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PlayStation-Spiele gibt's bald nur noch digital: Das klare Urteil der PCG-Community

AnnikaMenzel

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Ich war früher Sammler aller Medien, die ich in die Finger bekam. Bücher, VHS-Kassetten, MC, CD, DVD... Bei einem meiner Umzüge habe ich mir gedacht, was mache ich hier eigentlich? Will ich irgendwann ein Museum vererben? Wie oft schlendere ich durch meine Wohnung, streiche über meine Datenträger und schwelge in Erinnerungen? Nach und nach konnte ich loslassen. Und es war für mich eine Erleichterung. In Sachen Games bin ich ab Kauf der PS4 komplett auf Digital umgestiegen, habe seitdem kein physische Version mehr gekauft. Aber natürlich kann ich komplett nachfühlen, dass viele es anders sehen.

Trotzdem folgt ein kurzes Plädoyer pro Digital. Gern auch in diesem Thread dann Feuer frei auf meine Meinung... ;)

Der rein digitale Vertrieb ist ein notwendiger Schritt. Die Games-Industrie setzt längst auf Cloud-Infrastrukturen. Nach einer Übergangsphase von nun doch vielen Jahren weiter dauerhaft auf den Verkauf von Installationslizenzen in Plastikverpackungen zu setzen, ist nicht logisch.

Vom Brief zur E-Mail, von der Musik-/Film-Disc zum Streaming: Es gibt zunächst immer Widerstand. Hätte die aktuelle PCG-Umfrage vor 5 Jahren stattgefunden, wären mit Sicherheit nicht 25% unberührt von der Umstellung gewesen. Und in nochmal 5 Jahren wird es kaum mehr jemanden jucken. Fortschritt bedeutet halt, sich von altvertrauten Dingen verabschieden zu müssen. Da nostalgisch zu werden ist völlig schön. Ich liebe das Feeling auch. Es ist aber halt Retro, also vergangen. Wer den Wegfall der Wiederverkaufsmöglichkeit anprangert, klammert sich im Endeffekt auch nur an ein Relikt aus früheren Tagen. Statt dem Gebrauchtmarkt künstlich am Leben zu erhalten, muss ein digitaler Markt mit fairen Regeln entstehen. Funktioniert im PC-Bereich bereits nicht außergewöhnlich schlecht, finde ich.
 
Das Gefühl der Erleichterung beim Umzug kann ich voll unterschreiben – Boxen nehmen Platz weg und verstauben. Ich kaufe selbst vieles digital aus reiner Bequemlichkeit. Das Problem ist hier aber nicht das Format an sich, sondern der Wegfall der Wahlfreiheit. Sony könnte ja weiterhin laufwerkslose Konsolen anbieten (was sie tun), aber den Disc-Käufern die Option lassen. Wenn der Verzicht im Namen des "Fortschritts" erzwungen wird, geschieht das nicht zum Wohle der Gamer oder der Umwelt, sondern einzig und allein zur Maximierung der Gewinnmargen des Plattformhalters.
 
Naja, das Ende des digitalen Knastes wird gerade eingeläutet. Ich glaub den meisten (sonst wären wir auch nicht da wo wir sind) ist noch nicht ansatzweise klar, wie stark hier Veränderungen einschlagen werden, und in wievielen Bereichen. Das derzeitige "Matrixprogramm" läuft halt nicht geil, eher vollkommen ungeil (und allein mit einem Abrißprogramm kann das nicht erklärt werden), und mehr davon (oder mehr davon und doch etwas anders) wird die schlechte Show nicht retten. :D

Das bedeutet nicht, daß es da nicht auch digitale Gulags für die charakterlich und geistig oft Faulen gibt. :D Aber halt freiwillig, nicht erzwungen. Da kommt dann zusammen was zusammengehört, von Anbieter.- wie von Konsumentenseite. Das wird anbei ebenfalls in ganz vielen Bereichen der Fall sein.

PS: Es kommt wie es kommt, jetzt schau ma mal. Ich mach derweil einen auf Nintendo-Cartridge. :D Kann mich ja keiner zwingen PS Käse zu konsumieren, das 500ste voll langeweilige action-advendture-souls-like Triple A Gedöns holt mich da auch nicht so ab. :D
 
Im Laufe meiner „Spieler-Laufbahn“ habe ich viele Veränderungen und Umbrüche erlebt.
Der Wechsel von Diskette zur CD-ROM zum Beispiel. Davor noch den Wechsel von der Datasette zur Diskette.
Was gab es damals für ein Geschrei…ja, muss ich mir jetzt extra ein CD Laufwerk kaufen? Die kosteten im Schnitt um die 400 D-Mark. Das war viel Geld.
Ja, musst du, denn es wird bald keine Disketten mehr geben.
Der Wechsel von der CD zur DVD…Ja, was jetzt? Muss ich mir jetzt ein DVD Laufwerk auch noch zulegen?
Ja, musst du, wenn du weiter spielen möchtest.
Der Wegfall physischer Medien beim PC, Steam sei „Dank“ und der Umbruch hin zu rein digitalen Distribution.
Ich habe Valve damals verflucht, weil mit dem 56k Modem hat es Stunden gedauert, bis allein Steam - beinahe durch tägliche Updates - wieder einsatzfähig war und ich Half Life 2 weiterspielen konnte.

Was heute nicht viel länger wie ein Fingerschnips dauert, bedeutete damals teils stundenlanges Warten.
Ja, da wurde sich verständlicherweise mächtig drüber aufgeregt, doch letztlich ist es so gekommen, wie wir es heute kennen.
Und ja, es gibt mehr als einen Store beim PC, doch seinen wir mal ehrlich, bis auf wenige Prozente nach links und rechts, hat doch Steam längst ein Quasi-Monopol.

Am Ende steht die Preisdebatte im Vordergrund und nicht großartig was anderes. Dabei ist es den allermeisten (nicht allen) doch inzwischen vollkommen egal, ob sie ein Spiel digital oder physisch erwerben. Die übergroße Mehrheit tut es doch bereits seit vielen Jahren überwiegend digital und die Mehrheit hat durch ihr Kaufverhalten über so lange Zeit die Situation, die vermutlich dann ab 2028 kommen wird, selbst herbeigeführt.
Das Ergebnis einer Umfrage in der Community hier oder auf anderen dedizierten Spieleseiten spiegelt nicht die Allgemeinheit ab, da bin ich mir absolut sicher. Das ist ein verschwindend geringer Prozentsatz im Verhältnis zu vielen Millionen Spielern und Konsumenten außerhalb dieser kleinen Bubble.
Dem Anbieter deswegen den alleinigen Schwarzen Peter zuzuschieben, halte ich bestenfalls für scheinheilig. Die Mehrheit hat längst anders entschieden, so wie bei den ganzen Veränderungen und Umwälzungen in der Vergangenheit auch.

Dennoch bin ich natürlich deshalb kein absoluter Verfechter rein digitaler Distribution.
Wenn es so kommen sollte, muss am System (hier speziell dem PS Store) gründlich gearbeitet werden. Es muss kundenfreundlicher werden, vergleichbar mit beispielsweise Steam, es muss transparenter werden.

Als Besipiel - und das wurde bisher hier zumindest noch in keiner Debatte zu Wort gebracht - ein Punkt, der vielleicht auch hier nur sehr wenige betrifft, aber woanders schon.
Was ist, wenn ich mit meiner digitalen Spielebibliothek, speziell auf der Playstation, in ein Land umziehe, in dem kein PSN verfügbar ist - Stichwort Regionalsperre. Dann wären alle meine digital erworbenen Inhalte komplett wertlos.
Sollte also Sony das so machen und durchziehen wollen, muss ganz dringend noch einiges dahingehend passieren.
Vielleicht hat man es noch gar nicht zu Ende gedacht, welcher Rattenschwanz da noch dranhängt.
 
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