Im Laufe meiner „Spieler-Laufbahn“ habe ich viele Veränderungen und Umbrüche erlebt.
Der Wechsel von Diskette zur CD-ROM zum Beispiel. Davor noch den Wechsel von der Datasette zur Diskette.
Was gab es damals für ein Geschrei…ja, muss ich mir jetzt extra ein CD Laufwerk kaufen? Die kosteten im Schnitt um die 400 D-Mark. Das war viel Geld.
Ja, musst du, denn es wird bald keine Disketten mehr geben.
Der Wechsel von der CD zur DVD…Ja, was jetzt? Muss ich mir jetzt ein DVD Laufwerk auch noch zulegen?
Ja, musst du, wenn du weiter spielen möchtest.
Der Wegfall physischer Medien beim PC, Steam sei „Dank“ und der Umbruch hin zu rein digitalen Distribution.
Ich habe Valve damals verflucht, weil mit dem 56k Modem hat es Stunden gedauert, bis allein Steam - beinahe durch tägliche Updates - wieder einsatzfähig war und ich Half Life 2 weiterspielen konnte.
Was heute nicht viel länger wie ein Fingerschnips dauert, bedeutete damals teils stundenlanges Warten.
Ja, da wurde sich verständlicherweise mächtig drüber aufgeregt, doch letztlich ist es so gekommen, wie wir es heute kennen.
Und ja, es gibt mehr als einen Store beim PC, doch seinen wir mal ehrlich, bis auf wenige Prozente nach links und rechts, hat doch Steam längst ein Quasi-Monopol.
Am Ende steht die Preisdebatte im Vordergrund und nicht großartig was anderes. Dabei ist es den allermeisten (nicht allen) doch inzwischen vollkommen egal, ob sie ein Spiel digital oder physisch erwerben. Die übergroße Mehrheit tut es doch bereits seit vielen Jahren überwiegend digital und die Mehrheit hat durch ihr Kaufverhalten über so lange Zeit die Situation, die vermutlich dann ab 2028 kommen wird, selbst herbeigeführt.
Das Ergebnis einer Umfrage in der Community hier oder auf anderen dedizierten Spieleseiten spiegelt nicht die Allgemeinheit ab, da bin ich mir absolut sicher. Das ist ein verschwindend geringer Prozentsatz im Verhältnis zu vielen Millionen Spielern und Konsumenten außerhalb dieser kleinen Bubble.
Dem Anbieter deswegen den alleinigen Schwarzen Peter zuzuschieben, halte ich bestenfalls für scheinheilig. Die Mehrheit hat längst anders entschieden, so wie bei den ganzen Veränderungen und Umwälzungen in der Vergangenheit auch.
Dennoch bin ich natürlich deshalb kein absoluter Verfechter rein digitaler Distribution.
Wenn es so kommen sollte, muss am System (hier speziell dem PS Store) gründlich gearbeitet werden. Es muss kundenfreundlicher werden, vergleichbar mit beispielsweise Steam, es muss transparenter werden.
Als Besipiel - und das wurde bisher hier zumindest noch in keiner Debatte zu Wort gebracht - ein Punkt, der vielleicht auch hier nur sehr wenige betrifft, aber woanders schon.
Was ist, wenn ich mit meiner digitalen Spielebibliothek, speziell auf der Playstation, in ein Land umziehe, in dem kein PSN verfügbar ist - Stichwort Regionalsperre. Dann wären alle meine digital erworbenen Inhalte komplett wertlos.
Sollte also Sony das so machen und durchziehen wollen, muss ganz dringend noch einiges dahingehend passieren.
Vielleicht hat man es noch gar nicht zu Ende gedacht, welcher Rattenschwanz da noch dranhängt.