AW: Killerspiel-Kritiker-Kritiker Prof. Spassbremse empfiehlt: Pfeiffer ignorieren, stattdessen spielen.
TheChicky am 02.02.2009 17:59 schrieb:
Zapfenbaer am 02.02.2009 17:51 schrieb:
TheChicky am 02.02.2009 17:50 schrieb:
Nun, die Mutter kann wegen der ollen Narkose nicht so schön sehn, wie ihr das ungeborene Kind getötet und abgesaugt wird. Dabei ist das doch das beste, weißt du...
Schon, aber manche entscheiden sich auch bewußt dafür und diese Entscheidungen sollte man respektieren. Meine ich.
Genau. Und das Kind im Bauche würde das bestimmt auch so sehn, könnte es seine Meinung sagen. Es würde sagen "Mammi, passt schon! Kannst mich ruhig abtreiben, nur keine Umstände. Ich war doch eh nur ein Unfall und die Welt da draußen ist doch eh so gemein. Nein, nein, ich will gar nicht leben, oder auch nur ne Chance dazu haben...."
Eben diese Einstellung ist doch total lächerlich. Wenn die Mutter das Kind nicht will, soll sie es abtreiben dürfen. Meistens hängen da ja noch mehr Probleme dran als "war ja nur ein Unfall.".
Wäre es dir liber wenn sie das Kind zur Welt bringt, es in einer Müllkippe aufwächst, es vielleicht einmal in der Woche was warmes, frisches zu Essen gibt und zur Krönung des Tages von seinem alkoholkranken Vater zusammengeschlagen wird? Natürlich kommt dann auch irgendwann das Jugendamt vorbei, aber bis dahin hat das Kind sicherlich schon ein Weilchen gelitten. Dann wird es von seiner Mutter getrennt, was in einem bestimmten Alter ein traumatisches Erlebnis sein kann.
Oder wenn von vornherein klar ist, dass das Kind ein Pfelgefall wird, das auf Grund einer Krankheit 24 Stunden am Tag umsorgt werden muss. Es gibt eben Mütter (und Väter) die schaffen das nervlich einfach nicht und haben auch kein Geld jemand anderes diese Aufgabe übernehmen zu lassen. Je nach Krankheit quält sich das Kind dann auch noch 18 Jahre lang ehe es dann doch der Krankheit erliegt. Ist das ein menschenwürdiges Leben?
Meinst du dieses Kind hätte sich diesen Weg ausgesucht, wenn man es "nach seiner Meinung" gefragt hätte?
In solchen Situationen ist es besser dem Kind solch Elend zu ersparen und es vorzeitig von seinen Qualen zu erlösen. Im übrigen gehe ich fest davon aus, dass ein Embryo noch kein Bewusstsein hat und es insofern noch nicht als "Mensch" zu betrachten ist, sondern eher als Objekt. Bewusstsein ist für mich die Fähigkeit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reflexieren zu können. Ein wenig schöner ausformuliert wurde das ganze übrigens von Peter Singer, der in Deutschland allerdings keine Vorlesungen geben darf (wegen unseres Problems mit dem Begriff Euthanasie).
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Um mal wieder zum Thema zurückzukommen. Es gibt eben viel Schlechtes in unserer Welt: Kinderschänder, Nazis, Perverse und Gewalt. Diese Themen totschweigen, was man ja durch Verbote versucht zu erreichen, hilft aber auch niemandem. Man könnte sicherlich auch zu diesen Themen ansprechende Spiele gestalten, die das Thema allerdings moralisch differenziert betrachten und nicht stupide abbilden. Es gibt ja auch Filme zu diesen Themen (The Woodsman zu Pädophilie). Auf der anderen Seite muss man sagen, dass der Mensch von Natur aus gewalttäig veranlagt ist, während sexuelle Perversionen nicht natürlich gegeben sind, sondern komplexe psychologische Ursachen haben. Wie schon öfter hier angeführt: Bei virtueller Gewalt nimmt niemand Schaden.
Und weil mal einer aus einer Million plötzlich durchdreht, prangern wir alle Videospiele an und fürchten uns vor den Spielern, die ja auch potentiell gefährlich sind? Wieso hat sich niemand VOR den Amokläufen solche Sorgen um das Wohl unserer Kinder gemacht? Das ist der falsche Weg, man sollte gegen alle Ursachen vorgehen. Da gehört dann selbstverständlich auch der Jugendschutz dazu, aber wir haben in Deutschland ein mehrfach ausgezeichnetes System und schon sehr viel in diesem Bereich getan. Wird es nicht langsam Zeit gegen die anderen Ursachen, z.B. Arbeitslosigkeit, Perspektivenlosigkeit oder Isolation Einzelner vorzugehen? Auch wenn es einem schon zum Halse raushängt: Medienkompetenz fördern lautet das Stichwort, Eltern dazu bringen sich mehr mit ihren Kindern auseinanderzusetzen, das hilft viel mehr als irgendein Computerspiel zu verbieten, dass ich aber noch problemlos im Ausland kaufen oder illegal aus dem Netz saugen kann.
Was mich allerdings ein wenig an der gesamten Diskussion stört, ist folgendes:
Was auf jeden Fall feststeht ist, dass ein GTA oder Counter Strike (und WoW unter bestimmten Betrachtungsaspekten auch) nicht in Kinderhände gehören. Deswegen ist das Argument mit den Spielzeugpistolen auch unangebracht, denn die waren ja direkt für Kinder gedacht. Deswegen sollte man diese auch nicht verbieten.
Das Problem ist eigentlich der Ausdruck "VideoSPIEL", was bei vielen Menschen offensichtlich die Assoziation auslöst es wäre für Kinder gemacht, was aber die wenigsten genannten Titel sind. Sie sind ein Zeitvertreib für Erwachsene, so wie Auto fahren, Glücksspiel, Bars oder von mir aus Bordelle. Ob ein Mensch sich auf diese oder eine andere Weise die Zeit vertreibt, bleibt ihm überlassen. Man geht ja auch davon aus, dass der Mensch mit 18 Jahren die geistige Reife erlangt hat, um selbst erkennen zu können, ob er an Glücksspiel interessiert ist, dass er Verantwortung im Straßenverkehr zu übernehmen hat und dass er Frauen trotz ihrer Willigkeit in Freudenhäusern mit Respekt zu behandeln hat. Warum traut man diese Selbsteinschätzung Videospielern nicht zu? Warum sollte der Staat seiner Bürger in diesem Punkt bevormunden und ihnen vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat? Wird dadurch nicht das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit eingeschränkt? Und warum zur Hölle wird man nur als "Killerspiel-Spieler" betrachtet?
Man ist doch Mensch mit vielfältigen Interessen und Facetten. Kann ein GTA-Spieler nicht auch für das THW oder Ärzte ohne Grenzen tätig sein? Kann ein Wowler nicht auch Feingeist und Philosoph sein? Kann ein Counterstrike-Spieler nicht auch Essen und Kleidung an Bedürftige verteilen?
Um es mal deutlich zu machen:
In Videospielern manifestiert sich nicht das Böse.