AW:
Und nochmal: da der Gamer natürlich alles über Vertrieb und Entwicklung eines Spiels weiss, auch wenn er selbst keinen Funken Einblick in die Branche hat, bleibt es eine lupenreine DRM-Schikane seitens der Hersteller, weil damit eh keine Raubkopien verhindert werden. Es wird demzufolge seit Jahrzehnten nur aus Jux & Dollerei Zeit, Energie und Kapital in Kopierschutzverfahren gesteckt, die eh vollkommen überflüssig sind - aber man hat's ja? Das hat auch noch den netten Nebeneffekt, ein paar paranoide Spieler damit zu verprellen und ebenfalls zu den Raubkopien zu treiben. Wäre wirtschaftlich gesehen auch Quatsch, aber wie soll man sich sonst den Tag versüssen...?...
Trotzdem bleibt es die Schuld des *Raubkopierers*, dass Du weniger Rechte hast. Wer den Publisher da einfach nur als raffgierig hinstellt, macht es sich definitiv zu einfach. Jeder, der im Arbeitsleben steht sollte nachvollziehen können, dass sein Unternehmen profitabel wirtschaften muss.
Ich war noch dabei, als der Amiga an dieser Problematik unterging und ich fände es mehr als nur schade, wenn ich bei der Wiederholung dieser Geschichte auf Konsolen umsteigen müsste...
Der gerechte Lohn ist ferner doch die Wurzel des Übels! Würde ein Großteil der Spieler die Arbeit dahinter honorieren und das Kopieren nicht als Bagatelle ansehen, gäbe es das Problem überhaupt nicht...
DRM erschwert offensichtlich das Raubkopieren nur marginal, gängelt aber eben den Käufer. Wie würdest du dir vorkommen, wenn du z.B. in ein Restaurant Essen gehst und dich der Kellner bei jeder Bestellung darauf hinweist, dass du aber Zahlen musst, und du bitte schonmal vorweisen sollst, ob du auch genügend Geld dabei hast die Rechnung zu begleichen? Es ist inzwischen ja so, dass der Kunde erstmal "beweisen" muss, dass man das Spiel wirklich gekauft hat. Und natürlich darf ich auch meine Hardware nicht ändern, ohne bescheid zu sagen.
Publisher sind raffgierig. Das ist in einer Marktwirtschaft das Einzige was zählt: Mit allen Mitteln möglichst viel Geld einnehmen, und dabei möglichst wenig davon ausgeben. Speziell bei Unternehmen an der Börse. Ist der Aktionär unzufrieden schmiert das Unternehmen nämlich ab. Die Interessen des Käufers zählen nur deshalb weil er eben Geld bringt, nicht aus Sympatie. Leider ist es beim Spielemarkt so, dass zu wenige verzichten können/wollen, deswegen kann man den finanziellen Misserfolg seines Produktes den Raubkopierern zuschustern. Das ist nämlich genau so wie der umgekehrte Fall: es sich einfach machen. Ein einfaches Schwarz/Weiß-Malen ist hier zu einfach.
Man muss halt immer auch im Hinterkopf behalten, dass ein vollständiges Verhindern von Raubkopien die Geldmenge der Käufer auch nicht vergrößert. Die zusätzlichen Einnahmen im gesamten Spielemarkt sind dementsprechend auch beschränkt.
Für mich ist wie für viele Vorposter der Hauptgrund für DRM eine Verhinderung eines Gebrauchtverkaufes. Damit wird sich dann auch sicher nicht gegen den Raubkopierer gerichtet, sondern gegen den Kunden. Man kann sich ein Spiel dann eben nicht mehr 2-4 Wochen nach Release bei ebay statt für 50€ neu, eben für 30€ gebraucht ersteigern, was dem Publisher ja wiederum nichts bringt, auch wenn hier sowohl Neukäufer als auch Gebrauchtkäufer beide ein Spiel für sich günstig und legal erstanden hätten, wenn man das nicht durch Installationsbeschränkungen eindämmt.
Jetzt kommt etwas spekulatives: Ich nehme an, dass es auch ein interesse an den übermittelten Daten gibt, die sicher auch zumindest intern irgendwie ausgewertet werden. (Auch hier läßt sich potentiell Geld machen, und das muss dabei nicht vom Unternehmen selbst ausgehen, sondern "nur" von einem Mitarbeiter, der sich Zugang zu den Daten verschafft, um sich illegal ein zubrot zu verschaffen)
Zumindest bei mir gibt es einige Top-Spiele, die ich wegen DRM Gängelung nicht besitze, auch wenn ich sie Vollpreis gekauft hätte, was ich schon selten mache. Die meisten Spiele kaufe ich erst als Budget Version, ich kann darauf warten.