Du meine Güte, da ist man mal eine Woche im gemütlichen Familienurlaub mit Frau und Kindern, während ihr hier eine Diskussionsschlacht veranstaltet – seid ihr alle von Sinnen?
Nachdem ich mich durch alle Einträge in diesem Thread gewühlt habe, gebe ich gerne noch ein paar eigene Gedanken dazu ab. – Bitte entschuldigt, wenn ich dabei vielleicht etwas abrupt zwischen den Themen hin- und herspringe, aber mir platzt gleich die Birne vor lauter Gedanken, die raus müssen:
Ganz ehrlich, wenn ich all die Meinungen hier lese, gibt es ja wohl nur eine Alternative: Die ganze Zahlenschieberei ist für die Katz! Wäre ich sofort mit dabei – aber die Frage bleibt: Was schreibt man drunter? Sternchen funktionieren nicht, Smilies/Winies ebenfalls nicht. Schulnoten – gemessen an welcher Definition?
To be continued…
Ich würde mal sehen wollen, was passiert, wenn wirklich nur noch ein „Kaufempfehlung ja/nein“ unter einem finalen Test drunter stünde.
In einer perfekten Welt würde ich persönlich unter jedem Test eine Art „Checklisten-System“ für objektiv abklopfbare Parameter wünschen, quasi eine erweiterte Form der Pro- und Contra-Punkte. Würde für den einzelnen Test bestimmt super funktionieren – bloß ist damit noch ein Produktvergleich möglich? Wie aussagekräftig wäre ein solches System und besser noch, welche Parameter braucht man dafür im jeweiligen Genre?
Das, was derzeit als PCG-Wertungsnote steht, kommt in den Meinungskasten eines Redakteurs. Würde auch genügen - und doch sehe ich schon wieder Heulen und Zähneklappen vor mir – Kein differenzierter Einkaufsführer mehr möglich, noch mehr nicht miteinander vergleichbare Wertungen, weil von unterschiedlichen Testern erstellt…
Noch was zum Vergleich zu Spielen wie KOTOR und Konsorten. Euch ist schon klar, dass die Wertungen teilweise noch vor Einführung der Mot-Kurve stammen? Hatten wir mal im Zuge des Einkaufsführers mit Auf- und Abwertungsorgie geändert – da blickte keine Sau mehr durch. Hm, braucht man da überhaupt noch einen Einkaufsführer mit Wertungen? Oder genügt es, pro Genre die unserer Meinung nach jeweils 10 besten Spiele aufzulisten, quasi als Must-Have! Wir hatten experimentiert - die Meinung der Community war jedoch eindeutig: "Wir wollen den alten Einkaufsführer zurück!" - Remember, der hat aber auch seine Tücken in puncto Vergleichbarkeit...
Spielewertungen, ein Fass ohne Boden?
Kehren wir einfach mal zum Wertungssystem der PCG zurück – in einem Punkt kann ich Thomas nur zustimmen – bitte seht eine PCG-Note als das was sie wirklich ist: Als eine mathematisch berechnete Größe, die als Parameter den Faktor Zeit (die tatsächlich gespielte Zeit) und die dabei subjektiv gefühlten Momente in einem Maß-System von 1 (sauschlecht) bis 10 (ultra-mega-geil) festhält. Dabei spielt ein Vergleich mit anderen Spielen überhaupt keine Rolle, es geht dabei um das reine Erlebnis im getesteten Spiel.
Löst euch von dem Gedanken, dass dieser Zahlenwert alleine die Kaufentscheidung darstellt. Es ist inzwischen längst erwiesen, dass die eigentliche Kaufentscheidung schon vor dem Test stattfindet. Schockiert? Wäre mit Sicherheit ein gutes Thema für einen weiteren Thread
Blickt euch doch nur mal intensiv in diesem Thread zu
The Witcher um. Es gibt kein objektives Testsystem, dass allen Meinungen gerecht wird – wie auch, es geht um subjektives Spielempfinden. Ist nun ein Test in einem Mag gänzlich überflüssig? Mit Sicherheit nicht, denn der Test kann wohl zu einer Meinungsfindung beitragen, die wiederum in eine Kaufentscheidung mit einfließen kann, jedoch sicherlich nicht (mehr) als alleiniges Kriterium. Nicht mehr im Zeitalter von Multi-Information auf "allen Kanälen", die das I-net bietet.
Wo wir/ihr gerade so schön beim Thema Professionalität sind – ihr macht mir Spaß, aber gut, packe ich mal meine Liste aus. Gothic 1 und 2 habe ich mehrfach heiß und innig gespielt. Gothic 1 trotz der fiesen Bugs, selbst mit Patch 1.08, G2 – der Leichenbug ätzte mich an, ebenso das zum Kotzen schlechte Balancing – drauf gesch… ich liebte das Spiel. Die Nacht des Raben - sowieso durchgespielt.
Action-RPGs sind ebenfalls auf meiner Platte gewandert, Diablo, Diablo 2, Titan-Quest, Loki, Silverfall, Silver (kennt das jemand?) und viele mehr. Mit Morrowind, Oblivion und den Shivering Isles habe ich mit Sicherheit – zusammengezählt – Jahre verbracht. Online züchtete ich einen WoW-Ork hoch, schlug und schlage stundenlange Quests in Guild Wars, Lotro, versuchte mich an SWG, erlebte beide KOTOR-Spiele bis zum (bitteren-Teil-2-Ende), Two Worlds habe ich gerade vor zwei Wochen zuende gebracht (mochte die Welt, das Design war jedoch lächerlich), Gothic 3 gab ich viele Chancen, um es dann zuletzt frustriert zu deinstallieren und ins Regal zu stellen. Die Bioware-Riege von Baldur’s Gate (komplette Reihe), Icewind Dale (1+2), Planescape Torment, ging komplett über meinen Monitor….genügt das als Voraussetzung (ich könnte sicher noch weitermachen), um meine persönliche Motkurven-84% (bzw. 88% nach altem System) unter The Witcher setzen zu dürfen? – Es wurde nach meiner Meinung zum Hexer gefragt: Kurz und knapp – kaufen, kaufen, kaufen! – Jeder, der einen Hauch Sympathie für ernste RPGs empfindet, sollte sich das polnische Werk zulegen. Ja es hat Macken, die ich genau so negativ empfinde wie Thomas. Trotzdem freue ich mich schon drauf, es weiter zu spielen, mit englischer Sprachausgabe versteht sich, denn die deutsche Version ist allzu oft falsch betont und die Stimmenwahl (gerade Geralt) misslungen. - Ansonsten, ich stehe auf das simple, aber cool anzusehene Kampfsystem, die rau dargestellte Welt, die Story, die sich schön entfaltet... alles in allem mein persönliches Lieblings-RPG für den Herbst!
So, Meinung kundgetan – ich beende damit den ohnehin viel zu lang geratenen Foreneintrag.
Diskutiert nicht zu viel, sondern fällt euer eigenes Urteil, indem ihr mit Geralt loszieht
Einen schönen Abend wünscht
Stefan Weiß