AW:
Interessante Idee.
Die Entwicklungen im Bereich Online gehen ja immer mehr in die Richtung, dass man nur noch einen Monitor mit Tastatur, Maus und Internetanschluss zuhause hat. Kalender, Mailprogramm, Messenger, Office-Programme, Grafikprogramme... all das gibt es bereits online. Man muss sich nichts installieren, und in einigen Fällen rechnet der eigene Computer auch gar nicht mehr viel selbst.
Das Stichwort Cloud-Computing ist hier ja auch schon oft gefallen. Und ich erinnere mich an ein paar Aussagen großer Softwarehersteller, dass die Zukunft der Daten im Internet liegt.
Ich selbst bin nicht unbedingt ein Freund davon, und weigere mich weiterhin einen sehr sehr praktischen Gmail-Account mein Eigen zu nennen. Hätte ich immer und überall zuverlässiges und schnelles Internet, und würde im Vertrag mit Gmail stehen, dass diese mir 10 Millionen Euro Entschädigung zahlen, sollten meine Daten abhanden kommen, dann würde ich es machen.
Leider bin ich nicht die Masse, und die springt momentan gerne auf den scheinbar nicht mehr aufzuhaltenden Zug auf. Kontrolle, Abhängigkeit und Co. sind die Folgen, weniger Kosten beim Endverbraucher und einfachere Zugänglichkeit neuer Technologien für eine breitere Masse sind der Nutzen.
Es wird immer ein Für und ein Wieder geben. Darüber hinaus gibt es aber immer den Fortschritt, und das Verlangen danach scheint dem Menschen mit in die Wiege gelegt zu sein. Jede neue Technologie wurde bei ihrer Einführung verteufelt. Doch es gibt immer eine Generation, die damit heranwachsen, sie als normal empfinden wird und die dann wiederum nach noch mehr Fortschritt strebt. So gesehen ist Kritik an neuen Technologien also nur ein Kontrollmechanismus, eine Stellschraube um den Fortschritt in moderaten Bahnen geschehen zu lassen.
Kann man also nur hoffen, dass wir in einigen Jahrzehnten jedem Menschen den Zugang zu jeder digitalen Technologie ermöglichen können, und dass die Kontrolle darüber nicht verloren geht. Und außerdem: weniger, realer Besitz, kann doch auch befreiend wirken.
Zum Schluss noch eine technische Frage:
Bitmapdaten von 1280x768 Pixeln bringen ca. 3 Megabyte auf die Datenwage. Welche normal erwerbbare Leitung schafft es, 30 oder gar 60 davon pro Sekunde auf die Platte zu bringen? Oder wollt ihr eure Spiele in Zukunft in DivX oder Flash-Video Qualität spielen?
Bis es diese Leitungen geben wird, wird sowas wie OnLive höchstens was für Casual-Gamer ohne große Ansprüche an die Grafik bleiben. Ich kenne ne Menge Casual-Gamer, auch Mädchen, aber die sind alle auch richtig froh, dass ihre PS3 die Sackboys in gestochen scharfer Qualität über den HD-Beamer an die Wand ballert.
So gesehen: Ruhig Blut, und immer schön kritisch bleiben!