AW: News - Online-Sucht: Frontal 21-Bericht:
tommy301077 am 06.08.2009 09:33 schrieb:
Der Gewohnheits-Zuschauer der ÖR jenseits der 50 Jahre hört nur "Spiel...süchtig machen...abhängig...Gewalt...kämpfen...Altersgrenze nach oben" ...große Zustimmung, dass gegen diese Teufelszeug etwas unternommen wird und ein Hoch auf die gute alte Zeit, als es sowas noch nicht gab!
Erinnert mich an die Gewohnheitsspieler der Online- oder Brutalogames unter 30 (bzw. oftmals eher unter 15...), die hören nur "süchtig machen, abhängig, brutal, Gewalt, kämpfen, Altersgrenze anheben" und sind sich einig, dass sie in keiner Demokratie mehr leben, dass gegen sie in breiter Masse gehetzt wird, und dass die Medien sich natürlich verschworen haben, um die armen Spieler auf breiter Front zu diskriminieren. Große Zustimmung, dass man gegen solche Politiker (egal mit welchen Mitteln...) "vorgehen" muss, oder man generell konfuse Parteien aus blinder Wut wählt, die weder ein Programm haben, noch halbwegs kompetente Köpfe in öffentlichen Diskussionen platzieren konnten.
Resümee: Eine Medaille beschriftet mit 2 starren Meinungskonstrukten. Die Spieler sind den angeblich voreingenommenen Politikern und Medien ähnlicher, als man glaubt. Eine Beobachtung, die ich hier und in anderen Foren schon öfter machen dürfte.
WoW hat eben ein hohes Suchtpotential. WoW und andere Spiele dieser Art sind explizit darauf ausgelegt, dass man erst als Vielspieler nennenswerte Erfolge feiert (Ausrüstung, Level, Prestige), WoW fängt labile Menschen (von denen es leider immer mehr gibt) perfekt mit der Mechanik und dem Spielkonzept ohne logisches Ende in Kombination mit dem Faktor virtuelle Gemeinschaft. Ich wette, dass jeder Mensch der Spieler und Vielspieler in seinem privaten Umfeld hat, mindestens einen WoW-Konsumenten kennt, der deutlich übertreibt, und täglich einige Stunden spielt, bzw. deshalb sogar private Kontakte schleifen lässt. Gerade in den fernöstlichen Gefilden ist dieses Suchtphänomen nicht zu leugnen, und nun schwappt die Problematik auch in die westlichen Abschnitte.
Insgesamt fand ich den Beitrag von Frontal 21 noch gesittet und authentisch. Auch wurden NICHT ALLE WoW-Spieler über einen Kamm geschert, sondern es wurde explizit auf die schlimmen Fälle bzw. das negative Potential eingegangen.
Positive Aspekte wie Knüpfung neuer Kontakte, Entwicklung von Teamgeist und Förderung des logischen Denkvermögens und der Hand-/Augen-Koordination werden bewusst ausgeblendet, da dies nicht mit dem Weltbild der greisen Redaktion vereinbar ist.
Wer WoW täglich 30 - 100 Minuten spielt, mag das noch auf halbwegs gesunde Art unterstützen. Nur ging es im Bericht um die, die jegliches Zeitgefühl verloren haben. Diese Punkte mögen tatsächlich auf einige Spiele in breiter Masse übertragbar sein, aber sie kann man in erster Linie perfekt auf die Realität und Sportclubs übertragen. Volley-Ball erfüllt quasi alle Punkte. Und Erfolgserlebnisse bekommt man dort auch, ohne sich von der Realität abschotten zu müssen. Wenn Spiele rangezogen werden, um "Kontakte" zu finden, dann ist das imho mehr als bedenklich und ein Paradebeispiel für eine Gesellschaft, die sich immer fremder wird - moralisch und zwischenmenschlich.
Regards, eX!