Trickmaster am 16.07.2007 00:41 schrieb:
Soviel ich weiß verstehen Katholiken unter Toleranz alles, was nicht ihrer Tradition und ihrer Moral widerspricht.
Die Tradition wurde für das Schriftprinzip als notwendiges Element des wahren Schriftverständnisses aufgegeben; nach evangelischer Lehre ist die heilige Schrift selbsterklärend und deshalb allein die Schrift verbindlich für Fragen des Glaubens (sola scriptura).
Dadurch können wir aus unseren Fehlern und Fehlern anderer lernen und uns wirklich verbessern. Dadurch werden wir (also die evangelsiche Kirche) toleranter gegenüber anderen Dingen ohne falsche Toleranz aufzubauen.
Wer von uns kann schon Moral deffinieren? Im nahen Osten ist die Moral wohl alles andere als wie in den USA. Und dort ist sie wohl kaum die Gleiche wie in Thailand. Wer von denen weiß schon, was die richtige Moral ist? In meinen Augen ist jede Moral schon in 2 Geboten geschirben, die in der Bibel stehen und von Jesus persöhnlich gesagt wurden: "Liebe Gott und deinen Nächsten, wie dich selbst"
Ah ja, die evangelische "Kirche" bezieht ihre Toleranz aus der Schrift. Und wieso wird dann z.B. Homosexualität gutgeheißen? Wieso gibt es Frauenordination? Beides Dinge, die die Schrift ablehnt.
Ich schrieb schon in anderen Threads, dass "sola scriptura" nicht funktioniert, denn die Buchstaben allein sind tot. Bei jeder Bibelauslegung muss der Kontext mit beachtet werden, in dem die Texte geschrieben wurden- und der erschließt sich nunmal durch die Tradition, die daher ebenso wichtig ist.
Paulus ist der Nachfolger des Papstes? Hat die katholische Kirche etwa ihre Meinung geändert? War es nicht Petrus, der der Nachfolger und Gründer der Kirche war? Wurde nicht auf seinem angeblichen Grab der Petersdom errichtet?
Mein Fehler, es muss natürlich Petrus heißen.
Oberster Hirt der Kirche? Warum musst du den sowas benutzen? Der einzige Hirt der Kirche ist Jesus, also Gott. Und wie wir beinahe alle wissen ist Gott nicht sterblich, noch ein Mensch, noch gibt er irgendeine falsche Meinung von sich, noch würde er die anderen Milliarden Christen ignorieren.
Der Papst wiederspricht auch den Vorstellungen einer Kirche, wie man sie sich im NT vorgestellt hat. Da ist eine Kirche nämlich etwas sehr linkes, dass sich vorallem an die Gleichheit aller Menschen hält und die Gaben für das Gemeinwohl aller Menschen eingesetzt wird. Sowas findet man nur in den protestantischen Kirchen, also alle Konfessionen ohne Oberhaupt. Dazu gehört nicht nur die evangelische Kirche.
Katholiken glauben, dass Jesus Petrus gewollt hat als Hirten seiner Kirche, bis er wiederkommt: "Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich geben die Schlüssel über das Himmelreich. Was du auf Erden bindest, soll im Himmel gebunden sein. Und was du auf Erden lösest, soll im Himmel gelöst sein." (Mt. 16, 18-19)
Außerdem weigere ich mich, die Kirche in ein Rechts-Links-Schema pressen zu lassen. Das ist mir zu platt und der Sache völlig unangemessen.
Und komm mir bloß nicht mit Jesus als dem "Ur-Linken", diese Form christlichen Marxismus haben wir doch hoffentlich längst überwunden.
Der Vorteil der evangelischen Kirche ist offensichtlich: Gemäß sola scriptura, der auf einen Bibeltext basiert, nehmen wir nur das mit in unserer Kirche, dass sich an die 2 wichtigsten Gebote hält. dadurch sind wir unglaublich anpassungsfähig ohne, dass dadurch unser Glaube auf die falsche Bahn gerät. Dadurch sind wir menschlich.
Meiner Meinung nach ist es ihr größte Nachteil: Jeder legt sich seine Schrift selbst aus, jeder entscheidet selbst, was er aus der Bibel nutzt oder nicht- jeder macht seine eigene "Kirche" auf und zerstört somit das Antlitz der Kirche und widerspricht dem Willen Jesu, "dass alle eins seien"! Mit wem rede ich denn, wenn ich eine evangelische Meinung zu einem Thema hören will? Einem Lutheraner? Alt oder Neu? Einem Calvinisten? Baptisten? Neuapostoliker? Evangelikalen? Was machen die Protestanten, wenn sie sich z.B. über eine Bibelstelle streiten? Macht dann jede Partei mal eben einen neuen "Club" auf? Oder gibt's dann einfach eine neue Übersetzung wie dieses peinliche Machwerk "Bibel in gerechter Sprache", welches mit "sola sciptrua" nun rein gar nichts mehr zu tun hat?
Wie und wo finde ich bei "euch" bitte Kontinuität und Verlässlichkeit?
Die katholische Kirch versucht sich aber als Übermenschlich und das hält sich im Zeitalter der Wissenschaft garnicht lange.
Nein, die Kirche besteht aus Menschen und ist somit so fehlbar und schwach wie jede andere Organisation auch. Aber sie weiß auch, dass sie Kraft des Heiligen Geistes nie ganz irren kann.
Zwar schrumpfen die Evangelen schneller als die Katholiken, dass liegt aber wohl daran, das wir in der Kindertaufe langsam keinen Sinn mehr sehen und sie gegen die Erwachsenentaufe eintauschen, die deutlich mehr Sinn macht und sein Vorbild in der Bibel hat und nicht in später Kirchentradition.
Stimmt, das NT kennt die Kindstaufe nicht. Frage: Wieso praktiziert dann das Gros der reformierten-lutherischen-protestantsichen-wasauchimmer-"Kirchen" sie dann immernoch?
Würde man alle mitzählen, die ungetauft in evangelsichen Kirchen gehen wären wir deutlich mehr.
Na klar, würde man die Millionen Touristen mitzählen, die jährlich katholische Kirchen besichtigen, wären "wir" auch deutlich mehr.
Zuletzt bleibt mir noch zusagen, dass wir nur in dden USA und Europa schrumpfen, dafür aber z.B. in China und Brasilien (die zukünftigen Industrieländer) sehr schnell wachsen.
In China sind die Repressionen gegen die kath. Kirche sehr hoch, dennoch wächst die Zahl der Katholiken dort stetig; und in Brasilien ist der Zulauf zu Pfingstgemeinden und Evangelikalen deutlich höher als zu evangelischen Glaubensgemeinschaften.