AW: News - Jugendschutz: CDU will Internetsperre für Raubkopierer
also, ich habe mir gerade einen großen Teil der Kommentare (mehr als die Hälfte) in diesem Thread zu Gemüte geführt, aber es ist zu ermüdend immer wieder die gleichen Pro- und Contra-Argumente zu lesen,darum spare ich mir den Rest.
Allerdings ist mir eines unklar, und darum habe ich mal eine Frage an die "Moralapostel", die hier "Verzicht predigen".
Habt Ihr noch nie etwas genutzt, wofür Ihr nicht bezahlt habt? Ich meine jetzt nicht unbedingt "Raubkopien" bzw. "illegale Downloads". Habt Ihr z.B. noch nie ein Buch/eine Zeitschrift gelesen, eine CD gehört, eine DVD angeschaut, welche Ihr von Freunden/Bekannten usw. ausgeliehen habt? Oder aber das eigene Buch/die eigene CD/die eigene DVD an eine Freund/Bekannten verliehen? Bestimmt hat das jeder schon mal. Also hat doch wohl jeder schon mal etwas genutzt, ohne es sich selbst zu kaufen. Und nichts anderes passiert doch in den Tauschbörsen. Zeugt es nicht von sozialem Verhalten, wenn man seine Freunde an dem teilhaben läßt, was man besitzt und es ihnen zugänglich macht, wenn sie es sich nicht selbst leisten können. Oder sollte man besser die Musik abschalten, wenn man Besuch bekommt? Der Andere hat ja schließlich nicht dafür bezahlt, ist also illegal, wenn er die auch hört.
Und was bitte schön ist der große Unterschied, ob ich mir beispielsweise einen Film/Fernsehserie im Fernsehen auf meinen Festplatten aufzeichne oder den gleichen Film/Fernsehserie aus dem Netz ziehe? (aktuelle Kinofilme sind dabei wieder ein anderes Thema)
Ich bezahle für eine Unmenge an Geräten und Zubehör (PC, Drucker, Brenner, Leermedien und jetzt sogar USB-Sticks und Flash-Speicherkarten) eine Urheberrechtsabgabe, weil ich damit urheberrechtlich geschütztes Material kopieren
könnte. Aber wenn ich das dann auch wirklich tue, werde ich (in den Augen der "Rechteinhaber") zum Verbrecher. Ist doch irgendwie widersinnig, oder?
Die Musik-/Filmindustrie hat die Entwicklungen der letzten Jahre entweder verschlafen oder ignoriert. Anstatt neue Vertriebsmodelle zu entwickeln gibt man den bösen "Raubkopierern" die Schuld, daß die Umsätze nicht mehr stimmen. Auch übersieht man dabei, daß die verfügbare Geldmenge, zumindest im privaten Bereich, endlich ist. Ich kann mein Geld nur einmal ausgeben. Und wenn ich von Jahr zu Jahr weniger Geld im Portemonnaie habe, kann ich auch weniger für Musik/Filme/Spiele ausgeben. Und da bin ich sicher nicht der Einzige. Auch das ist meiner Meinung nach ein Grund der Umsatzrückgänge der Musik-/Film-/Spiele-Industrie. Außerdem ist ja wohl kaum jeder "illegale Download" ein entgangener Verkauf, wie von ebenjener Industrie gern behauptet wird.
Um es nochmal für die klarzustellen, die mich evtl.mißverstanden haben: Wer im großen Stil Musik/Filme/Spiele kopiert um damit Geschäfte zu machen, der sollte bestraft werden. Es kann aber doch wohl nicht sein, daß man für das gelegentliche (private) Tauschen mit "Schadenersatz"-Forderungen in astronomischer Höhe und/oder Sperrung des Internetzuganges bestraft werden soll.