• Aktualisierte Forenregeln

    Eine kleine Änderung hat es im Bereich Forenregeln unter Abschnitt 2 gegeben, wo wir nun explizit darauf verweisen, dass Forenkommentare in unserer Heftrubrik Leserbriefe landen können.

    Forenregeln


    Vielen Dank

Amerika, Amerika, und am 6. Tag ...

crackajack am 24.01.2006 12:08 schrieb:
Jeder der will darf darüber streiten, ob obiges (ein Haufen Gottesbeweise) Schwachsinn ist.
Joa, dann mach ich auch mal.
alles muss man selber machen ;-)
Ey, als ob wir hier nicht mitmachen würden! *Grummel*
Ignorierst du uns?

Ich kann mir auch denken, dass Tokio Hotel (imo die beste Gruppe der Welt) einen Grammy für ihr Lebenswerk erhalten werden. *fg*
Oh mein Gott! Erst magst du HdR nicht, und jetzt das!!! oO
 
aph am 24.01.2006 11:04 schrieb:
Von mir aus können wir auch das tun. Aber auch die Steigerbarkeit zweifle ich an, ganz einfach, weil es alles unterschiedliche Dinge sind. Das meinte ich mit den zwei Bedeutungsformen. In einem Fall bedeutet Existenz, dass etwas in der realen Welt einen physischen Zustand hat. Was ist eine Idee? Existiert eine Idee, sobald sie gedacht wird? Existiert ein Schatten, der eigentlich eine sinnliche Erfahrung unsererseits, beruhend auf einer Unmenge an Strahlungsquellen, ist? Sind das alles Existenzen? Existieren mathematische Entitäten (was immer das ist)? Oder sind das alles ganz unterschiedliche Begriffe und nicht miteinander in einen steigerbaren Zusammenhang zu bringen? Ich tendiere zu letzterem.

Es ist nicht ganz so. Der Unterschied, der zwischen den ganzen von dir genannten Existenzaussagen besteht, ist der Gegenstandsbereich, auf den sie sich beziehen, aber von vorn:

Eine Existenzaussage sagt im Grunde aus, dass etwas Element dieser oder jener Menge sei. Denken wir uns beispielsweise den Satz „Pegasus existiert“. Weiter denken wir uns die Menge alles denkbaren, die Menge aller mythologischen Wesen, die aller Zahlen und die alles wahrnehmbaren.

Für die Menge alles denkbaren nun ist unsere Existenzaussage wahr, denn Pegasus ist ja denkbar. Auch für die Menge aller mythologischen Wesen ist die Existenzaussage wahr. Für die Menge aller Zahlen freilich ist sie falsch und bei der Menge alles wahrnehmbaren können wir nichts mit Sicherheit sagen.

Auf welche Menge aber beziehen wir uns dann, wenn wir sagen, Pegasus existiere? Man spricht hier vom default, also der voreingestellten Menge. Bei materiellen Gegenständen ist das i.d.R. die Menge alles wahrnehmbaren, bei Zahlen die aller Zahlen, bei Gesetzen die aller Gesetze usw. Wollte man aber ganz genau sein, so müsste man stets die Menge, auf die sich die Existenzaussage bezieht, dazunennen.

Der Unterschied also, der sich in deinen o.g. Existenzsätzen findet, ist jeweils die Menge, auf die sie sich beziehen. Der Form nach nämlich sind alle Aussagen identisch (es existiert etwas, dass F ist).

Der ontologische Beweis von Canterbury besteht nun einfach darin, zu sagen, dass die Menge aller möglichen Dinge (worin auch Gott gehört) eine graduell niedrigere Menge sei, als die aller wirklichen Dinge. Nähmen wir nun ein Element der Menge alles möglichen und stuften es graduell höher ein, so rutscht es in die Menge alles wirklichen.

Wenn wir allerdings hier angelangt sind, können wir wieder nur einwenden, warum denn die Menge alles möglichen graduell niedriger sei als die alles wirklichen (siehe fehlender Maßstab) und haben also damit keinen weiteren Einwand formuliert, sondern nur einen schon gebrachten anders.

Das mag sein .. aber der Beweis ist absolut nicht geeignet, mich von Gottes Existenz zu überzeugen. Wenn mir jemand einen schlüssigen Beweis vorlegt, warum 2+2 = 3 ist, und ich nicht sofort erkennen kann, wo der Fehler liegt und mir das einen Knoten ins Hirn pflanzt, fange ich trotzdem nicht an, an der richtigen Antwort 4 zu zweifeln. Ich denke, niemand erwartet, dass jemand von simpler Logik her zur Überzeugung kommt, dass Gott existiert, nur weil es in einer ontologischen Beweisführung den zwingenden Eindruck macht. Von daher sollten wir uns ein näheres Eingehen darauf sparen.

Whaaaaaa.....wer hat gesagt, dass ich dich von Gottes Existenz überzeugen wolle? Ja wer hat gesagt, dass ich überhaupt an Gott glaube? Ich selbst habe den ontologischen Beweis (mit Kant) widerlegt, wie sollte ich da Ansprüche haben, jemanden damit zu überzeugen? Wie ich schon schrieb, bin ich noch viel religionskritischer eingestellt als diese ganzen “Technoisten", die behaupten, unreligiös zu sein, und dabei nicht merken, dass Wissenschaft selbst eine Religion ist. Das einzige, was mich am ontologischen Gottesbeweis von Canterbury interessiert, ist der Gang der Argumentation selbst, denn dieser ist höchst spitzfindig und schwierig zu widerlegen.

PS: Du schriebst, du seiest Programmierer. Müsstest du da nicht eigentlich sehr viel mit Logik zu tun haben?
 
aph am 24.01.2006 12:41 schrieb:
crackajack am 24.01.2006 12:08 schrieb:
alles muss man selber machen ;-)
Ey, als ob wir hier nicht mitmachen würden! *Grummel*
Ignorierst du uns?
Jup. :finger:
Nee, das war eher auf ElNonsk bezogen.
Ich muss "seine" Gottesbeweise liefern, die ich selbst größtenteils für "schwachsinnig" halte. Naja bin selber schuld, bin halt zu ungeduldig. %-)

Natürlich ist dein blafasel dazu auch wichtig. :ugly:
Wo ist eig. Doc_Holiday. ;-(
Hast du ihn verscheucht?
Ich kann mir auch denken, dass Tokio Hotel (imo die beste Gruppe der Welt) einen Grammy für ihr Lebenswerk erhalten werden. *fg*
Oh mein Gott! Erst magst du HdR nicht, und jetzt das!!! oO
Ich mag lediglich die HdR Bücher nicht, die Verfilmung find ich :-X , trotzdem musst du da alleine flennen. :-P
 
Meinereiner am 24.01.2006 12:46 schrieb:
Wenn wir allerdings hier angelangt sind, können wir wieder nur einwenden, warum denn die Menge alles möglichen graduell niedriger sei als die alles wirklichen (siehe fehlender Maßstab) und haben also damit keinen weiteren Einwand formuliert, sondern nur einen schon gebrachten anders.
Es ist schon wichtig, dass wir den Einwand auf seinen Kern reduzieren, was du hiermit getan hast. Verschiedene Mengen mit keinen besonderen Auszeichnungen.

Whaaaaaa.....wer hat gesagt, dass ich dich von Gottes Existenz überzeugen wolle? Ja wer hat gesagt, dass ich überhaupt an Gott glaube?
Niemand?
Aber darf ich deine Argumente nicht auf Gott beziehen, wenn es in diesem Thread um Gott und Gottesbeweise geht? Nur darum geht es mir. Die Betrachtungen immer wieder in Bezug zum eigentlichen Thema zu setzen. Wenn wir hier nach Gottesbeweisen suchen, sollten es solche sein, die überzeugen können. Das kann ein spitzfindiger Begriffsverdrehungsbeweis niemals. Ich hoffe, das ist hier jedem klar.

PS: Du schriebst, du seiest Programmierer. Müsstest du da nicht eigentlich sehr viel mit Logik zu tun haben?
Ja.
 
aph am 24.01.2006 13:58 schrieb:
Es ist schon wichtig, dass wir den Einwand auf seinen Kern reduzieren, was du hiermit getan hast. Verschiedene Mengen mit keinen besonderen Auszeichnungen.

Sicher, intuitiv klang das mit den verschiedenen Formen ja auch recht gut, aber zuletzt ist davon nicht viel übrig geblieben, außer wieder nur das Fehlen eines Maßstabes, was aber ein weit schwächerer Einwand ist.

Whaaaaaa.....wer hat gesagt, dass ich dich von Gottes Existenz überzeugen wolle? Ja wer hat gesagt, dass ich überhaupt an Gott glaube?

Niemand?
Aber darf ich deine Argumente nicht auf Gott beziehen, wenn es in diesem Thread um Gott und Gottesbeweise geht? Nur darum geht es mir. Die Betrachtungen immer wieder in Bezug zum eigentlichen Thema zu setzen. Wenn wir hier nach Gottesbeweisen suchen, sollten es solche sein, die überzeugen können. Das kann ein spitzfindiger Begriffsverdrehungsbeweis niemals. Ich hoffe, das ist hier jedem klar.

Du darfst meine Aussagen gewiss in Bezug zum Thema setzen, aber ich habe gelegentlich den Eindruck, dass du mich in Schubladen steckst, in denen ich mich nicht sehr wohlfühle.

Ob darüber hinaus so ein Beweis wie der oGB niemanden überzeugt, können wir von unserem gemütlichen Plätzchen vor dem Monitor wohl kaum beurteilen. Vielleicht gibt es ja Leute, die den ontologischen Beweis überzeugend finden; sollten wir auf diese keine Rücksicht nehmen, nur weil uns der oGB nicht überzeugt? :P

PS: Du schriebst, du seiest Programmierer. Müsstest du da nicht eigentlich sehr viel mit Logik zu tun haben?
Ja.

Dann müsstest du diese ganze Geschichte mit dem Existenzquantor, Redebereichen etc. doch kennen oder wird die Prädikatenlogik in der Informatik nicht verwendet?
 
Meinereiner am 15.01.2006 12:07 schrieb:
Ich bin noch viel antireligiöser eingestellt, als diejenigen, die sich selbst Atheisten nennen; ich glaube noch nicht einmal an die Verbindlichkeit von Vernunft und Logik.

Das ist die inkonsequenteste Aussage, die ich je gehört habe.
Was hält Dich auf, Unvernünftiges und Unlogisches zu tun?
 
HanFred am 16.01.2006 13:47 schrieb:
aber calvinisten glauben z.b. doch auch daran, dass alles schon vorherbestimmt sei und nehmen ds im gegenteil als ansporn, besonders erfolgreich zu sein, um nachher die gewissheit zu haben, dass das alles für sie geplant worden sei.
ein bisschen wirr, ich weiss.

Das habe ich auch im Geschichtsunterricht gehört, als es um den Gottesstatt in Genf oder so ging. Das ist aber totaler Blödsinn und hat mit Calvin gar nichts zu tun. Und wenn es etwas mit Calvin zu tun hat, hat es nichts mit der Bibel zu tun. Schon allein die Idee, Erfolg im weltlichen Sinn mit der Errettung gleichzusetzen, ist biblisch völlig absurd. Ich bin mir ziemlich sicher, daß Calvin diese Unterstellung zurückweisen würde.
Wer an Jesus glaubt, hat das ewige Leben. Da kann man weder etwas hinzufügen, noch etwas von wegnehmen. Und da kann man sich sicher sein, auch wenn man ein Obdachloser unter einer Brücke wäre, wäre man dennoch ein Königskind vom allerhöchsten Adel. Das würde auch Calvin genauso unterschreiben. Bin ich mir ziemlich sicher.
Ich weiß nicht, wer solche Ideen in Umlauf bringt. Biblisch sind sie nicht und calvinistisch sicher auch nicht.
 
Meinereiner am 24.01.2006 14:30 schrieb:
Dann müsstest du diese ganze Geschichte mit dem Existenzquantor, Redebereichen etc. doch kennen oder wird die Prädikatenlogik in der Informatik nicht verwendet?

Wenn ich Informatik auch studiert hätte, würde ich diese Begriffe den Tätigkeiten, die ich täglich ausführe, vermutlich zuordnen können. So aber sagen sie mir rein gar nichts. Theoretische Informatik spielt in der alltäglichen Programmierung keinerlei Rolle und ist was für Professoren.
 
Doc_Holiday am 14.01.2006 19:44 schrieb:
So so, ich folgere mal:
- Amerika ist groß vor der Welt, also ein Greul vor Gott. Prima, ich hoffe, diese sog. Christen da drüben in den USA sehen das auch so ...
- Die Amis im Irak sind nicht für mich oder sonst einen Europäer gestorben, sondern vor allem für's Öl und der Illusion, man können den Terrorismus mit Waffengewalt beseitigen. Alles, was die Amis da tun, ist den Hass auf sich und die restliche westliche Welt noch weiter anzufachen (Und das hat die Welt sogar begriffen- außer Dir und eben den Amis .... Erschreckend.)
und wagen es dann, von einem "göttlichen Auftrag", einem "Kreuzzug" zu reden!!
- Nein, ich habe nichts gegen Amerika. Es ist ein wunderschönes Land. Das Problem sind die Menschen, die dort leben ... ( ;-) )
- Diese Zitate hier finde ich sehr hübsch:
"Die Vereinigten Staaten basieren in keiner Weise auf dem christlichen Glauben."
(George Washington (1732 - 1799), 1. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Begründer der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten)
"Der hundertprozentige Amerikaner ist ein neunzigprozentiger Idiot."
(George Bernard Shaw (1856 - 1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925)

Aber wir wollen ja nicht polemisch werden, gell?

"God's own country"- das ist nur mit viel gutem Willen noch eine Gotteslästerung ...


Oder habe ich die Ironie in Deinem Post übersehen? Ich hoffe es sehr ...

Laß uns nicht über politische Ansichten streiten. Ich weiß, mein Post war etwas unqualifiziert, weil ich provoziert habe. Sorry dafür. In Amerika, denke ich, findet man sowohl wunderschönes geistliches Leben, das sich nicht vor der Öffentlichkeit versteckt, als auch das Gegenteil davon.
 
Julkorn am 24.01.2006 14:53 schrieb:
Meinereiner am 15.01.2006 12:07 schrieb:
Ich bin noch viel antireligiöser eingestellt, als diejenigen, die sich selbst Atheisten nennen; ich glaube noch nicht einmal an die Verbindlichkeit von Vernunft und Logik.

Das ist die inkonsequenteste Aussage, die ich je gehört habe.
Was hält Dich auf, Unvernünftiges und Unlogisches zu tun?

Intuition.
 
Ich hab Schrödingers Katze geklaut..... :ugly:

Wie viele Dinge (im allgemeinen) wurden mit Naturwissenschaften bis jetzt logisch erklärt und wie viele mit Gott...
Kann man mit Gott die Flugbahn eines Steines berechnen???
Ich glaube nicht.
 
HateCrewDeathtroll am 24.01.2006 19:57 schrieb:
Ich hab Schrödingers Katze geklaut..... :ugly:

Wie viele Dinge (im allgemeinen) wurden mit Naturwissenschaften bis jetzt logisch erklärt und wie viele mit Gott...
Kann man mit Gott die Flugbahn eines Steines berechnen???
Ich glaube nicht.

Religionen sind durchaus mehr als nur bloße Hilfswissenschaften.
 
Und hier ist mein Beitrag zu dem Gottesbeweis-Thread.

http://www.messianicassociation.org/a-lj-god.htm
 
Okay. Das ist mysteriös. Die Seite ist heute morgen nicht mehr zu erreichen. Denial of service attack? Was auch immer.
Fakt ist, daß das die Seite der Organisation messianisch-jüdischer Gemeinden in Amerika ist. Die haben da allerhand wunderbare Artikel. :) Darauf wird aber auch gesagt, daß die Zahl der Juden, die Jesus als ihren Messias erkennen, immer größer wird. Das ist zwar wunderschön, aber wenn das stimmt, dann bedeutet das, daß die Zahl der Heiden, die zum Glauben kommen sollen, langsam voll wird. Davon spricht Paulus im Römerbrief 11, 25.26

Das heißt konkret, daß die Eintrittskarten ins Reich Gottes für Nicht-Juden weniger werden. Die Türen schließen sich. Ich habe mir das nicht ausgedacht. Weder die Stelle im Römerbrief, noch die Aussage dieser jüdischen Organisation. Es kann ja sein, daß die sich irren.

Bald heißt es vielleicht nur noch, wer gottlos ist, sei weierhin gottlos, wer gerecht ist, sei weiterhin gerecht und wer heilig ist, sei weiterhin heilig.

Wer aber meint, daß er vielleicht doch noch gerne etwas mit dem HERRN zu tun hätte, sollte damit nicht bis zum Sterbebett warten. Jetzt ist die Zeit.

Reich Gottes bedeutet ewiges Leben, ewige Freude und eine neue Erde und ein neuer Himmel, in denen Gerechtigkeit wohnt. Das heißt also ein ganz neus Universum. Und daß man Gott von Angesicht zu Angesicht sehen kann.
Wer sich je nach Liebe und Selbstwert gesehnt hat, findet dort beim HERRN seinen ganz persönlichen Himmel.

Ich weiß, wie das hier klingt und kenne auch die ganzen Karikaturen der "The end is near"-An-der-Ecke-Steher . Und trotzdem schreibe ich es, weil ich die Verantwortung sehe, das nicht für mich zu behalten, wenn das so zutrifft.
Wenn ich mich irre, bedeutet das nur, daß doch noch viele Heiden ins Reich Gottes kommen dürfen. Da irre ich mich natürlich gern. :)

So long.
 
Julkorn am 25.01.2006 10:20 schrieb:
wtf :confused:
versuchst du schon wieder leute zu missionieren ?

..das is genau der pkt wo mich der ganze mist aufregt. leuten das hirn vernebeln, panikmache. lass jeden glauben was er will. >:-|
..so ein käse zu erzählen.... wenn du nich bald an den richtigen gott glaubst, dann wirst du in ewiger verdammnis leben, mit höllenqualen und was weiß ich nich alles... ...wie kann man leute nur für so dumm verkaufen. arghhhh :pissed:
..ich lach auch keinen aus, weil er an gott oder den weihnachtsmann glaubt.

..drum lass es einfach leute hier aus dem forum missionieren zu wollen, das is besser für mein herz. :-S
 
Nochmal den oGB etwas anders formuliert:
1. G ist eine Abkürzung für "dasjenige, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann".
2. G kann begriffen werden.
3. Aus 2 folgt, daß G entweder Ga sein muss, d.h. etwas, das nur begriffliche Existenz hat; oder ein Gb, d.h. etwas, das sowohl begrifflich als auch in Wirklichkeit existiert.
4. Ein Gb wäre größer als ein Ga.
5. Man kann sich ein Gb vorstellen.
6. Die Annahme, daß G ein Ga ist, führt in Verbindung mit den Schritten 4 und 5 dazu, dass man sich etwas vorstellen kann, das größer ist als G, was der Definition von G in Schritt 1 widerspricht.
7. G kann also kein Ga sein. Schritt 3 zufolge muss G daher ein Gb sein.
Indem vorausgesetzt wird, dass G wirkliche Existenz hat, versucht Anselm von Canterbury nun zu zeigen, dass G - im Gegensatz zu anderen wirklichen Dingen - notwendig existiert, dass man sich also nicht vorstellen kann, dass G nicht existiert. Der Beweis gleicht dem vorigen und verläuft in den Hauptzügen wie folgt:
8. G ist entweder ein Gc, d.h. etwas, wovon man sich vorstellen kann, dass es nicht existiert; oder ein Gd, d.h. etwas, wovon man sich nicht vorstellen kann, dass es nicht existiert.
9. Ein Gd wäre größer als ein Gc.
10. Man kann sich ein Gd vorstellen.
11. Die Annahme, daß G ein Gc ist, führt in Verbindung mit den Schritten 9 und 10 dazu, daß man sich etwas vorstellen kann, das größer ist als G, was der Definition von G in Schritt 1 widerspricht.
12. G kann also nicht Gc sein. Laut Schritt 8 ist G damit ein Gd.

Auf den Einwand, dass es doch Menschen gebe, die denken, dass Gott nicht existiert, antwortete Anselm, dies seien Leute, die im eigentlichen Sinn gar nicht denken. Sie hätten nämlich die Bedeutung der Wörter, die in ihre sogenannten Gedanken eingehen, überhaupt nicht begriffen.


Ich begreife es wirklich nicht, also kann ich mir da schwerlich einen Knoten ins Hirn knoten. :-|

Soll der Beweis kurzgefasst aussagen, wenn ich mir etwas ausdenken kann, dann "muss" es das auch geben?

Ich bezweifle aber Punkt 2., das man Gott begreifen könne. Imo: Wenn es Gott gibt, kann er nur von Gott begriffen werden.
Sowie Punkt 9: Wieso soll etwas, wo man sich vorstellen kann, das man sich nicht vorstellen kann, das es nicht existiert, größer sein als etwas, wo man sich vorstellen kann, das es nicht existiert. :confused: (doch geknotet?)

Meinereiner am 24.01.2006 12:46 schrieb:
Wenn wir allerdings hier angelangt sind, können wir wieder nur einwenden, warum denn die Menge alles möglichen graduell niedriger sei als die alles wirklichen (siehe fehlender Maßstab) und haben also damit keinen weiteren Einwand formuliert, sondern nur einen schon gebrachten anders.
äh ja...
Warum soll alles Mögliche graduell niedriger sein als alles Wirkliche???
Die Menge alles Wirklichen ist imo in der Menge alles Möglichen enthalten und ist dasselbe. Das derzeit Wirkliche muss aber nicht alles je Mögliche sein.
Noch ein Knoten oder derselbe?
Ich versteh es wirklich nicht mehr... :-(

Meinereiner am 24.01.2006 21:54 schrieb:
HateCrewDeathtroll am 24.01.2006 19:57 schrieb:
Wie viele Dinge (im allgemeinen) wurden mit Naturwissenschaften bis jetzt logisch erklärt und wie viele mit Gott...
Religionen sind durchaus mehr als nur bloße Hilfswissenschaften.
Zustimm.
Ich habe nichts gegen Gott (Religion) als Erklärungsversuch.
Gott ist imo nur der Name aller unbekannten Variablen der Wissenschaften und somit genauso legitim wie Naturwissenschaften.

Julkorn am 25.01.2006 10:20 schrieb:
Das heißt konkret, daß die Eintrittskarten ins Reich Gottes für Nicht-Juden weniger werden.
Gilt das nur für Sitzplätze oder sind die Stehplätze auch schon ausverkauft? ;-(
Vielleicht versuch ich es am Schwarzmarkt. :ugly:
Julkorn am 25.01.2006 10:20 schrieb:
Okay. Das ist mysteriös. Die Seite ist heute morgen nicht mehr zu erreichen.
Das liegt daran, das sich der Systemadmin gerade um Karten für den Himmel anstellt. :oink:
 
crackajack am 25.01.2006 11:34 schrieb:
Soll der Beweis kurzgefasst aussagen, wenn ich mir etwas ausdenken kann, dann "muss" es das auch geben?

Nein. Der Beweis sagt aus, dass, wenn du dir etwas denkst, was nicht anders als existierend gedacht werden kann, dann muss es auch existieren.

Ich bezweifle aber Punkt 2., das man Gott begreifen könne. Imo: Wenn es Gott gibt, kann er nur von Gott begriffen werden.

In Punkt 2 ist bloß ein Begriff in den Beweis gerutscht, der dort nichts verloren hat. Es handelt sich um den Begriff „begreifen“. Ersetze ihn durch den Begriff „denken“, wodurch aus 2. wird „G kann gedacht werden“ und alles ist wieder in Butter.

Sowie Punkt 9: Wieso soll etwas, wo man sich vorstellen kann, [...] das es [...] existiert, größer sein als etwas, wo man sich vorstellen kann, das es nicht existiert.

Siehe unten.

Warum soll alles Mögliche graduell niedriger sein als alles Wirkliche???
Die Menge alles Wirklichen ist imo in der Menge alles Möglichen enthalten und ist dasselbe. Das derzeit Wirkliche muss aber nicht alles je Mögliche sein.

Recht kompliziert ausgedrückt, aber beinahe wahr. Die Menge alles wirklichen ist in der alles möglichen enthalten, denn alles, was wirklich ist, ist auch möglich. Die Menge alles möglichen ist aber nicht in der Menge alles wirklichen enthalten, denn nicht alles, was möglich ist, ist auch wirklich. Identisch jedoch sind die beiden Mengen in keinem Falle.

Stelle dir einfach einen Kreis vor. Nun stellst du dir weiterhin vor, dass in diesem Kreis ein kleinerer Kreis enthalten ist. Der große Kreis ist dann die Menge alles möglichen, der kleine die alles wirklichen. Identisch sind die Kreise aber doch wohl nicht.

Hmmm, so könnte man auch begründen, warum ein Wirkliches größer ist als ein Mögliches. Begriffen wir Existenz als Eigenschaft, so besäße ein wirkliches Ding x einfach mehr Eigenschaften, als ein nur mögliches Ding x. Dann scheint mit „größer“ tatsächlich größer (im Sinne von mehr Eigenschaften) gemeint zu sein und nicht etwa „graduell höher“. Gut, dann korrigiere ich mich an dieser Stelle.....und wieder geht ein Einwand flöten :( .....aber neue ergeben sich :)
 
Es glaubt doch wohl keiner in diesem Thread, dass auch nur ein einziger hier aufgrund irgendeines beliebigen Beitrags seine festgefahrenen Ansichten bzgl Gott oder Amerika ändern wird?

Ich schätze sie werden im Gegenteil eher verhärtet! Jeder wird die Wirklichkeit so sehn, wie sie am besten in seine Vorstellungswelt passt und alles andere konsequent ausblenden. Gebt es auf, das Thema ist einfach zu schwierig!
 
TheChicky am 25.01.2006 13:26 schrieb:
Es glaubt doch wohl keiner in diesem Thread, dass auch nur ein einziger hier aufgrund irgendeines beliebigen Beitrags seine festgefahrenen Ansichten bzgl Gott oder Amerika ändern wird?

Ich schätze sie werden im Gegenteil eher verhärtet! Jeder wird die Wirklichkeit so sehn, wie sie am besten in seine Vorstellungswelt passt und alles andere konsequent ausblenden. Gebt es auf, das Thema ist einfach zu schwierig!

Diskussion != Überzeugungsarbeit.
 
crackajack am 25.01.2006 11:34 schrieb:
Sowie Punkt 9: Wieso soll etwas, wo man sich vorstellen kann, das man sich nicht vorstellen kann, das es nicht existiert, größer sein als etwas, wo man sich vorstellen kann, das es nicht existiert. :confused: (doch geknotet?)

Das ist eigentlich logisch. Ich habe ja grundsätzlich Schwierigkeiten mit der "Höherwertigkeit" verschiedener Existenzen, aber diese mal vorausgesetzt, haut das hin. Etwas, von dem man sich vorstellen kann, dass es eigentlich gar nicht existiert (obwohl es das tut), ist schwächer in seiner Existenz, als etwas, von dem man sich auf gar keinen Fall vorstellen kann, es existiere gar nicht.

Nur: Genau damit habe ich ein Problem, besser gesagt: Mit Punkt 10.
10. Es kann ein Gd gedacht werden.

Wenn ich drüber nachdenke: Nein, ich kann mir kein Gd denken, von dem ich mir nicht vorstellen kann, dass es nicht existiert.

Ich habe mit der Beweisführung aber ein noch viel größeres Problem: Warum überhaupt sollte man anfangen, sich etwas zu denken, als das nichts Größeres gedacht werden kann? Hier wird Gott kurzerhand als ein solches definiert, mit dem Ziel, ihn durch Nachdenken zu beweisen. Aber erst dadurch, dass jemand anfängt, darüber nachzudenken, welche Eigenschaften dieses Größte im Vergleich zu anderen Existenzen hat, und die von dir genannte Beweisführung durchdenkt, erst dadurch erhält es seine Existenz. Oder im Umkehrschluss: Wenn niemand anfinge, darüber nachzudenken, würde es nicht zwingend existieren. Wie aber kann etwas existieren, dessen Voraussetzung das Nachdenken über es ist?
 
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