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    Vielen Dank

Amerika, Amerika, und am 6. Tag ...

Meinereiner am 02.03.2006 13:55 schrieb:
Dann ersetze "Menschheit" mal durch "Mensch"^^

Warum sollte ich? Ich habe mir ja nicht alle Kausalitäten ausgedacht, die für mich relevant sind. ^^

Kant kannte nicht alle Menschen, daher kann er kaum für jeden einzelnen gesprochen haben. Er meinte sicherlich mit "der Mensch" die Menschheit.
 
aph am 02.03.2006 14:30 schrieb:
Meinereiner am 02.03.2006 13:55 schrieb:
Dann ersetze "Menschheit" mal durch "Mensch"^^

Warum sollte ich? Ich habe mir ja nicht alle Kausalitäten ausgedacht, die für mich relevant sind. ^^

Kant kannte nicht alle Menschen, daher kann er kaum für jeden einzelnen gesprochen haben. Er meinte sicherlich mit "der Mensch" die Menschheit.

Na gut, dann den langen Weg :P

Es ist dort also dieses Buch, in das alle Ursachen/Wirkungen eingetragen werden. Irgendwann in der Zeit, als die Menschheit entstand, wurde der erste Eintrag ins Buch gemacht. Es folgten alsdann ein zweiter, ein dritter usw. und je länger die Menschheit existiert, umso mehr Einträge werden in das Buch gemacht.

Aber wann bitte stehen denn in dem Buch unendlich viele Einträge? Nach 1.000 Jahren? – Nein, dann gewiss noch nicht. – Nach 1.000.000.000 Jahren? – Da gewiss auch noch nicht. – Vielleicht nach 1.000.000.000.000.000.000 Jahren? – Zu diesem Zeitpunkt sind die Einträge in dem Buch gewiss unvorstellbar viele, aber immer noch nicht unendlich viele.

Wann stehen denn dann unendlich viele Einträge in dem Buch? – Offenbar erst nach unendlich langer Zeit (und nehmen wir einfach mal an, die Menschheit würde unendlich lange existieren, um eben unendlich lange weitere Einträge in das Buch zu machen). Doch wann sollte denn unendlich viel Zeit vergangen sein? Wann sollte dieser unendlich weit entfernte Zeitpunkt erreicht sein? – Offensichtlich kann dieser unendlich weit entfernte Zeitpunkt nicht erreicht werden, denn würden wir ihn erreichen, so wäre er ein Endpunkt und damit freilich nicht mehr unendlich weit entfernt. Vielmehr stehen Zeitverlauf und unendlich weit entfernter Zeitpunkt in demjenigen Verhältnis zueinander, dass sich der Zeitverlauf auf den fraglichen Zeitpunkt zu bewegt, aber ihn niemals erreichen wird (Prozesshaftigkeit). Mit anderen Worten: Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem unendlich viel Zeit verstrichen ist! Hätten wir ein Koordinatensystem und darin eine Strecke, die im Nullpunkt beginnt und dann unendlich weit in eine Richtung weitergezogen ist, so gäbe es keinen Punkt auf dieser Strecke, auf den man zeigen und sagen könnte, hier sei unendlich.

Doch was folgt daraus? – Wenn es keinen Zeitpunkt gibt, an dem unendlich viel Zeit verstrichen ist, dann folgt, dass zu jedem Zeitpunkt endlich viel Zeit verstrichen ist.

Doch wenn die unendliche Anzahl der Einträge in unserem besagtes Buch abhängig ist von der Unendlichkeit des Zeitverlaufes, eine Unendlichkeit des Zeitverlaufes jedoch zu keinem Zeitpunkt erreicht werden kann, dann gibt es auch keinen Zeitpunkt, an dem unser Buch unendlich viele Einträge besitzt.

.......................

Der grundlegende Gedanke ist hier, dass, wenn man beginnt, zu zählen, niemals bei unendlich ankommen wird. Diesen Gedanken findest du schon in den Kantzitaten von ElNonsk.
 
Gunter am 27.11.2005 23:14 schrieb:
fuse am 27.11.2005 23:09 schrieb:
wieder ein beweis für mich, was für rückständige ansichten in amerika herrschen.
nicht nur in amerika... wer religion braucht, um in seinem leben einen sinn zu sehen, von mir aus... aber man soll das anderen leuten nicht aufzwingen.
Da fällt mir ein gutes Lied von den Onkelz ein "Kirche" das triffts auf'm Punkt
 
Meinereiner am 03.03.2006 11:31 schrieb:
Doch was folgt daraus? – Wenn es keinen Zeitpunkt gibt, an dem unendlich viel Zeit verstrichen ist, dann folgt, dass zu jedem Zeitpunkt endlich viel Zeit verstrichen ist.

Doch wenn die unendliche Anzahl der Einträge in unserem besagtes Buch abhängig ist von der Unendlichkeit des Zeitverlaufes, eine Unendlichkeit des Zeitverlaufes jedoch zu keinem Zeitpunkt erreicht werden kann, dann gibt es auch keinen Zeitpunkt, an dem unser Buch unendlich viele Einträge besitzt.

Das mag sein, aber es wird auch keinen Zeitpunkt geben, an dem es endet. Das ist wohl das Wesen von Unendlichkeit, du kannst weder sagen: Jetzt ist es unendlich, noch kannst du sagen: Jetzt ist es zu Ende.
Vor allem aber folgt daraus nicht, dass es eine erste ursachenlose Ursache geben muss, die bis zum jeweiligen vorläufigen Ende gefunden worden sein muss. Und darum ging es uns ja eigentlich. Man kann immer sagen: Sie wurde noch nicht gefunden. Oder: Sie wird nie gefunden werden.
 
aph am 03.03.2006 12:23 schrieb:
Das mag sein, aber es wird auch keinen Zeitpunkt geben, an dem es endet. Das ist wohl das Wesen von Unendlichkeit, du kannst weder sagen: Jetzt ist es unendlich, noch kannst du sagen: Jetzt ist es zu Ende.

Tja, die Einträge im Buch werden mehr und mehr, aber nie wird ihre Zahl unendlich sein.

Vor allem aber folgt daraus nicht, dass es eine erste ursachenlose Ursache geben muss, die bis zum jeweiligen vorläufigen Ende gefunden worden sein muss. Und darum ging es uns ja eigentlich.

Also mir ging es nur darum, zu zeigen, dass, wenn man Kants Prämisse annimmt, dass erst der Mensch die Kausalität in die Welt bringe, zwangsläufig dazu kommt, dass die Kausalkette endlich sein muss. Darüber, ob man dann auch eine allererste Ursache finden könne, der man selbst keine Ursache mehr zusprechen kann, habe ich nie gesprochen. Was feststeht, ist nur, dass es immer einen Eintrag in unserem Buch geben wird, der ganz vorne steht.
 
Meinereiner am 03.03.2006 19:14 schrieb:
aph am 03.03.2006 12:23 schrieb:
Das mag sein, aber es wird auch keinen Zeitpunkt geben, an dem es endet. Das ist wohl das Wesen von Unendlichkeit, du kannst weder sagen: Jetzt ist es unendlich, noch kannst du sagen: Jetzt ist es zu Ende.

Tja, die Einträge im Buch werden mehr und mehr, aber nie wird ihre Zahl unendlich sein.

Vor allem aber folgt daraus nicht, dass es eine erste ursachenlose Ursache geben muss, die bis zum jeweiligen vorläufigen Ende gefunden worden sein muss. Und darum ging es uns ja eigentlich.

Also mir ging es nur darum, zu zeigen, dass, wenn man Kants Prämisse annimmt, dass erst der Mensch die Kausalität in die Welt bringe, zwangsläufig dazu kommt, dass die Kausalkette endlich sein muss. Darüber, ob man dann auch eine allererste Ursache finden könne, der man selbst keine Ursache mehr zusprechen kann, habe ich nie gesprochen. Was feststeht, ist nur, dass es immer einen Eintrag in unserem Buch geben wird, der ganz vorne steht.
Darf ich aus Neugierde fragen auf was ihr beiden Philosophen letzendlich hinaus wollt? :-)
Ich durchschaue eure Diskussion irgendwie nicht ganz.
 
Meinereiner am 03.03.2006 19:14 schrieb:
Tja, die Einträge im Buch werden mehr und mehr, aber nie wird ihre Zahl unendlich sein.
Genauso wenig, wie jemals ein letzter Eintrag darin stehen wird.

Also mir ging es nur darum, zu zeigen, dass, wenn man Kants Prämisse annimmt, dass erst der Mensch die Kausalität in die Welt bringe, zwangsläufig dazu kommt, dass die Kausalkette endlich sein muss. Darüber, ob man dann auch eine allererste Ursache finden könne, der man selbst keine Ursache mehr zusprechen kann, habe ich nie gesprochen. Was feststeht, ist nur, dass es immer einen Eintrag in unserem Buch geben wird, der ganz vorne steht.

Eigentlich diente die Sache mal der Frage nach der ersten Ursache. Sonst wäre die Diskussion ziemlich sinnlos gewesen. Und deine Zwangsläufigkeit sehe ich übrigens immer noch nicht ein, wie du obigem Kommentar entnehmen kannst. Wenn etwas einen Anfang hat, muss es nicht zwingend ein Ende haben, wenn man Unendlichkeit als Möglichkeit zulässt. Niemand sprach je davon, dass wir nur das Jetzt betrachten.
 
aph am 04.03.2006 12:20 schrieb:
Eigentlich diente die Sache mal der Frage nach der ersten Ursache.

aph am 21.02.2006 11:02 schrieb:
Ich habe das mit Kant schon verstanden, ich stimme nur nicht mit ihm überein. Wie ich schon mehrfach ausführte, ist unsere Gedankenwelt über Kausalitätsketten aus sich selbst heraus lückenhaft. Sie erhebt keinen Anspruch, dass sie in einem einzelnen Geiste vollständig sein kann. Es geht nicht darum, wie du behauptest, jeden _einzelnen_ Zusammenhang zu kennen.
Stattdessen ist die hervorstechendste Eigenschaft ihre beständige Weiterentwicklung und Verlängerung bzw. Verfeinerung der Kette. Jemand, der verstandesgemäß mit der Lückenhaftigkeit der Kette als gegeben operiert und damit auch noch nie ein Problem hatte, begibt sich demnach nicht in einen unvernünftigen Widerspruch, wenn er von ihrer Unendlichkeit ausgeht, da die Lücken sowohl endlich als auch unendlich sein können.

Diese Antwort hast du auf Seite 92 dieses Threads zu meinen Post, der unsere Diskussion einleitete, verfasst. Hier geht es eindeutig um Endlichkeit/Unendlichkeit. Wenn du mehr meintest, als du geschrieben hast, hättest du mich schon informieren müssen.

Und deine Zwangsläufigkeit sehe ich übrigens immer noch nicht ein, wie du obigem Kommentar entnehmen kannst. Wenn etwas einen Anfang hat, muss es nicht zwingend ein Ende haben, wenn man Unendlichkeit als Möglichkeit zulässt.

Schreibe einen ersten Eintrag in unser Büchlein und schreibe dann unendlich lange weitere hinzu. Wenn du unendlich viele Einträge geschrieben hast, dann sage bescheid. – Freilich wirst du niemals bescheid sagen können, denn selbst wenn du unendlich lange weitere Einträge in das Büchlein schreibst, werden es doch niemals unendlich viele sein. Dass die Einträge in dem Büchlein bis in die Unendlichkeit mehr und mehr werden, ändert nicht das geringste daran, dass es keinen Zeitpunkt(!!!) gibt, an dem sie unendlich viele sind. Habe ich alles bereits geschrieben.

Niemand sprach je davon, dass wir nur das Jetzt betrachten.

Die Einträge in unserem Büchlein sind auch morgen nicht unendlich viele, genauso wie nicht in 100, 10.000 oder 1.000.000.000.000.000 Jahren. Habe ich ebenfalls bereits geschrieben.
 
mercury123 am 03.03.2006 22:20 schrieb:
Meinereiner am 03.03.2006 19:14 schrieb:
aph am 03.03.2006 12:23 schrieb:
Das mag sein, aber es wird auch keinen Zeitpunkt geben, an dem es endet. Das ist wohl das Wesen von Unendlichkeit, du kannst weder sagen: Jetzt ist es unendlich, noch kannst du sagen: Jetzt ist es zu Ende.

Tja, die Einträge im Buch werden mehr und mehr, aber nie wird ihre Zahl unendlich sein.

Vor allem aber folgt daraus nicht, dass es eine erste ursachenlose Ursache geben muss, die bis zum jeweiligen vorläufigen Ende gefunden worden sein muss. Und darum ging es uns ja eigentlich.

Also mir ging es nur darum, zu zeigen, dass, wenn man Kants Prämisse annimmt, dass erst der Mensch die Kausalität in die Welt bringe, zwangsläufig dazu kommt, dass die Kausalkette endlich sein muss. Darüber, ob man dann auch eine allererste Ursache finden könne, der man selbst keine Ursache mehr zusprechen kann, habe ich nie gesprochen. Was feststeht, ist nur, dass es immer einen Eintrag in unserem Buch geben wird, der ganz vorne steht.
Darf ich aus Neugierde fragen auf was ihr beiden Philosophen letzendlich hinaus wollt? :-)
Ich durchschaue eure Diskussion irgendwie nicht ganz.

Ich will auf genau das hinaus, was du zitiert hast.
 
Meinereiner am 05.03.2006 17:50 schrieb:
mercury123 am 03.03.2006 22:20 schrieb:
Meinereiner am 03.03.2006 19:14 schrieb:
aph am 03.03.2006 12:23 schrieb:
Das mag sein, aber es wird auch keinen Zeitpunkt geben, an dem es endet. Das ist wohl das Wesen von Unendlichkeit, du kannst weder sagen: Jetzt ist es unendlich, noch kannst du sagen: Jetzt ist es zu Ende.

Tja, die Einträge im Buch werden mehr und mehr, aber nie wird ihre Zahl unendlich sein.

Vor allem aber folgt daraus nicht, dass es eine erste ursachenlose Ursache geben muss, die bis zum jeweiligen vorläufigen Ende gefunden worden sein muss. Und darum ging es uns ja eigentlich.

Also mir ging es nur darum, zu zeigen, dass, wenn man Kants Prämisse annimmt, dass erst der Mensch die Kausalität in die Welt bringe, zwangsläufig dazu kommt, dass die Kausalkette endlich sein muss. Darüber, ob man dann auch eine allererste Ursache finden könne, der man selbst keine Ursache mehr zusprechen kann, habe ich nie gesprochen. Was feststeht, ist nur, dass es immer einen Eintrag in unserem Buch geben wird, der ganz vorne steht.
Darf ich aus Neugierde fragen auf was ihr beiden Philosophen letzendlich hinaus wollt? :-)
Ich durchschaue eure Diskussion irgendwie nicht ganz.

Ich will auf genau das hinaus, was du zitiert hast.

Nun gut, aber was hat das mit dem ursprünglichen Thema zu tun?
 
Meinereiner am 05.03.2006 15:17 schrieb:
Schreibe einen ersten Eintrag in unser Büchlein und schreibe dann unendlich lange weitere hinzu. Wenn du unendlich viele Einträge geschrieben hast, dann sage bescheid. – Freilich wirst du niemals bescheid sagen können, denn selbst wenn du unendlich lange weitere Einträge in das Büchlein schreibst, werden es doch niemals unendlich viele sein. Dass die Einträge in dem Büchlein bis in die Unendlichkeit mehr und mehr werden, ändert nicht das geringste daran, dass es keinen Zeitpunkt(!!!) gibt, an dem sie unendlich viele sind. Habe ich alles bereits geschrieben.

aph am 04.03.2006 12:20 schrieb:
Niemand sprach je davon, dass wir nur das Jetzt betrachten.

Die Einträge in unserem Büchlein sind auch morgen nicht unendlich viele, genauso wie nicht in 100, 10.000 oder 1.000.000.000.000.000 Jahren. Habe ich ebenfalls bereits geschrieben.
Das Buch hat ein offenes (unendliches) Ende.
wobei aph das offen betont und du lieber den Teil mit Ende hervorhebst.

Ich würde auch eher unendlich sagen, aber man kann das imo so oder so verstehen. *schulterzuck*


mercury123 am 05.03.2006 20:01 schrieb:
Nun gut, aber was hat das mit dem ursprünglichen Thema zu tun?
Zähl mal die posts die wirklich ganz exakt mit dem ursprünglichen Thema etwas zu tun haben.
Würde mich wundern wenn du auf mehr wie 100 kommst.
 
crackajack am 06.03.2006 09:44 schrieb:
Das Buch hat ein offenes (unendliches) Ende.
wobei aph das offen betont und du lieber den Teil mit Ende hervorhebst.

Ich würde auch eher unendlich sagen, aber man kann das imo so oder so verstehen. *schulterzuck*
Genauso sehe ich es auch. Ich bestehe ja gar nicht mal darauf, dass das Buch unendlich sein muss. Es ist meinereiner, der auf exakt _einer_ Interpretation besteht. Ich hingegen denke, dass beide Interpretationen möglich sind.

Als weiteres Beispiel:
meinereiner schrieb:
Schreibe einen ersten Eintrag in unser Büchlein und schreibe dann unendlich lange weitere hinzu. Wenn du unendlich viele Einträge geschrieben hast, dann sage bescheid. – Freilich wirst du niemals bescheid sagen können, denn selbst wenn du unendlich lange weitere Einträge in das Büchlein schreibst, werden es doch niemals unendlich viele sein. Dass die Einträge in dem Büchlein bis in die Unendlichkeit mehr und mehr werden, ändert nicht das geringste daran, dass es keinen Zeitpunkt(!!!) gibt, an dem sie unendlich viele sind. Habe ich alles bereits geschrieben.
Ich bin bereits dabei, unendlich lange hinein zu schreiben. Zeig du mir den Eintrag, der der letzte sein soll, und ich beweise dir in Kürze, dass es nicht der letzte war. ;)

Wir drehen uns im Kreis, merkst du das nicht?

Übrigens finde ich schon, dass klar war, dass es hier noch immer um Gott ging. Schließlich kam Kants Beweisführung ja nur deswegen hier in Erscheinung. Also sollten wir auch weiter zielorientiert diskutieren.
 
aph am 06.03.2006 14:38 schrieb:
Es ist meinereiner, der auf exakt _einer_ Interpretation besteht. Ich hingegen denke, dass beide Interpretationen möglich sind.

Wenn unser Beispiel zwei gegensätzliche Interpretationen zuließe, dann hätten wir einen klassischen Widerspruch. Das wäre völliger Unsinn, weshalb eine der beiden Interpretationen falsch sein müsste. Allerdings glaube ich vielmehr, dass die beiden verschiedenen Interpretationen, von denen hier die Rede ist, dadurch zustande kommen, dass du meiner Argumentation nicht ganz folgen kannst (das ist nicht bös gemeint) und darum auf einem anderen Standpunkt stehst.

Betrachten wir einmal den formalen Aspekt des momentanen Standes der Diskussion. Ich behaupte p (es gibt keinen Zeitpunkt, an dem die Einträge in dem Buch unendlich viele sein werden). Um p zu widerlegen, müsstest du nun zeigen, dass gilt nicht-p. Das tust du aber nicht; du nämlich behauptest q (die Einträge in dem Buch werden unendlich lange mehr und mehr). An einen Satz „p“ eine Aussage „q“ anzuhängen, ist doch aber keine Widerlegung, sondern eine Ergänzung. Verstehst du, worauf ich hinaus will? Du widerlegst meine Aussage, die Einträge in unserem Buch würden niemals unendlich viele sein, nicht, sondern du ergänzt sie nur um eine weitere Aussage (und dazu noch ein völlig redundante, denn dass die Einträge in unserem Buch mehr und mehr werden, habe ich bereits selbst behauptet).

Ich bin bereits dabei, unendlich lange hinein zu schreiben. Zeig du mir den Eintrag, der der letzte sein soll, und ich beweise dir in Kürze, dass es nicht der letzte war. ;)

Freilich kann ich nicht auf einen Eintrag in dem Buch zeigen und sagen, dies sei der letzte. Was ich kann, ist, dir zu jedem Zeitpunkt zu zeigen, dass das Buch einen ersten und einen letzten Eintrag besitzt und darum also stets endlich viele Einträge in ihm stehen.

Wir drehen uns im Kreis, merkst du das nicht?

Jupp, in einem hermeneutischen.
 
Meinereiner am 07.03.2006 10:55 schrieb:
Ich behaupte p (es gibt keinen Zeitpunkt, an dem die Einträge in dem Buch unendlich viele sein werden). Um p zu widerlegen, müsstest du nun zeigen, dass gilt nicht-p. Das tust du aber nicht; du nämlich behauptest q (die Einträge in dem Buch werden unendlich lange mehr und mehr). An einen Satz „p“ eine Aussage „q“ anzuhängen, ist doch aber keine Widerlegung, sondern eine Ergänzung.

Na, dann müssen wir nur noch herausfinden, was von beidem zielführender ist. p oder q? Es ist auch keine Ergänzung, sondern eine andere Interpretation des Wortes "unendlich". Beziehungsweise eine andere Sichtweise. Ich kann p völlig außer acht lassen und q gilt immer noch. Du hast q noch nicht widerlegt, sondern nur mit p ergänzt. :P
 
aph am 07.03.2006 11:07 schrieb:
Na, dann müssen wir nur noch herausfinden, was von beidem zielführender ist. p oder q? Es ist auch keine Ergänzung, sondern eine andere Interpretation des Wortes "unendlich".

Der inhaltliche Aspekt von "p" und "q" ist beinahe belanglos. Es geht einzig darum, dass q keine Widerlegung von p ist und somit noch immer gilt, dass es keinen Zeitpunkt gibt, an dem die Einträge in unserem Buch unendlich viele sein werden.

Ich kann p völlig außer acht lassen und q gilt immer noch. Du hast q noch nicht widerlegt, sondern nur mit p ergänzt. :P

Ich will q auch gar nicht widerlegen, ich habe behauptet, es gilt p und q – lies doch bitte, was ich schreibe und lass die unsinnigen Kindereien.
 
Meinereiner am 07.03.2006 11:19 schrieb:
Ich will q auch gar nicht widerlegen, ich habe behauptet, es gilt p und q – lies doch bitte, was ich schreibe und lass die unsinnigen Kindereien.

Wunderbar, dann sind wir uns doch einig (ich wollte p auch nicht widerlegen, sieht 2 Posts weiter oben). Ich sagte die ganze Zeit, dass beides gilt. Lies doch bitte was ich schreibe!

Nur gehen unsere Meinungen wohl auseinander, was die Relevanz der beiden Behauptungen hinsichtlich der ursprünglichen Fragestellung betrifft.
 
aph am 07.03.2006 16:17 schrieb:
Nur gehen unsere Meinungen wohl auseinander, was die Relevanz der beiden Behauptungen hinsichtlich der ursprünglichen Fragestellung betrifft.

Die Aussage „es gibt keinen Zeitpunkt, an dem die Einträge in unserem Buch unendlich viele sein werden“, ist für mich ziemlich eindeutig; besonders, wenn es um die Frage geht, ob die Einträge in unserem Buch jemals unendlich viele sein werden.
 
Meinereiner am 08.03.2006 10:45 schrieb:
Die Aussage „es gibt keinen Zeitpunkt, an dem die Einträge in unserem Buch unendlich viele sein werden“, ist für mich ziemlich eindeutig; besonders, wenn es um die Frage geht, ob die Einträge in unserem Buch jemals unendlich viele sein werden.
hmmm..irgendwie passt mir das Beispiel mit dem Buch nicht so richtig in den Kram. Es suggeriert eben Endliches.

Wie wäre es wenn man die Funktion x=y als die Kausalitätskette sehen würde?

Ein Quasi-ende habe wir beim Nullpunkt. =Jetzt
Die Zukunft sowie die Vergangenheit kann imo nur auf x=y liegen.
Kann man die Vergangenheit- also alles x<0- auf einem handelsüblichen Graphen je bis in die Unendlichkeit zeichnen (auch mit Computerhilfe)?
Nein.

Wäre die Linie unendlich?
Ja.

Ist das Beispiel jetzt ganz was anderes oder verdeutlicht das die Ansicht die ich (denk ich mal) mit aph teile?


Ps. ich habe da irgendwie den springenden Punkt verpasst:
Meinereiner am 24.02.2006 19:20 schrieb:
P1: Wenn Existenz der Menschheit, dann und nur dann Existenz der Kausalität.

P2: Es gab eine Zeit, in der die Existenz der Menschheit begann.

P3: Wir können uns keine unendliche Kausalkette denken.

P4: (irgendetwas anderes, d.h. weder P1, P2 noch P3).

K1: Die Kausalkette kann nicht unendlich lang sein.
P3 tut imo nichts zur Sache beitragen.

Aber P1 und P2 kapiere ich nicht, sie setzen Endliches voraus, oder nicht?
Wie soll da nicht rauskommen, dass die Kausalkette nicht unendlich ist?
 
@crackajack

Dein Beispiel scheint mir schon zu passen, allerdings finde das mit dem Buch anschaulicher :) Einträge in das Buch zu machen wäre dann analog dem Zeichnen des unendlich langen Graphen von x=y zu verstehen. So, wie die Strecke, die man zu irgendeinem Zeitpunkt bereits gezeichnet hat, immer nur endlich lang ist, sind die Einträge, die man zu irgendeinem Zeitpunkt in das Buch gemacht hat, immer nur endlich viele.

crackajack am 08.03.2006 11:00 schrieb:
Ps. ich habe da irgendwie den springenden Punkt verpasst:
Meinereiner am 24.02.2006 19:20 schrieb:
P1: Wenn Existenz der Menschheit, dann und nur dann Existenz der Kausalität.

P2: Es gab eine Zeit, in der die Existenz der Menschheit begann.

P3: Wir können uns keine unendliche Kausalkette denken.

P4: (irgendetwas anderes, d.h. weder P1, P2 noch P3).

K1: Die Kausalkette kann nicht unendlich lang sein.
P3 tut imo nichts zur Sache beitragen.

Aber P1 und P2 kapiere ich nicht, sie setzen Endliches voraus, oder nicht?
Wie soll da nicht rauskommen, dass die Kausalkette nicht unendlich ist?

Genau das: P3 ist belanglos und aus P1 und P2 folgt, dass die Kausalkette nicht unendlich ist.
 
Meinereiner am 08.03.2006 12:31 schrieb:
Dein Beispiel scheint mir schon zu passen, allerdings finde ich das mit dem Buch anschaulicher :) Einträge in das Buch zu machen wäre dann analog dem Zeichnen des unendlich langen Graphen von x=y zu verstehen. So, wie die Strecke, die man zu irgendeinem Zeitpunkt bereits gezeichnet hat, immer nur endlich lang ist, sind die Einträge, die man zu irgendeinem Zeitpunkt in das Buch gemacht hat, immer nur endlich viele.

crackajack am 08.03.2006 11:00 schrieb:
Ps. ich habe da irgendwie den springenden Punkt verpasst:
Meinereiner am 24.02.2006 19:20 schrieb:
P1: Wenn Existenz der Menschheit, dann und nur dann Existenz der Kausalität.

P2: Es gab eine Zeit, in der die Existenz der Menschheit begann.

P3: Wir können uns keine unendliche Kausalkette denken.

K1: Die Kausalkette kann nicht unendlich lang sein.
P3 tut imo nichts zur Sache beitragen.

Aber P1 und P2 kapiere ich nicht, sie setzen Endliches voraus, oder nicht?
Wie soll da nicht rauskommen, dass die Kausalkette nicht unendlich ist?

Genau das: P3 ist belanglos und aus P1 und P2 folgt, dass die Kausalkette nicht unendlich ist.
Nönö, so ganz hast du nicht verstanden was ich wollte.
Auch wenn der Mensch das Buch schreibt oder die Linie zeichnet und er immer nur endlich lange diese erweitern kann, heißt das nicht, das er bei unendlich langer Zeit nicht auch unendlich schaffen kann.
Wie sag ich ddas nur, damit das andere so verstehen, wie ich glaube das ich es verstehe?!?!?
Nimm endlich viel Zeit und du wirst nur endlich viele Einträge bekommen, da ja das gegenwärtige Ende da ist, aber das vergangene Ende muss deswegen ja nicht auch ein Ende haben.
Nimm unendlich viel Zeit (also Zeitpunkt unendlich) und die Anzahl der Einträge ist unendlich, vorausgesetzt das Vergangenes unendlich ist.

und zu den Prämissen auch ein "nönö"
Ich würde nämlich deine Prämisse 2 anzweiflen.
Wie du viele, viele Seiten zuvor erklärst hast, ist der Mensch ja nicht nur die Materie aus der er besteht. Aus dieser unendlichen Erklärungskette die du mir da erklären konntest, leite ich jetzt heraus, dass der Mensch (als Atom oder mehr :-D ) schon ewig existiert, wenn die Kausalität unendlich ist......und umgekehrt, wenn sie endlich wäre. (was aber deine unendliche "wenn, dann Kette", die du hier im thread verteitigt hast, vernichten würde.)
Also fällt imo auch P2 für die Konklusio K1 weg.
Was ich mit P1 anfangen soll, weiß ich noch nicht ,aber irgendwie wurmt mich das auch. :ugly:
 
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