Männerhort
Hab mich von meiner Freundin mal wieder zu einer Komödie aus deutscher Produktion überreden lassen, obwohl das ein Genre ist, mit dem ich nicht so viel anfangen kann. Insgesamt dennoch ein netter, wenn auch etwas belangloser Film.
Es geht um drei Freunde die sich einen Zufluchtsort nur für Männer eingerichtet haben, in dem sie dem Bier, Fussball und Videospielen frönen können, ohne von ihren Lebenspartnern gestört zu werden. Alle drei Leben in einer Beziehung, mit der sie auf die ein oder andere Art nicht wirklich glücklich sind.
Die Autoren und die Regisseurin wollen ihn wahrscheinlich als Parabel auf feste Beziehungen und Männerfreundschaften verstanden wissen - was meiner Meinung nach wieder an der typischen deutschen Steifheit und der Klischée Kiste, aus der man sich bedient, scheitert. Der Film ist dennoch stellenweise recht witzig, was vor allem an Christoph Maria Herbst liegt, der seine sehr blassen Kollegen routiniert an die Wand spielt. Insgesamt nette, wenn auch sehr klischée behaftete Unterhaltung.
5,5 / 10
Etwas was mich abseits der Handlung jedoch massiv gestört hat ist das Product Placement. Man kennt das ja aus den meisten großen Filmproduktionen, dass alle plötzlich nur Sony produkte nutzen oder nur HP Bildschirme herstellt, oder alle nen Audi fahren. aber in diesem Film war es echt schon übertrieben:
- Der Kühlschrank wird aufgemacht, es steht eine einsame Bierdose darin, zoom auf das Warsteiner Logo.
- Einer der Freunde vertreibt Dixiklos. jedesmal wenn so ein Ding in Sicht kommt, irgendwo groß das Logo der Firma zu sehen, mehrere Sekunden.
- in dem Männerhort, werden konstant Chips gegessen - und dabei die Tüte so gehalten, dass immer der Name des Produkts gut zu sehen ist.
- Alle Mitglieder des Männerhorts fahren Autos aus dem VW Konzern. Sie werden mit Firmenlogo mehr als einmal groß in Szene gesetzt. Der Abschuss war dann der Spruch: "Du kannst mein letztes Hemd haben, du kriegst auch das Haus, aber meinen Bulli, den kriegst du nicht!"
Da ist definitiv eine Schmerzgrenze übertreten worden. Für so eine Frechheit sollte der Kinoeintritt, bzw. der DVD Preis so vermindert werden, dass ich eben das Kino noch unterstütze - So zahle ich ja beinahe für einen Überlangen Werbespott.
