wertungsfanatiker am 21.11.2008 22:17 schrieb:
1. G 3 ist ab der Version 1.12 ein nicht nur spielbares, sondern aufgrund der offenen Welt, vielfältigen Handlungsmöglichkeiten auch 2008 noch immer ein teilweise weit überdurchschnittliches CRPG (im hohen 7x % bis niedrigen 8x % - Bereich).
Da bin ich mit dir einer Meinung. Ich mochte Gothic 3 und hatte sogar in Sachen Bugs enormes Glück und kam recht problemlos durch. Gothic 3 war sicher eine Enttäuschung für alle Fans der Vorgänger (mich inbegriffen) und wohl auch anfangs überbewertet - mittlerweile wird es schlechter geredet als es ist, da muss ich dir zustimmen.
Dies bedeutet entweder, dass das Addon wesentlich schlechter ist als das Hauptspiel in seinem Zustand zum Zeitpunkt der endgültigen Bewertung (ich meine, dies war im Mai 2007, also bereits mit 1.12.). Auch wenn ich das Addon noch nicht gespielt habe, erscheint mir das unrealistisch. Schließlich kann ich aus dem Test herauslesen, dass sich wohl nicht vieles geändert hat (immerhin scheint das Kampfsystem besser zu funktionieren).
Oder es bedeutet, dass sich die Wertungsgesichtspunkte grundsätzlich verändert haben. Ich kann ja verstehen, dass der Maßstab an CRPG 2008 (in allen Bereichen) ein höherer ist als 2006, aber haben sich die Verhältnisse so grundsätzlich geändert ? Es hat seit G 3 kein wirklich revolutionäres CRPG gegeben (nicht, dass G 3 eines gewesen wäre); TW, Fallout 3 sind allerdings erstklassige CRPG (desselben Subgenre). Eine so grundsätzliche Änderung müsstet ihr gesondert erklären ! Stärkere Abwertung durch Bugs ist sicher gerechtfertigt, doch selbst dann bestünde immer noch Erklärungsbedarf.
Leider drängt sich mir die dritte, eigentlich unter dem Gesichtspunkt des möglichst objektiven Testers unmögliche Deutung dieser Wertung auf: Mit der Wertung des Addon will die PCG nicht nur das Addon in Grund und Boden reden, sondern auch G 3 nachträglich noch einmal bestrafen. Auch hier kann ich verstehen, dass die Enttäuschung groß ist (...). Sie darf jedoch nicht dazu führen, ein eigenständiges (!) CRPG noch für seinen Vorgänger zu bestrafen. Das Addon ist allein lauffähig. Die PCG kann es mit dem Hauptspiel vergleichen, doch diese Bestrafung erscheint mir (ohne es bislang gespielt zu haben) ungerechtfertigt.
Was ist daran unrealistisch?
1. Es ist tatsächlich Zeit vergangen, inzwischen gab es ein Two Worlds und ein Oblivion Add-on, sowie ein The Witcher, das eine dreckige intensive und erwachsene Rollenspielerfahrung bot, wie wir sie von Gothic erhofft hatten. Außerdem ist die Grafi nicht besser, eher schlechter geworden, während er grafische Fortschritt aber weiterging. Das ist natürlich allein noch kein Grund für eine so schlechte Wertung, spielt aber mit rein.
2. Götterdämmerung fehlt es an Abwechslung. Die Wüste Varrant und das vereiste Nordmar fehlen komplett. Außerdem hat Götterdämmerung afaik nur eine Storyline - wo sind die Gilden, wo die unterschiedlichen Lösungswege für die Hauptquest geblieben? Schlechter als das Hauptspiel...
3. Die Kämpfe wurden verändert - wenn man den Test gelesen hat, weiß man, das verändert nicht glich verbessert heißt...
4. Bugs - oft enug erwähnt und gerade bei einem Add-on wie diesem an sich völlig unerständlich und unverzeilich (wenn man die Hintergründe [siehe diverse Gothic3-News heute] kennt wirds verständlich, verzeilich hingegen nicht).
5. Götterdämmerung macht einfach wirklich vieles schlechter, was der Test auch nennt: schwache 08/15-Quests und lieblose Botengänge, überfüllte Truhen mitten in der Wildnis, mangelhafter Komfort, weniger Atmosphäre als das Hauptspiel.
Die MÄngel sind da, der Test nennt sie - wo sind 20% Unterschied da bitte unrealistisch?
Edit: Da war doch glatt der Christian etwas schneller - muss an der aufgemotzten Tastatur inklusive Bissspuren liegen