Boesor am 14.03.2009 13:53 schrieb:
Ich weiß, wir Spieler haben unsere Reflexe, aber bis auf die übliche CSU finde ich die Diskussion diesmal eigentlich bemerkenswert sachlich.
Dito. Gerade "Hart aber Fair" hat mich da sehr positiv überrascht. Und Pfeiffer ist nicht so "wirr", wie öfter mal (auch hier) dargestellt. Schon im Interview mit der CBS (3/2009) hat der recht verständlich seinen Standpunkt dargelegt:
-> Spiele als einzige Ursache? Nein. Ganz klar nein.
-> Spiele als Katalysator bzw. Ideenlieferant? Abhängig von der psychologischen Vorgeschichte durchaus möglich und realistisch. Der interaktive Part ist da entscheidend. Filme wirken auf andere Hirnregionen und sind aufgrund der Passivität gänzlich andere - statische - Medien.
-> Brutalste Spiele verbieten? Im Zweifelsfall Ja. Zwar haben wir die Gesetze dazu (verbindliche Freigaben, Indizierungen, Beschlagnahmungen), nur werden die kaum von Eltern und den Verkäufern beachtet, und die USK leistet sich öfter Fehltritte bei der Freigabe (was ich auch so sehe). Entweder die existenten Regeln umsetzen, oder eben der kalte Entzug (völliges Verbot), wobei er dort auch ausdrücklich betonte, dass dies faktisch nichts bringt, weil Spiele im Netz beschaffbar sind und Verbote automatisch verstärktes Interesse wecken.
....
Dass Spiele verstärkt erwähnt werden, mag jenen, die scheinbar eine zu innige (maybe fanatische?) Beziehung zu diesen Medien haben stark gegen den Strich gehen. Aber ich als Mensch, der gerne beide Seiten sichten und verstehen will, komme mit der aktuellen Berichterstattung klar und erkenne da bisher noch nichts wirklich Schlimmes (außer eben die ewiggleiche Leier der CSU und die Berichterstattung von Medien die normalerweise kein mündiger Mensch für voll nimmt). Auch keine Hetzjagd. Ich gehe daher mit Boesors offenen Politik der Sichtung absolut konform.
Leider werten viele Internettexter (gilt jetzt für alle Foren) die bloße Erwähnung des geliebten CSS mal wieder als Schlag ins Gesicht, und das merkt man auch an der Art, wie formuliert wird. HIER geht es ja noch halbwegs gesittet zu, aber in anderen Foren wird mal wieder verstärkt die Keule geschwungen (alles Idioten, verbietet Brot (

), Gewaltandrohungen, Aufruf zum Zerschlagen der Demokratie und ähnlicher Unsinn). Wer sich so radikal darüber aufregen kann, darf imho auch nicht ernstgenommen werden, bzw. muss irgendwie auf ungesunde Art auf sein Spielzeug fixiert sein. Und um es erneut zu klären: In den Medien werden nur entsprechend einschlägige Spiele erwähnt. Ich sage das, weil einige Leute (hier und sonst wo) wieder meinen, dass Politiker auch Anno, Sims, NFS und Co verbieten wollen. Es geht um Spiele mit einer entsprechenden Gewaltdarstellung, die imho auch berechtigt als negative Beispiele rangezogen werden. Denn noch immer kann kein Spieler sinnig und für Außenstehende verständlich erklären, warum man solche Spiele
braucht, spielen
muss oder täglich
mehrere Stunden Spielzeit investiert.
Regards, eX!