Ist das Spiel bezogen auf die Community gestorben noch bevor es offiziell veröffentlicht wurde? Entweder hatte ich heute chronisches Pech, oder es ist wirklich fast ein Ding der Unmöglichkeit, mal 4 Leute zum Spielen zu finden. Eine ähnlich traurige Situation gab es als Splinter Cell Pandora Tomorrow im Sterben lag, und man teilweise 30 Minuten in der Lobby verbrachte, bis man ENDLICH 4 Spieler gefunden hatte.
Insgesamt geht mir dieses Lobby-System extrem auf die Nerven. Da hätte man eine andere Lösung finden müssen, die funktionaler, effektiver und vor allem schneller ist. Keine Ahnung wie oft ich schon beim Verbindungsaufbau rausgeflogen bin, bzw. wie oft das Spiel selbst unter extrem schlechten Latenzen (man sieht als Joiner ja keine Server-Stats...) litt. So eine Katastrophe sah ich zuletzt nur bei Söldner.
Generell habe ich den Eindruck, dass L4D qualitativ verglichen mit anderen Titeln von Valve zum Teil extrem abfällt. Zombies stecken Köpfe und andere Körperteile in die Wände (Clipping-Fehler), Zombies greifen aufgrund von Latenzen spät, gar nicht oder plötzlich aus dem Nichts an. Der Hunter taucht teilweise in geschlossenen Räumen aus dem Nichts auf, ebenso der fette Boomer. Die Witch lief in der kaputten U-Bahn Amok, nachdem sie alarmiert wurde, konnte aber nicht den Weg aus dem Wrack finden. Der KI-Director scheint auch nicht gerade schlüssig zu funktionieren: Man hat in den Wohnungen alles (alle Klos, alle Seitenräume) gesäubert, und trotzdem kommen Zombies nach einer Boomer-Markierung wieder aus Räumen, die vorher absolut frei waren. Das ist einfach "unglaubwürdig" (selbst für ein Zombiespiel). Von bisher geschätzten 40 Durchläufen waren 30 technisch absolut furchtbar (Lags, Abbrüche, einmal ist sogar das Spiel abgeschmiert). 5 liefen problemlos und ideal, und die restlichen waren erträglich. Interessant ist aber der angesprochene Spielerschwund. Am Donnerstag konnte man schnell eine Gruppe finden. Gestern dauerte es bereits länger und heute habe ich fast alle Spiele mit einem Menschen und 2 KI-Kollegen gespielt, weil sich sonst keiner mehr finden lassen wollte.
Entweder hatte ich nur "Pech", oder L4D kränkelt tatsächlich noch an vielen Krankheiten, die imho einen Ladenpreis von 50 Euro absolut utopisch erscheinen lassen. Selbst dieses ominöse Update von heute hat an der Situation kaum etwas verändert.
Edith: Rein vom Inhalt stößt mir L4D auch etwas sauer auf. Als Fan der 28- und Dawn of-Serie hätte ich mir eine gewisse verständliche Rahmenhandlung gewünscht. Sind das nun echte Untote, oder nur verrückte Infizierte? Untote nach Definition von Romero sterben nur, wenn man das Hirn zerstört (sind ergo auch ganz ohne Organe lebensfähig). Die Viecher im Spiel sind hingegen "Weicheier". Die verrecken zum Teil schon, wenn man denen 2x in den Fuß schießt (an einem Zombie mit KI-Macke getestet), oder denen mit dem Sturmgewehr einen Schlag versetzt. Dann wieder das Verständnisproblem: Die Zombies halten fast nix aus, und trotzdem ist die ganze Welt ausgestorben? Warum hat man noch Strom, obwohl Generatoren in der Stadt von Zombies überrannt wurden? In Dawn of the Dead (2004) gab es kurz nach dem Ausbruch massive Stromausfälle, ebenso in 28 Days later. Man wird von einem Hunter oder einer Witch fast zerfetzt, und trotzdem wird man nicht infiziert? Was passiert in diesem Universum? Ich vermisse da einfach einen roten Faden, der mir den angedeuteten Inhalt rund um die ominöse Infektion verständlich macht. Wenn man sich schon von Filmen inspirieren lässt, dann muss man dem Spieler doch auch eine Grundlage geben, die alles verständlicher macht. Selbst Quake Wars hatte das.
Regards, eX!