Dem muss ich widersprechen. Natürlich habe ich nichts gegen Kreativität bzw. neue Wege, aber warum müssen davon in letzter Zeit immer schon bekannte und beliebte Serien herhalten??? DA Origins wurde als "spiritueller Nachfolger von BG2 angekündigt" und dieses Versprechen wurde auch zu einem gewissen Teil eingehalten (wohl auch dank Brent Knowles). Dann ist man wohl auf den Trichter gekommen, dass das Gameplay für Konsolen (und den Geschmack des "modernen Spielers") zu "langweilig" bzw. "langatmig" ist und hat aus der Serie mit DA2 flugs eine Action-RPG Serie gemacht, die so gut wie nichts mehr mit BG2 gemein hat. Und jetzt hat man wieder versprochen, dass sich das Gameplay wieder mehr an Origins orientieren soll, aber was ich bisher gesehen und gelesen habe, lässt das Gegenteil erahnen: das Gameplay ist noch mehr auf Action ausgelegt (da man seinen eigenen Charakter direkt und aktiv steuern MUSS), ist also im Prinzip noch weiter weg von Origins als DA2. Das ist doch ein Witz....damit will man bei Bioware vorgaukeln, dass ALLE Fans, also sowohl die Actionfans als auch die Taktikfans (von BG und Origins), mit dem Kampfsystem glücklich sein sollen, aber das ist eine dreiste Lüge. Denn Actionfans können sehr wohl komplett auf Actionkurz zocken, ohne Pause, mit Vorfolgerkamera und mit KI-Kameraden. Dem Origins-Taktikfan ist "seine Spielweise" aber nur sehr eingeschränkt möglich. Man kann jetzt zwar offenbar ständig in der isometrischen Perspektive kämpfen, aber trotzdem hat man noch das Solo-Action-RPG Gameplay drin, das mit Origins und mit taktischem Gruppenkampf überhaupt nichts zu tun hat. Also bevorzugt man im Endeffekt doch die Actionfans (ist ja auch klar, Konsolenspieler gibt es ja mehr und die kaufen auch mehr, also immer schön die größte Käuferschicht bedienen) und schert sich einen Dreck um die alten Fans (um es überspitzt zu formulieren). Man geht seitens Bioware nur so weit Kompromisse ein bzw. kümmert sich um diese Taktikfans, wie es ins Marketingkonzept reinpasst.....
Um es mal ganz prägnant auf den Punkt zu bringen: was würden denn Half Life Fans sagen, wenn HL 3 plötzlich ein 3rd person Shooter wäre? Was würden Battlefield Fans sagen, wenn Battlefield 5 plötzlich ein CoD ohne Fahrzeuge usw wäre? Was würden StarCraft Fans sagen, wenn StarCraft 3 plötzlich rundenbasiert wäre?
Innovationen sind ja schön und gut, aber bitte nicht auf Kosten liebgewonnener Serien und Konzepte. Wenn man was Neues machen will, sollte man auch KOMPLETT was Neues machen und es auch so verkaufen. Aber dieses "wir machen es schon allen irgendwie Recht" Mentalität von Bioware geht mir schon ziemlich auf den Sack. Aber wahrscheinlich habe ich mir auch zu viel versprochen. Laidlaw hat ja auch schon DA2 in den Sand gesetzt und sogar dafür gesorgt, dass Brent Knowles den Laden verlassen hat (eben weil er keine Lust hatte, die Serie bzw. die Philosophie Biowares derart zu verraten....).....
1.) Actionfans sind nicht gleich alles Konsolenspieler.
Ich mag auch Action, spiele aber vorrangig auf dem PC.
2.) Woher willst du überhaupt wissen, ob das Kampfsystem in DA:I nichts mit taktischem Gruppenkampf zu tun hat? Man steuert doch eine Gruppe, befehligt eine Gruppe usw. Nur den gerade kontrollierten Charakter steuert man nunmal in Echtzeit. Nichts weiter.
Auf "Leicht" wird es wohl kaum nötig sein, die ganze Gruppe zu befehligen. Das ist klar und taktisch anspruchsvoll war auch Baldurs Gate 2 auf diesem Schwierigkeitsgrad nicht. Selbiges kann man auch auf DA1 reflektieren oder anderen Genrevertretern.
Auf höheren Schwierigkeitsstufen wird die Sache sicher ganz anders aussehen. Das war bisher in jedem Bioware-Spiel so, dass sich das Gameplay erst auf höchsten Schwierigkeitsstufen völlig entfaltet hat.
3.) Wenn HL3 ein Third Person-Shooter wird, SC2 plötzlich rundenbasiert... muss es ja nicht zwangsläufig schlecht werden.

Es geht einzig und allein um die Umsetzung der Ideen. Dir würde das nicht gefallen, klar. Das hast du mittlerweile überdeutlich erläutert. Das heißt aber noch lange nicht, dass es schlecht sein muss.
4.) Ich halte das Kampfsystem von DA:I für keine Innovation per se. Aber für einen guten Schritt zu etwas neuem. Und Bioware ist eher dafür bekannt, gute Storys zu erzählen. Stell dir mal vor, Bioware hätte für Baldurs Gate 1-2 ein eigenes Regelwerk kreeirt und nicht das D&D-Regelwerk verwendet. Meinst du, da wäre trotzdem was gutes bei raus gekommen? Ich glaube nicht. Den Versuch, ein eigenes Regelwerk umzusetzen, haben sie mit DA1 bereits getätigt und heraus gekommen ist ein, im Vergleich zu RPGs von vor etlichen Jahren, weich gespühltes RPG-lite, das locker mit nur einer einzigen Taktik zu spielen ist.
Kurz und bündig: Bioware ist unfähig, ein eigenes komplexes Regelwerk auf die Beine zu stellen. Ihre Philosophie lag nie darin, top Gameplay zu entwickeln, sondern Geschichten zu erzählen und Charaktere zu gestalten. Glaubwürdige und detaillierte Welten zu erschaffen. Das haben die Entwickler bisher immer geschafft, egal wie schlecht das Spiel letztendlich doch wurde. Aber gameplaytechnisch konnte Bioware meiner Meinung nach noch nie etwas völlig eigenes auf die Beine stellen, das mit einem Regelwerk wie D&D vergleichbar wäre.
Also kann man bei DA:I einfach nur hoffen, dass ein gutes RPG auf den Markt kommt, das Biowares echte Stärken beweist und gameplaytechnisch zumindest solide ist. Und solide war auch DA1 dies bezüglich, wenn auch, wie gesagt, weichgespühlt.