Es auf den Alkohol zu schieben ist Dünnbrettbohrerei. Dazu muß auch der Charakter verquer sein um solche Taten zu begehen. Ich war auch schon betrunken. Aber ich habe mich nie so benommen, habe mich nie an jemanden vergriffen, wurde nie aggressiv und habe auch sonst keine Straftat begangen.
jo, und es gibt halt Leute, bei denen das anders ist als bei dir, und auch bei mir. Und zwar selbst bei den Leuten, die "gut erzogen" wurden. Aber vor allem FALLS jemand in einem ganz anderen Umfeld aufgewachsen ist und gewisse Verhaltensregeln erst lernen muss oder sie bewusst ignoriert, können dann Taten eskalieren - und dagegen muss man dann vorgehen.
In Köln sollen es eben Leute und deren Bekannte gewesen sein, die ohnehin schon "Kleinkriminelle" sind, nämlich Taschendiebe und "Antänzer", mit denen man schon lange hier ein Problem hat. Das sind aber keine "durchschnittlichen" Algerier, Marokkaner, Ägypter usw. (die meisten sollen ja "arabisch" aussehend gewesen sein), sondern eh schon der "Abschaum" unter diesen Leuten.
Der Vorfall war in jedem Falle eine absolut neue Dimension, aber trotzdem muss man da die Relationen sehen: es waren geschätzt um die 1000, weitesgehend Betrunkene. Insgesamt gab es bisher 90 Anzeigen, und davon etwa ein Viertel wg. sexueller Belästigung. Es kann sehr gut sein, dass von den 1000 wiederum nur ein RELATIV kleiner Teil auch wirklich was "strafbares" gemacht hat, dann aber halt mehrfach - wenn da jetzt zB 3-4 Gruppen mit je 10-15 Leuten unter den 1000 für alles verantwortlich waren, was über ein "gewohntes" Verhalten von Besoffenen hinausgeht wie Gröhlen, Sprüche ablassen usw. , dann ist das was ganz anderes als wenn da jetzt jeder zweite 3-4 Mal was richtiges hat zu schulden kommen lassen.
Man muss da auch mal die Dimensionen klarmachen, da scheinbar zu viele keinen Schimmer von Großstädten haben: wir haben in Köln ca 180.000 "Ausländer", ca 50% aus eher "westlichen" Kulturen, aber allein 60.000 Türken OHNE deutschen Pass - also die "Türken", die hier geboren sind, sind da nicht mal mit dabei. Jetzt waren da bei dem Vorfall an Silvester ca 1000 Leute, von denen viele sicher nicht mal offiziell in Köln gemeldet sind. Aber selbst dann wären das nur ca. 1% der in Köln lebenden "nicht westlichen" Ausländer und 1 Promille der Einwohner Kölns überhaupt.
Oder anderes Beispiel: ca 1000 meist betrunkene Leute ziehen durch die Stadt, etwa 100 von denen randalieren, werfen Flaschen, pöbeln Leute an usw. - gemeint sind Fußball"fans" aus Dresden, Frankfurt, Köln oder Berlin... würde da jemand dann auf Idee kommen zu sagen "die Leute aus Dresden sind meistens aggressiv, halten sich nicht an Regeln - wir verlangen ein Einreiseverbot für Dresdner!" ? Würde da einer auf die Idee kommen, sich vor Angst in die Hose zu machen, weil ein Auto mit Kölner Kennzeichen im Ort parkt und 4 Leute aussteigen? Ganz sicher nicht - und genau das muss man eben auch in diesem Fall tun, dass man nicht bei inzwischen sicher mind. ca 1Mio "Araber", die in Deutschland leben, jeden Araber missgünstig und ablehnend behandelt, nur weil vielleicht 20, 50 oder 200 Idioten aus einer Gruppe von 1000 Leuten, die "arabisch aussehen", Scheisse bauen.
daher: so viele Leute wie möglich dingfest machen, bestrafen - aber auf keinen Fall wegen einer immer noch relativ kleinen Gruppe irgendwelche Schlüsse auf "alle" oder "die meisten" Ausländer ziehen, das ist einfach nur Unfug. Der Witz an der Sache: an sich müsste man sogar HOFFEN, das unter den Tätern viele "neue" Flüchtlinge waren, denn dann wäre ziemlich klar: die sind noch zu neu hier, um alle unsere Regeln verinnerlicht zu haben UND konnten zum ersten Mal seit Jahren "aus die Kacke hauen" - das ist keine Entschuldigung, aber wäre zumindest eine Erklärung, so dass man eine Integration noch intensiver vorantreiben würde. Wenn es aber Leute sind, die schon viele Jahre hier in D leben oder sogar geboren sind, dann wäre das genau DER Beweis, dass wir uns mit der Integrationspolitik viel mehr anstrengen müssen. Mit den Türken oder Deutschen mit türkischem Elternhaus ist das zB super gelungen, da ist die Rate an Leuten, die kriminell werden, inzwischen auf einem ganz "normalen" Durchschnitt - das war vor 20-30 Jahren noch ganz anders, da waren es auffällig viele, die straffällig wurden.