm Strich vermutlich auch keine Rolle spielt, denn diejenigen die dazu geneigt sind im Internet über as Thema zu heulen beachten in der Regel den Kontext sowieso nicht. Siehe mein Beispiel oben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das führt mich zu der Schlussfolgerung: der Shitstorm lässt sich nur vermeiden, wenn die ablehnende Fraktion davon nichts mitbekommt, dass es entweder einen feministischen oder LGBT Kontext gibt. Dann aber wiederum ist die Wirkung begrenzt, praktisch nur unterbewusst. Diejenigen, die es merken sind meist nicht diejenigen, die man noch überzeugen muss.
"Homeopatische Dosen" sind mit Sicherheit der Weg des kleinsten Widerstandes mit der größten Langzeitwirkung.

Restlos alle überzeugen zu wollen ist eh unmöglich, es wird immer Gegner geben, ggf die besonders religiösen.
Durchsetzen mit der "Brechstange" erzeugt wiederum zu viel Aufmerksamkeit.

Wenn man das besonders sanft macht dauert es länger, ja !
Aber vielleicht zieht man sogar den einen oder anderen Andersdenkenden aus seinem Lager. ;)
 
"Homeopatische Dosen" sind mit Sicherheit der Weg des kleinsten Widerstandes mit der größten Langzeitwirkung.

Restlos alle überzeugen zu wollen ist eh unmöglich, es wird immer Gegner geben, ggf die besonders religiösen.
Durchsetzen mit der "Brechstange" erzeugt wiederum zu viel Aufmerksamkeit.

Wenn man das besonders sanft macht dauert es länger, ja !
Aber vielleicht zieht man sogar den einen oder anderen Andersdenkenden aus seinem Lager. ;)

Das ganze ist halt frustrierend, wenn ein (1) Charakter bereits als "mit der Brechstange durchsetzen" angesehen wird und selbst einem Spiel das überhaupt keinen feministischen Kontext hat ein solcher unterstellt wird weil sein Titel zu sehr danach aussieht. Es gibt einfach einen Punkt wo man einfach mal konstatieren muss, dass man bereits das untere Ende der Kompromissskala erreicht hat und dass all die schönen Sätze wie "es sanft machen" oder "man kann nicht alle überzeugen" nur Euphemismen sind.

Und dieser Punkt ist dann die Stelle an der man sich mal ernsthaft fragen muss: warum eigentlich? Warum langsam und sanft machen? Warum sollen eigentlich ein paar Höhlentrolle mit ihren verletzten Befindlichkeiten einen solchen Einfluss darauf haben, was Hersteller von Medien ganz allgemein (geht ja nicht nur um Spiele) für Themen ansprechen dürfen oder wie sie das tun dürfen?
 
Das Ganze "still und leise" zu machen wäre von Blizzard aus strategischer Sicht sogar dumm gewesen, denn was ist denn nun, wo es offensiv als News veröffentlicht wurde? Die weitaus meisten Leute finden einen Transgender-Charakter mit Sicherheit völlig okay oder sogar gut, oder es ist ihnen egal. Das Spiel ist dank derer, die sich darüber dann öffentlich aufregen (und wem etwas nicht passt, der äußert sich viel schneller und lauter als jemand, dem es egal ist oder sogar gefällt), massiv in den Schlagzeilen, und all das lockt sicher auch neue Spieler an. Selbst viele, die es nicht gut finden, werden deswegen aber nicht das Spiel aufgeben, vor allem da es ja nichts mit dem Gameplay oder Kosten oder so was zu tun hat - was will man aus Publishersicht mehr? Auf die paar Sturböcke, die ggf. aus falsch verstandenen Prinzipien oder weil sie noch in den 30er Jahren leben, nun das Spiel sogar gar nicht mehr spielen, kann Blizzard getrost verzichten, und eine Weile "Shitstorm" macht denen auch nichts aus, die sind so was gewohnt. An sich eine perfekte PR.
 
ein paar Höhlentrolle

Ich hoffe bloss, dass Du Dich da nicht täuschst - durch religiöse Vorbelastung indoktrinierte dürfte es wesentlich mehr geben - und ob die alle in irgendwelchen Foren sichtbar sind, darf bezweifelt werden. Die Frage bleibt legitim: Warum haben Populisten wie Trump, die AfD und andere im rechten Spektrum derart viel Zulauf? Liegt es halt nicht vielleicht doch an diese Entweder-Oder-Mentalität? ...
 
Ich hoffe bloss, dass Du Dich da nicht täuschst - durch religiöse Vorbelastung indoktrinierte dürfte es wesentlich mehr geben - und ob die alle in irgendwelchen Foren sichtbar sind, darf bezweifelt werden. Die Frage bleibt legitim: Warum haben Populisten wie Trump, die AfD und andere im rechten Spektrum derart viel Zulauf? Liegt es halt nicht vielleicht doch an diese Entweder-Oder-Mentalität? ...

Der Grund ist ganz sicher nicht monokausal oder unkomplex und Videospiele werden nur ein klitzekleiner Baustein darin sein.
Imo gibt es drei hauptsächliche Gründe für den Zulauf zu rechten Parteien:
1: ein verklärtes "früher war alles besser" Bild bei gleichzeitig verklärt negativem Bild von gesellschaftlichen Änderungen (das sieht man an Begriffen wie "Ökoterror" oder "Volksaustausch")
2: eine Bereitschaft wahnwitzigsten Verschwörungstheorien zu glauben weil die bequemerweise das eigene Weltbild bestätigen
3: Demagogen, die sich das zu Nutze machen und sogar anschüren
 
Ich hoffe bloss, dass Du Dich da nicht täuschst - durch religiöse Vorbelastung indoktrinierte dürfte es wesentlich mehr geben - und ob die alle in irgendwelchen Foren sichtbar sind, darf bezweifelt werden.
Ganz im Gegenteil, es dürften eher die Wenigsten zudem mild belasteten sein die überhaupt in allgemeine Foren gehen. (Bibel etc. Platformen zählen da nicht !)

Man muß nur mal junge religiöse (nicht Religiös Light) YTer betrachten, das ist ein ganz eigener spezieller Schlag. :rolleyes:
 
Das ganze ist halt frustrierend, wenn ein (1) Charakter bereits als "mit der Brechstange durchsetzen" angesehen wird
Das Problem war das "Herausbrüllen" nicht die Anzahl.
Bei nem Dutzend hätte es den Gleichen Impact gegeben, jede Wette !
 
Zurück