Darf ich dich hier einfach mal selbst zitieren?
Es geht darum, wie realisitsch eine Welt dargestellt wird und wie Gewalt dabei wirkt. Die exakt selbe Gewalt wirkt in einem top-down GTA I eben völlig anders als in einem lebensechten (im Vergleich) GTA V.
Du selbst sprichst von einer lebensechten Grafik in GTA V, ich hab deine Zeilen einfach erweitert und von glaubhaft gesprochen, weil die Stadt in GTA V 1:1 dem echten LA nachempfunden ist. Ich hab den Trailer von GTA 5 meiner Freundin gezeigt und sie, völlig unbedarft was Spiele betrifft:
"Da waren wir. Da! Da! Da auch! [...]"
Das vllt. mal als Definition von glaubhafter Welt.
Mit der Definition kann ich leben. Wobei Design und Grafik zwei paar Schuhe für mich sind.
Ich hab es dir doch eben erklärt. GTA 5 ist zum besten Spiel in seinem Genre erhoben worden, nicht zum besten Spiel der Welt.
Metacritic und Co. scheren sich aber nicht um Genres und Leute, die nicht viel mit Videospielen zu tun haben, tun das auch nicht. Shankshaw Redemption ist auf IMDB auch der "beste Film der Welt", und nicht etwa nur das beste "Ausbruchsdrama" oder whatever....so sind nun mal die Realitäten....
Was soll denn jetzt der Quark mit Amokläufen?
Du hast mit der schön plakativen Wortwahl angefangen, ich hab da nur weiter gemacht....
Es ging darum, dass u.a. du & TheChicky der Meinung sind, dass GTA 5 negativ für unser Hobby im Allgemeinen ist & dem widerspreche ich ganz einfach. Selbst SpOn & Co. haben erkannt, dass GTA seit jeher eine bissige und zynische Betrachtung des "american way of life" ist, nicht mehr, nicht weniger.
Sie haben aber auch erkannt, dass das Spielprinzip an sich auch überholt ist und es dem Autor sogar unangenehm war, das Spiel zu spielen teilweise. Auch scheinst du zu übersehen, dass bei Spiegel und Co. (selbst in der NYT) regelmäßig alle möglichen Spiele getestet werden. GTA V ist da keine Ausnahme. Zumal Sensationalismus weit entfernt ist von journalistischer oder gesellschaftlicher Anerkennung. Das mit dem Zynismus ist seit jeder das Abwehrargument gegen jegliche Kritik an GTA, aber das zieht nicht mehr so ganz wie früher. Zu sehr ist das Spielprinzip auf plumpe Gewalt ausgelegt, damit man (laut Spon) sogar einen durchgeknallten Massenmörder spielen muss, damit es einigermaßen Sinn ergibt....das ist nicht erwachsen und das ist auch nicht zynisch: das ist einfach pubertär und machohaft (eben ein Spiel für junge Männer mit zu viel Gewaltfantasien). Und vor allem: das Spiel wird ja nicht deshalb gekauft und gespielt, weil die Leute eine ernsthafte Satire über die USA und die Probleme dort erleben möchten. Die meisten Leute kaufen es, weil sie gerne visuell töten in einer offenen Spielwelt. Dafür ist das Spiel ausgelegt, der Rest ist nur Beiwerk, damit das Spiel auch am Rande noch irgendwie anerkannt wird in der Gesellschaft...
Wenn du das Spielprinzip nicht magst, dann ist das vollkommen in Ordnung. Wenn du GTA 5 nicht magst, ist das vollkommen in Ordnung, wer bin ich bitte, darüber zu urteilen?
Aha, warum bezeichnest du mich dann als Heulsuse? Wie gesagt, sehr tolerant und erwachsen....
Es ging einzig und allein über die Erkenntnis von Notch, bei einem fünften Teil, eigentlich sechsten, einer Serie, was das Gameplay betrifft. Sich jetzt entrüstet hinzustellen und zu schreiben, Menschen töten ist uncool ist einfach dämlich ... denn jeder, der sich GTA kauft, weiß was einen erwartet.
Entrüstet? Er hab einfach geschrieben, dass ihm das ein wenig unangenehm ist, mehr nicht. Und im gleichen Atemzug hat er geschrieben, dass er es trotzdem spielen wird. Du machst doch hier einen Elefanten daraus, nur weil du es scheinbar nicht verkraftest, dass irgendjemand GTA V kritisiert (Fanboy???)....
Ich könnte mir ja ein Buch kaufen und mich darüber aufregen, dass ich selber lesen muss und mir das Buch nicht vorgelesen wird ... genauso grenzdebil, schlussendlich wusste (!) ich einfach was mich erwartet und das ist eben auch bei GTA 5 der Fall.
Was für ein Unsinn, so viel zum Differenzieren.....man kann auch etwas mögen, ohne alle Teile davon zu mögen, bzw. man kann auch Elemente eines Spiel kritisieren ohne es gleich zu verdammen.
Ich glaub du machst hier einen gravierenden Fehler. Ich habe nie behauptet, dass das Gameplay von GTA 5 toll wäre o.ä., mir ging es erstmal primär um die Cpt. Obvious Aussagen von Notch. Punkt.
Dann musst du das nächstes Mal aber auch klar ausdrücken. So einfach ist das aber auch gar nicht, da ich mich Notchs Meinung angeschlossen habe. D.h. jede Kritik an Notch ist auch eine Kritik an mir....
Was den Inhalt von GTA 5 betrifft ... auch hier muss ich mich leider hinstellen und dir sagen, in jedem GTA ging es um Geld, um Macht, um Einfluss. Die Immigrantengeschichte von Nico war doch bloss ein Einstieg, passend zur Geschichte von NY & Amerika. Fällt dir was auf? Genau, der tiefere Sinn von GTA: Betrachtungsweise des 'american way of life'. [/Quote]
Oh ja, der tiefere Sinn von GTA, ich lach mich tot...Simpsons ist eine weitaus bessere Parodie des American Way of Life als GTA es jemals sein könnte oder wird und das mit weitaus weniger offensichticher und plumper Gewalt....
Nehmen wir doch einfach dein Lieblingsspiel The Witcher. Ich weiß garnicht wieviele Elfen und Diebe, d.h. Menschen, ich sinnlos getötet hab. Warum verteufelst du The Witcher nicht im gleichen Maße wie GTA? Grafisch nehmen sich beide Spiele vom Realitätsgrad nichts ... jetzt erzähl mir bitte nicht, dass The Witcher ein Fantasyspiel ist ... dann fang ich an zu lachen und fall vom Stuhl.
Ich sagte doch, wichtig ist der Kontext. In Witcher bin ich nie gezwungen, aus moralisch fragwürdigen Gesichtspunkten zu töten. Die Umstände zwingen Geralt manchmal dazu (oder weil man es so will), aber sonst hat man immer die Wahl. Ich werde nicht dazu gezwungen, mit von Grund auf bösen Charakteren zu spielen, denen es nur um Geld geht und die einen Empathiewert gegen 0 haben (=Soziopathen) und daher reihenweise Polizisten und Zivilisten über den Haufen schießen, wenn sie einem im Weg stehen.
Selbst bei einem Spiel wie Hitman habe ich immer die Wahl, alle "Unschuldigen" zu verschonen und nur die in der Regel böse Zielperson auszuschalten. Ich kann natürlich auch zum Massenmörder werden und alles auf Sicht umnieten, aber ich hab die Wahl. In GTA V existiert diese Wahl praktisch nicht. Und das Sanboxgameplay tut sein Übriges dazu, Gewaltfantasien noch mehr auszuleben, als das eh schon der Fall ist....
Ich stufe meine Meinung nicht höher ein ... auch das hast du nicht verstanden.
Dann hör auf, herablassend über andere Meinungen zu schreiben oder andere zu beleidigen, nur weil sie deine Meinung nicht teilen...
Hmm ... dann haben also schon die Generation von Spielern ein Problem, die bei Populous als Gott komplette Völker ausgelöscht haben? Dann sind die Leute geschädigt, die in Civ I andere Zivilisationen versklavt haben? Dann sind die Leute also nicht ganz sauber, die einen Heidenspass mit Dungeon Keeper und meinem absoluten 'all time' Lieblingsspiel Evil Genius hatten, weil sie hier mal so richtig böse sein durften?
Lies dazu noch mal meinen Text zum Realismus in Spielen und die Darstellung von Gewalt. Gewalt wird umso eindrucksvoller und fragwürdiger umso realistischer die Spielwelt und die Grafik ist (auf der Gefühls - bzw. Wahrnehmungsebene. Das trifft auf alle hier genannten Spiele nicht zu. Diese sind alle eindeutig sehr abstrakt und so wirklichkeitsfern, dass ihr Gewaltgrad (bzw. ihre "Böswilligkeit") nicht realistisch erscheint. Bei einem Spiel wie GTA V (oder auch schon bei VI) ist das eben anders. Hier spielt man eine "reale" Person in unserer "realen" Welt, die unseren "realen" Abläufen und Regeln folgt (was -auch wenn du lachen wirst- übrigens in der Tat ein Unterschied zur Fantasy darstellt.....). Je näher Gewalt an unserer eigenen Realität ist, desto weniger abstrakt nehmen wir (oder vlt auch nur ich) sie wahr. Sie erscheint nicht mehr als ein Kunstobjekt (wie etwa in KillBill als auf S/W geschaltet wird in der Schwertkampfszene in Japan) sondern als mehr und mehr widerwärtig oder unnötig. Darüber sollten sich Spieldesigner eben mal Gedanken machen. Die Technik ändert auch unsere Wahrnehmung von Inhalten, nicht nur die rein visuelle Erscheinung. Da ist es keine Ausrede, wenn man behauptet, "GTA wäre ja schon immer so gewesen".....
Es sind Spiele ... so blöd es klingen mag. Es ist eine Fiktion, eine Darstellung einer lebhaften Welt die keine Regeln kennt, weil es eben nicht real ist.
Das ist eben der Punkt. Ich hasse Waffen im echten Leben. Ich verachte körperliche Gewalt wie Schlägereien etc. ... und trotzdem habe ich Spass an Spielen wie GTA 5, weil ich einfach weiß, dass das eine Fiktion ist. Das die hundert Menschen die ich in 1h Spielzeit umbringe, keine echten Menschen sind sondern Pixel ... nicht mehr, nicht weniger.
Aber ehrlich gesagt weiß ich garnicht, warum wir über sowas überhaupt diskutieren ... vorallem von Spieler zu Spieler ist so eine Diskussion
eigentlich unnötig.
Natürlich sind es Spiele. Aber in Spiele projezieren wir unsere Fantasien hinein, ebenso in Filme und andere Medien. Wir erleben das, was wir gerne tun würden, aber im echten Leben nicht können (und/oder wollen). Und da wir eben immer einen Teil von uns in Spiele projezieren, nehmen wir sie auch anders wahr. Für Spiele ist das noch umso zutreffender als für Filme/Bücher, weil wir dort selbst was tun, anstatt nur daneben zu sitzen. Daher ist es eben auch manchmal der Fall, dass einem etwas in Spielen unangenehm sein kann, wie eben auch in GTA Spielen. Man spielt zwar und hat auch Spaß, aber irgendwie ist es auch ein wenig unangenehm....so ist es einfach.