Ich garantiere dir, Disney steckt extrem viel Geld in Marktanalysen um herauszufinden, welche Inhalte beim Publikum aktuell gut ankommen. Die haben diese Entscheidung nicht mit dem Würfel getroffen.
Ein romantischer Gedanke. Woher die Entscheidungen kommen, ist tatsächlich sehr ernüchternd.
Wäre es so, dass man tatsächlich Zeit und Geld in eine seriöse Analyse stecken würde, kämen ganz andere Produktionen raus.
Auch wäre es sinnvoll einen Schluck Kaffee zu nehmen und sich kurz zu überlegen, ob das überhaupt Sinn macht.
Was sollte eine Marktanaylse ergeben? Was wird gefragt? Wie untersucht man das? Wie wird es ausgewertet?
Menschen befragen? Wen? Aktuelle Kinogänger? Brauche ich nicht, die Besuchszahlen der bisherigen FIlme liegen vor. Trends von Streaminganbietern? Die rücken diese Zahlen aus gutem Grund nicht raus.
Film-Fans befragen? Wo? Wie wähle ich die aus? Damit steuere ich bereits das Ergebnis.
Ich kann hier lange weiterschreiben, verrate jetzt aber so viel:
Es gibt dafür KEINE Marktanalyse. Gibt es auch nicht bei Serien, Spielen, Musik oder irgendwelchen anderen Medieninhalten.
Das Prozedere ist zumindest in Hollywood seit Aufkommen der Blockbuster in den 80ern identisch:
Zombiefilme laufen gut? Ok, wir machen auch einen. Haben wir ein passendes Drehbuch? Ok.
(Produktionsfirmen lagern TAUSENDE von Drehbüchern auf Halde, viele werden nie verfilmt.)
Was trendet aktuell in den Medien? (Ja, hier wird dann die Nase in Twitter und andere Medienblasen gesteckt.) Wokeness? Ok, das bauen wir als Thema ein.
Welche Zielgruppe haben wir? (Es gibt 4 Zielgruppen in Hollywood, wirklich NUR 4! Davon müssen mindestens 2 angesprochen werden) Ich denke mir das übrigens nicht aus.
1 - jung, männlich
2 - alt, männlich
3 - jung, weiblich
4 - alt weiblich
Ok, Zombiefilm spricht Gruppe 1 an. Wir bauen eine weibliche Hauptrolle ein, um Gruppe 3 anzusprechen.
Wir wollen Wokeness einbauen.
Die Rolle wird mit einer Minorität besetzt und die männlichen Rollen werden im Skript charakterlich abgeschwächt, um die Hauptrolle stärker hervorzuheben.
Was jetzt als Film rauskommt, richtet sich noch nach dem Budget, dass in Abhängigkeit von Besetzung und geplantem Filmstart festgelegt wird.
Kann man so gute FIlme machen? Ja, wenn der gewählte Regisseur die Vorgaben so hinbiegt, dass es stimmig wird. Es gibt auch Regisseure, die sowas auch stur abarbeiten. Auch da sind Handwerkernaturen und schlicht unerfahrene Menschen dabei.
Wenn ihr Hollywood-Filme seht, die nicht nach diesem Schema entstehen, dann sind die von Regisseuren wie z. B. Leitch, Tarantino etc. Hier sind die Produzenten auch bereit auf political correctness etc. zu pfeifen, weil der finanzielle Erfolg anhand bisheriger Produktionen absehbar ist.
Aber die guten Regisseure sind rar. Also dient Schema F und oberstes Ziel ist der Aufbau einer Franchise. Fortsetzungen sind sicherer als etwas Neues. Remakes erfolgreicher Filme sind sicherer, usw.
Ihr bekommt von einem großen Studio nichts nie dargewesenes wie bei Arthouse und Indieproduktionen, weil das finanzielle Risiko IMMER im Vordergrund steht.
Das gleiche gilt bei Spieleproduzenten. EA, Blizzard, Ubisoft produzieren safe mit Bedacht auf minimales Risiko.
Denn genau darum geht es. Die Branche produziert ein PRODUKT, dass sie verkaufen möchte. Keine Kunst.
Die Message ist egal. Es wird das aufgegriffen, was aktuell ist.