AW: News - Der Ubisoft-Kopierschutz und andere DRM-Maßnahmen: PC Games will Ihre Meinung
Finde auch, dass diese ganze DRM-Schiene einfach viel zu weit geht.
1. Bei allem technischen Fortschritt koennen die Spielehersteller doch nicht erwarten, dass jeder User immer on-line sein will (oder kann), von Datenschutzproblemen ganz abgesehen (s. neues Ubisoft-DRM). Was machen z.B. User die auf dem Land wohnen und keinen oder super langsamen Zugang haben? Oder Leute, die den Rechner eben nicht staendig online haben wollen, weil sie verschiedene Bedenken dagegen haben?
2. Ich kann zwar irgendwo einsehen, dass man sein Produkt vor Piraterie schuetzen will, und DRM schient da ein gutes Mittel zu sein.
Aber warum zwingt man mich als erwachsenen, ehrlichen Kunden, der fuer ein sehr gutes Spiel auch bereit ist, 50 Muecken zu berappen, on-line zu sein? Sehe ich gar nicht ein. Ueberhaupt, "du kannst unser Produkt erst nutzen, wenn du Massnahmen ergreifst, die von uns bestimmt werden (Internetzugang anlegen)" ist so was von kundenunfreundlich - welche andere Hersteller, meinetwegen von Waschmaschinen, kaemen auf die Idee, so etwas zu verlangen?
Ok, man koennte sagen, man wir von den Softwareschmieden auch gezwungen, sich eine neue Grafikkarte, neuen Prozessor etc. zu kaufen, wenn man ein bestimmtes Spiel spielen will.
Der Zwang zum Internetzugang ist aber dann doch eine andere Qualitaet von Zwang, wie ich finde. Vor allem die damit einhergehenden Moeglichekeiten fuer die Anbieter, die Rechner der Kunden "asuzuspaehen" (da waeren wir wieder beim Datenschutz) oder die Kunden ueber die Registrierungspflicht genauer "kennen zu lernen" machen mir Sorgen.
3. Spiele, die sich wg. (Ubisoft-) DRM nicht weiter verkaufen lassen - s. "Kundenunfreundlichkeit". Man stelle sich vor, man koennte gekaufte Waren - nehmen wir wieder die Waschmaschine - die einem durch den Kaufvorgang gehoeren, nicht weiterverkaufen. Ich darf doch mit meinem Privatbesitz anstellen was ich will, oder? Ein Spiel, dass man nicht weiterverkaufen kann, waere also quasi nur geleast oder geliehen vom Hersteller. Geht gar nicht. Oder die Preise muessten extrem fallen (ich zahle doch keine 50,- Euro fuer ein Game, dass mir am Ende gar nicht gehoert). Der ganze second-hand-Markt wuerde auch noch zum Teufel gehen, also Schluss mit guenstig auf e-bay oder auf dem Flohmarkt einkaufen? Geht gar nicht hoch zwei.
Fazit: Leute, ich befuerchte, wir werden die Entwicklung nicht aufhalten koennen. Das on-line-Verkaufen mit DRM oder was auch immer da kommen mag wird irgendwann den PC-Markt (spaeter auch Konsolen?) bestimmen, die nachkommenden User-Generationen werden damit schon aufwachsen und es nicht anders kennen. Der Verkauf in der Packung im Laden wird aussterben, das online-Geschaeft kommt, weil die Industrie das so will.
Vielleicht koennen wir, die heutigen User, die seit C64, Amiga und 386er Zeiten dabei sind, das Ganze aber noch etwas hinauszoegern. Lasst uns zielgerichtet und bewusst einkaufen. Soll doch "AC 2" auf dem PC ein Flop, aber z.B. "Risen" (kein DRM) ein Hit werden. Das gaebe den Herstellern vielleicht zu denken und uns blieben vielleicht noch fuer die naechsten 5 bis 10 Jahre wenigstens ein paar "normale" Neuerscheinungen, also weiterverkaufbare, DRM-lose, uns nicht-ausspionierende und im Regal gut aussehende Games.
P.S. Ich kaufe mir "Assassins Creed 2" aus den o.g. Gruenden nicht.