Meinereiner am 15.01.2006 13:59 schrieb:
Es gibt viele Argumentationsansätze; ein paar fallen mit so auf die Schnelle ein:
Konstruktivistisches Argument: Gehen wir also davon aus, dass der Mensch nur ein Haufen Materie ist. Damit einhergehend dürfen wir sicher auch unterstellen, dass ein Stück Holz nur ein Haufen Materie ist. Jetzt ergibt sich aber unser Problem: Wenn ein Stück Holz verbrennt, ist uns das ziemlich egal; verbrennt hingegen ein geliebter Mensch, so ist uns das nicht egal. Aber wie lässt sich das erklären, dass uns das eine emotional weniger berührt, als das andere? Nun offenbar ist ein geliebter Mensch doch irgendwie mehr als nur Materie. Dieses Mehr mag er nur für bestimmte Personen besitzen, gewiss: aber dennoch lässt sich so nicht leugnen, dass hier irgendwie eine Differenz zwischen Holzstückchen und Mensch besteht, die sich dadurch nicht erklären lässt, dass wir beide als Materiehaufen betrachten.
das is fast mein bsp mit dem blumentopf.
die bedeutung die ein gegenstand oder auch ein mensch für einen hat, ist doch vollkommen unabhängig von dem aus was er besteht.
...nehmen wir an es geht nich um ein stück holz, es geht um das gesellenstück eines tischlers .... wenn dieses (von mir aus) kurz vor der fertigstellung verbrennt, oder vielleicht auch nach jahren der erfolgreichen fertigstellung. der tischer wird tief traurig sein.... weil ihm sein erstes werkstück extrem viel bedeutet. auch wenn es nur ein stück holz is.
andersrum interessiert es inzwischen fast keinen mehr, wenn er in den nachrichten hört, dass ein mensch im z.b. irak erschossen wurde.... warum ??... weil er keine beziehung zu dem menschen hatte. ... bestimmt is es inzwischen auch eine abstumpfung durch die medien, die tägl. von toten berichten.
aber der tag is dem tischler dadurch versaut, weil sein schrank abgebrannt ist und nich weil ein mensch im irak gestorben ist.
Antiphysiologisches Argument: Von Leibniz gibt es eine sehr passendes Argument. Dieses richtet sich zwar gegen ein mechanistisches Weltbild, aber dieses können wir ja leicht auf das atomistische übertragen.
Stellen wir uns vor, wir gehen in eine Mühle hinein. Diese Mühle ist allerdings ein riesiger Apparat voller Zahnräder und dergleichen. Dieser hochkomplexe Mechanismus bewirkt irgendwie, dass die Mühle eine Wahrnehmungsfähigkeit besitzt: Sie kann sehen, hören, fühlen usw. Das Problem, was für uns besteht, ist allerdings folgendes: Wir sehen zwar jedes einzelne Zahnrad, jede Schraube, jede Zahnstange, aber dennoch erschließt sich daraus nicht, wie diese Mühle wahrnehmen kann. Die Mühle ist offensichtlich mehr, als nur die Summe ihrer Teile.
...wieso mehr ... ich will nun entlich mal hören was dieses mehr ist.
mein rechner besteht auch aus einer anzahl von einzelteilen .. graka, mobo,.. --> kondensatoren, spulen,.... --> kupfer, silizium,.... --> protonen, neutronen,...
ich han absolut keinen plan was alles passieren muss, dass mir die seite so auf dem moni angezeigt wird, oder was alles genau passiert, dass windows auch mal das macht was ich auf der tasta einhacke .... besteht mein rechner auch aus diesem mehr ?
...ich besteh quasi auch aus einzelkomponenten, die sich dann ins elementare zerlegen lassen und die gesammtheit funzt ... ich kann sehen und denken ...(und noch vieles mehr)
Antireduktionistisches Argument: Wir können über Menschen vielerlei Dinge aussagen, z.B. jemand sei ein guter Lehrer. Dass jemand ein guter Lehrer sei, lässt sich allerdings nicht allein dadurch erklären, dass er ein Haufen Materie sei.
richtig... das eine is der aufbau ..und das nadere die eigenschaften ....
.... als maschbauer hab ich in werkstofftechnik gelernt, dass stahl (material) sich durch behandlungen wie walzen in seinen eigenschaften verändert.
..was hat also der aufbau des lehrers/mensch etwas mit seinem handeln zu tun ... hat nich vielmehr das was ihm in seinem leben widerfahren ist einfluss darauf ?
Zwei-Welten-Argument: Hier kann ich glatt meinen Phänomenologieprof zitieren: In seinem Beruf ist der Hirnforscher davon überzeugt, dass z.B. Angst, Liebe, Gemütlichkeit, Erleichtertheit usw. nur irgendwelche Kombinationen von chemischen Stoffen sind. Küsst er hingegen zuhause seine Frau, so wird er dabei gewiss mehr wahrnehmen, als dass da nur ein paar Hormone etc. umherwuseln.
theorie und praxis sind immer 2 sachen ...
.gif)
.. was chemikalien alles für auswirkungen haben können ist wohl fast jedem jugendlichen heute bekannt

wie funktionieren denn schmerzmittel .... ??
offensichtlich basieren die empfindungen wohl doch auf chemischen prozessen. wie könnt ich sonst mit zugabe von chemikalien jemanden die schmerzen nehmen ?
Wissenschaftstheoretisches Argument: Verschiedene Wissenschaften begreifen den Menschen verschieden. Die Physik sagt, er sei ein Haufen Materie; die Physiologie sagt, er sei ein Haufen Organe und vieler, mit ihm in Symbiose lebender Organismen; die Psychologie sagt, er sei eine Zusammensetzung aus Leib und Bewusstsein; die Soziologie sagt, er sei etwas, das sozial sei usw. Wie aber sind diese verschiedenen Auffassungen miteinander vereinbar? Möglicherweise sind sie auseinander ableitbar, aber das ändert nichts an der Problematik. Offenbar sind alle Auffassungen richtig und wir können wohl sagen: Der Mensch ist ein Haufen Materie oder er ist ein Haufen Organe oder er ist eine Zusammensetzung aus Körper und Bewusstsein usw. Dieser gewiss wahre Satz geht aber freilich, wie man lesen kann, weit darüber hinaus, den Menschen nur als Haufen Materie zu begreifen.
organe= materie --> mensch= materie ... wo ist da die unvereinbarkeit?
natürlich kann ich einen gegenstand durch verschied. weisen betrachten.
..ich bin gerade dabei ne vorrichtung für die befestigung von räder am auto zu konstruieren.
- da hab ich stahl, plaste, kupfer, silizium und vieles mehr, sagt mir der werkstofftechnikmann
- da gibts regler und steuereinheiten, sagt mir der messtechniker
- da hab ich dynamische und statische elemente, sagt mir der tech-mechmann
.... und alle haben wohl recht. weil jeder die vorrichtung nach seinen fachspezifischen kriterien untersucht .....
...und...???
Wissenschaftstheoretisches Argument II: Die Physik sagt, der Mensch bestehe nur aus Atomen. Das ist allerdings, wie alles, was die Physik sagt, nur eine Theorie und kann nicht bewiesen werden. Denkbar sind auch andere Theorien.
jaja theorie
in der physik wird "theorie" nur anderes begriffen als von dem rest der meschheit
theorie ist quasi der höchste stand der erkenntnis.
abgesehen davon..... hast du schon mal ne aufnahme von nem rasterelektronenmikroskop gesehen ? ..da kann man z.b. die kornstruktur von stahl begutachten .... oder auch ein haar untersuchen ...und feststellen, dass es wohl einen atomaren aufbau hat
Phewww, das waren jetzt mal auf die Schnelle Argumente, die gegen diese von Elvis vorgeschlagene Auffassung vorzubringen sind. Viele davon sind natürlich diskussionswürdig, andere müssten viel genauer erläutert werden und wieder andere sind vielleicht nur Scheinargumente, aber alle entkräften kann man nicht; doch solange auch nur eines unentkräftet bleibt, ist Elvis’ These widerlegt.
naja das hab ich jetzt auch mal so auf die schnelle versucht ...
..aber trotzdem leg ich bei solchen theorien/argumente (was auch immer) mehr wert auf qualität und nich quantität .... es nutzt nix behauptungen, wie z.b. mit dem spagettimonster aufzustellen, nur um was entgegnen zu können. obwohl es, wie ich finde, die lächerlichkeit ziemlich gut zum ausdruck gebracht hat
