Das Problem hierbei, welches du gerne ausblendest ist, daß die Alterseinstufung von der USK bestimmt wird. Und die ist ziemlich rigoros was Gewalt und Blut oder gar nur Blutspritzer angeht. Hier wird schon ziemlich genau vorgezeichnet was erlaubt ist und was nicht.
In 99 % aller Länder der Welt sind solche Darstellungen kein Problem. Deswegen müssen sich die Publisher in 99 % aller Länder der Welt keine Gedanken machen ob sie jetzt was rausnehmen oder weglassen, kürzen, zensieren, umfärben die Geschichte umschreiben oder sonst was.
Nur in Deutschland gibt es diese Sonderregelung mit der USK. Überall auf der Welt können die Publisher das Spiel z.B. ab 15 freigeben nur in Deutschland bekommt es eine 18er Einstufung. Da ist es verständlich, daß die Publisher eine spezielle Kinderversion herausbringen die ab 15/16 verkauft werden darf.
Ich respektiere die Entscheidung von Leuten, die eine Kinderversion haben wollen und die bevormundet werden wollen. Es gibt ja verschiedenste Menschen auf der Welt und jeder soll auf seine Weise glücklich werden. Für manche ist das Leben eben tatsächlich ein Ponyhof.
Ich ziehe allerdings die Originalversion vor. Einmal weil ich es gerne im Original spiele ohne Synchro. Und dann will ich auch die Originalatmosphäre des Spiels erleben, wie vom Designteam vorgesehen. Ohne Schnitte, oder daß sich der getroffene Gegner einfach hinsetzt oder andere Kaspereien.
Und dann auch aus Prinzip. Weil ich mich als Erwachsener von einer staatlichen Stelle nicht bevormunden lassen will.
1. ist die usk nicht staatlich
Zumindest halbstaatlich: "Ein Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB), die
federführend für den Jugendschutz sind, wirkt in den Gutachtergremien
der USK mit und erteilt auf dieser Grundlage die Altersfreigaben."
2. wie rigoros die vorgaben der usk sind sieht man ja an spielen wie deadspace
Deadspace erhielt keine Jugendfreigebe in D.
3. dass sich die meisten leute im laden für ein spiel entscheiden ist doch quatsch. die meisten dürften vorher informiert sein und ganz genau wissen, was sie kaufen möchten
Das bezweifle ich. Es sind nicht alle Hardcoregamer, die sich in Spieleforen herumtreiben. Das ist eher ein kleiner Teil der Käufer.
4. ein werbe-verbot schränkt natürlich den verkauf des spiel ein, aber das ist weder das problem der usk noch meins: faktisch kann das spiel so erscheinen und verkauft werden, dagegen kann man einfach nicht argumentieren
Doch man kann dagegen argumentieren. Denn ohne Berichterstattung in den deutschen Medien und ohne jegliche Werbung wird das Spiel nur einer begrenzten Gruppe bekannt. Siehe Punkt 3.
Wenn sich der Publisher schon die Mühe macht zu synchronisieren, sind sie auch auf eine gewisse Stückzahl verkaufter Spiele angewiesen. Und solange es Kunden gibt die geschnittene Spiele kaufen, solange lohnt es sich auch gekürtze Fassungen heauszubringen.
5. nur weil in andern ländern spiele ab 15 freigegeben sind heißt dies noch lange nicht, dass das berechtigt ist (umgekehrt aber genauso).
Das ist eben die Frage: wer entscheidet das und nach welchen Kriterien? Ich halte die USK Einstufungen generell für zu rigoros, weil es weltweit gesehen eine große Ausnahme ist.
6. was dieser schwachsinnige ponyhof spruch soll, entzieht sich meinem verständnis. ich hab im rl schon schlimmeres gesehen als in einem computerspiel, eben weil ich weiß, dass es virtuell ist.
Nur Spaß.
Aber du sagst ja selbst, daß es virtuell ist. Und ich denke ein normaler 15/16 jähriger kann duraus unterscheiden was virtuell und was real ist.
und noch was: leute, es geht hier erst in zweiter linie um kunst. genau wie in den usa filme geschnitten werden, um ne 'bessere' einstufung zu bekommen oder sexuell anstößige sachen (aus sicht der amerikaner) ausgeblendet werden, geschieht dies hier halt gewalt betreffend und darum, mehr geld zu verdienen.
wer ernsthaft in frage stellt, dass manche spiele in händen von kindern nix zu suchen haben und dann noch glaubt, der staat würde das alles nur machen, um seine erwachsenen bürger einzuschränken... sorry, aber dem ist nicht zu helfen. und über ein ganz klein wenig objektivität würde ich mich echt freuen, aber das ist vermutlich zuviel verlangt.
Sicherlich gehoren gewisse Sachen nicht in Kinderhände. Das ist keine Frage. Nur kommt es auf die Methoden an. Ich bin eher dafür, daß der Staat mithilft die Medienkompetenz der Eltern zu steigern.
Verbote, Zensur und Vorschriften halte ich immer für den schlechtesten Weg..