Aber gerade weil es keine Vergleiche im echten Leben gibt, sollte einem die Identifikation doch schwerer fallen.
Du musst doch die Situation nicht 1:1 schon kennen, um dich damit zu "identifizieren"... aber wenn du dir vorstellst: was wäre, wenn wir nicht in 2015 leben würden, sondern 1215, und du wärst halt eine Person, die keinen Beruf und keine Heimat hat und sich nun irgendwie beschäftigen muss. Mit welchem Beruf und "Benehmen" könnte man sich dann identifzieren? Da würden viele dann sagen, dass es "cool" wäre, wenn man als zB Waldläufer unterwegs wäre, um Räuber zu jagen, und identifizieren sich dann mit dem Charakter voll und ganz, auch wenn sie im Jahr 2015 niemals bereit wären, Leute zu töten, außer in Notwehr. Umgekehrt könnte sich so ein Spieler mit einem Soldaten aus einem CoD-Spiel an sich GAR nicht identifizieren in dem Sinne "so wäre ich gerne auch", weil er so was "in Echt" niemals machen wollte, aber trotzdem akzeptiert er den Charakter im Spiel und "identifiziert" sich mit dem Charakter in dem Sinne, dass er unter den gegebenen Voraussetzungen die Dinge gerne tut, die im Spiel zu machen sind.
Und genauso gut kann es sein, dass man ein Spiel hat, bei dem man eine Frau spielt - auch da kann es sein, dass man sich auch als Mann voll mit ihr identifziert, wenn man sich vorstellt, was wäre, wenn man halt eine Frau und in DER Situation wäre. und es kann auch sein, dass man sich nur auf "Spielebene" mit der Frau identifiziert, so wie beim CoD-Beispiel.
Oft nimmt man einen Spielecharakter ja auch wahr wie einen guten Freund/Freundin. Man selber wäre NIEMALS so, aber man wäre stolz auf einen Freund/Freundin, wenn er/sie in der dargestellten Spielewelt genau so wäre., und insofern "identifiziert" man sich dann mit dem Spielecharakter.
Und manchmal spielt man auch jemanden, der wirklich komplett anders ist als man selber, aber man findet es einfach unterhaltsam, mal "so zu sein", genau wie man ja auch bei Filmen oft einen "liebenswerten Schurken" hat
